{"id":29026,"date":"2025-01-22T16:56:00","date_gmt":"2025-01-22T13:56:00","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/falsche-wahrheiten-verdienen-frauen-wirklich-viel-weniger-als-manner\/"},"modified":"2025-01-22T16:56:00","modified_gmt":"2025-01-22T13:56:00","slug":"falsche-wahrheiten-verdienen-frauen-wirklich-viel-weniger-als-manner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/falsche-wahrheiten-verdienen-frauen-wirklich-viel-weniger-als-manner\/","title":{"rendered":"&#8220;Falsche Wahrheiten&#8221;: Verdienen Frauen wirklich viel weniger als M\u00e4nner?"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Am 6. M\u00e4rz 2024 nimmt Familienministerin Lisa Paus an einer Aktion des DGB zum Equal Pay Day teil.  An der real existierenden Diskriminierung in Tarifvertr\u00e4gen wird das kaum etwas \u00e4ndern.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25506590-1737541384000\/16-9\/750\/451119787.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Am 6. M\u00e4rz 2024 nimmt Familienministerin Lisa Paus an einer Aktion des DGB zum Equal Pay Day teil.  An der real existierenden Diskriminierung in Tarifvertr\u00e4gen wird das kaum etwas \u00e4ndern.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Mit bald f\u00fcnf Millionen Euro f\u00f6rdert das Familienministerium einen geschlechtspolitischen Kampftag: den &quot;Equal Pay Day&quot;. Begangen wird er am 7. M\u00e4rz. Doof nur, dass er, wenn \u00fcberhaupt, am 22. Januar liegen m\u00fcsste.<\/strong><\/p>\n<p>Es ist ein wiederkehrendes Muster. Linke Glaubenss\u00e4tze pr\u00e4gen seit Jahrzehnten die Politik unseres Landes. Aber sie stimmen oft nicht. Markantes Paradebeispiel ist der Streit um die unterschiedliche Bezahlung von Frauen und M\u00e4nnern, &quot;Equal Pay&quot;: Ein gewiss existierender, wiewohl keineswegs katastrophaler Missstand wird jahrelang \u00fcbertrieben und politisch aufgebauscht. Er wird von Ministern, Ministerinnen und einschl\u00e4gigen Aktivisten ideologisch verbr\u00e4mt und gesellschaftsmoralisch so aufgeladen, dass ein punktuelles Hinterfragen jederzeit ins Grunds\u00e4tzliche gezogen und unterbunden werden kann. <\/p>\n<p>In diesem Fall ist das die Geschlechtergerechtigkeit, und gegen die kann im 21. Jahrhundert nun wirklich niemand etwas haben. Und hat auch niemand. H\u00e4lt der irref\u00fchrende Druck wie in diesem Fall lange genug an, sieht sich die Politik verlockt oder gen\u00f6tigt, gesetzgeberisch einzugreifen, um die (vermeintliche) Realit\u00e4t im gew\u00fcnschten Sinne zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Aber wie sind die Fakten? Laut Statistischem Bundesamt zum Gender Pay Gap haben Frauen im Jahr 2023 durchschnittlich 20,84 Euro in der Stunde verdient, das waren 4,46 Euro weniger als der durchschnittliche Bruttostundenverdienst aller M\u00e4nner. In Westdeutschland betr\u00e4gt dieser Geschlechterabstand rechnerisch 19 Prozent, in Ostdeutschland hingegen nur 7 Prozent, gesamtdeutsch 18 Prozent, seit 2020 stagnierend. Das ist allerdings der &quot;unbereinigte&quot; Wert. <\/p>\n<p>Die tats\u00e4chlich messbare unterschiedliche Bezahlung von M\u00e4nnern und Frauen gibt aber der &quot;bereinigte Wert&quot; an. Zur Berechnung der bereinigten Lohnl\u00fccke werden strukturelle Faktoren abgezogen, etwa die Unterschiede bei Berufen, die Besch\u00e4ftigung in Teilzeit, Bildungsstand und die Tatsache, dass Frauen seltener als M\u00e4nner h\u00f6chste Positionen bekleiden.