{"id":28336,"date":"2024-10-06T11:16:17","date_gmt":"2024-10-06T08:16:17","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/vom-doppel-wumms-zur-bip-flaute-deutschland-braucht-eine-neue-geschaftsgrundlage\/"},"modified":"2024-10-06T11:16:17","modified_gmt":"2024-10-06T08:16:17","slug":"vom-doppel-wumms-zur-bip-flaute-deutschland-braucht-eine-neue-geschaftsgrundlage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/vom-doppel-wumms-zur-bip-flaute-deutschland-braucht-eine-neue-geschaftsgrundlage\/","title":{"rendered":"Vom Doppel-Wumms zur BIP-Flaute: Deutschland braucht eine neue Gesch\u00e4ftsgrundlage"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Die Folgen blinder Sparwut sind \u00fcberall sichtbar: Hier Abrissarbeiten an der Carolabr\u00fccke in Dresden nach dem Teileinsturz im September. \" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25270565-1728047832000\/16-9\/750\/482702251.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Die Folgen blinder Sparwut sind \u00fcberall sichtbar: Hier Abrissarbeiten an der Carolabr\u00fccke in Dresden nach dem Teileinsturz im September.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der Standort Deutschland steckt in der gr\u00f6\u00dften Krise seiner Geschichte: Volkswagen, das Symbol des deutschen Wohlstands, k\u00e4mpft ums \u00dcberleben &#8211; so wie das ganze Land. Ein Cocktail aus geopolitischen Krisen, hausgemachten Problemen und Managementversagen l\u00e4hmt die Republik. <\/strong><\/p>\n<p>Als Olaf Scholz im Herbst 2022 wenige Monate nach Wladimir Putins \u00dcberfall auf die Ukraine der \u00d6ffentlichkeit Mut zu machen versuchte, pr\u00e4gte er den vielleicht deutschesten aller Begriffe. Mit dem &quot;Doppel-Wumms&quot; wollte der Kanzler die explodierenden Preise f\u00fcr Strom und Gas deckeln und das Land aus der Krise f\u00fchren. Doch zwei Jahre sp\u00e4ter ist der Doppel-Wumms zum Doppel-H\u00e4nger geworden. <\/p>\n<p>Das zweite Jahr in Folge steckt Deutschland offiziell in der Rezession. Obwohl die Inflation deutlich zur\u00fcckgeht und auch die Zinsen wieder sinken, w\u00e4chst Deutschland nicht, sondern schrumpft: 2023 um 0,3 Prozent, 2024 nun voraussichtlich um 0,1 Prozent. Und auch 2025 haben die Konjunkturforscher das Wachstum vorsorglich von 1,4 auf 0,8 Prozent nach unten korrigiert.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/VW-Chefunterhaendler-haelt-Lage-fuer-ernst-IG-Metall-kontert-article25251186.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"7cf49a524b6929daa461dc5ff8ad009e.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25251162-1727251407000\/17-6\/1136\/7cf49a524b6929daa461dc5ff8ad009e.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  25.09.24    Langer Schatten \u00fcber Tarifrunde VW-Chefunterh\u00e4ndler h\u00e4lt Lage f\u00fcr ernst &#8211; IG Metall kontert    <\/p>\n<p> Zugleich geraten die Ikonen der deutschen Wirtschaft ins Wanken. Erstmals seit 30 Jahren k\u00f6nnten bei Volkswagen tausende Jobs gestrichen und sogar Werke geschlossen werden. Der gr\u00f6\u00dfte deutsche Konzern hat sich festgefahren und ist nicht mehr wettbewerbsf\u00e4hig. Erstarkende Konkurrenz aus Asien, Absatzflaute und hausgemachte, seit Jahren ungel\u00f6ste Probleme: So wie Volkswagen geht es l\u00e4ngst ganz Deutschland. <\/p>\n<p>Denn Experten sehen in der deutschen Krankheit l\u00e4ngst mehr als nur eine Schw\u00e4chephase. Wie bei Volkswagen in der Wolfsburger Chefetage haben auch die Manager im Berliner Kanzleramt das Land in die falsche Richtung gesteuert. Der Standort Deutschland steckt in der tiefsten Krise seiner Geschichte. Eine Mischung aus weltweiter Dauerkrise, Strukturproblemen und blinder Sparwut l\u00e4hmt das Land. Die deutsche Wirtschaft braucht eine neue Gesch\u00e4ftsgrundlage.<\/p>\n<h2>Das Modell Deutschland hat einen Knacks<\/h2>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Warum-Deutschland-sein-Produktivitaetsproblem-nicht-in-den-Griff-bekommt-article25269896.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"465777139.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25269920-1728034598000\/17-6\/1136\/465777139.