{"id":29585,"date":"2025-04-14T19:56:12","date_gmt":"2025-04-14T16:56:12","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/historisches-vorbild-der-zolle-trump-wunscht-sich-die-usa-von-vor-uber-100-jahren-zuruck\/"},"modified":"2025-04-14T19:56:12","modified_gmt":"2025-04-14T16:56:12","slug":"historisches-vorbild-der-zolle-trump-wunscht-sich-die-usa-von-vor-uber-100-jahren-zuruck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/historisches-vorbild-der-zolle-trump-wunscht-sich-die-usa-von-vor-uber-100-jahren-zuruck\/","title":{"rendered":"Historisches Vorbild der Z\u00f6lle: Trump w\u00fcnscht sich die USA von vor \u00fcber 100 Jahren zur\u00fcck"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Donald Trump und sein Handelsminister Howard Lutnick.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25703451-1744635982000\/16-9\/750\/imago801178428.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Donald Trump und sein Handelsminister Howard Lutnick.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Donald Trump schwingt den Zollhammer gegen fast die ganze Welt, holt ihn dann gr\u00f6\u00dftenteils wieder ein und k\u00e4mpft stattdessen mit massiven Z\u00f6llen gegen China. Doch die &quot;wirtschaftliche Kanonenbootpolitik&quot; des US-Pr\u00e4sidenten stammt aus einer anderen Zeit.<\/strong><\/p>\n<p>Donald Trump und das Zollchaos bestimmen die Weltpolitik. Anfang des Monats verk\u00fcndet der US-Pr\u00e4sident am selbst ausgerufenen &quot;Liberation Day&quot; Z\u00f6lle f\u00fcr fast die ganze Welt. Unter anderem die Europ\u00e4ische Union reagiert mit Gegenz\u00f6llen auf die Politik aus Washington. Am vergangenen Mittwoch in dieser Woche setzt Trump den Gro\u00dfteil der Z\u00f6lle dann f\u00fcr 90 Tage aus, Br\u00fcssel zieht auch zur\u00fcck. Der Zollstreit mit China hat dagegen l\u00e4ngst die n\u00e4chste Eskalationsstufe erreicht. Die Aufschl\u00e4ge f\u00fcr Waren aus China liegen inzwischen bei 145 Prozent, umgekehrt hat Peking die Z\u00f6lle f\u00fcr US-Produkte auf 125 Prozent erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>Was bezweckt Trump mit diesem Chaos? &quot;Ohne Zweifel sind Z\u00f6lle ein Teil von Donald Trumps Weltbild&quot;, sagt US-Korrespondent Peter Kleim. &quot;Donald Trump tr\u00e4umt vom &#039;Gilded Age&#039;, der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg hier in den USA. Damals finanzierte sich der Staat prim\u00e4r aus Z\u00f6llen, Einkommensteuer gab es damals noch nicht.&quot;<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Trump-verehrt-Vorbild-McKinley-wer-war-der-Mann-article25701610.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"McKinley.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25701639-1744553761000\/16-9\/1136\/McKinley.jpg\"\/>    03:12 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  13.04.25    Wahlverlierer und Attentatsopfer Trump verehrt Vorbild McKinley &#8211; wer war der Mann?    <\/p>\n<p>Donald Trump ist ein wirtschaftspolitischer Nostalgiker. Das &quot;Gilded Age,&quot; zu Deutsch &quot;Vergoldetes Zeitalter&quot;, war gepr\u00e4gt von einem rasanten Wirtschaftswachstum, Industrialisierung und Urbanisierung. Etliche neue Fabriken entstanden in dieser Zeit, Menschen zogen vom Land aus in die St\u00e4dte, um in den neuen Fabriken zu arbeiten. Doch dann kam der Erste Weltkrieg, das &quot;Vergoldete Zeitalter&quot; kam nicht mehr zur\u00fcck. 1929 crashte die New Yorker B\u00f6rse am &quot;Schwarzen Freitag&quot;, die USA steckten in einer schweren Wirtschaftskrise und 1930 wurde in Washington der Zollhammer geschwungen. Der damalige Pr\u00e4sident Herbert Hoover, ein Republikaner, unterschrieb den Smoot-Hawley Tariff Act, ein nach zwei republikanischen Kongressabgeordneten benanntes Zollgesetz.<\/p>\n<h2>95 Jahre nach Zoll-Hammer: &quot;V\u00f6llig andere Bedingungen&quot;<\/h2>\n<p>Nie zuvor waren die Durchschnittsz\u00f6lle der USA auf ausl\u00e4ndische Waren h\u00f6her als damals. Bis jetzt, als Donald Trump am &quot;Liberation Day&quot; den Zollhammer ausgepackt hat. 1930 hatte Hoover die Z\u00f6lle eingef\u00fchrt, um die eigene Industrie und die amerikanische Landwirtschaft zu sch\u00fctzen. Aber die Bedingungen sind fast 100 Jahre sp\u00e4ter vollkommen andere. &quot;Damals hatte die Gro\u00dfe Depression bereits begonnen, die Weltwirtschaftskrise war in vollem Gange und es gab bereits hohe Importz\u00f6lle&quot;, berichtet Roland Peters, US-Korrespondent von ntv.de, im Podcast &quot;Wieder was gelernt&quot;.