<\/p>\n<p>   ANZEIGE   <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B0DLP27PFR?tag=ntv-tr-a-3942-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\"> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/m.media-amazon.com\/images\/I\/41jM5f8VeDL._SL500_.jpg\"\/><\/a>   Falsche Wahrheiten: 12 linke Glaubenss\u00e4tze, die unser Land in die Irre f\u00fchren  18,99 \u20ac   Zum Angebot bei amazon.de      <\/p>\n<h2>Die &quot;bereinigte&quot; L\u00fccke liegt bei 2 bis maximal 6 Prozent<\/h2>\n<p>Warum ist die reale, &quot;bereinigte&quot; L\u00fccke von bis zu 6 Prozent gesamtdeutsch also nur ein Drittel so gro\u00df? Frauen arbeiten h\u00e4ufiger als M\u00e4nner in Teilzeit und deutlich h\u00e4ufiger in Minijobs. Beides dr\u00fcckt den rechnerisch durchschnittlichen Bruttostundenlohn. Im Osten arbeiten Frauen h\u00e4ufiger in Vollzeit als im Westen, das wiederum erkl\u00e4rt einen guten Teil des West-Ost-Unterschieds der Entgeltl\u00fccke. Vor allem aber arbeiten in ganz Deutschland Frauen h\u00e4ufiger als M\u00e4nner in &quot;sozialen Berufen&quot;, in denen weniger bezahlt wird als zum Beispiel in technischen oder handwerklichen Berufen. Frauen arbeiten zudem seltener als M\u00e4nner in Spitzenfunktionen. Diese \u00f6ffnen sich erst langsam f\u00fcr Teilzeitmodelle. Bonuszahlungen, die nur auf diesen Hierarchieebenen \u00fcblich sind, gehen in die Stundenlohn-Durchschnittsberechnung trotzdem ein. Schlie\u00dflich nehmen Frauen aus biologischen wie gesellschaftlichen Gr\u00fcnden weiterhin h\u00e4ufiger und l\u00e4nger als M\u00e4nner Auszeiten f\u00fcr Kinder und Familie. <\/p>\n<p>Werden alle diese Effekte aus den Stundenl\u00f6hnen herausgerechnet, und das sollte ein aufrichtiger Politiker tun, dann beziffert sich die \u00fcbrig bleibende, eben die &quot;bereinigte Lohnl\u00fccke&quot; auf 2 bis zu maximal 6 Prozent &#8211; je nach Betrachtung. Dem Ministerium gef\u00e4llt es dabei, nur den oberen Rand, die 6 Prozent, zu nennen, obwohl bekannt ist, dass die Geh\u00e4lter des \u00f6ffentlichen Dienstes in die Berechnung nicht einflie\u00dfen. Dort sind die (nominalen) Gehaltsunterschiede geringer als in der Privatwirtschaft.<\/p>\n<p>Trotzdem ist der offizielle &quot;Gender Pay Gap Day&quot; der 7. M\u00e4rz, der 66. Tag eines Jahres, was 18,08 Prozent von 365 Tagen entspricht. Das ist aber auch alles, was stimmt. Denn anders als suggeriert, arbeiten Frauen nicht 66 Tage &quot;unbezahlt&quot;, w\u00e4hrend die M\u00e4nner, die neben ihnen dieselbe Arbeit tun, entlohnt werden. Nicht einmal &quot;symbolisch&quot; l\u00e4sst sich das so fassen. Es handelt sich um feministische, publikumsverdummende Propaganda, wie das Ministerium und das Statistische Bundesamt selbst entlarven, indem sie den realen, &quot;bereinigten&quot;, Gender-Pay-Gap offiziell auf 6 Prozent beziffern. Der reale Pay Gap Day f\u00e4llt darum, wenn \u00fcberhaupt, auf den 22. Januar. Denn die 6 Prozent des &quot;bereinigten&quot; Pay Gap ergeben den 22. von 365 Tagen eines Jahres. Trotzdem f\u00f6rdert das Familienministerium die Kampagne f\u00fcr den 7. M\u00e4rz ununterbrochen seit 2009, insgesamt flossen rund f\u00fcnf Millionen Euro &#8211; Tendenz immerhin insgesamt abnehmend.