{"id":28649,"date":"2024-11-24T15:36:09","date_gmt":"2024-11-24T12:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/artenvielfalt-damme-heilsekret-wie-biber-die-umwelt-schutzen\/"},"modified":"2024-11-24T15:36:09","modified_gmt":"2024-11-24T12:36:09","slug":"artenvielfalt-damme-heilsekret-wie-biber-die-umwelt-schutzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/artenvielfalt-damme-heilsekret-wie-biber-die-umwelt-schutzen\/","title":{"rendered":"Artenvielfalt, D\u00e4mme, Heilsekret: Wie Biber die Umwelt sch\u00fctzen"},"content":{"rendered":"<p>Wissen         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Biber werden in ungest\u00f6rter Natur 21 Jahre alt und haben keine ernsthafte Konkurrenz durch Nutrias und Bisamratten. \" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25383426-1732439306000\/16-9\/750\/299054339.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Biber werden in ungest\u00f6rter Natur 21 Jahre alt und haben keine ernsthafte Konkurrenz durch Nutrias und Bisamratten.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Biber genie\u00dfen den h\u00f6chsten Artenschutz Europas, auch weil man ihr Sekret einst als Heilmittel genutzt und die Tiere in der Folge gejagt hatte. Dabei tragen die Nager enorm zur Artenvielfalt bei, erkl\u00e4ren Natursch\u00fctzer. Der Bauernverband hingegen will die Tiere wieder jagen d\u00fcrfen.<\/strong><\/p>\n<p>Manche nennen ihn Auenarchitekten, andere \u00d6kosystemingenieur &#8211; Biber nehmen eine Schl\u00fcsselrolle bei der Gestaltung von Lebensr\u00e4umen auch f\u00fcr viele andere Tiere ein. Insekten, Amphibien, Reptilien, Fische, V\u00f6gel und auch Flederm\u00e4use profitieren direkt oder indirekt von der Baut\u00e4tigkeit des Bibers. Er legt D\u00e4mme und Kan\u00e4le an, baut Burgen und sorgt daf\u00fcr, dass sich Wasser in Senken ansammelt, und Grasfr\u00f6sche oder Teichmolche darin laichen k\u00f6nnen. Daher profitieren viele Arten von der erneuten Ausbreitung des Europ\u00e4ischen Bibers.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/In-Deutschland-verschwinden-immer-mehr-Arten-article25260882.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"urn_binary_dpa_com_20090101_240930-935-271896-FILED.jpeg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25260903-1727683698000\/17-6\/1136\/urn-binary-dpa-com-20090101-240930-935-271896-FILED.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  30.09.24    Tier- und Pflanzenwelt gef\u00e4hrdet In Deutschland verschwinden immer mehr Arten    <\/p>\n<p>&quot;Es kommen Arten zur\u00fcck in die Landschaft, die dort verschwunden waren, weil es den Biber nicht mehr gab und weil es diese Strukturen nicht mehr gab&quot;, sagt Marcus Orlam\u00fcnder, Naturschutzreferent beim Nabu Th\u00fcringen. Er koordinierte zehn Jahre lang das Bibermanagement in Th\u00fcringen und tauschte sich auch immer wieder mit Experten anderer Bundesl\u00e4nder aus. <\/p>\n<p>Im Gespr\u00e4ch betont er die vielen Vorteile des Bibers, wie ihren Einfluss auf die Insektenvielfalt &#8211; Voraussetzung f\u00fcr das \u00dcberleben vieler anderer Tierarten. &quot;In Zeiten eines gigantischen Artenschwundes muss uns eigentlich so einer nur willkommen sein&quot;, sagt Orlam\u00fcnder \u00fcber den Biber. Doch willkommen ist das Tier nicht \u00fcberall. Der Deutsche Bauernverband etwa h\u00e4lt ihn f\u00fcr eine &quot;\u00fcbersch\u00fctzte&quot; Art. &quot;In einigen Regionen richtet der Biber erhebliche Sch\u00e4den an, indem unter anderem landwirtschaftliche Fl\u00e4chen geflutet und \u00fcberstaut werden&quot;, teilt dessen Generalsekret\u00e4r Bernhard Kr\u00fcsken auf Anfrage mit. &quot;Damit entstehen Ertragsverluste und Verm\u00f6genssch\u00e4den.