{"id":28498,"date":"2024-11-01T22:17:50","date_gmt":"2024-11-01T19:17:50","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/fritz-kalkbrenner-im-interview-das-clubsterben-ist-wirklich-kein-problem\/"},"modified":"2024-11-01T22:17:50","modified_gmt":"2024-11-01T19:17:50","slug":"fritz-kalkbrenner-im-interview-das-clubsterben-ist-wirklich-kein-problem","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/fritz-kalkbrenner-im-interview-das-clubsterben-ist-wirklich-kein-problem\/","title":{"rendered":"Fritz Kalkbrenner im Interview: &#8220;Das Clubsterben ist wirklich kein Problem&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Musik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Wei\u00df genau, was er machen muss, wenn er im Studio sitzt: Fritz Kalkbrenner.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25328028-1730371309000\/16-9\/750\/DSC-6820-presse-1.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Wei\u00df genau, was er machen muss, wenn er im Studio sitzt: Fritz Kalkbrenner.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>2008 setzen Fritz Kalkbrenner und sein Bruder Paul mit &quot;Sky And Sand&quot; der elektronischen Musik aus Berlin ein Denkmal. Nun bringt der Produzent und DJ sein mittlerweile siebtes Album heraus. Mit ntv.de spricht der 43-J\u00e4hrige \u00fcber &quot;Third Place&quot;, neue Trends in der Szene und das Berliner Clubsterben.<\/p>\n<p>ntv.de: Herzlichen Gl\u00fcckwunsch zu &quot;Third Place&quot;! Was ist in die Platte reingeflossen, hattest du eine bestimmte Idee, wo du mit ihr hinwolltest? <\/p>\n<p>Fritz Kalkbrenner: Nee, so kann man das nicht machen. Man arbeitet, und irgendwann verf\u00fcgt man \u00fcber ein Sammelsurium. Dann kann man auf halber Strecke erkennen, ob es ein verbindendes Element gibt. Aber sich nur mit einem Blatt Papier hinsetzen und sagen: Das wird jetzt ein ganz konkretes Konzeptalbum, ich bin wie Rufus Wainwright und mache ein Album \u00fcber Parkanlagen in Europa, wo jeder Titel eine Parkanlage repr\u00e4sentiert und ich alles nur noch vertonen muss \u2026 das ist bei mir nicht so. Es geht eher aus dem Nebul\u00f6sen ins Konkrete und verdichtet sich dann.<\/p>\n<p>Wie entsteht bei dir ein Track?<\/p>\n<p>Das ist, als ob man jemanden, der 20 Jahre lang schnitzt, fragt, wie er schnitzt. Ich setze mich hin und nehme ich die Ger\u00e4te in die Hand, die ich seit 20 Jahren anfasse. Ich wei\u00df ganz genau, was ich machen muss. Wie bei einem Kunsthandwerk gibt und braucht es keinen formelhaften Start. Es gibt das, was ich durch meine hoffentlich vorhandene H\u00f6rerfahrung in dem Moment gut und behaltenswert finde. Daran halte ich fest und baue es aus &#8211; es wird angedickt und saturiert, bis es eine eigene Tragweite hat und man zum Arrangement \u00fcbergehen kann. Und wenn die Nummer sich zus\u00e4tzlich noch f\u00fcr Gesang qualifiziert, kann man auch noch dar\u00fcber nachdenken, einen Text zu schreiben und den zu singen.<\/p>\n<p>Wie entscheidest du \u00fcber Gesang?<\/p>\n<p>Das geht ziemlich schnell, das h\u00e4ngt vom grundlegenden Vibe der Nummer ab. Rein theoretisch kann man als verkaufsf\u00f6rderndes Argument jede Nummer mit Gewalt besingen. Aber das kann ich nur schwer in Worte zu fassen, das sind Hirnprozesse, f\u00fcr die ich keine Begrifflichkeiten habe. Bei besonders clubbigen Sachen, wo die ganze Energie nur \u00fcber die Komposition \u00fcbertragen wird, muss man nicht noch kleine Klangf\u00e4hnchen in Form von Gesang obendrauf machen.