{"id":28891,"date":"2024-12-31T16:16:06","date_gmt":"2024-12-31T13:16:06","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/zum-dritten-mal-neujahr-im-krieg-ob-wir-ukrainer-kriegsmude-sind-aber-ja\/"},"modified":"2024-12-31T16:16:06","modified_gmt":"2024-12-31T13:16:06","slug":"zum-dritten-mal-neujahr-im-krieg-ob-wir-ukrainer-kriegsmude-sind-aber-ja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/zum-dritten-mal-neujahr-im-krieg-ob-wir-ukrainer-kriegsmude-sind-aber-ja\/","title":{"rendered":"Zum dritten Mal Neujahr im Krieg: Ob wir Ukrainer kriegsm\u00fcde sind? Aber, ja!"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Bei allen Schwierigkeiten ist es schwer vorstellbar, dass Russland den ukrainischen Widerstand bedeutend brechen kann.\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25447449-1734708835000\/16-9\/750\/imago781996604.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Bei allen Schwierigkeiten ist es schwer vorstellbar, dass Russland den ukrainischen Widerstand bedeutend brechen kann.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Silvester ist f\u00fcr die meisten von uns Ukrainern das h\u00f6chste Fest im Jahr. Wieder erleben wir es inmitten des russischen Angriffskriegs. Das Leben in Kiew zehrt an den Nerven, k\u00f6nnte aber noch viel schlimmer sein. Die Gesellschaft kann kaum noch &#8211; und steckt dennoch nicht auf.<\/strong><\/p>\n<p>Die Menschen in der Ukraine begehen zum dritten Mal in Folge den Jahreswechsel, das wichtigste Familienfest, inmitten des Krieges. F\u00fcr uns in Kiew und allen anderen Regionen fernab der Front bedeutet das vor allem eines: Es hat sich eine Normalit\u00e4t eingestellt, die eigentlich nicht normal ist. Nicht normal sein darf. Die st\u00e4ndigen russischen Luftangriffe sind, vorsichtig formuliert, anstrengend. Dabei sind die Umst\u00e4nde in der ukrainischen Hauptstadt noch milde im Vergleich zu Gro\u00dfst\u00e4dten wie Charkiw oder Saporischschja, die n\u00e4her an den umk\u00e4mpften Gebieten gelegen sind. Anders als in Kiew ist es dort eher Regel als Ausnahme, dass der Luftalarm erst ausl\u00f6st, wenn etwa eine ballistische Rakete l\u00e4ngst eingeschlagen hat. Noch schlimmer ergeht es den Menschen in St\u00e4dten wie Kramatorsk oder Slowjansk in der hart umk\u00e4mpften Region Donezk. Das Alltagsleben dort ist ohne jede \u00dcbertreibung die H\u00f6lle auf Erden.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Hinter-Kiews-Weihnachtsdeko-schlagen-Moskaus-Raketen-ein-article25447216.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"kiew.JPG\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25447279-1734704755000\/16-9\/1136\/kiew.jpg\"\/>    01:32 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  20.12.24    &quot;Ich bin innerlich leer&quot; Hinter Kiews Weihnachtsdeko schlagen Moskaus Raketen ein    <\/p>\n<p> Dieses Wissen macht das Leben in Kiew dennoch nicht leichter. Die Hauptstadt liegt seit Beginn des Krieges im Fokus der russischen Luftangriffe. Bis zum Sommer dieses Jahres aber folgten Phasen, in denen Kiew jede zweite Nacht angegriffen wurde, Wochen oder Monate relativer Ruhe. Doch damit ist es sei Monaten vorbei. Wenn einmal ein paar Tage nichts geschieht, kein Luftalarm vom Handy gemeldet wird, niemand \u00fcberlegen muss, ob es Zeit f\u00fcr den Bunker oder Luftschutzkeller ist, geht es gleich wieder von vorne los. Unabl\u00e4ssig nimmt Russland mit Raketen und Marschflugk\u00f6rpern die Energieinfrastruktur unseres Landes unter Beschuss. <\/p>\n<h2>Und dann surren wieder die Generatoren<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend der letzten drei Monate gab es kaum eine Nacht, in der Kiew und das \u00fcbrige Hinterland nicht massiv mit Kampfdrohnen angegriffen wurden. Anfangs waren das noch vor allem vom Iran hergestellte Shahed. Inzwischen werden sie in Russland selbst produziert &#8211; und auch weiterentwickelt. Dass Moskau die Produktion zuletzt bedeutend erh\u00f6hen konnte, bekommen die Ukrainerinnen und Ukrainer buchst\u00e4blich jede Nacht zu sp\u00fcren.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Hat-Russland-die-Ukraine-in-einen-stromlosen-Winter-gebombt-article25398158.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"493412762.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25398867-1732893842000\/17-6\/1136\/493412762.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  01.12.24    Energie-Infrastruktur attackiert Hat Russland die Ukraine in einen stromlosen Winter gebombt?    <\/p>\n<p> Deswegen war es in der Nacht auf Sonntag, den 17. November, \u00fcberhaupt keine \u00dcberraschung, als es gleich mehrere l\u00e4ngere Luftalarme gab. Die Ukraine erlebte einen der gr\u00f6\u00dften russischen Luftangriffe \u00fcberhaupt seit Kriegsbeginn. Er war eigentlich nur vergleichbar mit dem Beschuss vom 24. Februar 2022, als Putin die gro\u00dfangelegte Invasion befahl. Wie viele Raketen und Marschflugk\u00f6rper damals \u00fcber der Ukraine niedergingen, ist unbekannt. An jenem Novemberwochenende hagelten 120 Raketen und 90 Drohnen auf ukrainische Energieobjekte nieder. Am Tag darauf waren Stromausf\u00e4lle in der Ukraine wieder Realit\u00e4t. Als ich an jenem Montag durch den historischen Kiewer Stadtteil Podil ging und wieder das laute Brummen der Benzingeneratoren h\u00f6rte, war f\u00fcr mich klar: Der harte Winter, den so viele bef\u00fcrchtet haben, hat begonnen. Es stehen schwere Monate vor uns.<\/p>\n<p>Mir pers\u00f6nlich f\u00e4llt es schwer, zu verstehen, dass bald drei volle Kriegsjahre rum sind. Und das, obwohl f\u00fcr mich dieser Krieg eigentlich Ende Februar 2014 begonnen hat, als Russland mit der Annexion der Krim-Halbinsel begann. Ich stamme selbst von der Krim und musste sie im Zuge der russischen Macht\u00fcbernahme verlassen. Seit dieser Krieg tobt, sind die Menschen in der Ukraine durch unterschiedliche Phasen gegangen. Gut ging es mir und der ukrainischen Bev\u00f6lkerung nie. <\/p>\n<h2>Besonders schwere Monate<\/h2>\n<p>Deshalb kann ich die Frage nach der Kriegsm\u00fcdigkeit der Ukrainer nicht ernst nehmen. Ich verstehe sie zwar, aber: Kriegsm\u00fcde sind wir seit jenem 24. Februar 2022. Und selbst Erfolge wie zum Beispiel die blitzschnelle Befreiung der Region Charkiw im September 2022 hellte vielleicht eineinhalb Tage lang die Stimmung etwas auf. Doch das st\u00e4ndige Leid, das wir so lange schon erleben, \u00fcberdeckt keine noch so gute Nachricht \u00fcber Erfolge an der Front. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Deutschland-bringt-mobile-Waerme-in-eisige-Hoelle-der-Ukraine-article25428936.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"241212_KBMZ_PHT039.jpg\" src=\"https:\/\/www.n-tv.de\/img\/25428957-1734021206000\/17-6\/1136\/241212-KBMZ-PHT039.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  12.12.24    Schulze \u00fcbergibt Heizkraftwerke Deutschland bringt mobile W\u00e4rme in eisige H\u00f6lle der Ukraine    <\/p>\n<p> Dennoch ist wahr: Die Kriegsphase der vergangenen Wochen und Monate z\u00e4hlt zu den besonders schwierigen Momenten f\u00fcr Ukrainerinnen und Ukrainer. Die seit mehr als einem Jahr ununterbrochene, fast niemals nachlassende Offensive der russischen Armee im Donbass hatte so kaum ein Experte f\u00fcr m\u00f6glich gehalten. Die \u00fcberraschende Besetzung der russischen Region Kursk durch die ukrainische Armee lie\u00df die Menschen einen Moment hoffnungsvoll aufatmen. Doch dieser Moment ist l\u00e4ngst vorbei.<\/p>\n<p>Zum eisigen Winter kommt das Problem der Mobilisierung: Je weniger Freiwillige in den Krieg ziehen, je mehr dort verletzt und get\u00f6tet werden, desto mehr M\u00e4nner m\u00fcssen gegen ihren Willen in die Armee. Das f\u00fchrt zu gro\u00dfen Spannungen in der Gesellschaft. Hinzukommt die Erh\u00f6hung der Steuern und Kommunalabgaben. Der Staat ist auf das Geld angewiesen, die Menschen sind aber seit 2022 nicht reicher geworden, im Gegenteil.<\/p>\n<h2>Krieg? Die Ukrainer haben gar keine Wahl<\/h2>\n<p>  <strong>Mehr zum Thema<\/strong>    Das sagen Ukraine-Fl\u00fcchtlinge &quot;Sie fangen Menschen und schicken sie in den Krieg&quot;       Experte Siegert im Interview &quot;Russland behandelt den gesamten Westen als Kriegsgegner&quot;       Seit Russlands Vollinvasion Zahl von Kriegsdienstverweigerern steigt massiv    <\/p>\n<p>So ist zum Ausklang dieses dritten Kriegsjahres Ambivalenz das vorherrschende Gef\u00fchl: Die Menschen wissen, dass im Ringen mit Russland und seinen unersch\u00f6pflichen Ressourcen kein Weg an der Mobilmachung vorbeif\u00fchrt. Aber selbst in den Krieg ziehen zu m\u00fcssen, ist eine mehr als be\u00e4ngstigende Aussicht. Menschen sind in drei gleich gro\u00dfe Lager aufgeteilt. Jene, die unbedingt den Krieg beenden wollen und solche, die jedwede Verhandlungen mit Russland ablehnen. Dazwischen stehen die Menschen, die ein Kriegsende wollen, aber nicht um jeden Preis. Ein Waffenstillstand ist demnach eine Frage der Bedingungen. Dabei steht die Frage nach Sicherheitsgarantien nach dem Ende der Kampfhandlungen im Mittelpunkt vieler \u00dcberlegungen. <\/p>\n<p>Trotz der komplizierten Lage an allen Fronten ist der Mehrheit der ukrainischen Bev\u00f6lkerung weiterhin klar und bewusst: Zur Fortsetzung des Widerstandes gegen die russische Invasion gibt es keine Alternative. Es w\u00e4re zwar falsch zu behaupten, dass die Zerm\u00fcrbungsstrategie Moskaus sinnlos ist, doch bei allen Schwierigkeiten ist es f\u00fcr mich weiterhin schwer vorstellbar, dass Russland den ukrainischen Widerstand bedeutend brechen kann. Egal, wie lange auch immer etwa die Stromausf\u00e4lle im laufenden Winter andauern werden. <\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Bei allen Schwierigkeiten ist es schwer vorstellbar, dass Russland den ukrainischen Widerstand bedeutend brechen kann. 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