{"id":29865,"date":"2025-05-29T12:56:10","date_gmt":"2025-05-29T09:56:10","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/okonom-zu-schwarz-roten-planen-der-druck-auf-dem-wohnungsmarkt-wird-noch-einmal-zunehmen\/"},"modified":"2025-05-29T12:56:10","modified_gmt":"2025-05-29T09:56:10","slug":"okonom-zu-schwarz-roten-planen-der-druck-auf-dem-wohnungsmarkt-wird-noch-einmal-zunehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/okonom-zu-schwarz-roten-planen-der-druck-auf-dem-wohnungsmarkt-wird-noch-einmal-zunehmen\/","title":{"rendered":"\u00d6konom zu schwarz-roten Pl\u00e4nen: &#8220;Der Druck auf dem Wohnungsmarkt wird noch einmal zunehmen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Die neue Bundesregierung k\u00f6nne eine &quot;Trendwende&quot; beim Wohnungsbau einleiten, sagt Michael Voitl\u00e4nder. Vor allem in den Metropolen werde der Markt aber angespannt bleiben. \" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25798874-1748430730000\/16-9\/750\/521926841.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Die neue Bundesregierung k\u00f6nne eine &quot;Trendwende&quot; beim Wohnungsbau einleiten, sagt Michael Voitl\u00e4nder. Vor allem in den Metropolen werde der Markt aber angespannt bleiben.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die neue Bauministerin Verena Hubertz hat angek\u00fcndigt, schnell den Wohnungsbau anschieben zu wollen, unter anderem mit einem &quot;Bauturbo&quot;. Im Interview mit ntv.de erkl\u00e4rt \u00d6konom und Immobilienexperte Michael Voigtl\u00e4nder vom Institut der deutschen Wirtschaft, wovon der Erfolg der neuen Regierung beim Wohnungsbau abh\u00e4ngen wird &#8211; und warum der Neubau zun\u00e4chst einmal weiter zur\u00fcckgehen d\u00fcrfte. <\/p>\n<p>ntv.de: Wir h\u00f6ren schon seit Jahren, der Wohnungsmarkt sei die soziale Frage unserer Zeit. Gleichzeitig ist der Neubau eingebrochen. Wie dramatisch ist die Lage aus Ihrer Sicht &#8211; und was ist die Ausgangslage f\u00fcr die neue Bauministerin?<\/p>\n<p>Michael Voigtl\u00e4nder: Die Anspannung im Wohnungsmarkt ist seit Jahren sehr, sehr gro\u00df. Wir haben auch in den Boomjahren nie so viel gebaut, wie wir gebraucht h\u00e4tten. Infolge der Zinsanstiege 2022 ist die Baut\u00e4tigkeit dann aber noch einmal deutlich runtergegangen. Letztes Jahr sind nur noch 250.000 Wohnungen statt der ben\u00f6tigten 350.000 bis 370.000 gebaut worden. Dieses Jahr werden es wahrscheinlich nur 230.000 und n\u00e4chstes Jahr eher 200.000. Dadurch baut sich gro\u00dfer Druck im Wohnungsmarkt auf. Die Neuvertragsmieten steigen um rund f\u00fcnf Prozent pro Jahr. Viele Menschen finden auch keine passende Mietwohnung. Das Leid der neuen Bauministerin ist, dass sie diese schlechten Zahlen erbt.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/24381913-1694162862000\/16-9\/750\/Voigtlander-Prof.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Der \u00d6konom Michael Voigtl\u00e4nder leitet das Cluster Internationale Wirtschaftspolitik, Finanz- und Immobilienm\u00e4rkte am Institut der deutschen Wirtschaft in K\u00f6ln.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/24381913-1694162862000\/16-9\/750\/Voigtlander-Prof.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Der \u00d6konom Michael Voigtl\u00e4nder leitet das Cluster Internationale Wirtschaftspolitik, Finanz- und Immobilienm\u00e4rkte am Institut der deutschen Wirtschaft in K\u00f6ln.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon die Vor- und Vorvorg\u00e4ngerregierungen haben stets betont, was f\u00fcr eine grundlegende Bedeutung der Wohnungsbau hat. Dennoch ist der Neubau geradezu abgest\u00fcrzt. Gibt es Grund, zu hoffen, dass es mit dieser Regierung anders wird?