<\/p>\n<p>Aber es ist schon eher die Reihenfolge: Erst Musik, dann der Gesang? Nicht wie bei Songrwritern, die teilweise erst eine Textzeile haben und darauf die Melodie aufbauen?<\/p>\n<p>Songtexter bin ich ja. Ich wei\u00df, was du meinst, aber in der Clubmusik ist es, glaube ich, fast immer so, dass es erst die Produktion gibt und dann der Text kommt. Das hat sich so eingeb\u00fcrgert.<\/p>\n<p>Was bedeutet der Albumtitel &quot;Third Place&quot; f\u00fcr dich?<\/p>\n<p>In der soziokulturellen Theorie ist der &quot;dritte Ort&quot; das, was man im besten Fall neben Schlaf und Arbeit noch braucht. Das kann alles sein &#8211; vom Dackelverein \u00fcber Kneipe oder seltsame Streckspr\u00fcnge im Park machen bis hin zum Weggehen. Das passiert alles ohne Wertung, solange es \u00fcberhaupt getan wird. Mir scheint, dass das alles seltener wird, aus vielerlei Gr\u00fcnden. Sozialen Medien, die Leute arbeiten zu viel &#8230; und das ist nicht die beste Entwicklung, es ist grundlegend schade.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnte man auch auf das Clubsterben in Berlin und in anderen St\u00e4dten beziehen. Hattest du das auch im Sinn?<\/p>\n<p>Was ich mache, ist nachrangig, aber wenn jemand das so sehen m\u00f6chte, ist er oder sie herzlich dazu eingeladen, das als solches zu identifizieren. Kongenial passt der Hut drauf. In meiner Szenerie ist das nat\u00fcrlich ein Thema &#8211; ob es wirklich ein Problem ist, sei mal dahingestellt. Clubs kommen und gehen, das ist so und es machen auch viele andere auf. Da spielen verschiedene Sachen rein: Etwa, dass Berlin es in dem Zusammenhang noch nicht geschafft hat, innerhalb von 30 Jahren zu der Geltungsgr\u00f6\u00dfe zu kommen, die die bev\u00f6lkerungsreichste europ\u00e4ische Stadt eigentlich haben m\u00fcsste. Berlin f\u00e4llt hinter Paris und London immer noch ganz weit ab. Die Politik hier ist auch von alters her nicht die beste. Das, was vor der Wende in Westberlin durch diesen Insulanerstatus gekrankt hat, hat sich wie ein Krebsgeschw\u00fcr auch nach Ostberlin ausgelagert. Dann passiert es, dass gewisse altgediente Theater sich um gewisse T\u00f6pfe bewerben k\u00f6nnen und Clubs nicht, denen fehlt es an Zug\u00e4ngen. So kommt es, dass ein Watergate voll auf den Deckel bekommt, weil sich die Miete verdoppelt. Ich bin kein Freund von staatlicher Subvention, aber gleiche Regeln f\u00fcr alle w\u00e4ren gut, zumal das ja Aush\u00e4ngeschilder sind und auch viel Kohle kumulieren.<\/p>\n<p>Geht dir das nicht nahe, dass die Clubs, in denen du deine Anf\u00e4nge hattest, fast alle geschlossen haben oder bald schlie\u00dfen m\u00fcssen?<\/p>\n<p>Die Clubszene gibt es und sie geht nicht unter. Wir k\u00f6nnen uns die Frage stellen, ob es Clubs \u00fcber 20 Jahre lang geben sollte. <\/p>\n<p>Spricht etwas dagegen? <\/p>\n<p>Es spricht nichts dagegen, aber normalerweise gibt es einen schnellen Gang und Wandel. Von mir aus h\u00e4tte das Watergate noch 20 Jahre lang weitermachen k\u00f6nnen. Wenn ihnen durch eigenes Vermieter-Gutd\u00fcnken so derartig an den Hals gegangen wird, ist das ohne Frage sehr schade.<\/p>\n<p>Gegen steigende Mieten k\u00f6nnt ihr als K\u00fcnstler nichts unternehmen. Aber setzt ihr euch irgendwie aktiv ein, schlie\u00dft ihr euch zusammen?<\/p>\n<p>Nicht, dass mir bekannt ist. Seien wir ehrlich: Was soll ich tun?<\/p>\n<p>Durch mehr Auftritte oder indem ihr eure Reichweite nutzt und Leute mobilisiert?<\/p>\n<p>Um was zu tun?