{"id":28317,"date":"2024-10-03T05:16:03","date_gmt":"2024-10-03T02:16:03","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/leichenteile-sind-uberall-libanons-rettungskrafte-sind-hoffnungslos-uberfordert\/"},"modified":"2024-10-03T05:16:03","modified_gmt":"2024-10-03T02:16:03","slug":"leichenteile-sind-uberall-libanons-rettungskrafte-sind-hoffnungslos-uberfordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/leichenteile-sind-uberall-libanons-rettungskrafte-sind-hoffnungslos-uberfordert\/","title":{"rendered":"&#8220;Leichenteile sind \u00fcberall&#8221;: Libanons Rettungskr\u00e4fte sind hoffnungslos \u00fcberfordert"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"&quot;Wir haben null Ressourcen, null Logistik&quot;, beklagt ein Retter.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25267861-1727921156000\/16-9\/750\/AP24268525249986.jpg\"\/><figcaption>\n<p>&quot;Wir haben null Ressourcen, null Logistik&quot;, beklagt ein Retter.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Lange vor der aktuellen Eskalation des Krieges steckte der Libanon in einer tiefen Krise. Der zerr\u00fcttete Staat kann auch seinen Zivilschutz schon lange nicht mehr ad\u00e4quat ausstatten. Den Helfern fehlt es am N\u00f6tigsten, um helfen zu k\u00f6nnen. <\/strong><\/p>\n<p>Mohamed Arkadan geh\u00f6rt schon seit 17 Jahren dem Zivilschutz im Libanon an. Es ist eines der am st\u00e4rksten von Krieg und Konflikt zerrissenen L\u00e4ndern auf der Welt, und so hat er in all der Zeit viel Schlimmes gesehen. Aber nicht so etwas wie k\u00fcrzlich am Rand der s\u00fcdlibanesischen Stadt Sidon. Dort hatte Israels Milit\u00e4r mehrere Geb\u00e4ude bombardiert, \u00fcber ein Dutzend Wohneinheiten waren eingest\u00fcrzt und gut 100 Menschen unter den Tr\u00fcmmern begraben. Arkadan war schockiert \u00fcber das Ausma\u00df der Zerst\u00f6rung. Bis zum vergangenen Montagnachmittag &#8211; ungef\u00e4hr 24 Stunden nach dem Angriff &#8211; hatte sein Team von Nothelfern neben 60 \u00dcberlebenden mehr als 40 Leichen geborgen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Tote-bei-israelischem-Angriff-auf-das-Zentrum-von-Beirut-article25267845.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"2024-10-02T231904Z_834794927_RC2NCAAWAII8_RTRMADP_3_ISRAEL-PALESTINIANS-LEBANON.JPG\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25267846-1727913266000\/17-6\/1136\/2024-10-02T231904Z-834794927-RC2NCAAWAII8-RTRMADP-3-ISRAEL-PALESTINIANS-LEBANON.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  03.10.24    Explosionen ersch\u00fcttern Stadt Tote bei israelischem Angriff auf das Zentrum von Beirut    <\/p>\n<p>Zu den Toten z\u00e4hlten auch Kinder, und der Anblick brach sein Herz, wie der 38-J\u00e4hrige sagt. Aber noch st\u00e4rker setzte ihm zu, dass sein aus mehr als 30 Kr\u00e4ften bestehendes Team keine weitere Hilfe leisten konnte. Feuerwehrautos und Krankenwagen sind alt, seit Jahren nicht ersetzt worden. Es mangelt an modernen Rettungswerkzeugen und anderer Ausr\u00fcstung. Arkadans Teammitglieder m\u00fcssen ihre Uniformen aus eigener Tasche bezahlen. <\/p>\n<p>Eine Wirtschaftskrise, die 2019 begann, und eine verheerende Explosion im Beiruter Hafen 2020 haben den Libanon mit seinen sechs