{"id":3005,"date":"2020-10-06T07:07:42","date_gmt":"2020-10-06T04:07:42","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-verlasst-das-krankenhaus-gefahrder-in-chief\/"},"modified":"2020-10-06T07:07:42","modified_gmt":"2020-10-06T04:07:42","slug":"donald-trump-verlasst-das-krankenhaus-gefahrder-in-chief","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-verlasst-das-krankenhaus-gefahrder-in-chief\/","title":{"rendered":"Donald Trump verl\u00e4sst das Krankenhaus: Gef\u00e4hrder in Chief"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/c77f4aac-6e7c-4e3e-a71d-014422e312e1_w948_r1.77_fpx39.34_fpy53.jpg\" title=\"Trump nach der R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus: Verharmlosende Worte \u00fcber das Virus\" alt=\"Trump nach der R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus: Verharmlosende Worte \u00fcber das Virus\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Trump nach der R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus: Verharmlosende Worte \u00fcber das Virus<\/p>\n<p>  Foto:\u2002KEN CEDENO\/POOL\/EPA-EFE\/Shutterstock  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Jeder Schritt war f\u00fcrs Fernsehen choreografiert. Wie er durch die goldenen T\u00fcren des Walter-Reed-Milit\u00e4rhospitals kam, f\u00fcr die Kameras posierte und dann vorsichtig zum Auto schritt, das ihn zum Hubschrauber brachte. Wie er, am Wei\u00dfen Haus angekommen, die Treppe hochschritt, auf dem Balkon die Corona-Maske abnahm, sie zusammenkn\u00fcllte und in die Tasche steckte und erneut ins Nichts posierte, diesmal salutierend. Wie er schlie\u00dflich noch zweimal wieder rauskam, um ein Wahlkampf-Video zu filmen.<\/p>\n<p>&quot;Ich habe so viel \u00fcber das Coronavirus gelernt&quot;, sagt Donald Trump in dem eineinhalbmin\u00fctigen Clip, den er sp\u00e4ter auf Twitter postete. &quot;Eins ist sicher: Lass euch nicht davon dominieren. Habt keine Angst davor.&quot;<\/p>\n<p>Mit dieser bizarren Szene kehrte der US-Pr\u00e4sident am Montagabend vom Krankenhaus ins Wei\u00dfe Haus zur\u00fcck. Obwohl er nach eigenen Angaben mit dem Virus infiziert ist. Obwohl sein Leibarzt Sean Coney zugibt, dass er &quot;noch nicht \u00fcber den Berg&quot; ist.<\/p>\n<p>Doch Trump bestand darauf, entlassen zu werden. Besser gesagt: Von einer Krankenstation in eine andere, etwas luxuri\u00f6sere verlegt zu werden. Er werde das gro\u00dfartige Hospital am Abend verlassen, hatte er bereits nachmittags angek\u00fcndigt, bevor seine \u00c4rzte das offiziell gemacht hatten. Er f\u00fchle sich wirklich gut. Auch da schon die &#8211; gef\u00e4hrliche &#8211; politische Botschaft: &quot;Habt keine Angst vor Covid.&quot; Sein Wahlkampfteam wiederholte sie kurz darauf wortw\u00f6rtlich in Spendenaufrufen an seine Anh\u00e4nger.<\/p>\n<p>Es klingt wie die Variation eines Themas, das schon aus Bob Woodwards unl\u00e4ngst erschienenem Buch &quot;Rage&quot; bekannt ist. Im Gespr\u00e4ch mit dem Journalisten r\u00e4umte Trump Mitte M\u00e4rz ein, dass er die Gefahr, die vom Coronavirus ausgehe, der Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber bewusst verharmlose: &quot;Ich wollte das immer herunterspielen. Ich spiele es immer noch herunter, weil ich keine Panik erzeugen will.&quot; Und, weil er die Wahl gewinnen will.<\/p>\n<p>Doch diese Botschaft k\u00f6nnte zu Leichtfertigkeit verleiten &#8211; wom\u00f6glich mit fatalen Folgen.<\/p>\n<h3>Das Wei\u00dfe Haus ist zum Corona-Hotspot geworden<\/h3>\n<p>Er selbst f\u00fchle sich besser als vor 20 Jahren, schrieb der Pr\u00e4sident. Wie lange das m\u00f6glicherweise von seinen Medikamenten mit ausgel\u00f6ste Gef\u00fchlshoch w\u00e4hrt, bleibt abzuwarten. Denn Trump kehrt in ein Wei\u00dfes Haus zur\u00fcck, das l\u00e4ngst selbst zu einem Corona-Hotspot geworden ist: Nur wenige Stunden vor Trumps Ank\u00fcndigung, das Krankenhaus verlassen zu wollen, gab seine Pressesprecherin, Kayleigh McEnany, bekannt, dass sie sich ebenfalls angesteckt hatte.<\/p>\n<p>Seit Donnerstag habe sie sich t\u00e4glich auf das neuartige Coronavirus testen lassen, schrieb McEnany in einer auf Twitter verbreiteten Mitteilung: stets negativ. Ein am Montagmorgen durchgef\u00fchrter Test sei schlie\u00dflich aber positiv ausgefallen. Sie habe keine Symptome und werde sich nun in Quarant\u00e4ne begeben, so die Pressesprecherin.