<\/p>\n<p>Ein Erkenntnisproblem haben wir jedenfalls nicht. Es geht um die Umsetzung. Und dabei ist das Problem, dass das Thema nicht die Bundesregierung allein betrifft, sondern ganz entscheidend auch die Landesregierungen und die Kommunen. Alle m\u00fcssen an einem Strang ziehen und das Bauen wirklich priorit\u00e4r behandeln, damit es vorangeht. Das f\u00e4ngt an mit der Baulandausweisung und h\u00f6rt dabei auf, dass wir eben immer noch unterschiedliche Landesbauordnungen haben. Im Koalitionsvertrag finden wir ein paar Punkte, die Hoffnung machen: Standards sollen etwas reduziert werden, Genehmigungen sollen beschleunigt werden. Am Ende muss sich die Bauministerin daran messen lassen, ob sie es schafft, ihre Kollegen auf Landes- und kommunaler Ebene mitzuziehen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/Bauministerin-will-Toleranz-und-kein-Blame-Game-article25785620.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"hub-baustelle.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25785835-1747904673000\/16-9\/1136\/hub-baustelle.jpg\"\/>    03:34 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  22.05.25    Wohnungsnot in Deutschland Bauministerin will &quot;Toleranz&quot; und kein &quot;Blame-Game&quot;    <\/p>\n<p>Die Ministerin hat vor allem den sogenannten &quot;Bauturbo&quot; hervorgehoben, mit dem sie den Neubau ankurbeln will. Bringt das die Wende? <\/p>\n<p>&quot;Bauturbo&quot; klingt gewaltig. Dahinter verbirgt sich aber nur Folgendes: In der Fl\u00fcchtlingskrise 2015 mussten viele Menschen sehr schnell untergebracht werden. Damals schuf man eine Ausnahme im Planungsverfahren, die den Kommunen erlaubte, schnell einfach Unterk\u00fcnfte zu bauen. Diese Ausnahme, die will man jetzt als &quot;Bauturbo&quot; auch f\u00fcr den normalen Wohnungsbau nutzen. Das hei\u00dft, die Kommunen werden in die Lage versetzt, deutlich schneller Bauland auszuweisen. Allerdings m\u00fcssen die Kommunen dieses Instrument auch nutzen. <\/p>\n<p>Es gibt daran vor allem zwei Kritikpunkte: Einmal, hei\u00dft es, w\u00fcrde so der Bau nicht nachhaltiger Gro\u00dfprojekte gef\u00f6rdert. Zum anderen klagt die Immobilienbranche, dass viele Kommunen ihre bestehenden M\u00f6glichkeiten, Bauland auszuweisen und Neubau zu f\u00f6rdern, gar nicht nutzen. In vielen Kommunen, die \u00fcber potenzielles Bauland verf\u00fcgen, haben die Verantwortlichen gar kein Interesse, neuen Wohnraum zu schaffen. <\/p>\n<p>Der erste Kritikpunkt bezieht sich vor allem auf \u00f6kologische Bedenken oder darauf, dass Bauprojekte von schlechter Qualit\u00e4t oder mit sozialem Konfliktpotenzial entstehen k\u00f6nnten. Aber wir m\u00fcssen irgendwann mal diese Verfahren beschleunigen. Es dauert absurd lange, bis die Bagger bei einem Projekt anrollen k\u00f6nnen. Wir wissen, dass wir Wohnungen brauchen, und wir wissen auch, welche Fehler wir vermeiden m\u00fcssen: Dass wir nicht nur Hochhauskl\u00f6tze irgendwo hinstellen und keine soziale Mischung dabei haben. Aber der zweite Punkt ist gravierend: Viele Kommunen tun sich schwer, ausreichend Neubau oder auch Nachverdichtung zuzulassen, beispielsweise weil die Infrastruktur ausgelastet ist. Oder weil ihnen das Geld fehlt, neue Kinderg\u00e4rten und Schulen zu bauen. Es gibt auch Kommunen, die keine Schlafst\u00e4dte f\u00fcr die n\u00e4chste Metropole werden wollen. Das sind typische Argumentationen. <\/p>\n<p>Was kann die Bundesregierung da ausrichten? <\/p>\n<p>Der Bund muss versuchen, den Kommunen zu helfen, sich weiterzuentwickeln, in ihre Infrastruktur zu investieren. Daf\u00fcr ist sicherlich das Sonderverm\u00f6gen geeignet. Au\u00dferdem brauchen wir eine bessere Aushandlung der Interessen zwischen Stadt und Umlandgemeinden. Das ist eine Aufgabe f\u00fcr die Bundesl\u00e4nder. Die k\u00f6nnten f\u00fcr einen Interessenausgleich sorgen, beispielsweise die Ansiedlung einer Beh\u00f6rde oder eines Gewerbegebiets f\u00fcr eine Gemeinde in Aussicht stellen, wenn diese im Gegenzug Wohnraum schafft, der eine nahegelegene Stadt entlastet. <\/p>\n<p>Welche Rolle spielt in diesem komplexen Zust\u00e4ndigkeitsgef\u00fcge die Bauministerin?