{"id":28688,"date":"2024-11-30T18:26:14","date_gmt":"2024-11-30T15:26:14","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/diest-wird-eingestellt-mit-der-telefonauskunft-der-telekom-endet-eine-ara\/"},"modified":"2024-11-30T18:26:14","modified_gmt":"2024-11-30T15:26:14","slug":"diest-wird-eingestellt-mit-der-telefonauskunft-der-telekom-endet-eine-ara","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/diest-wird-eingestellt-mit-der-telefonauskunft-der-telekom-endet-eine-ara\/","title":{"rendered":"Diest wird eingestellt: Mit der Telefonauskunft der Telekom endet eine \u00c4ra"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Panorama         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Das Fr\u00e4ulein vom Amt war jahrzehntelang ein g\u00e4ngiger Begriff.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25396878-1732865431000\/16-9\/750\/imago0117041185h.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Das Fr\u00e4ulein vom Amt war jahrzehntelang ein g\u00e4ngiger Begriff.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>An diesem Wochenende stellt einer der einst wichtigsten Dienste der Telekom den Betrieb ein: die Telefonauskunft. Zuletzt rufen immer weniger Menschen die 11833 an. Damit gehen hundert Jahre Geschichte der Auskunft zu Ende.<\/strong><\/p>\n<p>In den 1960er Jahren muss es gewesen sein. Da kam ein Bilderbuch f\u00fcr Kinder heraus. Es ging um den kleinen Heiner, oder Hans, oder wie die kleinen Jungen in den 60er-Jahre-Bilderb\u00fcchern so hie\u00dfen. Der hat Langeweile. Also ruft er bei der Telefonauskunft an und fragt die nette Dame am anderen Ende, was er denn machen k\u00f6nne. Die erkl\u00e4rt ihm, wie er sich ganz klein machen und durch die Telefonleitung krabbeln k\u00f6nne. Das tut der kleine Heiner. Und dann besucht er die Polizei, das Krankenhaus, das Museum, alles, was man in so einer Telefonleitung eben besuchen kann. Und ganz am Ende schaut er nat\u00fcrlich auch bei der netten Dame von der Telefonauskunft vorbei. <\/p>\n<p>G\u00e4be es heute noch Telefonleitungen wie einst und wollte der kleine Heiner n\u00e4chste Woche die Telefonauskunft besuchen, w\u00fcrde er sich sehr wundern. Denn er st\u00e4nde in einem leeren Raum. An diesem Wochenende stellt die Auskunft der Telekom den Dienst ein. Zu wenig Anrufer, hei\u00dft es in einer Pressemitteilung des Unternehmens lapidar. Dabei geh\u00f6rte die 118, die ehemalige Telefonnummer der Auskunft, neben der Zeitansage einmal zu den wichtigsten Diensten der Deutschen Bundespost, dem Vorg\u00e4nger der Telekom.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Bonn-hat-immer-noch-Phantomschmerz-article24925897.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"imago0441144300h.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24926098-1715078487000\/17-6\/1136\/imago0441144300h.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  07.05.24    Lange nicht mehr Hauptstadt Bonn hat immer noch Phantomschmerz    <\/p>\n<p>Seit 1889 kann man in Deutschland telefonieren. Die Gespr\u00e4che wurden zun\u00e4chst noch per Hand vermittelt, zun\u00e4chst ausschlie\u00dflich von M\u00e4nnern. Doch bald besch\u00e4ftigte die Deutsche Reichspost \u00fcberwiegend unverheiratete Frauen. &quot;Fr\u00e4ulein&quot; wurden sie damals genannt, und das &quot;Fr\u00e4ulein vom Amt&quot; wurde schnell ein beliebter Begriff im Volksmund. Frauen wurden vor allem eingesetzt, weil sie h\u00f6flicher zu den Kunden waren als M\u00e4nner und weil man sie bei den oft schlechten Telefonverbindungen besser verstehen konnte. Au\u00dferdem konnten sie schlechter bezahlt werden. Schon 1897 besch\u00e4ftigte die Reichspost 4000 Fr\u00e4ulein, zehn Jahre sp\u00e4ter hatte sich ihre Zahl auf 16.000 erh\u00f6ht. Eine wichtige Aufgabe der Beamtinnen war das Vermitteln von Telefongespr\u00e4chen, eine Arbeit, die nicht nur Konzentration und Fremdsprachenkenntnisse erforderte. Die Reichspost suchte vor allem &quot;Frauen mit guten Umgangsformen&quot;.<\/p>\n<p>Das \u00e4nderte sich, als die ersten elektromechanischen Vermittlungsstellen ihren Dienst aufnahmen. Pl\u00f6tzlich mussten die Anrufer selber w\u00e4hlen &#8211; und wissen, welche Telefonnummer sie zu w\u00e4hlen hatten. 1908 ging in Hildesheim die erste Vermittlungsstelle an den Start, bei der die Anrufer selbst die Telefonnummer w\u00e4hlen konnten. Der Beginn der Telefonauskunft lie\u00df nicht lange auf sich warten.