&quot;<\/p>\n<h2>Bauernverband will Biberbestand regulieren<\/h2>\n<p>Biber schichten \u00c4ste auf und bauen sich Burgen, in denen sie schlafen und ihren Nachwuchs aufziehen. D\u00e4mme legen sie an, wenn Gew\u00e4sser nicht tief genug sind oder der Wasserpegel so stark schwankt, dass der Eingang zu ihrer Burg nicht vom Wasser verdeckt ist. Biber sind die gr\u00f6\u00dften Nagetiere Europas, sie leben monogam und im Familienverbund. In der Natur werden sie bis zu 21 Jahre alt, durchschnittlich etwa acht. Die Weibchen bekommen von April bis Juni zwei bis vier Junge. Diese werden mit etwa zwei Jahren aus dem Revier vertrieben und m\u00fcssen sich selbst einen geeigneten Gew\u00e4sserabschnitt suchen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Invasive-Arten-zerstoeren-ganze-Oko-Systeme-article24371014.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"242389638.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24371188-1693831991000\/17-6\/1136\/242389638.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  04.09.23    UN sehen massives Problem Invasive Arten zerst\u00f6ren ganze \u00d6ko-Systeme    <\/p>\n<p>Im Winter besteht die Nahrung des Bibers vor allem aus Baumrinde und Zweigen weicher H\u00f6lzer wie Weiden oder Pappeln. Im Sommer fressen die Vegetarier gerne Gras, Kr\u00e4uter und Wasserpflanzen. Allerdings ist der Biber flexibel &#8211; steht ein Maisfeld nahe an seinem Revier, bedient er sich auch dort mal, legt aber keine Vorr\u00e4te davon an. Er ist an Land auch eher plump, sodass er sich nicht weit in Felder hinein bewegt und Fra\u00dfsch\u00e4den eher gering sind. <\/p>\n<p>Nabu-Experte Orlam\u00fcnder sieht aber ebenfalls Konfliktpotenzial mit dem Menschen, vor allem in dicht besiedelten und landwirtschaftlich genutzten, flachen Landschaften. Dort kann ein Biberdamm in einem Bew\u00e4sserungsgraben gr\u00f6\u00dfere Auswirkungen haben, indem der Biber ein Feld oder eine Wiese unter Wasser setzt.<\/p>\n<p>Dem Deutschen Bauernverband zufolge nehmen die Probleme mit Bibern im Osten, Westen und S\u00fcden des Landes deutlich zu. &quot;Daher muss in einigen Regionen Deutschlands auch die Anzahl der Biber reguliert werden&quot;, meint der Vorsitzende Kr\u00fcsken. Doch der Biber steht unter strengem Schutz und bei Verst\u00f6\u00dfen drohen hohe Strafen. Ausnahmen gibt es nur selten zur Abwendung erheblichen Schadens.<\/p>\n<h2>Bibersekret als Heilmittel genutzt<\/h2>\n<p>Der Europ\u00e4ische Biber (Castor fiber) war einst von Mitteleuropa bis nach Nordasien verbreitet. Im gro\u00dfen Stil gejagt wurde der Biber bis ins 19. Jahrhundert, weil sein Fleisch und sein Pelz begehrt waren. Sein Sekret zur Reviermarkierung, Bibergeil oder Castoreum genannt, wurde dem Biberfachmann Orlam\u00fcnder zufolge als Heilmittel genutzt.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/bilderserien\/wissen\/Wo-Esel-fuer-Ejiao-sterben-muessen-article24927853.html\" rel=\"noreferrer\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Von den gen\u00fcgsamen Huftieren werden auch das Fleisch, ...