<\/p>\n<p>Mit dem Smoot-Hawley Tariff Act schossen die Z\u00f6lle weiter in die H\u00f6he. Trump habe dagegen eine &quot;brummende US-Wirtschaft&quot; von Joe Biden \u00fcbernommen und die Z\u00f6lle &quot;ohne Not eingef\u00fchrt&quot;, analysiert Peters im ntv-Podcast. &quot;Trump will der Welt offenbar eine kleine handelspolitische Zeitenwende aufzwingen. Er setzt Z\u00f6lle als Druckmittel ein, propagiert sie als Einnahmequelle f\u00fcr den Staat, weil Z\u00f6lle f\u00fcr die anderen, das klingt nat\u00fcrlich viel besser als Steuern f\u00fcr die eigenen B\u00fcrger. Aber das sind die Z\u00f6lle im Endeffekt.&quot;<\/p>\n<p>                                               *Datenschutz  <\/p>\n<p>Donald Trump will die amerikanische Industrie sch\u00fctzen und st\u00e4rken. In den Vereinigten Staaten sollen wieder &quot;bl\u00fchende Hauptstra\u00dfen und Heimatst\u00e4dte f\u00fcr amerikanische Arbeiter entstehen, die amerikanische Produkte herstellen und diese an die amerikanische \u00d6ffentlichkeit verkaufen&quot;, beschreibt das Wall Street Journal die Vision von Donald Trump.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus versucht der US-Pr\u00e4sident eigenen Angaben zufolge, ausl\u00e4ndische Firmen in die Vereinigten Staaten zu locken. Wer in den USA produziert, umgeht schlie\u00dflich die Z\u00f6lle. Trump setzt den Unternehmen damit die Pistole auf die Brust: Entweder ihr produziert in den USA und schafft Arbeitspl\u00e4tze in den Vereinigten Staaten, oder eure Marktanteile werden kleiner, weil die Z\u00f6lle eure ausl\u00e4ndischen Produkte teurer machen und weniger Leute sie kaufen.<\/p>\n<h2>&quot;Wirtschaftliche Kanonenbootpolitik&quot;<\/h2>\n<p>Der Zollhammer von 1930 wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder eingepackt. Damals stellten die Amerikaner ihre Handelspolitik auf den Kopf, schafften Z\u00f6lle weitgehend ab und finanzierten den Staatsapparat ma\u00dfgeblich \u00fcber die erst 1913 eingef\u00fchrte Einkommensteuer. In der &quot;Vergoldeten Zeit&quot;, von der Trump tr\u00e4umt, gab es noch keine Einkommensteuer. &quot;Damals beuteten die sogenannten &#039;R\u00e4uberbarone&#039; wie Mike Rockefeller oder Cornelius Vanderbilt ohne jegliche Regulierungen das Land aus, heutzutage macht Donald Trump den Regulierungsbeh\u00f6rden in Sachen Umwelt- und Verbraucherschutz den Garaus&quot;, zieht Kleim einen historischen Vergleich.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Donald-Trump-schickt-die-Welt-zurueck-in-die-30er-Jahre-article25681580.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"imago97346781.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25681608-1743774632000\/17-6\/1136\/imago97346781.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  05.04.25    Z\u00f6lle f\u00fchrten in die Katastrophe Donald Trump schickt die Welt zur\u00fcck in die 30er Jahre    <\/p>\n<p>Nach der Unabh\u00e4ngigkeit von der englischen Krone sollten die Z\u00f6lle die heimische Wirtschaft vor allem vor der m\u00e4chtigen Industriemacht Gro\u00dfbritannien sch\u00fctzen. Sp\u00e4ter wurden die Z\u00f6lle auch mit der nationalen Sicherheit begr\u00fcndet. Die USA stellten sich die Frage, wie sie sich im Ernstfall gegen einen milit\u00e4rischen Aggressor verteidigen k\u00f6nnten, wenn die eigene Waffenproduktion von Zulieferern im Ausland abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Trump nutzt ein Jahrhundert sp\u00e4ter ein \u00e4hnliches Argument, wenn es zum Beispiel um die Herstellung von Mikrochips geht. Diese werden gr\u00f6\u00dftenteils in Taiwan und China produziert und von dort in die Welt verschickt. Trump will die heimische Chipindustrie st\u00e4rken, um nicht vom geopolitischen Hauptgegner China abh\u00e4ngig zu sein. &quot;Das ist strukturelle Industriepolitik mit dem Hammer, wie sie die westliche Welt seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen hat. Trump versucht, ausl\u00e4ndische Firmen und Staaten in den Dienst der USA zu zwingen&quot;, analysiert Peters im Podcast. &quot;Das ist wirtschaftliche Kanonenbootpolitik, die gar nicht in die vergangenen Jahrzehnte passt, in denen die USA als Verfechter des Freihandels aufgetreten sind.