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Telefonzelle-in-Murbach-wird-zur-Touristenattraktion-article25134465.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"089e4a3eefc10b0ab323df866948b556.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25134467-1722665958000\/17-6\/1136\/089e4a3eefc10b0ab323df866948b556.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  03.08.24    Objekt mit Retro-Charme Telefonzelle in Murbach wird zur Touristenattraktion    <\/p>\n<h2>Das Telekom-Museum in Bochum<\/h2>\n<p>In den Anfangsjahren der Auskunft gab es nicht nur ganz besondere Arbeitspl\u00e4tze, sondern auch eine spezielle Kleidung f\u00fcr das &quot;Fr\u00e4ulein vom Amt&quot;. Die Postbeamtinnen mussten eine z\u00fcchtige Frisur tragen und ganz in schwarz gekleidet sein. Nat\u00fcrlich nicht wegen der Kunden, sondern vor allem wegen der Posttechniker. Das waren ausschlie\u00dflich M\u00e4nner, und die sollten nicht auf dumme Gedanken kommen.<\/p>\n<p>Das erz\u00e4hlt Gerhard Strelow. Der 70-J\u00e4hrige ist Vorsitzender des Vereins Telekom-Historik in Bochum. 1995 schufen dessen Mitglieder ein Telefonmuseum, stilecht in einer ehemaligen Vermittlungsstelle. Knapp zwanzig Jahre sp\u00e4ter reichte die Fl\u00e4che nicht mehr aus, neue R\u00e4ume mussten her. Inzwischen k\u00f6nnen Besucherinnen und Besucher auf 300 Quadratmetern eine beachtliche Sammlung bestaunen. &quot;Bei kostenlosem Eintritt werden die Besucher bei uns auf eine Zeitreise durch 160 Jahre Entwicklung der Nachrichten\u00fcbermittlung gef\u00fchrt &#8211; nicht nur als staunende Betrachter lebloser Exponate, sondern auch als Anwender&quot;, sagt Gerhard Strelow ntv.de. &quot;Sie werden aufgefordert, die N\u00e4he zu den Exponaten zu suchen, Telefonverbindungen aufzubauen oder mit Fernschreibern Texte zu versenden.&quot;<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25396943-1732864641000\/16-9\/750\/6.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Ein Telefon aus dem Jahr 1900 aus Holz.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25396943-1732864641000\/16-9\/750\/6.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Ein Telefon aus dem Jahr 1900 aus Holz.<\/p>\n<p>(Foto: Telefonmuseum Bochum)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Angefangen hatte alles mit einem Mitarbeiter des Fernmeldeamtes in Bochum. Der hatte Ende der 1980er Jahre begonnen, &quot;Fernmeldeschrott&quot; zu sammeln, also alles, was die Post und danach die Telekom nicht mehr ben\u00f6tigte, aber dennoch erhaltenswert schien. Seine Sammlung lieferte den Grundstein f\u00fcr das Telefonmuseum in Bochum.<\/p>\n<p>&quot;Wir haben im Moment sehr viel zu tun&quot;, so Strelow. Das Ende der Telekom-Auskunft sorgt daf\u00fcr. Denn die 15 ehrenamtlichen Mitarbeiter haben einen alten Arbeitsplatz bei der Telefonauskunft hergerichtet, wie damals, als der kleine Heiner aus dem Bilderbuch die Auskunft besuchte.<\/p>\n<h2>Die moderne Auskunft<\/h2>\n<p>Dort arbeiteten die &quot;Fr\u00e4ulein vom Amt&quot; lange mit ganz gew\u00f6hnlichen Telefonb\u00fcchern, um die gew\u00fcnschten Telefonnummern herauszusuchen, erz\u00e4hlt Strelow, der 41 Jahre lang als Techniker bei Bundespost und Telekom gearbeitet hat. &quot;Mit Einf\u00fchrung der St\u00e4dtefernwahl in den 1950er Jahren wurden in den Ortsauskunftsstellen auch Ausk\u00fcnfte aus den amtlichen Fernsprechb\u00fcchern der fernen Bereiche erteilt.&quot; Bis dahin mussten Ferngespr\u00e4che in Ortschaften, die weiter weg lagen, noch vom &quot;Fernamt&quot; vermittelt werden. Seit 1950 hatte die Auskunft eine bundeseinheitliche Telefonnummer, die 118.<\/p>\n<p>Ab 1958 verschwanden die Fernsprechb\u00fccher nach und nach. Sie wurden durch Mikrofilmkarten ersetzt. Auf eine Karte passten damals 136 Telefonbuchseiten, erz\u00e4hlt Gerhard Strelow. F\u00fcr die Mitarbeiterinnen der Telefonauskunft war das eine enorme Erleichterung. Und trotzdem hatten sie alle H\u00e4nde voll zu tun. 1960 nutzten durchschnittlich 575.000 Menschen den Service &#8211; pro Tag.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Drei-Ziffern-fuer-den-Notfall-article24403700.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"425670814.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24403715-1695105913000\/17-6\/1136\/425670814.