{"id":2846,"date":"2020-09-28T18:29:09","date_gmt":"2020-09-28T15:29:09","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-vor-der-us-wahl-betrug-mit-ankundigung\/"},"modified":"2020-09-28T18:29:09","modified_gmt":"2020-09-28T15:29:09","slug":"donald-trump-vor-der-us-wahl-betrug-mit-ankundigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-vor-der-us-wahl-betrug-mit-ankundigung\/","title":{"rendered":"Donald Trump vor der US-Wahl: Betrug mit Ank\u00fcndigung"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/bc37f803-1e77-4243-bb0a-7712acf005ed_w948_r1.77_fpx43_fpy45.jpg\" title=\"Pr\u00e4sident Donald Trump (im August)\" alt=\"Pr\u00e4sident Donald Trump (im August)\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Pr\u00e4sident Donald Trump (im August)<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Chris Carlson \/ Getty Images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Viele Amerikaner haben die Sorge, dass Donald Trump eine Niederlage bei der Pr\u00e4sidentschaftswahl nicht anerkennen w\u00fcrde. Das ist verst\u00e4ndlich, der Pr\u00e4sident hat \u00f6ffentlich Zweifel an einer friedlichen Macht\u00fcbergabe ges\u00e4t.<\/p>\n<p>Doch die wirkliche Gefahr lauert anderswo. Es kann Wochen dauern, bis alle Stimmen ausgez\u00e4hlt sind und das Ergebnis feststeht. So lange wird Trump nicht warten.<\/p>\n<p>Er hat einen Plan B: Er wird sich schon vorher zum Sieger erkl\u00e4ren &#8211; und das k\u00f6nnte funktionieren. Die Coronakrise und das chaotische amerikanische Wahlsystem spielen Trump in die H\u00e4nde.<\/p>\n<p>Trump hat mehrfach gezeigt, dass er unf\u00e4hig ist, eine demokratisch zustande gekommene Niederlage zu akzeptieren. Als er bei den republikanischen Vorwahlen im Jahr 2016 gegen seinen damaligen Konkurrenten Ted Cruz unterlag, sprach er von Betrug und forderte eine Wahlwiederholung.<\/p>\n<p>Warum aber s\u00e4t Trump nur wenige Wochen vor der Pr\u00e4sidentschaftswahl weitere Zweifel an seiner demokratischen Gesinnung? Es ist kaum zu erwarten, dass er damit die wichtigen Wechselw\u00e4hler in den Vorst\u00e4dten f\u00fcr sich gewinnt.<\/p>\n<h3>Trump glaubt nicht mehr an einen regul\u00e4ren Wahlsieg<\/h3>\n<p>Die Erkl\u00e4rung ist einfach: Der Pr\u00e4sident hat die Hoffnung aufgegeben, auf regul\u00e4rem Weg an der Macht zu bleiben. Die Umfragen sehen seinen demokratischen Widersacher Joe Biden seit Wochen stabil vorne, auch in wichtigen Swing States. Alle Versuche Trumps, Bidens Vorsprung zu verringern, haben nicht gefruchtet.<\/p>\n<p>Um Pr\u00e4sident bleiben zu k\u00f6nnen, muss Trump die Wahl delegitimieren. Das versucht er seit Monaten. Die Wahl werde der &quot;gr\u00f6\u00dfte politische Schwindel der Geschichte&quot;, sagt er.<\/p>\n<p>Seine Attacken gelten vor allem der Briefwahl. Wegen der Coronakrise wird eine Rekordzahl an B\u00fcrgern per Brief abstimmen. Der massive Betrug dabei werde &quot;eine Schande f\u00fcr unser Land sein&quot;,  behauptet Trump.<\/p>\n<p>Belege daf\u00fcr gibt es keine. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Briefwahl nicht betrugsanf\u00e4lliger ist als der regul\u00e4re Gang zur Urne. Das best\u00e4tigte der FBI-Direktor Christopher Wray erst in der vergangenen Woche.<\/p>\n<p><strong><em>Behalten Sie den \u00dcberblick: Jeden Werktag gegen 17 Uhr beantworten SPIEGEL-Autoren die Fragen des Tages. \u201cDie Lage am Abend\u201d &#8211; hintergr\u00fcndig, kompakt, kostenlos. <\/em><\/strong><strong><em>Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail<\/em><\/strong><strong><em>.