{"id":28434,"date":"2024-10-22T19:58:58","date_gmt":"2024-10-22T16:58:58","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/papst-biograf-zur-weltsynode-franziskus-verfolgt-fur-kirche-idee-einer-gruppentherapie\/"},"modified":"2024-10-22T19:58:58","modified_gmt":"2024-10-22T16:58:58","slug":"papst-biograf-zur-weltsynode-franziskus-verfolgt-fur-kirche-idee-einer-gruppentherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/papst-biograf-zur-weltsynode-franziskus-verfolgt-fur-kirche-idee-einer-gruppentherapie\/","title":{"rendered":"Papst-Biograf zur Weltsynode: Franziskus verfolgt f\u00fcr Kirche &#8220;Idee einer Gruppentherapie&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Panorama         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"An der Synode nehmen mehr als 360 Geistliche und Laien teil.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25306683-1729593780000\/16-9\/750\/5a5b560574e56a3034a77357958d3f03.jpg\"\/><figcaption>\n<p>An der Synode nehmen mehr als 360 Geistliche und Laien teil.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Derzeit tagt die Weltsynode in Rom. Den Teilnehmern ist jedoch jede Art von Kommunikation mit den Medien untersagt. &quot;Dieser Mangel an Transparenz ist negativ&quot;, findet Marco Politi. Wie es um die Katholische Kirche steht und wie der Stand beim Dauerstreit zur Frauenfrage ist, erkl\u00e4rt der Vatikan-Kenner und Autor einer Biografie \u00fcber Papst Franziskus. Und er erkl\u00e4rt, was der Papst mit einer Schildkr\u00f6te gemein hat.<\/p>\n<p>ntv.de: Hat den Papst der Mut verlassen, die Kirche grundlegend zu reformieren? Will er nur noch &quot;den Laden zusammenhalten&quot; und seinem Nachfolger eine &#8211; auf dem Papier &#8211; einige Kirche \u00fcbergeben?<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Weltsynode-versucht-nur-noch-den-Laden-zusammenzuhalten-article25263056.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"28fbedffe36f267be1fbf103122c6ce3.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25263142-1727772071000\/17-6\/1136\/28fbedffe36f267be1fbf103122c6ce3.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  01.10.24    Abschied von der gro\u00dfen Reform Weltsynode versucht nur noch den &quot;Laden zusammenzuhalten&quot;    <\/p>\n<p>Marco Politi: Gehen wir von der Tatsache aus, dass er zehn Jahre etwas \u00fcberstehen musste, das ich mit einem B\u00fcrgerkrieg in den R\u00e4ngen der Kirche beschreiben w\u00fcrde. Gegen ihn standen nicht wenige konservative Kardin\u00e4le, Bisch\u00f6fe, manchmal sabotierende Bischofskonferenzen und sogar ein emeritierter Papst. Die Kirche ist heute ein Flickenteppich verschiedener Tendenzen, Visionen und Kulturen. Es gibt Bischofskonferenzen, die tief gespalten sind, wie die US-amerikanische, und gro\u00dfe Unterschiede zwischen den Kirchen von Osteuropa und Westeuropa. Diese Unterschiede sieht man bei allen offenen Fragen. So wollen Kirchen der n\u00f6rdlichen Hemisph\u00e4re Homosexuellen einen Segen spenden d\u00fcrfen, in Afrika ist man total dagegen. Insofern muss Franziskus wirklich das Ganze zusammenhalten.<\/p>\n<p>Ist die Synode eine verpasste Chance?<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich h\u00e4tte diese Synode auch ein &quot;Minikonzil&quot; sein k\u00f6nnen, doch im Zweiten Vatikanischen Konzil hatten die Bisch\u00f6fe eine gro\u00dfe Freiheit errungen. In der Synode hat Franziskus &#8211; entgegen der Tradition von Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. &#8211; verboten, offene Information zu geben, dar\u00fcber zu berichten, wer was sagt. Dieser Mangel an Transparenz ist negativ.