{"id":29478,"date":"2025-03-28T10:26:38","date_gmt":"2025-03-28T07:26:38","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/studie-bereits-mit-einem-jahr-kinder-konnen-erinnerungen-fruher-speichern-als-gedacht\/"},"modified":"2025-03-28T10:26:38","modified_gmt":"2025-03-28T07:26:38","slug":"studie-bereits-mit-einem-jahr-kinder-konnen-erinnerungen-fruher-speichern-als-gedacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/studie-bereits-mit-einem-jahr-kinder-konnen-erinnerungen-fruher-speichern-als-gedacht\/","title":{"rendered":"Studie: bereits mit einem Jahr: Kinder k\u00f6nnen Erinnerungen fr\u00fcher speichern als gedacht"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wissen         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Eine neue Studie zeigt, dass die bisherigen Annahmen \u00fcber fr\u00fchkindliche Amnesie so wohl nicht ganz stimmen.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25655753-1742908216000\/16-9\/750\/60212324.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Eine neue Studie zeigt, dass die bisherigen Annahmen \u00fcber fr\u00fchkindliche Amnesie so wohl nicht ganz stimmen.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Wenn man an seine Kindheit zur\u00fcckdenkt, bleiben die ersten Lebensjahre meist im Dunkeln. Die Forschung spricht von infantiler Amnesie. Nun findet jedoch eine neue Studie Hinweise, dass schon Einj\u00e4hrige Erlebtes abspeichern. Das wirft Fragen auf &#8211; und h\u00e4tte weitreichende Folgen.<\/strong><\/p>\n<p>Auch wenn sie sich sp\u00e4ter nicht mehr daran erinnern k\u00f6nnen: Das Ged\u00e4chtnis von Kleinkindern scheint schon im Alter von 12 Monaten Erlebtes speichern zu k\u00f6nnen. Hinweise darauf beschreibt zumindest ein US-Forschungsteam nach Untersuchungen von Kindern im Alter von 4 bis 25 Monaten per funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT).<\/p>\n<p>Das Resultat \u00fcberrascht, denn Menschen k\u00f6nnen sich erst an Ereignisse erinnern, die sie im Alter von etwa zwei bis vier Jahren erlebt haben. Bei der Ged\u00e4chtnisl\u00fccke f\u00fcr die Zeit davor sprechen Fachleute von infantiler oder fr\u00fchkindlicher Amnesie. Manche Forschende erkl\u00e4ren dieses Ph\u00e4nomen damit, dass die f\u00fcr das sogenannte episodische Ged\u00e4chtnis zust\u00e4ndige Hirnregion &#8211; der Hippocampus &#8211; vorher noch nicht ausgereift ist.<\/p>\n<h2>Babys und Kleinkinder im MRT<\/h2>\n<p>Doch nun pr\u00e4sentiert das Team um Nicholas Turk-Browne von der Yale University in New Haven (US-Bundesstaat Connecticut) im Fachjournal &quot;Science&quot; neue Erkenntnisse zum Speicherverm\u00f6gen junger Gehirne. Den Forschenden gelang es, 26 Kleinkinder im Alter von 4 bis 25 Monaten unter anderem per fMRT zu untersuchen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25655732-1742908032000\/16-9\/750\/urn-binary-dpa-com-20090101-250320-99-281731-FILED.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Mithilfe eines MRTs untersuchte das Forschungsteam die Hirnaktivit\u00e4t kleiner Kinder.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25655732-1742908032000\/16-9\/750\/urn-binary-dpa-com-20090101-250320-99-281731-FILED.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Mithilfe eines MRTs untersuchte das Forschungsteam die Hirnaktivit\u00e4t kleiner Kinder.<\/p>\n<p>(Foto: 160\/90)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Kinder sahen zun\u00e4chst verschiedene Bilder von Gesichtern, Objekten und Landschaften. Kurz danach sahen sie Bildpaare von neuen Motiven, zusammen mit solchen, die sie bereits vorher gesehen hatten.<\/p>\n<p>Dabei blickten die Kinder zwar nicht generell l\u00e4nger auf die bereits bekannten Bilder als auf die neuen. Die Forscher entdeckten bei dem Versuch jedoch in der Hirnaktivit\u00e4t der \u00e4lteren Kinder einen besonderen Hinweis: Bei jenen Motiven, denen sie beim zweiten Sehen mehr Aufmerksamkeit widmeten, war beim ersten Betrachten der Hippocampus besonders aktiv gewesen. Das galt vor allem f\u00fcr den hinteren Teil des Areals, der bei Erwachsenen mit dem episodischen Ged\u00e4chtnis im Zusammenhang steht, wie das Team berichtet.