{"id":28502,"date":"2024-11-02T14:36:04","date_gmt":"2024-11-02T11:36:04","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/irrglauben-kann-schaden-wie-kann-man-bei-einem-epileptischen-anfall-helfen\/"},"modified":"2024-11-02T14:36:04","modified_gmt":"2024-11-02T11:36:04","slug":"irrglauben-kann-schaden-wie-kann-man-bei-einem-epileptischen-anfall-helfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/irrglauben-kann-schaden-wie-kann-man-bei-einem-epileptischen-anfall-helfen\/","title":{"rendered":"Irrglauben kann schaden: Wie kann man bei einem epileptischen Anfall helfen?"},"content":{"rendered":"<p>Frage &amp; Antwort         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Sehst\u00f6rungen, Missempfindungen, Verwirrtheit oder unkontrollierte Bewegungen: Die Anzeichen eines epileptischen Anfalls k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25321638-1730188396000\/16-9\/750\/schwindel.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Sehst\u00f6rungen, Missempfindungen, Verwirrtheit oder unkontrollierte Bewegungen: Die Anzeichen eines epileptischen Anfalls k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Menschen, die an Epilepsie leiden, m\u00fcssen st\u00e4ndig mit pl\u00f6tzlichen Anf\u00e4llen rechnen: beim Einkaufen, in der Bahn oder bei der Arbeit. Von anderen wird die Situation oft falsch eingesch\u00e4tzt und etwa eine Drogenabh\u00e4ngigkeit vermutet. Doch wie erkennt man einen epileptischen Anfall und was ist die richtige Hilfe?<\/strong><\/p>\n<p>Der erste Anfall kommt mit 16 Jahren. Paula Bach ist mit Freunden unterwegs &#8211; und pl\u00f6tzlich ist da einfach nichts mehr, wie sie erz\u00e4hlt. Alles schwarz, alles weg. Eine gute Dreiviertelstunde lang ist die junge Frau ohne Bewusstsein. Als sie aufwacht, findet sie sich im Krankenhaus wieder.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25321617-1730187457000\/16-9\/750\/ACHTUNG-Nur-zur-redaktionellen-Verwendung-im-Zusammenhang-mit-dem-genannten-Text.jpg\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Leben mit Epilepsie: Paula Bach geht in ihrem Umfeld offen mit ihrer Erkrankung um.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25321617-1730187457000\/16-9\/750\/ACHTUNG-Nur-zur-redaktionellen-Verwendung-im-Zusammenhang-mit-dem-genannten-Text.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Leben mit Epilepsie: Paula Bach geht in ihrem Umfeld offen mit ihrer Erkrankung um.<\/p>\n<p>(Foto: Paula Bach\/dpa-tmn)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p> Was das war? Das wei\u00df erst einmal keiner so genau. Erst f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter steht die Diagnose: Epilepsie. Sie z\u00e4hlt zu den h\u00e4ufigsten neurologischen Erkrankungen und schr\u00e4nkt das Leben der Betroffenen erheblich ein. Mittlerweile ist Paula Bach Anfang 30.<\/p>\n<h2>Fehlgeleitete Signale im Gehirn<\/h2>\n<p>Aber was ist das eigentlich f\u00fcr eine Erkrankung? Julia Hoppe, Ober\u00e4rztin der Klinik und Poliklinik f\u00fcr Neurologie am Universit\u00e4tsklinikum Hamburg-Eppendorf, erkl\u00e4rt: &quot;Unser Gehirn arbeitet, vereinfacht gesagt, elektrisch. Die Nervenzellen kommunizieren \u00fcber elektrische Signale miteinander und entladen sich.&quot; Das gehe normalerweise sehr geregelt vonstatten. Bei einem epileptischen Anfall hingegen sei das Gehirn &#8211; oder auch nur einzelne seiner Bereiche &#8211; \u00fcberaktiv. Zu viele Nervenzellen entladen sich gleichzeitig.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25321625-1730187571000\/16-9\/750\/eeg.jpg\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Ein EEG macht Gehirnstr\u00f6me sichtbar. Das Untersuchungs-Verfahren nimmt eine wichtige Rolle in der Diagnostik der Erkrankung Epilepsie ein.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25321625-1730187571000\/16-9\/750\/eeg.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Ein EEG macht Gehirnstr\u00f6me sichtbar. Das Untersuchungs-Verfahren nimmt eine wichtige Rolle in der Diagnostik der Erkrankung Epilepsie ein.