{"id":29008,"date":"2025-01-19T15:16:10","date_gmt":"2025-01-19T12:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/huter-der-erinnerung-szymon-kluger-der-letzte-jude-in-auschwitz\/"},"modified":"2025-01-19T15:16:10","modified_gmt":"2025-01-19T12:16:10","slug":"huter-der-erinnerung-szymon-kluger-der-letzte-jude-in-auschwitz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/huter-der-erinnerung-szymon-kluger-der-letzte-jude-in-auschwitz\/","title":{"rendered":"&#8220;H\u00fcter der Erinnerung&#8221;: Szymon Kluger- der letzte Jude in Auschwitz"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Panorama         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Deportation von Juden aus Oswiecim (Auschwitz) im M\u00e4rz\/April 1941.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25493865-1737116858000\/16-9\/750\/zdj157-CMYK.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Deportation von Juden aus Oswiecim (Auschwitz) im M\u00e4rz\/April 1941.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Bevor die Deutschen in Auschwitz ein Vernichtungslager errichten, leben in der polnischen Kleinstadt mehrere Tausend Juden. Wenige von ihnen \u00fcberleben den Holocaust. Nur einer kommt nach 1945 zur\u00fcck in seine von den Deutschen gebrandmarkte Heimatstadt.<\/strong><\/p>\n<p>Auschwitz steht wie kein anderer Ort in der Geschichte als Synonym f\u00fcr den Massenmord der europ\u00e4ischen Juden durch die deutschen Nationalsozialisten. Doch bevor die Nationalsozialisten Polen besetzten und Auschwitz zum Ort des Todes machten, lebte eine gro\u00dfe j\u00fcdische Gemeinde in der polnischen Kleinstadt Oswiecim an der Sola.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Auschwitz-Uberlebende-teilen-Erinnerungen-article25484130.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"c7dcb67552abdebb4080c31a878ec5bf.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25484151-1736756930000\/17-6\/1136\/c7dcb67552abdebb4080c31a878ec5bf.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  13.01.25    Kurz vor Jahrestag der Befreiung Auschwitz-\u00dcberlebende teilen Erinnerungen     <\/p>\n<p>Am 19. Januar 1925 wurde Szymon Kluger in eine ultraorthodoxe, j\u00fcdische Familie aus Oswiecim geboren. Gemeinsam mit seinen acht Geschwistern, den Eltern und Gro\u00dfeltern lebte Kluger in einem kleinen dreist\u00f6ckigen Geb\u00e4ude neben der Chewra-Lomdei-Mishnayot-Synagoge, eines von Dutzenden j\u00fcdischen Gebetsh\u00e4usern in Oswiecim. In der Stadt, rund 50 Kilometer westlich von der polnischen Gro\u00dfstadt Krakau entfernt, gab es damals eine florierende j\u00fcdische Gemeinde. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25493935-1737110533000\/3-4\/750\/Rodzina-Szymona-Klugera-przed-wojna-MZ-504-F.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Foto der Familie Kluger (1931-1933): Szymon sitzt mit M\u00fctze auf dem h\u00f6heren Stuhl in der Mitte.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25493935-1737110533000\/3-4\/750\/Rodzina-Szymona-Klugera-przed-wojna-MZ-504-F.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Foto der Familie Kluger (1931-1933): Szymon sitzt mit M\u00fctze auf dem h\u00f6heren Stuhl in der Mitte.<\/p>\n<p>(Foto: Auschwitz Jewish Center\/Wirtualne Muzea Malopolski)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon seit dem 16. Jahrhundert lebten Juden in Oswiecim. \u00dcber die Jahrhunderte gab es immer wieder Perioden der Verfolgung und Diskriminierung. Trotzdem wurde die j\u00fcdische Gemeinde in Oswiecim stetig gr\u00f6\u00dfer. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt unter europ\u00e4ischen Juden auch das &quot;polnische Jerusalem&quot; genannt. Kluger wuchs in der Zwischenkriegszeit auf, einer Periode, in der das j\u00fcdische Leben in Oswiecim erbl\u00fchte: Ende der 1930er-Jahre waren mehr als die H\u00e4lfte der insgesamt 13.000 Einwohner der polnischen Kleinstadt j\u00fcdisch. Juden konnten damals aktiv am \u00f6ffentlichen Leben in Oswiecim teilnehmen und waren sogar im Stadtrat vertreten. Doch dann kam der 1. September 1939. <\/p>\n<h2>Als die Nationalsozialisten nach Polen kamen<\/h2>\n<p>Oswiecim war eine der ersten St\u00e4dte in Polen, die nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs von der deutschen Armee eingenommen wurde. Im Oktober 1939 wurde die Stadt dem Deutschen Reich eingegliedert &#8211; damit \u00e4nderte sich auch ihr Name, aus dem polnischen Oswiecim wurde Auschwitz. Kluger war 14 Jahre alt, er hatte gerade die Volksschule beendet. <\/p>\n<p>Mit der Besatzung durch die deutschen Nationalsozialisten begann f\u00fcr die Juden in Oswiecim die Verfolgung: In der Nacht vom 29. auf den 30. November 1939 brannten die Deutschen das gr\u00f6\u00dfte j\u00fcdische Gotteshaus in Oswiecim, die Gro\u00dfe Synagoge, nieder, der j\u00fcdische Friedhof wurde zerst\u00f6rt, die Deutschen erschossen J\u00fcdinnen und Juden auf offener Stra\u00dfe und zwangen j\u00fcdische M\u00e4nner und Jungen zur Zwangsarbeit. <\/p>\n<h2>Weiterleben nach 1945 in Auschwitz?