<\/p>\n<p>Hat Franziskus Angst, dass die Spaltung bei vielen Themen offenkundig wird? <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/panorama\/Papst-verteidigt-Aussagen-zur-Stellung-der-Frau-article25261460.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Papst.JPG\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25261748-1727702611000\/16-9\/1136\/Papst.jpg\"\/>    02:06 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  30.09.24    Nach Kritik der Katholischen Uni Papst verteidigt Aussagen zur Stellung der Frau    <\/p>\n<p>Das ist nicht ganz falsch als Annahme, nur denke ich, dass der Papst mit dieser Synode hinter verschlossenen T\u00fcren, durch die nat\u00fcrlich immer etwas nach au\u00dfen zu uns dringt, eher die Idee einer &quot;Gruppentherapie&quot; f\u00fcr seine Kirche verfolgt. Er will die kritischen Punkte Homosexualit\u00e4t und Frauen in der Kirche ja nicht aussperren, m\u00f6chte aber zuerst, dass sich die verschiedenen Teile der Kirche und des Katholizismus besser direkt kennenlernen und sich dadurch zuk\u00fcnftige Br\u00fcche verhindern lassen. Aus den Gespr\u00e4chen mit vielen Teilnehmern wissen wir beide ja, dass das auch seine positive Seite hat. Die Synode funktioniert wie ein gro\u00dfer Workshop, in dem keiner den anderen bevormunden soll.<\/p>\n<p>Was w\u00e4ren denn dann die Neuigkeiten?<\/p>\n<p>Ich finde etwa das Thema der Rechenschaft hochinteressant, die die Bisch\u00f6fe nun ablegen sollen. Wem gegen\u00fcber? Dem Papst gegen\u00fcber m\u00fcssen sie das ja sowieso machen, bei den regelm\u00e4\u00dfigen, vorgeschriebenen Ad-limina-Besuchen der Bisch\u00f6fe. Also kann es sich nur um die Bischofsbr\u00fcder, um die eigenen Gemeinden handeln. Das ist ein sehr interessanter Gedanke, der die Kirche durchl\u00e4ssiger, transparenter machen d\u00fcrfte. Hier erkennen wir auch die Vorgehensweise des Papstes. Das betrifft auch das Frauenproblem. Franziskus geht nach der Strategie der Schildkr\u00f6te vor, die langsam, aber stetig weitergeht, mit kleinen Schritten, aber vorw\u00e4rtskommt.<\/p>\n<p>Die Streitpunkte: die Frauenfrage, die Fragen der Selbstst\u00e4ndigkeit der Teilkirchen und dabei eben auch der Umgang mit Homosexualit\u00e4t und Trans-Menschen. F\u00fcrchtet der Papst eine Kirchspaltung?<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Wie-Jorge-Mario-Bergoglio-zu-Papst-Franziskus-wurde-article24811568.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"5d397efed76ee92a118078802fd7d4e2.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24812021-1710757263000\/17-6\/1136\/5d397efed76ee92a118078802fd7d4e2.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  19.03.24    Anekdoten und Grunds\u00e4tzliches Wie Jorge Mario Bergoglio zu Papst Franziskus wurde    <\/p>\n<p>Der Papst hat ein schlechtes Beispiel vor Augen: die anglikanische Gemeinschaft. Sie ist total gespalten zwischen n\u00f6rdlichen und s\u00fcdlichen Kirchen. Die s\u00fcdlichen akzeptieren keine homosexuellen Priester und tun sich mit weiblichen Bisch\u00f6fen schwer. Die Anglikaner haben viele Jahre lang keine Synode mehr organisieren k\u00f6nnen, weil der Konflikt zu stark war. Heute sagte der Primus von Canterbury, dass man unter einem gemeinsamen Zelt lebe, wenn auch mit verschiedenen Ideen. Aber so ein Nebeneinander-Leben will der Papst nicht. Es ist ja gerade die St\u00e4rke der Katholischen Kirche, dass der Papst mit einer Stimme f\u00fcr 1,3 Milliarden Katholiken spricht, seine Stimme hat Gewicht auf der Weltebene. Das sieht man gerade auch beim Krieg in der Ukraine. Da steht der Globale S\u00fcden hinter den p\u00e4pstlichen Positionen, er will sich weder auf die amerikanische noch auf die russische Seite schlagen. Der Globale S\u00fcden, das ist die gro\u00dfe Mehrheit der Menschheit auf der Erde. Die Einheit der r\u00f6mischen Kirche im Papst ist deswegen ein sehr hohes Gut, bei allen Differenzen.