<\/p>\n<p>(Foto: Friso Gentsch\/dpa)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p> Wie ein solcher Anfall dann aussieht, sei unterschiedlich. Manchmal wird er von den Betroffenen selbst kaum wahrgenommen, manchmal kommt es zu starken Verkrampfungen oder &#8211; wie im Fall von Paula Bach &#8211; zu schweren Bewusstseinsst\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Paula Bach erlebt solche Vorf\u00e4lle zwei- bis dreimal im Monat. Fr\u00fcher, bevor sie sich wegen der Epilepsie am Hirn hat operieren lassen, waren es mehr: bis zu sechs kurze Aussetzer, sogenannte Auren, t\u00e4glich und drei bis vier Anf\u00e4lle w\u00f6chentlich. Wie bei den meisten Betroffenen klangen sie von selbst wieder ab.<\/p>\n<h2>Anf\u00e4lle ganz pl\u00f6tzlich<\/h2>\n<p>Was viele dabei nicht wissen: Nicht nur die Anf\u00e4lle selbst sind es, die die Gesundheit der Betroffenen stark gef\u00e4hrden, sondern auch die Umst\u00e4nde. Denn: Ein epileptischer Anfall kommt oft aus heiterem Himmel oder k\u00fcndigt sich nur durch winzige Vorzeichen wenige Minuten vorher an. Unbeschwert zur Arbeit gehen, Freunde treffen, verreisen: F\u00fcr viele Betroffene ist all das nicht m\u00f6glich und sogar gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Erstmals-alle-Hirnstrukturen-als-3D-Modell-dargestellt-article24931955.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"urn_binary_dpa_com_20090101_240506-99-930388-FILED.jpeg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24931867-1715326319000\/17-6\/1136\/urn-binary-dpa-com-20090101-240506-99-930388-FILED.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  10.05.24    Synapsen, Neuronen, Blutgef\u00e4\u00dfe Erstmals alle Hirnstrukturen als 3D-Modell dargestellt    <\/p>\n<p>Paula Bach erz\u00e4hlt, dass ein epileptischer Anfall sie beispielsweise schon in der Dusche \u00fcberkam, aus der sie dann fiel. Oder im Caf\u00e9, wo sie Tisch und Kaffee umwarf. Und einmal, besonders dramatisch, auf einer Rolltreppe: Von jetzt auf gleich war sie ausgeknockt, st\u00fcrzte r\u00fcckw\u00e4rts hinunter. Doch anstelle eines Krankenwagens kamen Polizei und Sicherheitsmenschen, die eher von Krawall ausgingen und Paula Bach f\u00fcr eine Drogen- oder Alkoholabh\u00e4ngige hielten. Zum Gl\u00fcck war eine \u00c4rztin vor Ort, die f\u00fcr Aufkl\u00e4rung sorgte.<\/p>\n<h2>Mythos: Etwas zwischen die Z\u00e4hne schieben<\/h2>\n<p>Solche Fehleinsch\u00e4tzungen seien leider keine Seltenheit, sagt Paula Bach. Sie habe schon oft erlebt, dass Menschen sie f\u00fcr eine Suchtkranke hielten, wenn sie einen ihrer Anf\u00e4lle miterlebten.<\/p>\n<p>Oder &#8211; noch schlimmer &#8211; Tipps zur Ersten Hilfe geben, die sogar schaden k\u00f6nnen. Einer davon: Betroffenen w\u00e4hrend des Anfalls etwas zwischen die Z\u00e4hne zu schieben, um zu verhindern, dass sie sich auf die Zunge bei\u00dfen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Warum-loesen-Bilder-Epilepsieanfaelle-aus-article19829982.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"84115149.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/19240336-1480684584000\/17-6\/1136\/84115149.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  09.05.17    Feuersto\u00df im Gehirn Warum l\u00f6sen Bilder Epilepsieanf\u00e4lle aus?    <\/p>\n<p>&quot;Dieser Ratschlag ist richtig gef\u00e4hrlich&quot;, sagt Paula Bach. Der Grund: Viele Epileptikerinnen und Epileptiker w\u00fcrden w\u00e4hrend eines Anfalls Schaum vor dem Mund entwickeln. Mit einem Gegenstand zwischen den Z\u00e4hnen k\u00f6nnten sie nicht richtig schlucken und schlimmstenfalls ersticken. Sie w\u00fcnscht sich mehr Aufkl\u00e4rung \u00fcber die Erkrankung, damit Betroffene im Notfall die richtige Hilfe bek\u00e4men.<\/p>\n<h2>Wie Au\u00dfenstehende helfen k\u00f6nnen<\/h2>\n<p>Aber was ist die richtige Hilfe? &quot;Es ist auf jeden Fall sinnvoll, den Rettungsdienst unter 112 zu rufen&quot;, sagt \u00c4rztin Julia Hoppe. Gerade Laien k\u00f6nnten sich schlie\u00dflich nicht sicher sein, ob es sich tats\u00e4chlich &quot;nur&quot; um einen vor\u00fcbergehenden epileptischen Anfall handelt oder um eine andere Erkrankung, die sofort behandelt werden muss.