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  05.10.24    Am Rande der Rezession Warum Deutschland sein Produktivit\u00e4tsproblem nicht in den Griff bekommt    <\/p>\n<p> Historisch hat sich die Wende lange angek\u00fcndigt. Die Geschichte der Bundesrepublik ist auch eine Geschichte sinkenden Wachstums: W\u00e4hrend das Land in den 50er Jahren im Schnitt mit mehr als acht Prozent j\u00e4hrlich wuchs, waren es in den 70er Jahren noch knapp drei Prozent. Und im letzten Jahrzehnt bis 2020 dann lediglich knapp ein Prozent. <\/p>\n<p>Seit der Pandemie ist Deutschland endg\u00fcltig Schlusslicht unter den gr\u00f6\u00dften G7-Wirtschaftsnationen. W\u00e4hrend sich die Weltwirtschaft l\u00e4ngst erholt hat, geht es hierzulande nicht voran. Nach dem Corona-Schock 2020 (-4,1 Prozent) und dem Lockdown-Aufholjahr 2021 (+3,7 Prozent) gab es 2022 noch ein Mini-Wachstum von 1,4 Prozent. Seitdem ist die Wirtschaft nicht wieder in Schwung gekommen. Mit der Covid-Krise hat das deutsche Gesch\u00e4ftsmodell einen Knacks bekommen, von dem es sich bis heute nie wieder richtig erholt hat.<\/p>\n<p> Das ist zum einen einfach Pech: Die internationalen Gewichte haben sich gegen Deutschland verschoben. Mit billiger Energie aus Russland und florierenden Exporten in die USA und China ist das Land reich geworden. Von offenen Grenzen, europ\u00e4ischer Einigung und den Weltm\u00e4rkten hat Deutschland seit den 90er Jahren profitiert wie kaum ein anderes Land der Welt. Doch diese \u00c4ra der Turbo-Globalisierung endet nun. Und mit ihr droht das Erfolgsrezept der deutschen Wirtschaft zu kippen.<\/p>\n<h2> Festgefahren im Tief der globalen Dauer-Krise<\/h2>\n<p>Washington und Peking schwingen immer st\u00e4rker den Zollhammer. Die einstigen Zugpferde der Weltwirtschaft schw\u00e4cheln und schotten sich ab. &quot;China ist zu einem Systemrivalen geworden&quot;, sagt ING-Chef\u00f6konom Carsten Brzeski. &quot;Und auch von der US-Konjunktur profitieren wir nicht mehr in dem Ma\u00dfe wie in der Vergangenheit, wegen des zunehmenden Protektionismus dort.&quot; Der Welthandel schrumpft, die Exporte stagnieren. Das trifft vor allem Deutschland.<\/p>\n<p>Besonders China, wo die kommunistische Partei ebenfalls seit Jahren unter einem Berg ungel\u00f6ster Probleme \u00e4chzt, bekommt nun die Quittung und schw\u00e4chelt. Und im drohenden Wirtschaftskrieg mit den USA w\u00e4re wieder vor allem Deutschland das Opfer. Sollte Donald Trump im November ins Wei\u00dfe Haus zur\u00fcckkehren und wie geplant seine Zollmauern hochziehen, k\u00f6nnten die deutschen Exporte um 15 Prozent einbrechen, sch\u00e4tzt das Ifo-Institut.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Verbraucher-halten-das-Geld-beisammen-Kauflust-erwacht-etwas-article25254151.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"480051082.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25254214-1727342610000\/17-6\/1136\/480051082.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  26.09.24    GFK-Konsumklima sinkt nicht mehr Verbraucher halten das Geld beisammen &#8211; Kauflust erwacht etwas    <\/p>\n<p> Die deutsche Industrie, von der rund ein Drittel der Wertsch\u00f6pfung abh\u00e4ngt, steckt deshalb in der Sackgasse. Statt von Autos, Maschinen oder Chemieprodukten d\u00fcrften die deutschen Exporte k\u00fcnftig &quot;eher von IT-Dienstleistungen oder dem Reiseverkehr getragen werden&quot;, schreibt das Deutsche Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW). Gleichzeitig liegt die Binnennachfrage am Boden. Denn weil der Exportmotor Deutschland gezogen hat, gab es kaum Lohnwachstum. <\/p>\n<p>Die Deutschen sp\u00fcren die globale Dauer-Krise und halten ihr Geld zusammen. Aktuell sitzen sie auf gigantischen Spareinlagen von 10,8 Prozent des verf\u00fcgbaren Einkommens. &quot;Die derzeitige Schw\u00e4che des privaten Konsums sollte ein Weckruf f\u00fcr die Politik sein&quot;, warnt DIW-Chef Marcel Fratzscher. Wirtschaftsminister Robert Habeck h\u00e4lt die Flaute f\u00fcr bew\u00e4ltigt: Die Krise sei &quot;jetzt drei Viertel, w\u00fcrde ich sagen, bestanden&quot;. Doch so einfach ist es nicht. <\/p>\n<h2>Deutschland ist zu teuer, zu b\u00fcrokratisch und schrumpft<\/h2>\n<p>Schon vor Euro-Krise, Covid-Pandemie und Ukraine-Krieg hat sich Deutschlands internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit immer mehr verschlechtert. Vor allem die hohen Energiepreise, die durch die russische Invasion der Ukraine noch mehr explodiert sind, sind ein Problem. Im Schnitt liegen die Strompreise hierzulande mehr als doppelt so hoch wie in China oder den USA. <br \/>Schuld daran ist nicht unbedingt der Abbau der Atomkraftwerke oder der Kohleausstieg. Sondern dass Deutschland die Grundlage der Energiewende vergessen hat: den Ausbau der Stromnetze. Die Kosten f\u00fcr neue Leitungen und den Betrieb machen inzwischen bis zu einem Viertel des Strompreises aus. Denn sie werden von den regionalen Netzbetreibern einfach aufgeschlagen. Dort, wo besonders viele Windr\u00e4der und Solarparks gebaut werden, ist Strom daher besonders teurer. