{"id":30301,"date":"2025-08-05T20:36:04","date_gmt":"2025-08-05T17:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/hiroshima-zeitzeuge-im-interview-wir-dachten-wir-hatten-die-holle-uberlebt\/"},"modified":"2025-08-05T20:36:04","modified_gmt":"2025-08-05T17:36:04","slug":"hiroshima-zeitzeuge-im-interview-wir-dachten-wir-hatten-die-holle-uberlebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/hiroshima-zeitzeuge-im-interview-wir-dachten-wir-hatten-die-holle-uberlebt\/","title":{"rendered":"Hiroshima-Zeitzeuge im Interview: &#8220;Wir dachten, wir h\u00e4tten die H\u00f6lle \u00fcberlebt&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Am 6. August um 8.15 Uhr explodiert die US-Atombombe &quot;Little Boy&quot; \u00fcber der Innenstadt von Hiroshima. Wenige Stunden danach h\u00e4lt der japanische Fotojournalist Yoshito Matsushige mit seiner Kamera eine Stra\u00dfenszene fest.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25943299-1754290470000\/16-9\/750\/50486408.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Am 6. August um 8.15 Uhr explodiert die US-Atombombe &quot;Little Boy&quot; \u00fcber der Innenstadt von Hiroshima. Wenige Stunden danach h\u00e4lt der japanische Fotojournalist Yoshito Matsushige mit seiner Kamera eine Stra\u00dfenszene fest.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Vor 80 Jahren \u00fcberlebt Kunihiko Sakuma den US-Atombombenabwurf auf Hiroshima. Doch er ist einer von Hunderttausenden, die unter den Sp\u00e4tfolgen der radioaktiven Strahlung leiden. Wie er damit seit Jahrzehnten lebt, erz\u00e4hlt er ntv.de.<\/strong><\/p>\n<p>An einem Montagmorgen im Sommer 1945 sitzt eine Mutter allein mit ihrem Neugeborenen auf der Veranda ihres Hauses in Hiroshima, einer Stadt im Westen Japans. Ihr Mann ist bereits zur Arbeit gegangen. Die \u00e4lteren Kinder, zwei M\u00e4dchen, wurden zusammen mit der Gro\u00dfmutter schon vor einiger Zeit zu Verwandten aufs Land geschickt. Dort ist es sicherer. Denn seit mehr als 1300 Tagen k\u00e4mpft das Kaiserreich Japan einen Krieg im Pazifik gegen die USA und deren Verb\u00fcndete.<\/p>\n<p>In einer Wiege schaukelt die Mutter ihren neun Monate alten Sohn hin und her. Bisher war die Gro\u00dfstadt im Westen Japans auf der Insel Honshu, auf der zu diesem Zeitpunkt mehrere Hunderttausend Menschen leben, von Luftangriffen der Alliierten verschont geblieben. Das \u00e4ndert sich am 6. August um 8.15 Uhr. In diesem Moment wirft der US-Bomber &quot;Enola Gay&quot; genau \u00fcber dem Stadtzentrum eine Atombombe ab: &quot;Little Boy&quot; f\u00e4llt 45 Sekunden, dann explodiert die Bombe in etwa 600 Metern H\u00f6he.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/bilderserien\/politik\/Wie-Little-Boy-Hiroshima-vernichtete-article15316631.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/1207226-1438779077000\/16-9\/1136\/RTXFVJW.jpg\"\/>    62 Bilder  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  05.08.15    Erster Atombomben-Angriff Wie &quot;Little Boy&quot; Hiroshima vernichtete    <\/p>\n<p>Unmittelbar breiten sich gewaltige Druck- und Hitzewellen von mindestens 6000 Grad Celsius mit rasender Geschwindigkeit aus. Binnen Sekunden werden rund 80 Prozent der Innenstadt zerst\u00f6rt. Gleich nach der Explosion steigt \u00fcber Hiroshima ein Atompilz auf. Auch ein Feuersturm bricht aus. Sch\u00e4tzungen zufolge sterben fast 100.000 Menschen noch an diesem Tag.