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/frageantwort\/Kann-man-bei-Erster-Hilfe-was-falsch-machen-article25222705.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"imago0471006161h.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25222771-1726135426000\/17-6\/1136\/imago0471006161h.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Frage &amp; Antwort  14.09.24    Angst vor Fehlern und Folgen Kann man bei Erster Hilfe was falsch machen?    <\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich sollten sich Beobachter vor allem darum k\u00fcmmern, dass die Umgebung w\u00e4hrend des Anfalls sicher ist. &quot;Passiert es beispielsweise im Supermarkt und die betroffene Person schl\u00e4gt um sich und ist stark verkrampft, ist es wichtig, darauf zu achten, dass Kopf, H\u00e4nde und Arme nirgendwo gegen sto\u00dfen und auch nicht auf einen harten Boden knallen&quot;, sagt Julia Hoppe. Eine weiche Jacke, unter den Kopf geschoben, ist beispielsweise schon eine gro\u00dfe Hilfe.<\/p>\n<p>Festhalten hingegen nicht. Julia Hoppe warnt: &quot;Die Zuckungen k\u00f6nnen bei einem Anfall sehr stark sein und bergen dann auch eine Verletzungsgefahr f\u00fcr die helfenden Personen.&quot; Paula Bach sagt zudem: &quot;Viele Betroffene m\u00f6chten w\u00e4hrend eines Anfalls auch \u00fcberhaupt nicht angefasst werden.&quot; Viel wichtiger sei: dabei zu bleiben und gut zu beobachten.<\/p>\n<h2>Wissen schafft Sicherheit<\/h2>\n<p>Unz\u00e4hlige Male hat Paula Bach genau solche Situationen schon miterlebt &#8211; oder besser gesagt: sie sich nach ihrem Knockout erz\u00e4hlen lassen. Ihr K\u00f6rper ist voller Narben von Verletzungen, die sie sich w\u00e4hrend ihrer Anf\u00e4lle zugezogen hat. Dass Menschen Schwierigkeiten haben, einen epileptischen Anfall \u00fcberhaupt zu erkennen und dann auch noch besonnen zu reagieren, daf\u00fcr zeigt sie volles Verst\u00e4ndnis.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wissen\/Hirnschrittmacher-gibt-Epilepsie-Betroffenen-Hoffnung-article23906373.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"hirnschrittmachet.JPG\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/23906422-1675967372000\/16-9\/1136\/hirnschrittmachet.jpg\"\/>    01:43 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  12.02.23    Leben ohne Kr\u00e4mpfe Hirnschrittmacher gibt Epilepsie-Betroffenen Hoffnung    <\/p>\n<p> H\u00e4ufig wurde sie schon ins Krankenhaus gebracht, was unn\u00f6tig war. Dennoch r\u00e4t auch sie Au\u00dfenstehenden dazu, einen Rettungswagen zu rufen, wenn diese den Ernst der Lage nicht wirklich gut einsch\u00e4tzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>  <strong>Mehr zum Thema<\/strong>    Angst vor Fehlern und Folgen Kann man bei Erster Hilfe was falsch machen?    <\/p>\n<p>Sie selbst hat ihre Situation derzeit im Griff. Ihre Familie und Freunde wissen Bescheid und k\u00f6nnen routiniert helfen, wenn Paula Bach einen Anfall erleidet. Auch ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen hat sie eingeweiht. Das ist auch ihr Tipp f\u00fcr andere Betroffene: &quot;Es ist erleichternd, wenn man nichts verheimlichen muss. Je mehr Menschen wissen, was sie im Notfall zu tun haben, desto sicherer kann man durch den Alltag gehen&quot;, sagt sie.<\/p>\n<p>Sie spricht anderen Betroffenen Mut zu, sich von ihrer Erkrankung nicht das ganze Leben diktieren zu lassen. Und: andere Menschen immer wieder aufzukl\u00e4ren, um die vielen Mythen und Unwahrheiten \u00fcber die Epilepsie nach und nach verschwinden zu lassen.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, Sandra Arens, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage &amp; Antwort Sehst\u00f6rungen, Missempfindungen, Verwirrtheit oder unkontrollierte Bewegungen: Die Anzeichen eines epileptischen Anfalls k\u00f6nnen vielf\u00e4ltig sein. Menschen, die an Epilepsie leiden, m\u00fcssen st\u00e4ndig mit pl\u00f6tzlichen Anf\u00e4llen rechnen: beim Einkaufen, in der Bahn oder bei der Arbeit. Von anderen wird die Situation oft falsch eingesch\u00e4tzt und etwa eine Drogenabh\u00e4ngigkeit vermutet. 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