{"id":30157,"date":"2025-07-13T19:16:03","date_gmt":"2025-07-13T16:16:03","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/er-nahm-mich-in-den-arm-prozess-gegen-palliativarzt-der-trostende-serienmorder\/"},"modified":"2025-07-13T19:16:03","modified_gmt":"2025-07-13T16:16:03","slug":"er-nahm-mich-in-den-arm-prozess-gegen-palliativarzt-der-trostende-serienmorder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/er-nahm-mich-in-den-arm-prozess-gegen-palliativarzt-der-trostende-serienmorder\/","title":{"rendered":"&#8220;Er nahm mich in den Arm&#8221;: Prozess gegen Palliativarzt: Der tr\u00f6stende Serienm\u00f6rder?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Panorama         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Johannes M. sitzt seit seiner Festnahme am Flughafen in Untersuchungshaft. \" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25894565-1752223558000\/16-9\/750\/Filter.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Johannes M. sitzt seit seiner Festnahme am Flughafen in Untersuchungshaft.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der Mediziner Johannes M. versorgte sehr kranke Menschen &#8211;  und soll sie heimt\u00fcckisch get\u00f6tet haben. Der Prozess in Berlin verhandelt 15 F\u00e4lle, es k\u00f6nnten noch viel mehr sein. Der Angeklagte schweigt dazu. Doch die Ermittlungen zeichnen das Bild eines Doppellebens.<\/strong><\/p>\n<p>Der Vater von Tina K. hatte Lungenkrebs im Endstadium. Die Berlinerin pflegte den 75-J\u00e4hrigen zu Hause, unterst\u00fctzt von einem Pflegedienst. Der Palliativarzt und eine Krankenschwester seien regelm\u00e4\u00dfig vorbeigekommen, um Medikamente zu verabreichen oder den Blutdruck zu messen, erz\u00e4hlt sie im Interview mit RTL. An einem Julimorgen im vergangenen Jahr verh\u00e4lt sich der Vater anders als sonst, lehnt ab, etwas zu trinken. Tina K. verst\u00e4ndigt den Pflegedienst. Der Arzt sei schnell da gewesen, nach einer halben Stunde, ohne die Krankenschwester. <\/p>\n<p>Der Mediziner habe dem krebskranken Mann erst eine Infusion, dann eine Spritze gegeben, angeblich, um ihn wieder aufzup\u00e4ppeln. Wenig sp\u00e4ter ruft er Tina K. hinzu, so erz\u00e4hlt sie es. Es tue ihm leid, er k\u00f6nne nichts mehr tun. Der Vater ist tot. &quot;Ich habe angefangen zu heulen, dann ist er aufgestanden und hat mich erstmal in den Arm genommen&quot;, erz\u00e4hlt sie. &quot;Wenn ich das gewusst h\u00e4tte, dass ich einen M\u00f6rder im Arm habe, h\u00e4tte ich das nicht gemacht.&quot;<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/panorama\/Leichen-sollen-Berliner-Arzt-als-Serienmoerder-ueberfuehren-article25709571.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Arzt Leichen.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25709825-1744813290000\/16-9\/1136\/Arzt-Leichen.jpg\"\/>    01:37 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  16.04.25    Kriminologe: T\u00e4ter beging Fehler Leichen sollen Berliner Arzt als Serienm\u00f6rder \u00fcberf\u00fchren    <\/p>\n<p>Der Palliativarzt hei\u00dft Johannes M. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, mindestens 15 Menschen get\u00f6tet zu haben. Es sind wom\u00f6glich deutlich mehr. Der Mediziner, dem sich Schwerkranke und ihre Angeh\u00f6rigen anvertraut haben, k\u00f6nnte einer der schlimmsten Serienm\u00f6rder in der deutschen Geschichte sein. <\/p>\n<h2>H\u00e4ufige Jobwechsel<\/h2>\n<p>Zu all dem schweigt M. Der heute 40-J\u00e4hrige studierte Medizin in Frankfurt am Main und wechselte danach mehrfach seine Arbeitsstelle. Er wurde zum Facharzt f\u00fcr Strahlentherapie ausgebildet, arbeitete erst in einer Praxis f\u00fcr Allgemeinmedizin, dann im Krankenhausmanagement in K\u00f6ln, im August 2020 zog er nach Berlin. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter nahm er eine Stelle als Palliativarzt an. Eine Aufgabe, bei der es nicht mehr um die Heilung der schwer kranken Patienten geht, sondern um die Linderung der Schmerzen. Um ein menschenw\u00fcrdiges Sterben. <\/p>\n<p>Einen m\u00f6glichen Hinweis auf das Innenleben dieses Mannes, der zuletzt mit seiner Frau und dem gemeinsamen Kind in Berlin-Wilmersdorf gelebt hat, gibt seine im Jahr 2013 eingereichte Dissertation. Er war damals 28 Jahre alt und bereits seit zwei Jahren zugelassener Arzt. &quot;Das T\u00f6ten eines Artgenossen&quot; geh\u00f6re &quot;prinzipiell zum Verhaltensspektrum eines jeden Menschen&quot;, zitiert M. darin einen Psychiater und schreibt selbst dazu: Er sei geneigt, dieser Aussage zuzustimmen. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Toetete-Palliativarzt-auch-seine-Schwiegermutter-article25891895.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"3062fcb3679fb8ec64fab755af6963da.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25891940-1752134988000\/17-6\/1136\/3062fcb3679fb8ec64fab755af6963da.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  10.07.25    Ermittlungen dauern an T\u00f6tete Palliativarzt auch seine Schwiegermutter?    <\/p>\n<p>In seiner Doktorarbeit untersuchte M. T\u00f6tungsdelikte in Frankfurt am Main von 1945 bis 2008. Wann sie geschahen, wer die Opfer waren. In einem Unterkapitel besch\u00e4ftigt er sich mit der T\u00f6tung Pflegebed\u00fcrftiger und konstatiert, dass diese Delikte &quot;nicht leicht nachzuweisen sind&quot;. <\/p>\n<h2>Kollegin \u00e4u\u00dferte Verdacht<\/h2>\n<p>Dass die Ermittler \u00fcberhaupt darauf aufmerksam wurden, dass Menschen, die dem Tod nahe waren, offenbar nicht auf nat\u00fcrlichem Weg starben, ist einem Brief zu verdanken. Geschrieben hat ihn eine Kollegin von Johannes M., eine \u00c4rztin, die ein schrecklicher Verdacht plagte. Viermal hatte es innerhalb weniger Wochen in Berliner Wohnungen gebrannt, dreimal im Stadtteil Neuk\u00f6lln, einmal im benachbarten Pl\u00e4nterwald. Jedes Mal fanden die Einsatzkr\u00e4fte eine Frauenleiche. 72, 76, 87 und 94 Jahre alt. Alle waren Patientinnen ihres Pflegedienstes. Und Dienst hatte kurz vor jedem Brand Johannes M. <\/p>\n<p>Die \u00c4rztin schrieb, vielleicht seien ihre Sorgen vollkommen ungerechtfertigt. Doch als M. wenige Tage sp\u00e4ter aus dem Urlaub zur\u00fcckkehrte, wird er noch am Flughafen festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Zu diesem Zeitpunkt warf ihm die Staatsanwaltschaft Totschlag in vier F\u00e4llen vor. Heute sind die Dimensionen g\u00e4nzlich andere. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Arzt-soll-lebensaeltere-Patienten-getoetet-haben-article25886547.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"450199786 (1).jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25886703-1751974507000\/17-6\/1136\/450199786-1-.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  08.07.25    Schwerer Verdacht in Pinneberg Arzt soll &quot;lebens\u00e4ltere&quot; Patienten get\u00f6tet haben    <\/p>\n<p>Angeklagt ist M. wegen 15-fachen Mordes, mutma\u00dflich begangen in der Zeit von September 2021 bis Juli 2024. Seine Taten sollen einem Muster gefolgt sein: Ohne medizinischen Grund und ohne das Wissen der Opfer soll er erst ein Narkoseeinleitungsmittel, dann ein Muskelrelaxans verabreicht haben. Letzteres f\u00fchrt durch eine L\u00e4hmung der Atemmuskulatur innerhalb weniger Minuten zu Atemstillstand und Tod. In exhumierten Leichen konnten die Ermittler die Kombination nachweisen.