<\/h2>\n<p>Am s\u00fcdwestlichen Stadtrand, keine drei Kilometer vom Kluger-Haus entfernt, errichteten die Deutschen im Fr\u00fchjahr 1940 das Stammlager des Konzentrationslagers Auschwitz, dessen Kommandantur Rudolf H\u00f6\u00df \u00fcbernehmen sollte. Im M\u00e4rz 1941 begannen die Deportationen der j\u00fcdischen Bewohner aus Oswiecim. Auch Kluger, seine Br\u00fcder und Schwestern, seine Eltern und Gro\u00dfeltern wurden 1941 verschleppt, Kluger zun\u00e4chst in das Ghetto in Bedzin. Als die Deutschen es 1943 aufl\u00f6sten, wurde Kluger in seine Heimatstadt gebracht &#8211; in das Lager Auschwitz, wo ihm die Nummer 179539 auf den Arm t\u00e4towiert wurde. In einem Au\u00dfenlager musste er Zwangsarbeit f\u00fcr die deutsche R\u00fcstungsindustrie verrichten. Sp\u00e4ter wurde er in das Lager Gro\u00df Rosen und schlie\u00dflich nach Buchenwald deportiert.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25493978-1737110515000\/3-4\/750\/M-SKluger-postwar-7-jpg.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Szymon Kluger in den 1950er-Jahren in Schweden.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25493978-1737110515000\/3-4\/750\/M-SKluger-postwar-7-jpg.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Szymon Kluger in den 1950er-Jahren in Schweden.<\/p>\n<p>(Foto: Auschwitz Jewish Center\/Wirtualne Muzea Malopolski)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p> 1945 lebten nur noch sein \u00e4lterer Bruder Moses, seine \u00e4ltere Schwester Bronia und der damals 20-j\u00e4hrige Szymon. Alle anderen Mitglieder seiner Familie waren ermordet worden. Die Geschwister wanderten sp\u00e4ter in die USA aus, Kluger zog nach Schweden. In Uppsala machte er eine Ausbildung zum Mechaniker.<\/p>\n<p>Nur wenige Juden aus Oswiecim hatten die Jahre der NS-Verfolgung \u00fcberlebt. Vereinzelt kehrten sie in ihre Heimatstadt zur\u00fcck, verlie\u00dfen Oswiecim aber bald darauf wieder. Doch Kluger kehrte nach einigen Jahren zur\u00fcck und blieb. &quot;Er kam zur\u00fcck, weil er sich in gewisser Weise dem Ort verbunden f\u00fchlte&quot;, sagt Artur Szyndler, Historiker des Auschwitz Jewish Centers. Er zog wieder in sein Elternhaus neben der Chewra-Lomdei-Mishnayot-Synagoge, dem einzigen j\u00fcdischen Gebetshaus, das von dem j\u00fcdischen Leben in Oswiecim vor 1945 erhalten geblieben war. <\/p>\n<h2>&quot;H\u00fcter der Erinnerung&quot;<\/h2>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25495434-1737110502000\/16-9\/750\/Szymon-Kluger-w-domu-rodzinnym-muzea-malopolska-pl.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Szymon Kluger 1993 in der K\u00fcche des Elternhauses in Oswiecim.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25495434-1737110502000\/16-9\/750\/Szymon-Kluger-w-domu-rodzinnym-muzea-malopolska-pl.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Szymon Kluger 1993 in der K\u00fcche des Elternhauses in Oswiecim.<\/p>\n<p>(Foto: Auschwitz Jewish Center\/Wirtualne Muzea Malopolski)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p> In den 1960er-Jahren lebte nur noch Kluger als letzter Jude in der polnischen Kleinstadt. &quot;Wir wissen nicht viel \u00fcber sein Leben in dieser Zeit&quot;, sagt Szyndler. &quot;Kluger lebte allein und hatte nur wenige Vertraute in Oswiecim. Sein Bruder Moses und seine Schwester Bronia lebten in New York und besuchten ihn von Zeit zu Zeit.&quot; Doch mit den Jahren hatte Kluger wohl immer weniger Kontakt zu seiner Au\u00dfenwelt. Wie viele \u00dcberlebende litt er am Post-Holocaust-Trauma. &quot;Seine pers\u00f6nliche und gesundheitliche Situation war kompliziert. Seine Zeit in den Lagern hat sicherlich Spuren in seiner Psyche hinterlassen&quot;, meint Szyndler. Das Elternhaus verlie\u00df er immer seltener. Jeden Freitag soll Kluger Schabbat-Kerzen vor der Synagoge angez\u00fcndet haben. &quot;Er war anscheinend der H\u00fcter der Erinnerung.&quot;<\/p>\n<p>Da das Gebetshaus neben seinem Elternhaus leer stand, wurde es ab den 1970er-Jahren von der polnischen Regierung zum Teppichlager umfunktioniert. 1998 wurde die Synagoge an die Auschwitz Jewish Center Foundation gespendet. Daraufhin wurde das Gebethaus restauriert und darin das Oshpitzin Museum errichtet. <\/p>\n<p>Doch die Wieder\u00f6ffnung der Synagoge erlebte Kluger nicht mehr. Am 26. Mai 2000 starb Szymon Kluger, drei Monate vor Abschluss der Renovierung. Er wurde in seiner Heimatstadt auf dem Auschwitz-Friedhof beigesetzt. Nach Klugers Tod spendeten seine Geschwister das Kluger-Haus an die Auschwitz Jewish Center Foundation. In den folgenden Jahren wurde es restauriert und in das Museum integriert. Szymon Klugers Tod bedeutete das Ende der j\u00fcdischen Gemeinde von Oswiecim.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panorama Deportation von Juden aus Oswiecim (Auschwitz) im M\u00e4rz\/April 1941. Bevor die Deutschen in Auschwitz ein Vernichtungslager errichten, leben in der polnischen Kleinstadt mehrere Tausend Juden. 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