<\/p>\n<h2>Den H\u00f6llen-Tag \u00fcberleben<\/h2>\n<p>Mutter und Baby befinden sich damals 2,8 Kilometer vom Hypozentrum entfernt. Damit ist jener Punkt auf der Erdoberfl\u00e4che gemeint, der senkrecht unterhalb der in der Luft explodierten Atombombe liegt. Dort tritt die h\u00f6chste Energie auf, die radioaktiven Strahlungen sind am st\u00e4rksten. Wie Hunderttausende andere Menschen versucht auch sie, sich und ihr Kind in Sicherheit zu bringen. Mit dem Neugeborenen auf dem R\u00fccken rennt sie zum n\u00e4chsten Evakuierungszentrum. &quot;Auf dem Weg dorthin waren wir schwarzem Regen ausgesetzt&quot;, sagt Kunihiko Sakuma 80 Jahre sp\u00e4ter im Gespr\u00e4ch mit ntv.de. Er ist das Baby, das die Mutter damals zur Notaufnahme tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Der radioaktive Niederschlag, auch Fallout genannt, bleibt an ihrer Haut und ihrer Kleidung haften. Schlie\u00dflich erreichen Mutter und Sohn mehr oder weniger unverletzt das Evakuierungszentrum. Dort dr\u00e4ngen sich dicht an dicht schwer verletzte Menschen, das Zentrum ist \u00fcberf\u00fcllt. Nach kurzem Aufenthalt entscheidet sich die Mutter, mit ihrem Sohn wieder nach Hause zu gehen: Einige Dachziegel fehlen dem Geb\u00e4ude, die Fenster sind zerborsten und die W\u00e4nde stehen schief, aber es ist noch bewohnbar. Sie haben den Atombombenabwurf auf Hiroshima \u00fcberstanden.<\/p>\n<p>&quot;Wir dachten, wir h\u00e4tten die H\u00f6lle \u00fcberlebt&quot;, sagt Sakuma \u00fcber die Tage nach dem Abwurf, die er als Baby erlebt hat. Der 6. August 1945 l\u00e4sst ihn auch 80 Jahre sp\u00e4ter nicht los. Sakuma ist einer von sch\u00e4tzungsweise mehr als 100.000 Menschen, die durch die Sp\u00e4tfolgen der radioaktiven Strahlen schwer erkranken. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wie-Kriegsgraeuel-Seoul-und-Tokio-entzweien-article22000392.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Aktivisten in Seoul halten Bilder von Frauen, die im Zweiten Weltkrieg von Japan zur Prostitution gezwungen wurden.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/22004227-1598778591000\/17-6\/1136\/2015-12-30T120000Z-1666707615-GF10000278521-RTRMADP-3-SOUTHKOREA-JAPAN-COMFORTWOMEN.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  30.08.20    75 Jahre Ende des Pazifikkriegs Wie Kriegsgr\u00e4uel Seoul und Tokio entzweien       <\/p>\n<h2>Die Familie h\u00e4lt zusammen<\/h2>\n<p>Am 9. August werfen die Amerikaner \u00fcber der japanischen Stadt Nagasaki eine weitere Atombombe ab: &quot;Fat Man&quot;. Am 15. August 1945 um 12 Uhr verk\u00fcndet Kaiser Hirohito im Radio die bedingungslose Kapitulation Japans. Damit endet der Zweite Weltkrieg auch im Pazifik.<\/p>\n<p>Der Krieg ist zu Ende, doch der \u00dcberlebenskampf der Familie Sakuma hat gerade erst begonnen: In den Nachkriegsjahren mangelt es Nahrung, viele Menschen hungern. Eine zwei Jahre \u00e4ltere Schwester stirbt 1947 &#8211; woran, bleibt unklar. Sakuma vermutet heute, dass es an Mangelern\u00e4hrung lag.<\/p>\n<p>Die Sp\u00e4tfolgen der radioaktiven Strahlung zeigen sich bei Mutter und Sohn erst Jahre sp\u00e4ter. Seine Mutter f\u00fchlt sich oft nicht wohl, immer wieder muss sie ins Krankenhaus. Sp\u00e4ter wird bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Sakuma wird von der Gro\u00dfmutter und der zehn Jahre \u00e4lteren Schwester gro\u00dfgezogen. &quot;Nur im Zusammenhalt der Familie haben wir diese schwere Zeit \u00fcberlebt&quot;, sagt Sakuma. Daf\u00fcr ist er heute sehr dankbar.