{"id":2829,"date":"2020-09-27T23:43:05","date_gmt":"2020-09-27T20:43:05","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-ministerprasidenten-vor-treffen-mit-angela-merkel-die-einzelganger\/"},"modified":"2020-09-27T23:43:05","modified_gmt":"2020-09-27T20:43:05","slug":"corona-ministerprasidenten-vor-treffen-mit-angela-merkel-die-einzelganger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corona-ministerprasidenten-vor-treffen-mit-angela-merkel-die-einzelganger\/","title":{"rendered":"Corona: Ministerpr\u00e4sidenten vor Treffen mit Angela Merkel &#8211; Die Einzelg\u00e4nger"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/984bda03-48c6-420f-a5ae-606cd9c6073e_w948_r1.77_fpx57.33_fpy50.jpg\" title=\"Reiner Haseloff, Michael Kretschmer\" alt=\"Reiner Haseloff, Michael Kretschmer\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Reiner Haseloff, Michael Kretschmer<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Florian Gaertner\/photothek.net \/ imago images\/photothek  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Markus S\u00f6der hat seine Rolle in der Coronakrise bekanntlich l\u00e4ngst gefunden. Er gibt den Verfechter strenger Regeln, den Mahner schlechthin. Und gerne wird er dabei auch mal ein bisschen pathetisch.<\/p>\n<p>Er k\u00f6nne keine Entwarnung geben, sagte der bayerische Ministerpr\u00e4sident am Wochenende beim Online-Parteitag seiner CSU. &quot;Corona ist mit voller Wucht, aller Macht wieder da in ganz Europa.&quot; Die Pandemie sei, so S\u00f6der, &quot;die Pr\u00fcfung unserer Zeit und unserer Generation&quot;.<\/p>\n<p>Zumindest was die Corona-Wucht betrifft, hat S\u00f6der wohl recht. Die Zahl der Neuerkrankten nimmt seit Wochen wieder zu, international aber auch hierzulande. Am Samstag meldete das Robert Koch-Institut 2946 Infektionen an einem Tag &#8211; so viel wie seit April nicht mehr.<\/p>\n<p>S\u00f6ders Corona-Problem ist besonders gro\u00df. Bayern ist von der Krise stark getroffen. M\u00fcnchen gilt inzwischen als Corona-Hotspot.<\/p>\n<h3>Werden die Menschen nachl\u00e4ssiger?<\/h3>\n<p>Doch auch anderswo in der Republik herrscht Alarmstimmung. Und es k\u00f6nnte noch schlimmer werden. Experten warnen bereits vor den kommenden Monaten. Dann n\u00e4mlich, wenn es drau\u00dfen k\u00e4lter wird und sich die Menschen lieber in geschlossenen R\u00e4umen als an der frischen Luft aufhalten. &quot;Herbst und Winter k\u00f6nnen einem schon Sorgenfalten auf die Stirn treiben&quot;, sagte k\u00fcrzlich der Virologe Martin St\u00fcrmer.<\/p>\n<p>Obendrein sind die Menschen offenbar \u00fcber den Sommer etwas nachl\u00e4ssig geworden. Laut einer Umfrage des Hamburg Center for Health Economics (HCHE) achten immer weniger auf Abstands- und Hygienempfehlungen.<\/p>\n<p>H\u00f6chste Zeit also f\u00fcr ein klares Signal, dass sich wieder etwas ver\u00e4ndern muss im Kampf gegen Corona?<\/p>\n<p>Am kommenden Dienstag schalten sich die Regierungschefs der L\u00e4nder mal wieder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen. Es wird dabei wohl vor allem um zwei Fragen gehen: Gen\u00fcgen Appelle oder m\u00fcssen die B\u00fcrger wieder mit strengeren Regeln zur Vorsicht bewegt werden? Und braucht es wieder mehr einheitliche Anordnungen f\u00fcr ganz Deutschland?<\/p>\n<p>Derzeit gilt in erster Linie: der Corona-Kampf wird regional gef\u00fchrt, mit passenden Ma\u00dfnahmen dort, wo das Virus verst\u00e4rkt grassiert. Die Strategie war auch ein Resultat der immer m\u00fchseligeren Ministerpr\u00e4sidentenrunden, in denen ein breiter Konsens im Umgang mit der Pandemie oft nur noch sehr schwer herzustellen war.<\/p>\n<h3>&quot;Verfolgen unseren eigenen Weg&quot;<\/h3>\n<p>Versuche, sich auf mehr gemeinsame Regeln im Bund zu verst\u00e4ndigen, scheiterten zuletzt. In der j\u00fcngsten Runde Ende August wollte Kanzlerin Merkel eigentlich Treffen in Wohnungen und auf privaten Grundst\u00fccken auf 25 Personen begrenzen. Auch S\u00f6der hatte sich grunds\u00e4tzlich immer wieder f\u00fcr bundesweite Corona-Standards ausgesprochen. Am Ende konnte sich die Runde nur auf eine maximal d\u00fcnne Formulierung verst\u00e4ndigen. &quot;In Abh\u00e4ngigkeit vom regionalen Infektionsgeschehen&quot;, lautete der Beschluss, &quot;sind f\u00fcr private Feiern Beschr\u00e4nkungen zu erlassen, zum Beispiel durch die Absenkung der H\u00f6chstteilnehmerzahl&quot;.