\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24927904-1715164843000\/16-9\/1136\/imago0386188891h.jpg\"\/>    42 Bilder  <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  17.05.24    Gro\u00dfe Nachfrage nach TCM-Mittel Wo Esel f\u00fcr Ejiao sterben m\u00fcssen    <\/p>\n<p>Anfang des 20. Jahrhunderts gab es Sch\u00e4tzungen zufolge europaweit noch etwa 1000 bis 2000 Tiere, erz\u00e4hlt Orlam\u00fcnder. Inzwischen steht der Biber unter dem strengsten Schutz, den es europaweit gibt. Der europ\u00e4ischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und dem Bundesnaturschutzgesetz zufolge d\u00fcrfen Biber weder gefangen noch gest\u00f6rt werden. Auch seine Bauten darf niemand besch\u00e4digen. Dieser Schutz hat daf\u00fcr gesorgt, dass der Bestand sich langsam erholen konnte. <\/p>\n<p>In den ostdeutschen Bundesl\u00e4ndern und in Bayern gibt es heute wieder relativ viele Biber. Deutschlandweit gehe man mittlerweile von etwa 40.000 Tieren aus, sagt Orlam\u00fcnder. Eine \u00dcberpopulation k\u00f6nne es bei Bibern aber nicht geben. Die Tiere haben ein strenges Reviersystem. Wenn alle der etwa ein bis sechs Kilometer langen Reviere besetzt sind, sei ein Populationsmaximum erreicht &#8211; hohe innerartliche Konflikte seien die Folge. Die Reproduktionsrate gehe zur\u00fcck, und Jungbiber auf der Suche nach einem Revier \u00fcberleben diese Wanderung h\u00e4ufig nicht, weil die Revierinhaber sehr aggressiv seien.<\/p>\n<h2>St\u00e4rker als Bisamratte und Nutria<\/h2>\n<p>Das Tier zu bejagen, h\u00e4lt der Orlam\u00fcnder daher nicht f\u00fcr notwendig. Gerade in trockenen Jahren komme es Landnutzenden sehr zugute, wenn der Biber Wasser in der Landschaft zur\u00fcckhalte und damit Ernten sichere. Au\u00dferdem gebe es Ma\u00dfnahmen, die das Zusammenleben mit dem Biber erm\u00f6glichen &#8211; wie Elektroz\u00e4une.<\/p>\n<p>  <strong>Mehr zum Thema<\/strong>    Bilderserie   Gef\u00e4hrlich oder harmlos? Fremdes Raubtier breitet sich in Deutschland aus       L\u00e4nger als ein Blauwal Neu entdeckte Rekord-Koralle w\u00e4chst seit 300 Jahren       Nicht wegen des Rausches Tiere konsumieren h\u00e4ufiger Alkohol als gedacht    <\/p>\n<p>Verdr\u00e4ngt werden Biber durch \u00e4hnliche Arten wie Nutrias und Bisamratten \u00fcbrigens nicht. Biber sind die Konkurrenzst\u00e4rksten unter den dreien, weil sie heimisch sind und gut mit den Wintern hierzulande klarkommen, wie Orlam\u00fcnder sagt &#8211; im Gegensatz zu den aus S\u00fcdamerika stammenden Nutrias. Lokal k\u00f6nne es mal Rangeleien um eine Nahrungsquelle geben, aber nicht grunds\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Der Biber brauche ein bisschen Raum am Gew\u00e4sser, sagt der Experte. Wenn landwirtschaftlich genutzte Fl\u00e4chen, G\u00e4rten oder Radwege nicht direkt am Wasser verlaufen, sei das Konfliktpotenzial deutlich geringer. Und auch f\u00fcr den dezentralen Hochwasserschutz seien Biberd\u00e4mme wichtig, weil sie Wasser in kleineren Zul\u00e4ufen zur\u00fcckhalten und das Abflie\u00dfen insgesamt verz\u00f6gern. Der Nutzen, den der Biber f\u00fcr Tiere und Menschen bringe, \u00fcbersteige den Schaden bei Weitem.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, gri\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissen Biber werden in ungest\u00f6rter Natur 21 Jahre alt und haben keine ernsthafte Konkurrenz durch Nutrias und Bisamratten. Biber genie\u00dfen den h\u00f6chsten Artenschutz Europas, auch weil man ihr Sekret einst als Heilmittel genutzt und die Tiere in der Folge gejagt hatte. Dabei tragen die Nager enorm zur Artenvielfalt bei, erkl\u00e4ren Natursch\u00fctzer. 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