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25944860-1754338365000\/3-4\/750\/Kunihiko-Sakuma.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Kunihiko Sakuma als kleiner Junge in Hiroshima.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25944860-1754338365000\/3-4\/750\/Kunihiko-Sakuma.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Kunihiko Sakuma als kleiner Junge in Hiroshima.<\/p>\n<p>(Foto: Kunihiko Sakuma)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<h2>&quot;Ich dachte, ich w\u00fcrde sterben&quot;<\/h2>\n<p>Mehr als ein Jahrzehnt schweigt die Familie \u00fcber den Atombombenabwurf und seine Folgen. Bis zu seinem elften Lebensjahr wei\u00df der Junge nicht, was er als S\u00e4ugling durchstehen musste. Mitte der 1950er Jahre erkrankt er allerdings schwer. &quot;Ich f\u00fchlte mich schlapp, hatte keinen Appetit und dachte, ich w\u00fcrde sterben&quot;, erinnert sich Sakuma an den Moment, als er das erste Mal die Auswirkungen der Strahlung auf seinen K\u00f6rper sp\u00fcrte. Jedes Mal, wenn ihn Schw\u00e4che bef\u00e4llt, kommt diese Erinnerung hoch und er hat Todesangst. Die sp\u00fcrt er bis heute.<\/p>\n<p>Damals hat der Junge vor allem Probleme mit den Nieren und der Leber. Er muss im Krankenhaus behandelt werden. Mehrere Monate kann er nicht zur Schule gehen. Die Familie muss die hohen Kosten f\u00fcr die medizinischen Behandlungen selbst tragen &#8211; eine gro\u00dfe finanzielle Belastung f\u00fcr viele Betroffene des Atombombenabwurfs. 1957 erl\u00e4sst die japanische Regierung ein Gesetz, das ihnen Erleichterung bringen soll. Der &quot;Hibakusha kenk\u014d tech\u014d&quot; wird eingef\u00fchrt, eine Art Gesundheitspass f\u00fcr Atombombenopfer. Der japanische Begriff &quot;Hibakusha&quot; bedeutet ins Deutsche \u00fcbersetzt &quot;von Bomben betroffene Menschen&quot;. Diese k\u00f6nnen mit dem Ausweis die \u00dcbernahme der Arztkosten beantragen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25944861-1754338349000\/4-3\/750\/Sakuma-II.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Bei Sakuma treten im Alter von 11 Jahren erstmals die gesundheitlichen Folgen der radioaktiven Strahlung auf. Hier w\u00e4rmt er sich zusammen mit seiner Mutter und seiner \u00e4ltesten Schwester an einem Ofen. Er lacht, aber litt zu dieser Zeit bereits an Krankheiten.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25944861-1754338349000\/4-3\/750\/Sakuma-II.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Bei Sakuma treten im Alter von 11 Jahren erstmals die gesundheitlichen Folgen der radioaktiven Strahlung auf. Hier w\u00e4rmt er sich zusammen mit seiner Mutter und seiner \u00e4ltesten Schwester an einem Ofen. Er lacht, aber litt zu dieser Zeit bereits an Krankheiten.<\/p>\n<p>(Foto: Kunihiko Sakuma)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p> Bei der Beantragung des Ausweises f\u00fcr ihren Sohn spricht die Mutter erstmals \u00fcber die Ereignisse des 6. August. &quot;Ich habe keine eigenen Erinnerungen. Alles, was ich \u00fcber diesen Tag wei\u00df, hat mir meine Mutter erz\u00e4hlt&quot;, sagt Sakuma. Sie f\u00fcllen den Antrag gemeinsam aus und reichen ihn ein. Nach einigen Monaten wird ihm der Ausweis ausgestellt. Bald kann Sakuma wieder zur Schule &#8211; doch dort erf\u00e4hrt man, dass er Hibakusha ist. &quot;Es gab Vorbehalte gegen uns Atombombenopfer&quot;, erinnert er sich. <\/p>\n<h2>Zerplatzter Traum<\/h2>\n<p>Nach erfolgreichem Schulabschluss zieht es den damals 19-J\u00e4hrigen in die Millionenmetropole Tokio. &quot;Ich wollte nicht mit Hiroshima in Zusammenhang gebracht werden&quot;, sagt Sakuma. Er studiert an der Tokyo YMCA International Hotel School und tr\u00e4umt davon, Japan eines Tages zu verlassen. Nach dem Abschluss an der Hotelfachschule arbeitet er im Hilton Hotel in Tokio. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Podcast-Wieder-was-gelernt-Was-passiert-wenn-Putin-Atomwaffen-einsetzt-article23627842.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"223886117.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/23629579-1664952142000\/17-6\/1136\/223886117.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  05.10.22    Auch f\u00fcr Russland verheerend Was passiert, wenn Putin Atomwaffen einsetzt    <\/p>\n<p>Er lernt eine Frau kennen, verliebt sich in sie und das Paar schmiedet gemeinsame Zukunftspl\u00e4ne, sie denken \u00fcber eine Hochzeit nach. Er erz\u00e4hlt ihr offen, dass er aus Hiroshima stammt und Hibakusha ist. &quot;Ich wollte ihr nichts verheimlichen. Ich habe sie geliebt&quot;, sagt er. <\/p>\n<p>Eines Abends nimmt seine Freundin ihn mit zu ihrer Familie. Vor der Haust\u00fcr bittet sie ihn, dort zu warten. Unfreiwillig bekommt er vor der T\u00fcr mit, dass sie \u00fcber seine Herkunft reden. &quot;Er ist aus Hiroshima&quot;, h\u00f6rt er die Mutter seiner Freundin sagen. Die Familie ist entsetzt. Viele Menschen aus Hiroshima und aus Nagasaki erleben in den Jahren nach dem Atombombenabwurf in der japanischen Gesellschaft Diskriminierung. Vor allem die Hibakusha werden ausgegrenzt und stigmatisiert. Als Heiratskandidaten werden sie oftmals abgelehnt &#8211; zu gro\u00df ist die Angst davor, dass die Nachkommen deformiert oder schwer krank zur Welt kommen. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Wie-die-Atombombe-in-die-Welt-kam-article21951584.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/21952103-1596554108000\/17-6\/1136\/S.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  05.08.20    75 Jahre Abwurf auf Hiroshima Wie die Atombombe in die Welt kam    <\/p>\n<p>Sakuma verletzen die Worte seiner potenziellen Schwiegermutter sehr. Bis heute seien sie ihm im Kopf geblieben, sagt er. Obwohl seine Freundin die Beziehung weiterf\u00fchren m\u00f6chte, trennt er sich. Sakuma glaubt, unter solchen Bedingungen k\u00f6nne ein gemeinsames Leben nicht funktionieren. Zu gro\u00df ist die Angst vor m\u00f6glichen Fehlbildungen, die er als Hibakusha vererben k\u00f6nnte. &quot;Ich gab mein Leben in Tokio auf, verzichtete auf meine Liebe und ging zur\u00fcck nach Hiroshima&quot;, erinnert sich der heute 80-J\u00e4hrige. Er k\u00fcndigt seinen Job, 1971 verl\u00e4sst er Tokio. Dass er ein Hibakusha ist, dar\u00fcber schweigt er jahrzehntelang. Erst mit \u00fcber 60 Jahren erlebt er einen Sinneswandel. Fotografien von Yoshito Matsushige bringen ihn zum Umdenken. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/panorama\/Friedensnobelpreis-ueberrascht-Japaner-live-vor-Kamera-article25286489.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Unbenannt.