{"id":30246,"date":"2025-07-27T23:06:08","date_gmt":"2025-07-27T20:06:08","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/lehren-der-fusball-em-dfb-mentalitat-allein-reicht-nicht-uefa-stolpert-uber-eigenen-anspruch\/"},"modified":"2025-07-27T23:06:08","modified_gmt":"2025-07-27T20:06:08","slug":"lehren-der-fusball-em-dfb-mentalitat-allein-reicht-nicht-uefa-stolpert-uber-eigenen-anspruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/lehren-der-fusball-em-dfb-mentalitat-allein-reicht-nicht-uefa-stolpert-uber-eigenen-anspruch\/","title":{"rendered":"Lehren der Fu\u00dfball-EM: DFB-Mentalit\u00e4t allein reicht nicht, UEFA stolpert \u00fcber eigenen Anspruch"},"content":{"rendered":"<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Ein Team, viel Mentalit\u00e4t - aber wohin geht es in der Zukunft?\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25928179-1753629872000\/16-9\/750\/537499475.jpg\"\/><figcaption>\n<p class=\"caps\">Ein Team, viel Mentalit\u00e4t &#8211; aber wohin geht es in der Zukunft?<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Beim EM-Finale m\u00fcssen die deutschen Fu\u00dfballerinnen zuschauen, der DFB bezeichnet den Halbfinal-Einzug aber als gro\u00dfen Erfolg. Zurecht, nur werden mit Blick auf die Finalistinnen auch gro\u00dfe Unterschiede deutlich. Was vom Turnier \u00fcbrig bleibt &#8211; und was auch die UEFA lernen sollte. Die Lehren der Fu\u00dfball-Europameisterschaft in der Schweiz.<\/p>\n<h2>DFB-Team braucht mehr als deutsche Tugenden <\/h2>\n<p>Am Ende ist es ein 0:1 in der Verl\u00e4ngerung, das das DFB-Team aus der EM wirft. Spanien ist nur ein Tor besser &#8211; so besagt es die Statistik. Der Wirklichkeit entspricht das aber nicht. Sowohl im Viertelfinale, das gegen Frankreich zum absoluten Krimi inklusive Elfmeterschie\u00dfen wird, als auch im Halbfinale ist das Team von Bundestrainer Christian W\u00fcck spielerisch unterlegen. Dass sich das nicht auswirkt, liegt an den deutschen Tugenden, die neu belebt werden: Mentalit\u00e4t, Kampf, Wille. Allen Widerst\u00e4nden zum Trotz &#8211; die Verletzung von Kapit\u00e4nin Giulia Gwinn im Auftaktspiel gegen Polen, die zwei Roten Karten von Carlotta Wamser und Kathrin Hendrich, die Gelbsperre von Sjoeke N\u00fcsken, die weiteren Verletzungen von Sarai Linder und Sophia Kleinherne &#8211; hielt das DFB-Team als echte Gemeinschaft sich lange im Turnier. L\u00e4nger als so manche Kritiker vorher gedacht hatten. <\/p>\n<p>&quot;Talent schl\u00e4gt Mentalit\u00e4t&quot;, sagte W\u00fcck nach der Niederlage gegen Spanien. Die Mentalit\u00e4t hat dem Team viele Herzen zufliegen lassen, die TV-Quoten waren top, das Mitfiebern echt. Um das in Nachhaltigkeit umzum\u00fcnzen, muss aber mehr auf die Mentalit\u00e4t folgen. Vor dem Turnier wurde die Offensive als die gro\u00dfe St\u00e4rke des Teams ausgemacht, die Defensive als die Wackelkomponente. Am Ende war es der pure Kampf und Wille im Spiel gegen den Ball, der die Deutschen so lange im Turnier hielt. Die Erkenntnis nach dem Aus ist, dass das DFB-Team in keiner seiner f\u00fcnf Partien spielerisch \u00fcberzeugen konnte. Almuth Schult, Ex-Nationaltorh\u00fcterin und heutige ARD-Expertin bringt es auf den Punkt, wenn sie feststellt, dass das Nations-League-Spiel gegen die Niederlande (4:0) bislang W\u00fccks einziges &quot;richtig gutes&quot; Spiel mit den DFB-Frauen war. <\/p>\n<p>Nun kam er neu hinzu, als es einen Umbruch im Team gab, da war kein Wunderfu\u00dfball zu erwarten. Um aber mit den Topnationen mithalten zu k\u00f6nnen, braucht es eine Weiterentwicklung. Da nimmt W\u00fcck auch die Bundesligisten und die Nachwuchsleistungszentren in die Pflicht. Doch auch er muss f\u00fcr das DFB-Team eine klare Spielidee ausarbeiten. Auf seine Aussage, &quot;nicht alles \u00fcber den Haufen werfen&quot; zu wollen, erfolgte im Viertelfinale ja dennoch genau das. Purer Verteidigungskampf gegen Frankreich und Spanien. F\u00fcr das Turnier mag es gewirkt haben, auf Dauer aber ist das kein zukunftstr\u00e4chtiger Ansatz.