<\/p>\n<p>   ANZEIGE   <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/B0DGRMJYCT?tag=ntvde0f-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\"> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/m.media-amazon.com\/images\/I\/31lkxOpSVXL._SL500_.jpg\"\/><\/a>   Third Place  17,99 \u20ac   Zum Angebot bei amazon.de      <\/p>\n<p>Um auf die Stra\u00dfe zu gehen zum Beispiel oder L\u00f6sungen zu diskutieren?<\/p>\n<p>Ich sehe das sehr abgekl\u00e4rt. Mehr als als eine hohle Geste w\u00e4re das nicht. Ich kann mich f\u00fcr zwei Stunden in Kreuzberg mit einer 2000-Watt-Anlage in den Park stellen und die Leute kommen und nehmen das als Umsonstparty wahr &#8230; Aber das ist ein ganz langwieriger Prozess und wirklich kein Problem. Es werden neue Clubs entstehen, daf\u00fcr lege ich meine Hand ins Feuer. Angebot und Nachfrage sind da. Die Alterssaturation von gewissen Bezirken ist auch nichts Unnat\u00fcrliches. Dass es keinen Club mehr im Prenzlauer Berg gibt, ist aus meiner Sicht schade, weil ich das als Jugendlicher anders erlebt habe. Im Zeitstrahl der Geschichte ist das aber nur ein ganz kleiner Ausfall. Wenn da jetzt Leute leben, die daf\u00fcr keinen Bedarf haben, dann findet das da halt nicht statt und das muss man akzeptieren. Vom WMF (ein beliebter Club in den 90er-Jahren, Anm.d.Red.) gab es, glaube ich, sechs L\u00e4den. Die sind alle anderthalb Jahre umgezogen und waren dann wieder weg. Das war nicht so ungew\u00f6hnlich in meiner Jugend.<\/p>\n<p>Bis zur Corona-Pandemie hast du alle zwei Jahre ein neues Album herausgebracht. Das ist mittlerweile eher un\u00fcblich in der Clubmusik.<\/p>\n<p>Die Argumentation, dass das Album als solches zunehmend aus der Zeit gefallen ist, kommt nicht von ungef\u00e4hr. Das hat sich bei K\u00fcnstlern, die keine personelle Fl\u00e4che haben oder die das nicht bieten k\u00f6nnen, schon ausgeb\u00fcrgert. Es h\u00e4ngt mit den Konsumgewohnheiten des Streamings zusammen, dass ein Album zunehmend ad acta gef\u00fchrt wurde. Ich wei\u00df auch nicht, wie lange sich das noch h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Versuchst du, noch so lange wie m\u00f6glich an Alben festzuhalten?<\/p>\n<p>Ich mag das Format, das liegt auch meine Entwicklung und Konditionierung. Als ich 20 war, war das wahnsinnig wichtig und eine ganz tolle Sache. Aber dieser Bestandteil der k\u00fcnstlerischen Arbeit, zu sagen: Genau so ist die Pr\u00e4sentation und bitte genau in der Reihenfolge, weil ich mir etwas dabei gedacht habe &#8211; das f\u00e4llt zunehmend hinten\u00fcber. Das kann man gut oder schlecht finden, aber es ist eine Tatsache. Ich gucke, wie lange es noch sinnvoll ist und habe nichts dagegen, wenn es sich noch ein bisschen h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Von deinem ersten Album bis zum bislang letzten hat sich k\u00fcnstlerisch bei dir viel getan, du setzt mehr melodische, organische Elemente ein. Gibt es irgendwas, was diese Entwicklung vorantreibt oder war das ein nat\u00fcrlicher Prozess?<\/p>\n<p>Ich habe mehr dazugelernt. Mein erstes Album war eher ein Backroom-Producer-Album, das man zu Hause macht und die Leute m\u00f6gen. Dadurch hat man mehr M\u00f6glichkeiten und mehr Geld, das man wiederum in das n\u00e4chste Album stecken kann. Dann kann man Geld f\u00fcr Studiomusiker ausgeben. Vom ersten bis zum vierten Album sollte alles gr\u00f6\u00dfer, besser und opulenter werden. W\u00e4hrend meines vierten Albums fing ich an, auf der Stelle zu treten, da habe ich ein Plateau erreicht. Die Frage war, ob ich das ewig wiederk\u00e4uen wollte. Und das war nicht der Fall. Das f\u00fcnfte Album war also wieder ganz anders &#8211; reduziert und zur\u00fcckgenommen. Jetzt versuche ich, diese beiden Bestrebungen mehr im Zaum zu halten. Es kommt darauf an: Ist das, was ich mache, sinnhaft oder tu ich es nur noch um des Tuns willen?