<\/p>\n<h2>Sp\u00e4tere Hirnprozesse sind f\u00fcr fr\u00fchkindliche Amnesie verantwortlich<\/h2>\n<p>Daraus folgern die Forschenden, &quot;dass der Hippocampus zumindest einiges an Kapazit\u00e4t hat, individuelle Erfahrungen ab dem Alter von etwa einem Jahr zu encodieren&quot;, also aufzunehmen. Ob dazu jedoch auch zus\u00e4tzliche Informationen z\u00e4hlten, die zu autobiografischen Erinnerungen geh\u00f6rten, wie etwa die jeweilige Umgebung, sei offen.<\/p>\n<p>In einem &quot;Science&quot;-Kommentar schreiben Adam Ramsaran und Paul Frankland vom Hospital for Sick Children in Toronto, die Studie deute darauf hin, dass f\u00fcr die fr\u00fchkindliche Amnesie nicht Probleme beim Encodieren verantwortlich seien, sondern sp\u00e4tere Hirnprozesse.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25655744-1742907985000\/16-9\/750\/urn-binary-dpa-com-20090101-250320-99-281733-FILED.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Nick Turk-Browne (l.) bereitet ein Kind und einen Elternteil auf eine MRT-Untersuchung bei einem S\u00e4ugling vor.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25655744-1742907985000\/16-9\/750\/urn-binary-dpa-com-20090101-250320-99-281733-FILED.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Nick Turk-Browne (l.) bereitet ein Kind und einen Elternteil auf eine MRT-Untersuchung bei einem S\u00e4ugling vor.<\/p>\n<p>(Foto: 160\/90)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unabh\u00e4ngige Fachleute mahnen zu Vorsicht bei der Interpretation der Resultate. &quot;Bei Erwachsenen spielt der Hippocampus eine entscheidende Rolle bei der Konsolidierung des Langzeitged\u00e4chtnisses und der r\u00e4umlichen Navigation, aber diese F\u00e4higkeiten scheinen sich erst sp\u00e4ter zu entwickeln, etwa im Alter von zwei Jahren und dar\u00fcber hinaus&quot;, kommentiert Flavio Donato von der Universit\u00e4t Basel die Studie.<\/p>\n<p>Die Studie untersuche jedoch nur die kurzzeitige Speicherung. &quot;Eine wichtige zuk\u00fcnftige Forschungsrichtung wird sein, zu untersuchen, welche Ver\u00e4nderungen nach dem ersten Lebensjahr auftreten, die es dem Hippocampus erm\u00f6glichen, sich in ein komplexeres kognitives Netzwerk zu verwandeln.&quot;<\/p>\n<h2>Fr\u00fche Erinnerungen k\u00f6nnten Verhalten lebenslang beeinflussen<\/h2>\n<p>Einen anderen Aspekt betont Jan Born von der Universit\u00e4t T\u00fcbingen: &quot;Die aktuelle Studie zeigt auf beeindruckende Weise, dass Kleinkinder wahrscheinlich bereits ab dem ersten Lebensjahr den Hippocampus f\u00fcr die Encodierung erlebter Episoden nutzen&quot;, sagt der Direktor des Instituts f\u00fcr Medizinische Psychologie und Verhaltensneurobiologie. Die Befunde spr\u00e4chen dagegen, &quot;dass die infantile Amnesie Folge eines unreifen Hippocampus ist. Sie l\u00f6sen aber nicht das R\u00e4tsel, warum diese fr\u00fchkindlichen Ereignisse &#8211; nachdem sie encodiert wurden &#8211; aus dem episodischen Ged\u00e4chtnis wieder verschwinden.&quot;<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Wie-Tiefschlaf-und-Gedaechtnis-zusammenhaengen-article25430187.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Nicht weiterverwenden.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25430210-1734083661000\/17-6\/1136\/Nicht-weiterverwenden.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  13.12.24    Untersuchung an rarem Hirngewebe Wie Tiefschlaf und Ged\u00e4chtnis zusammenh\u00e4ngen    <\/p>\n<p>Sollte sich das Resultat best\u00e4tigen, so der T\u00fcbinger Experte, h\u00e4tte dies weitreichende Folgen: In diesem Fall k\u00f6nnten sehr fr\u00fche Erinnerungen in impliziter &#8211; also nicht bewusst abrufbarer Form &#8211; weiterbestehen und unser Verhalten und Erleben ein Leben lang beeinflussen. &quot;Die Befunde dieser Studie unterstreichen f\u00fcr mich daher ganz besonders, wie wichtig es ist, jedwede traumatische Erfahrung von Kindern fernzuhalten&quot;, betont Born. &quot;Denn das kindliche Gehirn nimmt solche Erfahrungen sehr wohl auf und diese Erfahrungen wirken dann ein Leben lang.&quot;<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, Walter Willems, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissen Eine neue Studie zeigt, dass die bisherigen Annahmen \u00fcber fr\u00fchkindliche Amnesie so wohl nicht ganz stimmen. 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