&quot;<\/p>\n<h2>Hohe Z\u00f6lle auf Billigprodukte aus China<\/h2>\n<p>Auch die chinesischen Super-Billig-Anbieter wie Temu und Shein sind Donald Trump ein Dorn im Auge. Im Zuge des Zollchaos hat der US-Pr\u00e4sident ein Schlupfloch geschlossen, von dem vorrangig die chinesischen Billigshops profitiert haben: Die sogenannte De-Minimis-Regel besagte seit der Obama-Pr\u00e4sidentschaft, dass Waren bis zu einem Wert von 800 Dollar zollfrei in die USA importiert werden d\u00fcrfen. Seit Februar fallen 30 Prozent Zollaufschlag an. Ab dem 2. Mai soll der Aufschlag auf 90 Prozent steigen, ab Juni sieht Trumps Plan sogar 150 Prozent Zoll vor.<\/p>\n<p>Abgesehen von den amerikanischen Schn\u00e4ppchenj\u00e4gern, die bei Temu, Shein und Co bestellen, d\u00fcrften die Folgen des Zollhammers f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der amerikanischen Gesellschaft sp\u00fcrbar werden. &quot;Wenn ich hier einkaufen gehe, kommt fast alles aus dem Ausland. Fast alle Experten gehen davon aus, dass die Preise f\u00fcr Verbraucher steigen werden. Das bedeutet Inflation&quot;, macht Peters deutlich.<\/p>\n<h2>&quot;Geht bei Republikanern um Durchhalteverm\u00f6gen&quot;<\/h2>\n<p>Produktionskapazit\u00e4ten im gro\u00dfen Stil aus dem Ausland in die Vereinigten Staaten zur\u00fcckzuholen, das geht auch nicht von heute auf morgen. Und auch wenn es klappt, k\u00f6nnte das die Verbraucherpreise nochmals nach oben treiben, weil die Lohnkosten in den USA h\u00f6her sind als in Mexiko, China, Indien und Co. US-Handelsminister Howard Lutnick geht davon aus, dass dieser Effekt durch ein deutliches Plus an Automatisierung, dank des verst\u00e4rkten Einsatzes von Robotern, aufgehoben wird.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Jaeger-Angeblicher-Trump-Masterplan-sind-Hirngespinste-article25700991.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"J\u00e4gerTrumpHirngespinste.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25701065-1744533113000\/16-9\/1136\/JagerTrumpHirngespinste.jpg\"\/>    06:07 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  13.04.25    Folgt das Chaos einer Strategie? J\u00e4ger: Angeblicher Trump-Masterplan &quot;sind Hirngespinste&quot;    <\/p>\n<p>Die meisten Experten rechnen aber damit, dass Trumps Kurs &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; erst in vielen Jahren Erfolg haben k\u00f6nnte. Auch in den Vereinigten Staaten mangelt es an Fachkr\u00e4ften. In der herstellenden Industrie finden etliche Firmen schon jetzt keine neuen Mitarbeiter. Das alles kann kurzfristig wohl kaum durch Automatisierung aufgefangen werden.<\/p>\n<p>Trumps zweite Amtszeit hat gerade erst angefangen, seine Amtsperiode d\u00fcrfte aber nicht ausreichen, um die gesamte US-Wirtschaft umzustellen. &quot;Es geht bei den Republikanern jetzt um Durchhalteverm\u00f6gen. Im Kongress sind die Mehrheiten relativ d\u00fcnn&quot;, macht Peters im ntv-Podcast deutlich. &quot;Kann Trump die Kaufkraft der Menschen erhalten? Kommen Arbeitspl\u00e4tze schnell und im gro\u00dfen Stil zur\u00fcck? Und aus Sicht der Wirtschaft: Warum sollte sich \u00fcberhaupt noch jemand darauf verlassen, dass sich die Bedingungen nicht wieder ganz pl\u00f6tzlich \u00e4ndern?&quot;, verweist der US-Korrespondent auf das Zoll-Hickhack der vergangenen zwei Wochen.<\/p>\n<p>Die Zollpolitik von vor gut 100 Jahren befeuerte die Gro\u00dfe Depression, die Weltwirtschaftskrise in den 1930 Jahren, zus\u00e4tzlich. Donald Trump sollte sich wohl kein Beispiel an Herbert Hoover nehmen.<\/p>\n<p> <strong>&quot;Wieder was gelernt&quot;-Podcast<\/strong> <\/p>\n<p>&quot;Wieder was gelernt&quot; ist ein Podcast f\u00fcr Neugierige: Welche Region schickt nur Verlierer in den Bundestag? Wann werden die deutschen Strompreise sinken? Welche Anspr\u00fcche haben Donald Trump und die USA auf Gr\u00f6nland? Welche europ\u00e4ische Landwirtschafts-Bastion trocknet aus? H\u00f6ren Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein wenig schlauer.<\/p>\n<p>Alle Folgen finden Sie in der ntv App, bei RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts und Spotify. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den RSS-Feed verwenden.<\/p>\n<p>Sie haben eine Frage? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an podcasts@ntv.de<\/p>\n<p>                                               *Datenschutz               <\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Donald Trump und sein Handelsminister Howard Lutnick. 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