<\/p>\n<p>F\u00fchlst du dich selbstsicher in deinen Entscheidungen?<\/p>\n<p>Ich habe mich fr\u00fcher sehr schwergetan mit dem finalen Entscheidungsschritt. Es gibt immer so viele M\u00f6glichkeiten, etwas abzuschlie\u00dfen. Es hat ein paar Jahre gedauert, bis ich zu dem Punkt gekommen bin: Fertig ist immer besser als perfekt. Wenn keine substanzielle Verbesserung mehr stattfindet, muss man loslassen und das Produkt auf die Menschheit abwerfen. Jetzt bin ich wahnsinnig gut im Abschluss. (lacht) Man muss eine gewisse Kaltschn\u00e4uzigkeit entwickeln, auch der eigenen T\u00e4tigkeit gegen\u00fcber. <\/p>\n<p>Was gibt dir allgemein mehr kreative Erf\u00fcllung: die kontrollierte Arbeit im Studio oder das spontane, unvorhersehbare Element bei einem Live-Auftritt?<\/p>\n<p>Beides hat seine Vorz\u00fcge. \u00dcberrumpelt zu werden ist in dem Zusammenhang eine sch\u00f6ne Sache. Aber im Studio ist dieser Anfangsimpetus sehr cool, wenn es bei einer Nummer gut l\u00e4uft. Da passiert sehr viel in sehr kurzer Zeit. Nur das Ausschleifen ist eher mit Flei\u00dfarbeit verbunden. Das ist zwar unabdingbar n\u00f6tig, viel passiert da aber nicht mehr. Aber ich glaube, es kommt gar nicht darauf an, ob Studio oder Show. Um es mit Goethes Worten zu beschreiben: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.<\/p>\n<p>Wie viele Liveshows spielst du im Jahr ungef\u00e4hr?<\/p>\n<p>Dieses Jahr waren es gar nicht so viele, da war eher Klasse statt Masse angesagt. Aber es gab Jahre, wo ich um die 160 gespielt habe, rein rechnerisch jeden zweiten Tag. Da sieht man im Dezember aus wie eine Rosine. Jetzt sind es eher 40 bis 50.<\/p>\n<p> <strong>Fritz Kalkbrenner auf RTL+ Musik<\/strong> <\/p>\n<figure>       <img decoding=\"async\" alt=\"DSC_5448_presse_1.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25328511-1730381896000\/16-9\/750\/DSC-5448-presse-1.jpg\"\/><figcaption>\n<p>(Foto: Sarah Storch)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>H\u00f6ren Sie die Musik von Fritz Kalkbrenner auf RTL+ Musik.<\/p>\n<p>Lassen sich 160 Shows im Jahr ohne Drogen schaffen? <\/p>\n<p>Ja. Der Raubbau findet sowieso statt, Drogen verlagern ihn nur. Man k\u00f6nnte zwar noch mehr Gas geben, w\u00fcrde dann aber im Dezember noch mehr wie eine Rosine aussehen. Show und steil gehen ist eher etwas f\u00fcr die, die noch ein \u00dcberma\u00df an Kr\u00e4ften haben. Bei mir ist Show mit Energie und haushalten verbunden.<\/p>\n<p>Die fr\u00fchere Drogensucht deines Bruders Paul war ein elementarer Teil seines Films &quot;Berlin Calling&quot;. Wurdest du als j\u00fcngerer Bruder, der ihm m\u00f6glicherweise nacheifern wollte, nicht beeinflusst?<\/p>\n<p>Nee, eigentlich nicht. Ich bin, was Shows angeht, schon immer ziemlich diszipliniert gewesen. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass mein Durchbruch erst mit 24, 25 stattgefunden hat, ich war \u00e4lter und konnte Dinge besser einordnen. Der eigene Spa\u00df stand nicht so sehr im Vordergrund wie das Abliefern.<\/p>\n<p>Bist du heutzutage w\u00e4hlerischer, was Live-Shows angeht?<\/p>\n<p>Ja &#8211; und ich arbeite mittlerweile in anderen Gestaltungsgr\u00f6\u00dfen. Als junger Bengel habe ich viele Shows in 300-Mann-Clubs gespielt. Auf die Anzahl komme ich heute mit einer Show, wenn ich vor 4000 Leuten spiele. F\u00fcr die ist dann auch ein halbes Jahr gut, die wollen mich nat\u00fcrlich nicht jede Woche sehen. Somit schrumpft diese Zahl der Shows. <\/p>\n<p>Spielst du ab und zu noch so in kleineren Clubs?