<\/p>\n<p>Wie wird Rom mit der Verteufelung der Homosexualit\u00e4t und der Rolle der Frau in der Kirche umgehen wollen?<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Vatikan-bremst-Reformprozess-deutscher-Katholiken-aus-article24747335.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"273322798.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24747379-1708359590000\/17-6\/1136\/273322798.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  19.02.24    Kritik von Bischof Georg B\u00e4tzing Vatikan bremst Reformprozess deutscher Katholiken aus    <\/p>\n<p>Dieser Papst hat die ganze sexuelle Thematik erst einmal vom Tisch gewischt. Die fr\u00fcher \u00fcberall herrschende Verteufelung von Sex, homosexueller Partnerschaften oder die Tatsache, dass man geschiedenen, wiederverheirateten Paaren die Kommunion verweigerte: Das ist heute weg. Wir wissen, dass der Papst bei der ersten Familiensynode keine Mehrheit f\u00fcr die Kommunion der wiederverheirateten Geschiedenen fand, aber in seinem synodalen Schreiben &quot;Amoris laetitia&quot; hat er das in einer Fu\u00dfnote indirekt dann doch erlaubt. Jetzt liegt es praktisch am einzelnen Priester, am Bischof. Damit ist es erlaubt. Man vergesse nicht, dass \u00fcber 100 konservative Bisch\u00f6fe und Kardin\u00e4le damals 800.000 Unterschriften in der ganzen Welt dagegen gesammelt hatten: Das war der Anfang des B\u00fcrgerkrieges in der Katholischen Kirche, der heute noch schwelt. \u00dcber die Homosexuellen hat der Papst gesagt, &quot;sie sind genauso Kinder Gottes wie alle anderen auch und wer bin ich, um ein Urteil \u00fcber sie zu f\u00e4llen?&quot;. Der Pr\u00e4fekt der Glaubenskongregation, Kardinal Fernandez, der ja enge Beziehungen zu Papst Franziskus hat, hat nun ausdr\u00fccklich gebilligt, dass man homosexuellen Paaren einen Segen spendet. Ein Segen, der nicht w\u00e4hrend der regul\u00e4ren Liturgie erteilt werden soll, das ist der Kompromiss, aber immerhin: ein Segen!<\/p>\n<p>Ein Segen zweiter Klasse?<\/p>\n<p>So empfinden es viele, es ist aber ein Schritt in die richtige Richtung: Diese Paare werden nicht mehr d\u00e4monisiert, diese Paare sollen nicht zur H\u00f6lle fahren, wie man fr\u00fcher sagte, diese Paare haben das Recht, ihre Liebe in ihrer Partnerschaft zu leben. Das ist der Meilenstein dieses Pontifikats, bei aller Kritik.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Bischofskonferenz-erhoeht-Druck-auf-Vatikan-article25249493.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"484474975.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25249501-1727186927000\/17-6\/1136\/484474975.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  24.09.24    Diakonat f\u00fcr Frauen Bischofskonferenz erh\u00f6ht Druck auf Vatikan    <\/p>\n<p>Die Rolle der Frau: &quot;aufopferungsvoll&quot;, barmherzig, \u00fcberall und immer gelobt werden. Aber wenn es ans Entscheiden geht, ist sie au\u00dfen vor?