Millionen Einwohnern schwer getroffen, mit massiven Auswirkungen auf Grunddienstleistungen wie Strom- und Gesundheitsversorgung. Hinzu kommen die politischen Spaltungen im Land, das seit mehr als zwei Jahren ohne einen Pr\u00e4sidenten oder eine funktionsf\u00e4hige Regierung ist. Das daraus resultierende verbreitete Gef\u00fchl, im Stich gelassen worden zu sein, hat auch die Ersthelfer erfasst, von denen die Menschen in Notf\u00e4llen abh\u00e4ngig sind. &quot;Wir haben null Ressourcen, null Logistik&quot;, sagt Arkadan. &quot;Wir haben keine Handschuhe, keine pers\u00f6nliche Schutzkleidung.&quot;<\/p>\n<p>Israels verst\u00e4rkte Luftangriffe auf Ziele der militanten Hisbollah haben seit dem 17. September nach libanesischen Angaben weit mehr als 1000 Menschen get\u00f6tet. Fast ein Viertel davon seien Frauen und Kinder, erkl\u00e4rt das Gesundheitsministerium. Hunderttausende Einwohner sind aus ihren H\u00e4usern geflohen, schlafen auf Str\u00e4nden und Stra\u00dfen. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge haben mehr als 30 Zentren f\u00fcr medizinische Grundversorgung in den betroffenen Gebieten schlie\u00dfen m\u00fcssen. Angesichts der inzwischen von Israel gestarteten &quot;begrenzten Bodenoffensive&quot; droht eine weitere Eskalation.<\/p>\n<h2>Arbeit mit &quot;traditionellen Werkzeugen&quot;<\/h2>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Israel-meldet-erste-Verluste-bei-Offensive-im-Libanon-article25266871.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"485830873.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25266906-1727872387000\/17-6\/1136\/485830873.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  02.10.24    Nahk\u00e4mpfe mit Hisbollah Israel meldet erste Verluste bei Offensive im Libanon    <\/p>\n<p>Zwar haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben umgerechnet knapp 22 Millionen Euro an Notfallmitteln f\u00fcr betroffene Einwohner bereitgestellt. Aber das hilft dem ersch\u00f6pften medizinischen Personal in noch ge\u00f6ffneten Einrichtungen wenig, den t\u00e4glichen Andrang von neuen Patienten zu bew\u00e4ltigen, auch wenn Kliniken nicht dringende Operationen bereits ausgesetzt haben. <\/p>\n<p>Ersthelfer in Nabat\u00e4a, dem gr\u00f6\u00dften Gebiet im S\u00fcden, sagen, dass sie seit der vergangenen Woche rund um die Uhr gearbeitet h\u00e4tten, um Hunderte Menschen zu erreichen, die bei der Bombardierung Dutzender D\u00f6rfer verletzt worden seien. Arkadan hat nach dem Angriff am Rand von Sidon Verst\u00e4rkung erhalten, fast 250 Ersthelfer schlossen sich seinem Team an, etwa eine spezielle Such-und Rettungseinheit aus dem rund 45 Kilometer entfernten Beirut. Seine Mannschaft verf\u00fcgte nicht \u00fcber die moderne Ausr\u00fcstung, die n\u00f6tig ist, um Leute aus ihrer Notlage zu befreien. &quot;Wir haben traditionelle Werkzeuge wie Scheren, Kabel und Schaufeln verwendet&quot;, schildert Arkadan.