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Bundestag-schafft-Meldepflicht-in-Hotels-fuer-Deutsche-ab-article25254036.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"484899547.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25254188-1727342323000\/17-6\/1136\/484899547.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  26.09.24    B\u00fcrokratie-Aufwand soll sinken Bundestag schafft Meldepflicht in Hotels f\u00fcr Deutsche ab    <\/p>\n<p> Ein weiteres Strukturproblem ist die legend\u00e4re deutsche B\u00fcrokratie. Eine Firma zu gr\u00fcnden, dauert hierzulande laut IWF im Schnitt mehr als 120 Tage &#8211; doppelt so lang wie in allen anderen OECD-L\u00e4ndern. F\u00fcr einen Windpark braucht man laut EU-Kommission noch mehr Geduld: etwa 5 bis 6 Jahre. Und bei der Digitalisierung ist Deutschland nahezu Entwicklungsland: Gerade mal rund 11 Prozent aller Haushalte haben einen Glasfaser-Anschluss &#8211; der drittletzte Platz unter allen OECD-L\u00e4ndern. Und im E-Government-Ranking der EU-Kommission schafft es Deutschland gerade mal auf Rang 21 von 35 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. <\/p>\n<p>Hinzu kommt auch noch eine tickende Zeitbombe. In allen Industriel\u00e4ndern schrumpft die Erwerbsbev\u00f6lkerung, aber kaum irgendwo schneller als in Deutschland. Schon am Ende des Jahrzehnts werden nur noch rund 60 Prozent der Bev\u00f6lkerung \u00fcberhaupt arbeiten. Der Rest geht in die Schule oder den Kindergarten, studiert oder bekommt Rente. <\/p>\n<h2> Der Spar-Fetisch fesselt das Land<\/h2>\n<p>Um Deutschlands Gesch\u00e4ftsmodell umzustellen, bleiben also nur noch wenige Jahre. Geld genug, um gegen den Niedergang anzuinvestieren, g\u00e4be es eigentlich reichlich. Doch Deutschland spart sich freiwillig kaputt. Jahrelang kannte die Politik nur ein oberstes Ziel: die schwarze Null. Nach zwei Jahrzehnten Sparpolitik sehen die \u00f6ffentlichen Haushalte gl\u00e4nzend aus: Mit gerade mal 64 Prozent seiner Wirtschaftsleistung steht Deutschland in der Kreide. In den USA sind es mehr als 120 Prozent, in Japan mehr als 250 Prozent. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Wir-brauchen-eine-Reform-der-Schuldenbremse-article25241534.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"436481716.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25241923-1726837465000\/17-6\/1136\/436481716.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  20.09.24    Unternehmer Christ im Interview &quot;Wir brauchen eine Reform der Schuldenbremse&quot;     <\/p>\n<p> Doch hinter der makellosen Schuldenbilanz br\u00f6ckeln die Br\u00fccken, kommt die Deutsche Bahn zu sp\u00e4t und ist die Bundeswehr nicht verteidigungsf\u00e4hig. Jahrelang wurde zu wenig in Schienen, Stra\u00dfen, Schulen, Polizei, Justiz und Verteidigung investiert. Die Quittung: Auf 600 Milliarden Euro sch\u00e4tzt etwa das Institut der Deutschen Wirtschaft den gigantischen Investitionsstau bei der maroden Infrastruktur.<br \/>F\u00fcr seinen Sch\u00f6nheitspreis bei den Schulden kann Deutschland sich nichts kaufen. Dennoch haben die Volksparteien den blinden Sparzwang zum Verfassungsrang erhoben. Und sich damit in ein Finanzkorsett gezw\u00e4ngt, das nun das ganze Land l\u00e4hmt. Nicht blo\u00df linke Gewerkschafter, selbst die britische &quot;Financial Times&quot;, der Unternehmer Harald Christ und sogar der Internationale W\u00e4hrungsfonds fordern: Deutschland braucht eine Reform der Schuldenbremse und sollte mehr Geld investieren. Wie bei jedem R\u00fcckschlag steckt auch in der Deutschland-Krise die Chance f\u00fcr einen Neuanfang. Wie bei VW in Wolfsburg m\u00fcssen die politischen Manager in Berlin die Weichen neu stellen.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Die Folgen blinder Sparwut sind \u00fcberall sichtbar: Hier Abrissarbeiten an der Carolabr\u00fccke in Dresden nach dem Teileinsturz im September. 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