<\/p>\n<p>Da gab es schon eine Wende. In der Frauenfrage hat Franziskus schon angefangen, das zu tun, was er am Anfang seines Pontifikats versprochen hat: Heute sind Frauen in leitenden Positionen des Vatikans, entscheiden in verschiedenen Dikasterien mit, den vatikanischen Ministerien, in der Regierung des Vatikanstaates, dem Governatorat. Das m\u00fcsste erst einmal auf der Ebene der Weltkirche umgesetzt werden. Soweit ich es wei\u00df: Die deutsche Bischofskonferenz ist an der Spitze dieser Bewegung, Dr. Beate Gilles ist Generalsekret\u00e4rin. 99 Prozent aller nationalen Konferenzen haben keine. So hat der Papst etwa die franz\u00f6sische Schwester Natalie zur Sekret\u00e4rin der Synode ernannt: Das war ein wichtiger Schritt. Ich will auch daran erinnern, dass bei der letzten Sitzung der Synode im Herbst 2023 zum ersten Mal Frauen volles Stimmrecht hatten. Nach 1700 Jahren r\u00f6mischer Kirchengeschichte, bei der nur M\u00e4nner entscheiden durften. Das war eine Zeitenwende. Sicher, offen ist die Frage, ob die Frauen Priester oder Diakone werden k\u00f6nnen. Kardinal Fernandez, Pr\u00e4fekt der Glaubenskongregation, hat ziemlich br\u00fcsk der Synode mitgeteilt, dass der Papst ihm anvertraut hat, sich um das Thema zu k\u00fcmmern. Das hat viele in der Synode gest\u00f6rt. Andererseits gibt es f\u00fcr das Frauendiakonat in der Kirche noch nicht einen Mehrheitskonsens. Der Papst ist heute kein absoluter Monarch mehr, der alles nach eigenem Gusto durchdr\u00fccken kann, auch keine &quot;progressive&quot; Entscheidung. Er muss Mehrheiten suchen, und die gibt es f\u00fcr Frauenpriestertum derzeit nicht.<\/p>\n<p>   ANZEIGE   <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/dp\/3451394464?tag=ntv-tr-a-3515-21&amp;linkCode=ogi&amp;th=1&amp;psc=1\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\"> <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/m.media-amazon.com\/images\/I\/4144-Zn6guL._SL500_.jpg\"\/><\/a>   Das Franziskus-Komplott: Der einsame Papst und sein Kampf um die Kirche     92  9,99 \u20ac   Zum Angebot bei amazon.de      <\/p>\n<p>Was sagt die Auswahl der Kardin\u00e4le \u00fcber die zuk\u00fcnftige Kirche, die Papst Franziskus vorbestimmt hat?<\/p>\n<p>Sicher, die Kirche hat heute ein Konklave, bei dem 80 Prozent der 140 Wahlkardin\u00e4le von Papst Franziskus ernannt wurden. Aber wer unter diesen Kardin\u00e4len wie denkt, ist v\u00f6llig unklar. Es gibt Kardin\u00e4le, die mit der Kommunion der wiederverheirateten Geschiedenen einverstanden sind, oder solche, die eine Diakonenweihe f\u00fcr Frauen wollen oder Homosexuelle segnen wollen. Viele andere sind dagegen. Das Wichtigste f\u00fcr die Kirche wird sein, einen Papst zu finden, der wieder mehr Einheit bringt, der es schafft, die Polarisierung, die immer gr\u00f6\u00dfer geworden ist, zu entsch\u00e4rfen. Es wird aber keinen Papst geben, der das Rad wieder zur\u00fcckdreht, sozusagen einen reaktion\u00e4ren Papst. Einen kleinen Schritt zur\u00fcck hat man mit Ratzinger ausprobiert. Das hat aber nicht funktioniert, es hat zu viele Konflikte gegeben. Es wird ein Papst der Mitte sein, der wieder alle zusammenbringen kann, der aber auch ein charismatischer Papst sein muss. Im 21. Jahrhundert kann man nicht mehr vom Schreibtisch im Vatikan aus die Kirche regieren, sondern muss 1,3 Milliarden Gl\u00e4ubige f\u00fchren. Daf\u00fcr braucht es Charisma, der Papst muss ein gro\u00dfer &quot;Menschenf\u00e4nger&quot; sein.<\/p>\n<p>Mit Marco Politi sprach Udo G\u00fcmpel<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panorama An der Synode nehmen mehr als 360 Geistliche und Laien teil. Derzeit tagt die Weltsynode in Rom. 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