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Trumps Tiraden haben einen Effekt, der ihm auf den ersten Blick zu schaden scheint. Viele republikanische W\u00e4hler wollen ihre Stimme aus Angst vor einem imagin\u00e4ren Wahlbetrug nicht per Post abgeben. Weil aber die Republikaner besonders von \u00e4lteren B\u00fcrgern gew\u00e4hlt werden, die in Zeiten der Pandemie den Gang ins Wahllokal scheuen, schw\u00e4cht Trump mit seinen haltlosen Behauptungen die eigene Partei.<\/p>\n<p>Dennoch kommt dem Pr\u00e4sidenten diese Entwicklung zupass. Laut Umfragen liegt Trump bei W\u00e4hlern, die pers\u00f6nlich ihre Stimme abgeben wollen, vorn. Biden hatten dagegen einen noch deutlicheren Vorsprung bei den Briefw\u00e4hlern.<\/p>\n<h3>Das heikelste Szenario ist das wahrscheinlichste<\/h3>\n<p>Das Szenario, auf das Trump spekuliert und das viele Experten f\u00fcr wahrscheinlich halten, sieht folgenderma\u00dfen aus: Am Wahlabend f\u00fchrt der Pr\u00e4sident. Erst mit Ausz\u00e4hlung der Briefwahlstimmen, die l\u00e4nger dauert, holt Biden auf. Am Ende liegt der Demokrat vorn.<\/p>\n<p>So weit will Trump es nicht kommen lassen. Das Ergebnis m\u00fcsse am Wahlabend feststehen, hat er mehrfach betont. Er wird daher sich bereits in der Wahlnacht zum Gewinner ausrufen.<\/p>\n<p>Dann beginnt der eigentliche Kampf um das Wahlergebnis. Die Ausz\u00e4hlung aller Stimmen kann lange dauern. Bei den Vorwahlen in New York in diesem Jahr standen die Sieger erst nach einem Monat fest.<\/p>\n<p>Trump hat alles daf\u00fcr getan, die Wahl zu chaotisieren. Er hat die Post geschw\u00e4cht, damit die Wahlzettel nicht rechtzeitig ankommen. Er hat die notwendigen Mittel blockiert, die die Staaten gebraucht h\u00e4tten, um sich auf den Ansturm der Briefw\u00e4hler vorzubereiten. Und seine Partei versucht auf juristischem Wege jede Initiative zu verhindern, die die Briefwahl erleichtert.<\/p>\n<p>Das hat dazu gef\u00fchrt, dass in vielen Staaten die Briefwahlen schon begonnen haben, obwohl noch rechtliche Fragen ungekl\u00e4rt sind. Am Ende k\u00f6nnten Hunderttausende in gutem Glauben abgegebene Stimmen ung\u00fcltig sein.<\/p>\n<h3>Trump profitiert vom Chaos<\/h3>\n<p>Je mehr Durcheinander, desto besser f\u00fcr Trump. Dadurch steigt seine Chance, dass die Wahl nicht regul\u00e4r entschieden wird.<\/p>\n<p>Trump hat bereits klargemacht, dass er erwartet, dass am Ende das Oberste Gericht den Wahlsieger bestimmt. Deshalb will er die durch den Tod von Ruth Bader Ginsburg freigewordene Stelle am Supreme Court noch vor der Wahl besetzen. Wenn die W\u00e4hler Trump keine zweite Amtszeit gew\u00e4hren, dann sollen es die von ihm ernannten Richter tun.<\/p>\n<p>Es ist durchaus m\u00f6glich, dass dies so kommt. Bei der Pr\u00e4sidentschaftswahl im Jahr 2000 siegte der Republikaner George W. Bush gegen seinen demokratischen Konkurrenten Al Gore, weil die konservative Mehrheit am Supreme Court ein Ende der Neuausz\u00e4hlung der Stimmzettel in Florida anordnete. Warum sollte sich das nicht wiederholen?<\/p>\n<p>Noch ist vieles unsicher. Vielleicht gewinnt Trump ohnehin. Vielleicht ist Bidens Vorsprung so gro\u00df, dass alle Tricks des Pr\u00e4sidenten nicht fruchten. Fest steht, dass es diesmal um mehr als nur einen Machtwechsel im Wei\u00dfen Haus geht. Die Zukunft der amerikanischen Demokratie steht auf dem Spiel.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Pr\u00e4sident Donald Trump (im August) Foto:\u2002 Chris Carlson \/ Getty Images Viele Amerikaner haben die Sorge, dass Donald Trump eine Niederlage bei der Pr\u00e4sidentschaftswahl nicht anerkennen w\u00fcrde. 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