<\/p>\n<h2>Schwiegermutter unter den Opfern?<\/h2>\n<p>Die Opfer der Taten, die Johannes M. vorgeworfen werden, sind mehrheitlich \u00fcber 70 und Frauen, aber nicht ausschlie\u00dflich. Im September 2021, dem zeitlich ersten angeklagten Fall, soll M. eine 25-J\u00e4hrige in Berlin-Buckow get\u00f6tet haben. Die junge Frau litt an Krebs, habe aber nicht kurz vor ihrem Tod gestanden. Wohnungen in Brand gesetzt hat M. demnach erst deutlich sp\u00e4ter, ab dem Juni 2024. <\/p>\n<p>Die Ermittlungen sind jedoch l\u00e4ngst nicht am Ende. In insgesamt 96 F\u00e4llen gibt es laut Staatsanwaltschaft einen Anfangsverdacht gegen den Mediziner, darunter die 15, f\u00fcr die er bereits angeklagt ist. Ein m\u00f6glicher Mord k\u00f6nnte sich nach Informationen von &quot;Stern&quot; und RTL in seinem famili\u00e4ren Umfeld abgespielt haben. <\/p>\n<p>Anfang vergangenen Jahres fuhr M. demnach mit seiner Ehefrau zu seiner krebskranken Schwiegermutter nach Polen. An jenem Wochenende sei die Frau verstorben. Dem Bericht zufolge soll M. nach Aussage seiner ehemaligen Kollegen bei einer Teamsitzung erz\u00e4hlt haben, er sei nach Polen gefahren und habe dort die Schwiegermutter totgespritzt. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/panorama\/Braut-erschossen-Zwei-Festnahmen-in-Frankreich-article25853744.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Frankreich.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25853800-1750691233000\/16-9\/1136\/Frankreich.jpg\"\/>    00:56 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  23.06.25    Bluttat schreckt Provinz auf Braut erschossen: Zwei Festnahmen in Frankreich    <\/p>\n<h2>Motiv liegt im Dunkeln<\/h2>\n<p>Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass M. aus Heimt\u00fccke mordete. Seine Opfer waren arglos und erwarteten wohl, in den H\u00e4nden eines Arztes zu sein, der ihnen helfen will. Zu einem m\u00f6glichen Motiv steht in der Anklage Medienberichten zufolge nichts. Demnach konnte eine psychiatrische Gutachterin keine Anzeichen auf eine psychische Krankheit erkennen, die seine Schuldf\u00e4higkeit beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrde. <\/p>\n<p>Johannes M. muss bei seinen mutma\u00dflichen Taten planvoll vorgegangen sein. Die t\u00f6dlichen Medikamente soll er sich nach RTL-Angaben in einer Apotheke in seiner Nachbarschaft beschafft haben. Laut Chatprotokollen, die dem Sender vorliegen, tauschte sich M. mit seiner Frau \u00fcber die Todesf\u00e4lle aus. Er habe sich von ihr tr\u00f6sten lassen. Kolleginnen und Kollegen beschrieben M. laut Anklageschrift als h\u00f6flichen, sympathischen Mann.<\/p>\n<p>Ein Mann, der sich zum Richter \u00fcber Leben und Tod aufgespielt haben soll. Bei Menschen, die auf andere angewiesen und ihnen im Zweifel ausgeliefert sind. Der Fall verdeutlicht ihre Schutzlosigkeit: Denn wer hinterfragt den Tod eines schwerkranken Menschen, veranlasst gar eine Obduktion? Im internationalen Vergleich werden Leichen in Deutschland selten obduziert. Der Arzt Johannes M. d\u00fcrfte das gewusst haben. <\/p>\n<p>Am Montag beginnt der Prozess vor dem Landgericht Berlin. Das Verfahren ist bis Januar 2026 angesetzt. Es gilt die Unschuldsvermutung.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panorama Johannes M. sitzt seit seiner Festnahme am Flughafen in Untersuchungshaft. Der Mediziner Johannes M. versorgte sehr kranke Menschen &#8211; und soll sie heimt\u00fcckisch get\u00f6tet haben. 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