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25286510-1728665537000\/16-9\/1136\/Nobelpreis.jpg\"\/>    01:24 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  11.10.24    Anti-Atomwaffen-Organisation gek\u00fcrt Friedensnobelpreis \u00fcberrascht Japaner live vor Kamera    <\/p>\n<h2>Ein Bekenntnis zum \u00dcberleben<\/h2>\n<p>2006 arbeitet Sakuma in einer Bankfiliale, in deren Foyer Aufnahmen des japanischen Fotografen ausgestellt sind. Auf dem Weg in sein B\u00fcro passiert Sakuma jeden Tag die Bilder. Es sind nicht irgendwelche Bilder. Es sind Fotos vom 6. August, dem Tag, an dem die Atombombe \u00fcber Hiroshima explodierte. Irgendwann bleibt Sakuma stehen und betrachtet sie eingehend. &quot;Da dachte ich, ich bin doch einer von denen, von ihnen&quot;, erinnert er sich.<\/p>\n<p>&quot;Damals begriff ich, dass ich nicht schweigen darf. Ich wollte offen dazu stehen, dass ich ein \u00dcberlebender der Atombombe bin&quot;, erinnert sich Sakuma. &quot;Indem ich mich dazu bekannte, konnte ich mich befreien.&quot; Seitdem engagiert er sich bei Hiroshima Hidankyo, einem Verband, der Hibakusha ber\u00e4t und unterst\u00fctzt. Heute ist er Vorsitzender der lokalen Organisation. Sie geh\u00f6rt zur Initiative Nihon Hidankyo, die 2024 den Friedensnobelpreis erh\u00e4lt. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25943321-1754291158000\/4-3\/750\/54565620145-18a1f5b7cd-o.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"W\u00e4hrend seiner Berlin-Reise war der Besuch der Friedensglocke im Volkspark Friedrichshain f\u00fcr den \u00dcberlebenden Sakuma ein besonderer Moment. Der Ort erinnert an die verheerenden Folgen der Atombombenabw\u00fcrfe auf Hiroshima und Nagasaki.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25943321-1754291158000\/4-3\/750\/54565620145-18a1f5b7cd-o.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>W\u00e4hrend seiner Berlin-Reise war der Besuch der Friedensglocke im Volkspark Friedrichshain f\u00fcr den \u00dcberlebenden Sakuma ein besonderer Moment. Der Ort erinnert an die verheerenden Folgen der Atombombenabw\u00fcrfe auf Hiroshima und Nagasaki.<\/p>\n<p>(Foto: International Campaign to Abolish Nuclear Weapons Germany (ICAN))<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>&quot;Die Welt steht beim Thema Atomwaffen heute an einem Scheideweg&quot;, sagt Sakuma. Im Mai 2025 reist der 80-J\u00e4hrige nach Europa. Das International Peace Bureau und die International Campaign to Abolish Nuclear Weapons Germany (ICAN) w\u00fcrdigen ihn in Berlin f\u00fcr seine Arbeit.<\/p>\n<p>&quot;Die Abschreckung durch Atomwaffen schafft keinen Frieden und keine Sicherheit. Angesichts der Gefahr m\u00fcssen Atomwaffen dringend abgeschafft werden&quot;, fordert er in Berlin und appelliert an die Bundesregierung, den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Laut Ausw\u00e4rtigem Amt ist der Vertrag \u00fcber die Nichtverbreitung von Kernwaffen der vorrangige Rahmen f\u00fcr nukleare Abr\u00fcstungspolitik Deutschlands. &quot;Solange wir Hibakusha leben, setzen wir uns f\u00fcr eine Welt ohne Krieg und Atomwaffen ein&quot;, sagt Sakuma. Er m\u00f6chte den Tag erleben, an dem Atomwaffen abgeschafft sind. &quot;Denn bis heute, noch 80 Jahre nach dem Atombombenabwurf, leiden und sterben Menschen an dessen Folgen&quot;, sagt der \u00dcberlebende. <\/p>\n<p>Das ntv.de-Gespr\u00e4ch mit Kunihiko Sakuma wurde von Yu Kajikawa \u00fcbersetzt. Es entstand im Rahmen des Besuchs der japanischen Delegation in Berlin, die von International Campaign to Abolish Nuclear Weapons Germany (ICAN) eingeladen wurde.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Am 6. August um 8.15 Uhr explodiert die US-Atombombe &quot;Little Boy&quot; \u00fcber der Innenstadt von Hiroshima. 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