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/EU-beklagt-Gehaltsunterschied-zwischen-Geschlechtern-article25364066.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"lohn.JPG\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25364197-1731662500000\/16-9\/1136\/lohn.jpg\"\/>    01:25 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  15.11.24    &quot;Tag der Lohngleichheit&quot; EU beklagt Gehaltsunterschied zwischen Geschlechtern    <\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil des Problems (der bis zu 6 Prozent) sowie der L\u00f6sung liegt jedoch jenseits der Reichweite von Regierung oder Parlamenten. Aber das wollen linke wie feministische Aktivisten nicht wahrhaben. So hat das seit 2017 geltende Entgelttransparenzgesetz exakt nichts gebracht. Bei zwei Evaluierungen, also Bewertungen der Effekte des Gesetzes, ist dieses f\u00fcr untauglich und wirkungslos befunden worden. Dennoch wird eine neue EU-Richtlinie in einem Jahr die B\u00fcrokratie-Auflagen und den Bu\u00dfgeld-Rahmen noch einmal drastisch versch\u00e4rfen. Das verstehe, wer will.<\/p>\n<h2>Reformiert werden m\u00fcssen die Tarifvertr\u00e4ge<\/h2>\n<p>Komplizierter, wiewohl viel wirkungsvoller w\u00e4re indes etwas anderes: die Diskriminierung in Tarifvertr\u00e4gen zu beenden. Viele dieser Vereinbarungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmerverb\u00e4nden schreiben fest, dass die Zahl der Dienstjahre ma\u00dfgeblichen Einfluss auf das Gehalt hat. <\/p>\n<p>Wenn sich also Frau A und Herr B als Berufseinsteiger an einem Tisch in der Lohnbuchhaltung der Firma Z gegen\u00fcbersitzen, bekommen sie als Mann und Frau laut Tarif nat\u00fcrlich f\u00fcr gleiche Arbeit gleiches Gehalt. Nach zwei Jahren steigt Frau A f\u00fcr insgesamt vier Jahre aus, weil sie kurz hintereinander zwei Kinder bekommt und anfangs als Fulltime-Mutter erzieht. Warum auch nicht? Sie ist deswegen weder geistig limitiert, noch sollte sie in einem solchen Fall finanzielle Nachteile erleiden. Tut sie aber. Denn nehmen wir an: Frau A kommt nach den vier Jahren in die Lohnbuchhaltung der Firma Z zur\u00fcck, wo sie dringend gebraucht wird, und nimmt erneut Platz gegen\u00fcber dem lieben Kollegen B. Beide tun wie zuvor die gleiche Arbeit, Kollege B ist nicht bef\u00f6rdert worden und auch ansonsten nicht die hellste Kerze auf der Torte. Aber: Er hat jetzt vier Dienstjahre mehr auf der Uhr als Kollegin A. Und deshalb ein merklich h\u00f6heres Gehalt. <\/p>\n<p>Ist das etwa geschlechtergerecht? Nein, ist es nicht. Aber weder der Equal Pay Day noch das Entgelttransparenzgesetz werden daran irgendetwas \u00e4ndern. <\/p>\n<p>Der Text ist ein gek\u00fcrzter Auszug aus dem Buch &quot;Falsche Wahrheiten: 12 linke Glaubenss\u00e4tze, die unser Land in die Irre f\u00fchren&quot; von Nikolaus Blome. Der Autor ist Politikchef von RTL und ntv.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Am 6. M\u00e4rz 2024 nimmt Familienministerin Lisa Paus an einer Aktion des DGB zum Equal Pay Day teil. 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