<\/p>\n<p>Etwa 8000 Menschen haben in der alten Stadt Tyros, etwa 20 Kilometer n\u00f6rdlich der Grenze zu Israel, Zuflucht gesucht &#8211; in der Hoffnung, dass der Ort bei den Angriffen ausgespart wird. Aber dort war nicht f\u00fcr diesen Andrang vorgesorgt, es gab weder Essenspakete, Hygiene-Kits oder Matratzen. Versorgungsg\u00fcter mit Trucks anzuliefern, ist jetzt gef\u00e4hrlich, wie Hassan Dbuk, der Leiter der Einheit f\u00fcr Katastrophen-Management in Tyros, schildert. Und inzwischen t\u00fcrmt sich auf den Stra\u00dfen M\u00fcll auf. Die Zahl st\u00e4dtischer Arbeiter ist von 160 auf 10 geschrumpft. &quot;Die humanit\u00e4re Lage ist katastrophal&quot;, sagt Dbuk.<\/p>\n<h2>Auch \u00c4rzte fliehen<\/h2>\n<p>Und am vergangenen Wochenende wurde die Stadt selbst zum Ziel israelischer Kampfflugzeuge. Sie nahmen ein Gebiet nahe der ber\u00fchmten Ruinen der Hafenstadt, Str\u00e4nde und Wohn- sowie Gewerbegebiete unter Beschuss, zwangen Tausende Einwohner zur Flucht. Mindestens 15 Zivilisten kamen nach libanesischen Angaben ums Leben, darunter mehrere Kinder. Es dauerte zwei Tage, bis sich Notretter durch die Tr\u00fcmmer eines Hauses im Stadtzentrum gew\u00fchlt hatten, in dem die Al-Samra-Familie wohnte. Neun ihrer Mitglieder wurden bei dem Angriff get\u00f6tet.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Hisbollah-widerspricht-Bericht-ueber-israelischen-Vorstoss-article25264480.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"2024-10-01T122022Z_1742137292_RC2NBAA2T714_RTRMADP_3_ISRAEL-PALESTINIANS-LEBANON.JPG\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25264499-1727788933000\/17-6\/1136\/2024-10-01T122022Z-1742137292-RC2NBAA2T714-RTRMADP-3-ISRAEL-PALESTINIANS-LEBANON.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  01.10.24    Lokale Offensive im S\u00fcdlibanon Hisbollah widerspricht Bericht \u00fcber israelischen Vorsto\u00df    <\/p>\n<p>Im Bezirk Tyros sind viele \u00c4rzte zusammen mit Einwohnern gefl\u00fcchtet. In einem der dortigen vier Krankenh\u00e4user ist ihre Zahl von 35 auf f\u00fcnf geschrumpft, wie Nissam Ghasal, ein Vertreter des libanesischen Gesundheitsministeriums in der Stadt Tyros, sagt. Eine weitere Klinik wurde wegen Sch\u00e4den durch einen Angriff geschlossen. <\/p>\n<p>Hosein Fakih, Leiter des Zivilschutzes im Gebiet Nabat\u00e4a, spricht ebenfalls von &quot;schwierigen und kritischen Bedingungen&quot;, unter denen er und seine Leute arbeiteten. Die Angriffe seien willk\u00fcrlich, sagt er. &quot;Wir haben keinen Schutz. Wir haben keine Schilde, keine Helme, keine Extra-Schl\u00e4uche. Das neueste Fahrzeug ist 25 Jahre alt. Wir arbeiten trotz allem.&quot;<\/p>\n<p>Mindestens drei Mitglieder seines Feuerwehrteams wurden Anfang September get\u00f6tet und seitdem zehn weitere verletzt. Von 45 Fahrzeugen wurden sechs getroffen und sind nicht mehr benutzbar. &quot;In diesen Tagen gibt es jeden Tag etwas Schwieriges. Leichenteile sind \u00fcberall, Kinder, Zivilisten und Leichen unter Tr\u00fcmmern&quot;, so Fakih. Und doch betrachtet er seine Arbeit als unabdingbares Sicherheitsnetz f\u00fcr seine Mitb\u00fcrger. &quot;Wir dienen den Menschen, und wir werden mit dem arbeiten, was wir haben.&quot;<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, Sarah el Deeb, AP<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik &quot;Wir haben null Ressourcen, null Logistik&quot;, beklagt ein Retter. Lange vor der aktuellen Eskalation des Krieges steckte der Libanon in einer tiefen Krise. 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