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  20.09.23    50 Jahre 110 und 112 Drei Ziffern f\u00fcr den Notfall    <\/p>\n<p>In den 1980er Jahren wurde die Telefonauskunft auf EDV umgestellt, Bildschirmarbeitspl\u00e4tze kamen. Sp\u00e4ter arbeiteten die Mitarbeiter der Auskunft mit PCs. Strelow: &quot;Im Jahr 2001 habe ich mit Kollegen statt der Datensichtger\u00e4te PCs an allen Auskunftspl\u00e4tzen in Bochum eingerichtet.&quot; Und bei der Auskunft waren schon lange nicht mehr nur Frauen besch\u00e4ftigt. Inzwischen arbeiteten auch M\u00e4nner dort. Die schwarze Kleidung war auch schon lange abgeschafft.<\/p>\n<p>Mitte der 1990er Jahre kamen mit der Liberalisierung des Telefonmarktes auch Mitbewerber der Telekom zum Zuge. Sie richteten eigene Auskunftsdienste ein. Um bekannt zu werden, schalteten sie auch Fernsehwerbung. &quot;Da werden Sie geholfen&quot;, lie\u00df sich zum Beispiel Verona Pooth vernehmen, und Daniela Katzenberger sang das Lied von der Auskunft &quot;Mit zwei Nullen wie zwei Stullen.&quot; Auch die Telefonnummer der \u00e4ltesten Auskunft hatte sich inzwischen ge\u00e4ndert. 0 11 83 3 musste man inzwischen anrufen. Zu dieser Zeit gaben die ersten privaten Anbieter bundesweite Telefonb\u00fccher auf CD-ROM heraus. Um sie zu bedienen, brauchte man nur einen Computer. Mit dem Internet wurde &quot;Das \u00d6rtliche&quot;, also das Telefonbuch, zur Konkurrenz f\u00fcr die verschiedenen Telefonausk\u00fcnfte. Damit konnten sich die Nutzer nun die Telefonnummern selbst suchen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25396965-1732865167000\/16-9\/750\/23107323.jpg\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Daniela Katzenberger in einer Werbung f\u00fcr eine Auskunft im Jahr 2011.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25396965-1732865167000\/16-9\/750\/23107323.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Daniela Katzenberger in einer Werbung f\u00fcr eine Auskunft im Jahr 2011.<\/p>\n<p>(Foto: picture alliance \/ ZB)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Veraltet und trotzdem ein Verlust<\/h2>\n<p>Per Telefon versuchten vor allem Privatunternehmen, Kunden mit besonderen Angeboten zu k\u00f6dern: Die Telekom und mehrere Mitbewerber boten an, die Kunden mit dem gew\u00fcnschten Teilnehmer zu verbinden, andere Unternehmen boten spezielle Sonderpreise f\u00fcr sogenannte &quot;Erwachsenendienste&quot; an.<\/p>\n<p>Die Auskunftsdienste der Telekom-Mitbewerber werden den Kunden auch weiter erhalten bleiben. Doch inzwischen \u00fcbernehmen immer mehr Sprachassistenten wie Siri oder Alexa die Aufgaben des &quot;Fr\u00e4ulein vom Amt&quot;. So werden nach der Telekom auch die Mitbewerber langsam aber sicher die Auskunftsdienste per Telefon abschalten. Das Internet \u00fcbernimmt.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/So-lang-sind-die-Smartphone-Zeiten-article24815342.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"2c8d52af47948fc77956d6c6b7c9b405.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24815343-1710853600000\/17-6\/1136\/2c8d52af47948fc77956d6c6b7c9b405.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  19.03.24    Neue Bitkom-Studie So lang sind die Smartphone-Zeiten    <\/p>\n<p>Darum kritisiert zum Beispiel der Sozialverband VDK das Ende der Telekom-Auskunft. Viele \u00e4ltere oder schwerbehinderte Menschen seien mit dem Internet \u00fcberfordert, teilt der VDK mit. Zudem fehle oft das Geld f\u00fcr Computer, Smartphone oder Internetzugang. Deswegen hatte der VDK die Telekom zuletzt zum Erhalt ihrer Auskunft aufgefordert. Vergeblich. Schon heute wissen viele junge Menschen nicht, dass es so etwas wie die Telefonauskunft \u00fcberhaupt gibt.<\/p>\n<p>Um die Erinnerungen von einst wachzuhalten, gibt es Einrichtungen wie das Telefonmuseum in Bochum. Das k\u00f6nnte auch der kleine Heiner aus dem Bilderbuch heute besuchen. Auch, wenn aus dem kleinen Heiner inzwischen ein gro\u00dfer geworden ist, der nicht mehr durch die Telefonleitung passt.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panorama Das Fr\u00e4ulein vom Amt war jahrzehntelang ein g\u00e4ngiger Begriff. An diesem Wochenende stellt einer der einst wichtigsten Dienste der Telekom den Betrieb ein: die Telefonauskunft. 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