<\/p>\n<p>Und offensichtlich ist man in manchen Bundesl\u00e4ndern fest entschlossen, sich auch in Zukunft nicht mehr vorschreiben zu lassen.<\/p>\n<p>Zwei Ministerpr\u00e4sidenten der CDU lie\u00dfen bereits vor der Schalte am Dienstag via &quot;Bild am Sonntag&quot; wissen: Es soll alles beim Alten bleiben. &quot;In Sachsen-Anhalt verfolgen wir weiter unseren eigenen Weg&quot;, sagte der dortige Regierungschef Reiner Haseloff. In seinem Land seien die Infektionen noch nachverfolgbar. Er sehe keinen Grund, so Haseloff, &quot;dar\u00fcber nachzudenken, die Ma\u00dfnahmen wieder zu versch\u00e4rfen&quot;. Fast wortgleich hatte er sich wenige Tage zuvor schon im SPIEGEL ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<p>Auch Michael Kretschmer aus Sachsen wehrt sich gegen einen neuen Kurs. &quot;Ich setze auf die Eigenverantwortlichkeit der Menschen, die sich jetzt im Herbst verst\u00e4rkt disziplinierter verhalten werden und m\u00fcssen&quot;, sagte er nun.<\/p>\n<h3>Rufe nach Kurswechsel<\/h3>\n<p>Dabei werden die Rufe nach einem Kurswechsel immer lauter. Vor allem die Privatfeiern gelten als gef\u00e4hrlich. &quot;Die Menschen stecken sich derzeit haupts\u00e4chlich im privaten Umfeld an&quot;, sagte Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts in der &quot;Welt am Sonntag&quot;, &quot;also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch in Gottesdiensten&quot;.<\/p>\n<p>Landkreistagspr\u00e4sident Reinhard Sager pl\u00e4dierte deshalb daf\u00fcr, f\u00fcr private Feiern generell eine Obergrenze von unter 50 Teilnehmern einzuf\u00fchren. Andernfalls werde es &quot;logistisch extrem schwierig, die Kontakte nachzuverfolgen&quot;, sagte der CDU-Politiker.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich hatte auch der \u00c4rzteverband Marburger Bund &quot;einheitliche Regeln f\u00fcr private und \u00f6ffentliche Feiern aller Art&quot; gefordert.<\/p>\n<p>Daneben dr\u00e4ngt der St\u00e4dte- und Gemeindebund auf eine Ausweitung der Maskenpflicht. Ein Mund-Nasen-Schutz solle \u00fcberall dort vorgeschrieben werden, wo im \u00f6ffentlichen Raum der Abstand nicht eingehalten werden k\u00f6nne, also etwa auf belebten Pl\u00e4tzen, hie\u00df es am Sonntag \u2013 oder in den Gegenden, wo mehr als 50 Neuinfektionen pro Woche auf hunderttausend Einwohner kommen.<\/p>\n<h3>Skepsis nicht nur im Osten<\/h3>\n<p>Dass es Widerstand gegen derart konkrete bundesweite Vorgaben gibt, ist jedoch nicht verwunderlich. Insbesondere im Osten gibt es die Sorge, scharfe staatliche Ma\u00dfnahmen k\u00f6nnten weiter den Rechten in die H\u00e4nde spiele. Vor allem aber ist der empfundene Handlungsdruck oft geringer. Vielerorts gab es hier bislang nur wenige Infektionen.<\/p>\n<p>Starre zentrale Vorgaben bei Privatfeiern sieht man beispielsweise auch im SPD-regierten Mecklenburg-Vorpommern kritisch. Gerade Haseloff leistete jedoch in der vergangenen Ministerpr\u00e4sidentenrunde Ende August heftigen Widerstand gegen einen restriktiven Kurs. Der CDU-Mann sperrte sich damals gegen ein Bu\u00dfgeld f\u00fcr Maskenverweigerer und warb f\u00fcr Zuschauer in Fu\u00dfballstadien.<\/p>\n<p>Ob die Ministerpr\u00e4sidenten diesmal auf mehr Geschlossenheit setzen, bleibt deshalb \u00e4u\u00dferst fraglich. Dort, wo es mehr Sympathien f\u00fcr bundesweite Regelungen gibt, will man noch nicht recht an einen Kurswechsel glauben. &quot;Die Ernsthaftigkeit der Situation ist in den vergangenen Wochen noch deutlicher geworden&quot;, hei\u00dft es zwar aus dem Umfeld einer Landesregierung. &quot;Doch am Prinzip des regionalen Handelns wird sich wohl nichts \u00e4ndern.&quot;<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Reiner Haseloff, Michael Kretschmer Foto:\u2002Florian Gaertner\/photothek.net \/ imago images\/photothek Markus S\u00f6der hat seine Rolle in der Coronakrise bekanntlich l\u00e4ngst gefunden. 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