<\/p>\n<p>Was bedeutet das f\u00fcr jene, die ihr f\u00fcr gew\u00f6hnlich Fragen stellen? &quot;Keine Reporter, Produzenten oder Mitglieder der Presse werden vom medizinischen Team des Wei\u00dfen Hauses als enge Kontakte gef\u00fchrt&quot;, schrieb McEnany. Die Journalisten im Medienpool des Wei\u00dfen Hauses d\u00fcrfte das kaum beruhigen. Noch am Vortag hatte Trumps Pressesprecherin auf der Auffahrt zum Wei\u00dfen Haus mit Journalisten gesprochen &#8211; ohne Maske.<\/p>\n<p>Die &quot;Washington Post&quot;-Kolumnistin Jennifer Rubin riet Reportern im Wei\u00dfen Haus dazu, nichts von dem, was McEnany sagt, f\u00fcr bare M\u00fcnze zu nehmen. Und PBS-Korrespondentin Yamiche Alcindor wies auf Twitter darauf hin, dass Maske tragende Journalisten die Angestellten des Wei\u00dfen Hauses h\u00e4ufig danach fragten, weshalb diese auf einen Mund-Nase-Schutz verzichteten. Die Antwort demnach: weil sie oft getestet w\u00fcrden und die Tests negativ ausfielen.<\/p>\n<p>Das tun sie nun nicht mehr. Kurz nachdem McEnany ihre Ansteckung bekannt gemacht hatte, meldete der Sender CNN, dass zwei weitere Mitglieder von Trumps Pressemannschaft positiv getestet worden waren.<\/p>\n<p>Diese j\u00fcngsten F\u00e4lle machen eine Erkenntnis immer unausweichlicher: Trump und seine Mitarbeiter und Vertrauten bekommen nicht nur das Virus, das unter ihnen grassiert, nicht in den Griff. Sie gef\u00e4hrden potenziell andere; seien es Agenten des Secret Service, die den infizierten Pr\u00e4sidenten am Wochenende an seinen jubelnden Anh\u00e4ngern vorbei kutschieren, oder Journalisten, die McEnany und ihren Presseleuten Fragen stellen.<\/p>\n<h3>Die Liste der Infizierten ist lang<\/h3>\n<p>Trumps Sprecherin war noch am Freitag von Reportern gefragt worden, ob sie k\u00fcnftig bei ihren Briefings einen Mund-Nase-Schutz tragen w\u00fcrde. Kein Kommentar. Tags zuvor war Trumps enge Beraterin Hope Hicks positiv getestet worden; am Abend dann wurde publik, dass der Pr\u00e4sident sich angesteckt hatte. Hicks&#039; Ansteckung, die zentral f\u00fcr das Infektionsgeschehen im Umfeld Trumps zu sein scheint, umgeben weiterhin zahlreiche offene Fragen. McEnany versicherte, sie habe definitiv nicht von Hicks&#039; Diagnose gewusst, bevor sie am Donnerstag eine Pressebriefing hielt.<\/p>\n<p>Bisweilen ist schwer auszumachen, wo das Unverm\u00f6gen im Umgang mit dem Virus endet und die mutwillige Gef\u00e4hrdung anderer beginnt.<\/p>\n<p>McEnany und ihre Kollegen aus dem Presseteam sind nur die vorerst letzten im Umfeld des Pr\u00e4sidenten, die positiv auf das Virus getestet wurden. Neben ihnen, Hicks und der First Lady Melania Trump w\u00e4ren da noch:<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Trumps Wahlkampfmanager, Bill Stepien,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>seine Ex-Beraterin, Kellyanne Conway,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Ronna McDaniel, die Chefin der Republikanischen Partei,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Chris Christie, republikanischer Ex-Gouverneur von New Jersey, der Trump vor dem ersten TV-Duell mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden coachte,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>Trumps &quot;body man&quot; (Besch\u00fctzer) Nick Luna,<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p>die republikanischen Senatoren Mike Lee aus Utah, Thom Tillis aus North Carolina und Ron Johnson aus Wisconsin.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auch drei Journalisten aus dem Pressepool des Wei\u00dfen Hauses steckten sich in den vergangenen Tagen an.<\/p>\n<p>Im Kampf gegen das Coronavirus seien die USA dabei &quot;die letzte Kurve&quot; zu meistern, hatte Trump unl\u00e4ngst noch ausgerufen. Das Wei\u00dfe Haus scheint davon &#8211; trotz der R\u00fcckkehr des Pr\u00e4sidenten &#8211; noch ein ganzes St\u00fcck entfernt.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Trump nach der R\u00fcckkehr ins Wei\u00dfe Haus: Verharmlosende Worte \u00fcber das Virus Foto:\u2002KEN CEDENO\/POOL\/EPA-EFE\/Shutterstock Jeder Schritt war f\u00fcrs Fernsehen choreografiert. 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