{"id":2980,"date":"2020-10-04T23:43:49","date_gmt":"2020-10-04T20:43:49","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-und-seine-corona-infektion-wie-geht-es-dem-us-prasidenten-wirklich\/"},"modified":"2020-10-04T23:43:49","modified_gmt":"2020-10-04T20:43:49","slug":"donald-trump-und-seine-corona-infektion-wie-geht-es-dem-us-prasidenten-wirklich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-und-seine-corona-infektion-wie-geht-es-dem-us-prasidenten-wirklich\/","title":{"rendered":"Donald Trump und seine Corona-Infektion: Wie geht es dem US-Pr\u00e4sidenten wirklich?"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/bb681048-ad8e-4652-a2fa-182bd8f127c6_w948_r1.77_fpx45_fpy39.jpg\" title=\"Donald Trumps Leibarzt Sean Conley (vorne rechts) mit Kollegen: Wiederholt wich der Mediziner Fragen aus\" alt=\"Donald Trumps Leibarzt Sean Conley (vorne rechts) mit Kollegen: Wiederholt wich der Mediziner Fragen aus\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Donald Trumps Leibarzt Sean Conley (vorne rechts) mit Kollegen: Wiederholt wich der Mediziner Fragen aus<\/p>\n<p>  Foto:\u2002MICHAEL REYNOLDS\/POOL\/EPA-EFE\/Shutterstock  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Es war ein verr\u00fccktes Wochenende f\u00fcr die Amerikaner. Ihr Pr\u00e4sident Donald Trump hat sich mit Corona infiziert, wird per Hubschrauber in ein Milit\u00e4rkrankenhaus gebracht &#8211; und doch erf\u00e4hrt die \u00d6ffentlichkeit ganz offensichtlich nur Halbwahrheiten \u00fcber den Gesundheitszustand des Commander-in-Chief. Die \u00c4rzte sagen dies, der Stabschef jenes &#8211; und am Ende m\u00fcssen sich fast alle korrigieren oder ihre Aussagen zumindest pr\u00e4zisieren. Und \u00fcber allem steht die Frage: Wie geht es dem m\u00e4chtigsten Mann der Welt wirklich?<\/p>\n<p>Begonnen hat das Informationschaos sp\u00e4testens am Samstag. Der US-Pr\u00e4sident hat seine erste Nacht im Walter-Reed-Milit\u00e4rkrankenhaus in Bethesda verbracht, als sein Leibarzt Sean Conley dort vor Journalisten tritt. Conley wird von gleich neun Kolleginnen und Kollegen in wei\u00dfen Kitteln flankiert, seine Mission: Die Amerikaner \u00fcber Trumps Gesundheitszustand aufzukl\u00e4ren. Keine 13 Minuten dauert der Auftritt. Danach ist nicht nur die Verunsicherung, sondern auch das Misstrauen gegen\u00fcber dem Wei\u00dfen Haus noch gr\u00f6\u00dfer als zuvor.  <\/p>\n<h3>DIE ANONYME QUELLE<\/h3>\n<p>Conley und sein \u00c4rzteteam zeichnen am Samstag vor Journalisten ein rosiges Bild vom Zustand des 74-J\u00e4hrigen &#8211; doch nur wenige Minuten nach dem Ende des Briefings steckt eine anonyme Quelle den Reportern ganz andere Informationen: &quot;Die Werte des Pr\u00e4sidenten in den vergangenen 24 Stunden waren sehr besorgniserregend&quot;, hei\u00dft es da. Die n\u00e4chsten 48 Stunden w\u00fcrden entscheidend. &quot;Wir befinden uns noch immer nicht auf einem klaren Weg zu einer vollst\u00e4ndigen Genesung.&quot; Sp\u00e4ter stellt sich heraus: Die Quelle ist Trumps Stabschef Mark Meadows gewesen. Der CNN-Journalist Jim Acosta schreibt am Sonntag auf Twitter unter Berufung auf informierte Kreise, Trump sei stinksauer auf Meadows wegen dessen \u00c4u\u00dferungen.  <\/p>\n<h3>DER LEIBARZT WEICHT AUS <\/h3>\n<p>Auch ohne Meadows Querschuss wirft Conleys Auftritt am Samstag zahlreiche Fragen auf. Keine Antwort gibt der Arzt darauf, wie hoch Trumps Fieber war. Keine Angaben auch dazu, wie Trump sich angesteckt haben k\u00f6nnte. Wiederholt weicht der Mediziner der Frage aus, ob Trump irgendwann im Verlauf seiner Covid-19-Erkrankung zus\u00e4tzlichen Sauerstoff ben\u00f6tigt habe. &quot;Er bekommt im Moment keinen Sauerstoff&quot;, antwortet Conley mehr als einmal. Warum sich Conley derart windet, wird bald darauf klar: Die &quot;New York Times&quot; berichtet, Trump habe am Freitag Atemprobleme gehabt und Sauerstoff verabreicht bekommen.  <\/p>\n<h3>&quot;LEICHTE SYMPTOME&quot;? <\/h3>\n<p>Meadows r\u00e4umt am Samstagabend im Sender Fox News ein: &quot;Gestern waren wir wirklich besorgt. Er hatte Fieber, der Sauerstoffgehalt seines Bluts war rapide gefallen.&quot; Am Freitag hatte der Stabschef vor Journalisten noch behauptet, Trump zeige nur &quot;leichte Symptome&quot;, der Pr\u00e4sident sei &quot;in guter Stimmung&quot; und sehr energiegeladen. Am Sonntag gibt dann auch Conley zu, dass Trumps Sauerstoffwerte gefallen seien &#8211; und zwar nicht nur am Freitag, sondern auch am Samstag.  <\/p>\n<h3>VERSUCH DER RECHTFERTIGUNG <\/h3>\n<p>Der Leibarzt versucht sich am Sonntag mit einer Rechtfertigung: &quot;Ich habe versucht, die optimistische Haltung wiederzugeben, die das Team, der Pr\u00e4sident und sein Krankheitsverlauf an den Tag gelegt haben. Ich wollte keine Informationen geben, die den Krankheitsverlauf in eine andere Richtung lenken k\u00f6nnten. Und dabei kam es so r\u00fcber, als ob wir versuchen, etwas zu verbergen, was nicht unbedingt gestimmt hat.&quot; Nicht unbedingt? Conley sagt jedenfalls: &quot;Tatsache ist, dass es ihm sehr gut geht.&quot; Sein Kollege Brian Garibaldi f\u00fcgt hinzu, sollte es Trump weiterhin so gut gehen, &quot;hoffen wir, dass wir f\u00fcr eine Entlassung ins Wei\u00dfe Haus bereits morgen planen k\u00f6nnen&quot;.  <\/p>\n<h3>WANN LAG TRUMPS TESTERGEBNIS VOR? <\/h3>\n<p>Eine weitere zentrale Frage l\u00e4sst Trumps Leibarzt unbeantwortet: Wann der Pr\u00e4sident zuletzt negativ getestet wurde. Stattdessen sorgt Conley f\u00fcr Verwirrung, als er am Samstag sagt, die Corona-Diagnose liege &quot;72 Stunden&quot; zur\u00fcck. Das w\u00e4re verheerend f\u00fcr Trumps Reputation: Dann h\u00e4tte er gewusst, dass er hochansteckend ist &#8211; und h\u00e4tte trotzdem noch am Mittwochabend und Donnerstagnachmittag in Minnesota und New Jersey Spender getroffen, um Gelder f\u00fcr seinen Wahlkampf einzusammeln.  <\/p>\n<p>Schon so steht der Pr\u00e4sident in der Kritik, weil das Wei\u00dfe Haus vor seinem Treffen am Donnerstag Kenntnis davon hatte, dass eine seiner engsten Beraterinnen mit dem Virus infiziert war. Conley verfasst wenig sp\u00e4ter eine vom Wei\u00dfen Haus verbreitete &quot;Klarstellung&quot;, in der es hei\u00dft, er habe sich falsch ausgedr\u00fcckt. Tats\u00e4chlich habe Trumps positives Testergebnis erst am Donnerstagabend vorgelegen.  <\/p>\n<h3>TRUMP UND DIE KRANKENH\u00c4USER <\/h3>\n<p>Die &quot;New York Times&quot;-Journalistin Maggie Haberman schreibt auf Twitter mit Blick auf Conleys Auftritt vom Samstag, der Arzt habe seine Glaubw\u00fcrdigkeit aufs Spiel gesetzt. &quot;Das liegt zum Teil daran, dass er den W\u00fcnschen eines Patienten nachkommt, der nicht will, dass die Information \u00fcber gestern offengelegt wird&quot;, hei\u00dft es in Habermans Tweets unter Berufung auf Trumps Umfeld. Sein ganzes Leben lang habe Trump eine Phobie vor Krankheiten und ein extremes Misstrauen gegen\u00fcber Krankenh\u00e4usern gehabt. &quot;Er w\u00e4re nicht in ein Krankenhaus gegangen, wenn es ihm relativ gut ginge.&quot;  <\/p>\n<h3>EINE REINE VORSICHTSMASSNAHME? <\/h3>\n<p>Der Sender CNN berichtet, Berater h\u00e4tten Trump dr\u00e4ngen m\u00fcssen, in den Hubschrauber zu steigen, der ihn am Freitagabend ins Krankenhaus brachte. Das Wei\u00dfe Haus hatte von einer reinen Vorsichtsma\u00dfnahme gesprochen. Trump &#8211; der vor der Wahl in rund einem Monat eigentlich noch jede Menge Auftritte geplant hat &#8211; sagte in einer Videobotschaft vom Freitagabend: &quot;Ich denke, mir geht es sehr gut.&quot; Am Samstagabend scheint er sich im Nachhinein selbst zu widersprechen, als er in einem Video aus dem Krankenhaus sagt: &quot;Ich kam hierhin, f\u00fchlte mich nicht so gut.&quot; Jetzt gehe es ihm aber &quot;viel besser&quot;.  <\/p>\n<h3>DER FALL BORIS JOHNSON <\/h3>\n<p>Trump sagt mit Blick auf seine Infektion auch, erst in den n\u00e4chsten Tagen stehe ihm &quot;die wahre Pr\u00fcfung&quot; bevor. Das erinnert an die Covid-19-Erkrankung seines Freundes Boris Johnson. Auch beim britischen Premierminister war zun\u00e4chst von &quot;leichten Symptomen&quot; die Rede. Johnsons Verlegung ins Krankenhaus nannte die Regierung ebenfalls eine &quot;Vorsichtsma\u00dfnahme&quot;. Neun Tage nach seinem positiven Test lag Johnson dann auf der Intensivstation.  <\/p>\n<h3>EIN VERD\u00c4CHTIGES ARZTSCHREIBEN <\/h3>\n<p>Um die Glaubw\u00fcrdigkeit Trumps (nicht nur) in medizinischen Fragen ist es schon vor seiner Erkrankung schlecht bestellt gewesen. Sein Wahlkampfteam pr\u00e4sentierte im Jahr 2015 das Schreiben eines Arztes namens Harold Bornstein, in dem es hie\u00df: &quot;Ich kann eindeutig sagen, dass Herr Trump, sollte er gew\u00e4hlt werden, die ges\u00fcndeste Person sein wird, die je in das Pr\u00e4sidentenamt gew\u00e4hlt wurde.&quot; Der Duktus erinnerte wohl nicht umsonst an den Pr\u00e4sidenten der Superlative. Bornstein sagte dem Sender CNN vor knapp zweieinhalb Jahren: &quot;Er hat den ganzen Brief diktiert. Ich habe diesen Brief nicht geschrieben.&quot;  <\/p>\n<h3>KANN MAN DEM WEISSEN HAUS TRAUEN? <\/h3>\n<p>Die &quot;Washington Post&quot; meint, man k\u00f6nne diesem Wei\u00dfen Haus nicht vertrauen, dass es wahrheitsgem\u00e4\u00df \u00fcber Trumps Gesundheitszustand informiere. Die Nachrichtenseite Axios schreibt in einem Newsletter sogar von &quot;Vertuschung&quot; und fragt, warum der \u00d6ffentlichkeit Widerspr\u00fcchlichkeiten vorgesetzt w\u00fcrden. Auch Mitarbeiter des Wei\u00dfen Hauses und von Trumps Wahlkampfteam seien seit Meadows \u00c4u\u00dferungen ratlos, was eigentlich vor sich gehe. &quot;Sie haben, wie wir, wenig Vertrauen in das, was ihnen gesagt wird.&quot; <\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Donald Trumps Leibarzt Sean Conley (vorne rechts) mit Kollegen: Wiederholt wich der Mediziner Fragen aus Foto:\u2002MICHAEL REYNOLDS\/POOL\/EPA-EFE\/Shutterstock Es war ein verr\u00fccktes Wochenende f\u00fcr die Amerikaner. 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