<\/p>\n<p>Die Bauministerin kann schon einiges bewirken. Beispielsweise kann sie auf die Baukosten einwirken. Das ist ja neben dem &quot;Bauturbo&quot; ein zweites gro\u00dfes Projekt. Mit dem Baustandard E wie einfach, den die Vorg\u00e4ngerregierung auf den Weg gebracht hat, werden die Anforderungen im Neubau reduziert. Vor allem aber muss sie ein Gef\u00fchl erzeugen, eine gemeinsame Haltung \u00fcber alle Ebenen hinweg f\u00fcr den Wohnungsbau. Damit k\u00f6nnte sie in kommunalen Debatten denjenigen R\u00fcckenwind geben, die willens sind zu bauen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Bauministerin-Verena-Hubertz-ist-die-Senkrechtstarterin-der-SPD-article25747645.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"epi_227022362_IMAGO SP_imago st 0505 14260022 0816476686.jpg_Unterzeichnung des K.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25747660-1746505344000\/16-9\/1136\/epi-227022362-IMAGO-SP-imago-st-0505-14260022-0816476686.jpg\"\/>    01:57 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  06.05.25    Erst Startup, jetzt Bauministerin Verena Hubertz ist die Senkrechtstarterin der SPD    <\/p>\n<p>Alles, wor\u00fcber wir bislang gesprochen haben, wirkt sich \u2013 im besten Fall \u2013 langfristig \u00fcber viele Jahre aus. Die Krise am Wohnungsmarkt ist aber akut. Was kann die Bundesregierung kurzfristig machen? <\/p>\n<p>Strukturelle Reformen, die auf die Baukosten und Bauland abzielen, sind essenziell. Kurzfristig k\u00f6nnte beispielsweise helfen, dass bereits vorliegende Baugenehmigungen umgesetzt werden. Einige Genehmigungen, die bereits vorliegen, werden derzeit aufgrund mangelnder Rentabilit\u00e4t nicht umgesetzt. Die letzte Regierung hat schon eine Sonderabschreibung daf\u00fcr eingef\u00fchrt. Die kommt allerdings nur Kapitalanlegern zugute. Jetzt sollte Schwarz-Rot noch mal breiter f\u00f6rdern und auch vor allem Selbstnutzer st\u00e4rker unterst\u00fctzen, zum Beispiel mit speziellen Darlehen. Au\u00dferdem sollte beim Neubau auch der Effizienzstandard EH55 gef\u00f6rdert werden, also Neubauten mit normaler Energieeffizienz. Das k\u00f6nnte die schnelle Umsetzung von bereits vorliegenden Genehmigungen anschieben. Diese kurzfristigen Ma\u00dfnahmen sind auch deswegen n\u00f6tig, weil wir die Bauwirtschaft stabilisieren m\u00fcssen. Wenn die Bauunternehmen jetzt Kapazit\u00e4ten abbauen, wird es auch mittelfristig umso schwerer, die Baut\u00e4tigkeit wieder hochzufahren.<\/p>\n<p>Wie zuversichtlich sind Sie, dass wir am Ende dieser Legislaturperioden nicht mehr \u00fcber dieselben Probleme am Wohnungsmarkt sprechen m\u00fcssen, \u00fcber die wir nun schon seit vielen Jahren diskutieren?<\/p>\n<p>Die Baufertigungszahlen werden erstmal weiter deutlich runtergehen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass wir in den Ballungszentren, in Berlin, Hamburg oder M\u00fcnchen in vier Jahren einen relativ entspannten Wohnungsmarkt haben. Der Druck wird noch einmal zunehmen. Vielleicht wird es in vier Jahren zumindest in die richtige Richtung gehen. Wir m\u00fcssen uns klarmachen, dass es auch international viele Metropolen bei der Baut\u00e4tigkeit nicht hinterherkommen. Der Druck wird hoch bleiben. Es ist ganz wichtig, dass wir unsere Erwartung, dass jede Gro\u00dfstadt f\u00fcr jeden bezahlbar sein muss, herunterfahren. Aber ich glaube, dass wir in vier Jahren eine Trendwende beim Wohnungsbau schaffen k\u00f6nnen, dass wir in den Umlandgemeinden der Gro\u00dfst\u00e4dte und in manchen anderen Regionen eine sp\u00fcrbare Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sehen.<\/p>\n<p>Mit Michael Voigtl\u00e4nder sprach Max Borowski<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Die neue Bundesregierung k\u00f6nne eine &quot;Trendwende&quot; beim Wohnungsbau einleiten, sagt Michael Voitl\u00e4nder. Vor allem in den Metropolen werde der Markt aber angespannt bleiben. 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