<\/p>\n<h2>An der Spitze wird es enger &#8211; Deutschland muss sich anstrengen<\/h2>\n<p>8:0, 7:0 &#8211; solche Kantersiege geh\u00f6ren der Vergangenheit an. L\u00e4ngst qualifiziert sich nicht mehr jede Nation f\u00fcr die EM, die es auch nur irgendwie versucht. Die Zeiten, in denen Deutschland das Geschehen nach Belieben dominierte, dauernd Europameister (insgesamt achtmal, davon sechsmal hintereinander) wurde, sind vorbei. 2013 gab es den bislang letzten Titel. Nach dem Sieg der Niederlande 2017 im eigenen Land hat es nun England geschafft, den Titel zu verteidigen. Es war haarscharf gegen Spanien &#8211; erst das Elfmeterschie\u00dfen entschied. Die Spitze ist nah beieinander. Die Spielerinnen sind athletischer geworden, technisch besser, das Spiel ist schneller. Nat\u00fcrlich ist nicht jede Partie dieser EM auf Top-Niveau, aber das gibt es genauso wenig bei den M\u00e4nnern. <\/p>\n<p>Es macht den Fu\u00dfball der Frauen attraktiver, die Aufmerksamkeit ist gro\u00df wie nie. F\u00fcr Deutschland bedeutet es gleichzeitig die Gefahr, den Anschluss an die ganz Gro\u00dfen zu verlieren. Nicht nur angesichts der laufenden Bewerbung um die Ausrichtung der n\u00e4chsten EM 2029 ist das zu beachten. Es braucht eine gemeinsame Anstrengung &#8211; auch mit der Liga. Die wird ab der kommenden Saison von 12 auf 14 Teams aufgestockt, mit dem 1. FC N\u00fcrnberg und dem Hamburger SV kommen zwei Teams mit gro\u00dfem Fanpotenzial hinzu. Allerdings ist noch nicht absehbar, wie sich die Aufstockung auf die Spielqualit\u00e4t auswirkt und ob der Abstand zur 2. Liga wom\u00f6glich un\u00fcberbr\u00fcckbar gro\u00df wird. <\/p>\n<p>Dass der DFB die U23 wiedereingef\u00fchrt hat, ist ein guter Schritt. Vorher gab es nur die U19, nun k\u00f6nnen Toptalente enger an den DFB angebunden und auf das A-Team vorbereitet werden. &quot;Wir m\u00fcssen schauen, dass wir diese Talentf\u00f6rderung auf das n\u00e4chste Level heben&quot;, sagte W\u00fcck, der im Vergleich mit den M\u00e4nnern gro\u00dfen Nachholbedarf sieht. In das Bild passt auch, dass die beiden Au\u00dfenverteidigerinnen Carlotta Wamser und Franziska Kett, die in der Verletzungsnot einspringen mussten und \u00fcberzeugten, bei ihren Klubs Eintracht Frankfurt beziehungsweise FC Bayern \u00fcber weite Teile der Saison nicht zum Zug gekommen waren.<\/p>\n<h2>Unglaubliche Sarina Wiegman <\/h2>\n<p>Wer einen Europameister-Titel gewinnen will, braucht Sarina Wiegman. So wirkt es zumindest. Denn die Niederl\u00e4nderin hat nun schon ihren dritten EM-Titel in Folge gewonnen. Damit holte sie die Deutsche Tina Theune an, der der Hattrick ebenfalls einst gegl\u00fcckt war (1997, 2001 und 2005). Wiegmann siegte 2017 noch mit ihrem Heimatland Niederlande, 2022 und 2025 mit England. Noch zugleich ist es das f\u00fcnfte Finale, das die Trainerin hintereinander bei EM und WM am Seitenrand begleitete. Eine unglaubliche Serie. Nicht umsonst soll die 55-J\u00e4hrige nun nach der erfolgreichen Revanche f\u00fcr das verlorene WM-Finale 2023 gegen Spanien die Ritterw\u00fcrde erhalten.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/sport\/fussball-em\/Elfmeter-Krimi-entscheidet-EM-Finale-fuer-England-article25928274.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"imago1064528511.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25928284-1753642766000\/17-6\/1136\/imago1064528511.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Fu\u00dfball-EM  27.07.25    Titelverteidigung gegl\u00fcckt Elfmeter-Krimi entscheidet EM-Finale f\u00fcr England    <\/p>\n<p>Wiegman hat es geschafft, gegen alle Widerst\u00e4nde im Turnier. &quot;Es ist das chaotischste Turnier, das ich je erlebt habe. Von Anfang an war irgendwie Chaos. Das erste Spielen und dann Europameisterin werden, das ist einfach unglaublich&quot;, sagt sie. Denn der Auftakt gegen Frankreich ging mit 1:2 verloren, es kamen sofort Zweifel an den F\u00e4higkeiten der Titelverteidigerinnen auf. Frankreich dominierte derart, das Ergebnis kaschierte die schwache Leistung. Auch das 4:0 im zweiten Gruppenspiel gegen die Niederlande wirkt deutlicher als es auf dem Spielfeld war. Der 6:1-Sieg gegen den EM-Deb\u00fctanten Wales war eingepreist. Doch es ging mit Zweifeln weiter in die K.