<\/p>\n<p>Nicht im gesch\u00e4ftlichen Kerngebiet. In Deutschland, \u00d6sterreich und der Schweiz ist es schwierig. Zur Albumver\u00f6ffentlichung spiele ich zum Beispiel im Metropol eine super intime Show mit nur ganz wenigen Bundle-Tickets. Das ist aber eine eigene Entscheidung und ein Sonderfall. Der Bedarf ist da. Aber wenn ich vor 300 Leuten spiele, habe ich zwar wahnsinnig viel Spa\u00df dabei. Drau\u00dfen stehen aber noch mal so viele an und sind schlecht gelaunt, weil sie nicht reinkommen. Und die will ich nicht entt\u00e4uschen. <\/p>\n<p>Es gibt in letzter Zeit viele neue erfolgreiche Sparten in der Szene &#8211; Tiktok-Rave, Trance-Rap oder so Schnelle-Brille-Baller-Techno \u2026 alles immer schneller, immer h\u00e4rter. Wie stehst du zu diesen Str\u00f6mungen?<\/p>\n<p>Das ist unterschiedlich. Richtiger Techno kann gut sein, da eine gro\u00dfe subversive Kraft von ihm ausgeht. Manche von diesen Sachen heutzutage, wo auch Nummern von anderen K\u00fcnstlern auf rabiate Art und Weise verarbeitet werden, die sind einfach nur schnell und es fehlt ihnen an tiefer Kraft. Das reicht nicht aus. Ich muss auf diesen Zug nicht aufspringen, das w\u00e4re nicht wahrhaftig und die Leute w\u00fcrden es erkennen. Zehn BPM schneller und ballern wie Sau &#8230; Das nimmt mir doch keiner ab. <\/p>\n<p>Wie siehst du die Entwicklung der elektronischen Musik mit Blick auf technologische Entwicklungen wie K\u00fcnstliche Intelligenz?<\/p>\n<p>Wenn ich das w\u00fcsste \u2026 Vermutlich ist es irgendwann so weit, dass es nahezu nicht mehr zu unterscheiden ist. Dann obliegt es den Menschen, zu entscheiden, was sie konsumieren m\u00f6chten. F\u00fcr den t\u00e4glichen Gebrauch gibt es dann vielleicht die KI-generierte Musik und wenn man sich ein gro\u00dfes Bonbon leisten will, dann guckt man sich einen Menschen an. Es gibt KI-generierte Soulnummern, die man von einem Original nicht unterscheiden kann. Aber wie wir jetzt rausgefunden haben, macht die KI ja doch nicht alles selbst, sie kreiert es nicht so, wie wir das machen. Sie hat nur einen unfassbar gigantischen Zugriff auf das ganze Schaffen der Menschheit und kann daraus in Bruchteilen von Sekunden aus 10.000 Nummern etwas klauen und neu zusammensetzen. Man kann also mit Blick aufs Urheberrecht nicht mehr nachweisen, von wem was war. Das ist sehr schade, aber das ist der Gang der Dinge. Er wird auch sehr viele in meiner Branche arbeitslos machen. Eventuell auch nicht &#8211; das wei\u00df man nicht.<\/p>\n<p>Mit Fritz Kalkbrenner sprach Linn Penkert.<\/p>\n<p>&quot;Third Place&quot; ist ab sofort \u00fcberall erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik Wei\u00df genau, was er machen muss, wenn er im Studio sitzt: Fritz Kalkbrenner. 2008 setzen Fritz Kalkbrenner und sein Bruder Paul mit &quot;Sky And Sand&quot; der elektronischen Musik aus<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-28498","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28498","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28498"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28498\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28498"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28498"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28498"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}