-o.-Runde: Das Viertelfinale gegen Schweden entscheidet sich erst im Elfmeterschie\u00dfen, gegen \u00dcberraschungsgegner Italien musste Wiegmans Team in die Verl\u00e4ngerung. Und jetzt das Elfmeterschie\u00dfen im Finale. In allen drei Spielen lag England zur\u00fcck &#8211; die Comebacks beweisen Nervenst\u00e4rke und Glauben an sich selbst. &quot;Ich kann es nicht glauben, sie waren ein tolles Team bis zum Schluss&quot;, sagt Wiegman. &quot;Wir k\u00f6nnen irgendwie gewinnen, mit allen Mitteln. Ich bin unglaublich stolz.&quot;<\/p>\n<h2>Ein Fluch liegt auf dem zweiten Halbfinalisten<\/h2>\n<p>Wer zuerst spielt, gewinnt: So zumindest sagt es die Statistik von Fu\u00dfball-Gro\u00dfturnieren aus. Und zwar bei M\u00e4nnern und Frauen. Wenn die Halbfinals bei Europa- und Weltmeisterschaften nicht am selben Tag ausgetragen werden, gewinnt seit 2005 fast immer das im ersten Halbfinale siegreiche Team am Ende auch das Turnier. So ist es auch 2025: England spielte sein Halbfinale gegen Italien einen Tag vor den Spanierinnen aus, die das DFB-Team besiegten. <\/p>\n<p>Ein Tag mehr Erholung &#8211; ist das der entscheidende Faktor? Die DFB-Frauen wollten das schon vor dem Halbfinale nicht gelten lassen. Sophia Kleinherne sagte auf den Fakt angesprochen, sie sehe das nicht so. Dabei hatte Spanien sein Viertelfinale gegen die Schweiz einen Tag fr\u00fcher gespielt und sich noch dazu in 90 Minuten recht locker (2:0) durchgesetzt. Und Deutschland hatte erst 24 Stunden sp\u00e4ter den nervlich und k\u00f6rperlich aufreibenden Krimi inklusive Verl\u00e4ngerung und Elfmeterschie\u00dfen gegen Frankreich zu bestehen. Wom\u00f6glich ist also doch was dran an der Erholungszeit. Klar ist das aber nicht, die Statistik f\u00fcrs Finale kann auch einfach nur ein zuf\u00e4lliger Fluch sein.<\/p>\n<h2>UEFA will Gro\u00dfes und denkt (zu) klein <\/h2>\n<p>Rekorde \u00fcber Rekorde: Die UEFA feiert sich f\u00fcr so viele Zuschauer wie noch nie zuvor bei einer EM der Frauen. 29 von 31 Spielen sind ausverkauft, vor den meisten Stadien stehen vor Anpfiff Menschen, die noch Tickets suchen. Die Unterst\u00fctzung ist gro\u00df und lautstark, die Kulisse gut. Und doch dr\u00e4ngt sich die Frage auf, ob da nicht noch mehr gegangen w\u00e4re. Das gr\u00f6\u00dfte Stadion, in dem bei der EM gespielt wird, ist der Basler St.-Jakob-Park. 34.128 Fans konnten den Viertelfinal-Krimi des DFB-Teams gegen Frankreich verfolgen. Im Halbfinale gegen Spanien hatten nur 22.432 die Chance, hautnah im Z\u00fcricher Letzigrund dabei zu sein. Es sind die beiden gr\u00f6\u00dften Stadien, es wurde auch in Sion (7500 Pl\u00e4tze) und Thun (8500 Pl\u00e4tze) gespielt. Klar, es ist sicherlich besser f\u00fcr die Kulisse, volle Stadien zu haben, als gro\u00dfe Arenen, die halbleer sind. Doch der Andrang war gro\u00df &#8211; zu gro\u00df f\u00fcr das kleine Land Schweiz, das keine gr\u00f6\u00dferen Stadien hat? <\/p>\n<p>Auswirkungen haben die kleinen Stadien auch f\u00fcr Medienschaffende. Denn nicht alle, die \u00fcber die Spiele berichten wollten, durften auch in die Stadien. F\u00fcr jedes Spiel braucht es eine neue Akkreditierung, doch die Pressetrib\u00fcnen hatten oft nicht genug Platz. Es wirkt widersinnig, dass die UEFA viel Berichterstattung m\u00f6chte, dem Interesse der Medien dann aber nicht Herr werden kann.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Team, viel Mentalit\u00e4t &#8211; aber wohin geht es in der Zukunft? Beim EM-Finale m\u00fcssen die deutschen Fu\u00dfballerinnen zuschauen, der DFB bezeichnet den Halbfinal-Einzug aber als gro\u00dfen Erfolg. 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