{"id":2827,"date":"2020-09-27T21:41:01","date_gmt":"2020-09-27T18:41:01","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/cdu-vorsitz-laschet-merz-oder-rottgen-kramp-karrenbauer-bestellt-die-rivalen-ein\/"},"modified":"2020-09-27T21:41:01","modified_gmt":"2020-09-27T18:41:01","slug":"cdu-vorsitz-laschet-merz-oder-rottgen-kramp-karrenbauer-bestellt-die-rivalen-ein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/cdu-vorsitz-laschet-merz-oder-rottgen-kramp-karrenbauer-bestellt-die-rivalen-ein\/","title":{"rendered":"CDU-Vorsitz &#8211; Laschet, Merz oder R\u00f6ttgen? Kramp-Karrenbauer bestellt die Rivalen ein"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/c013970d-59b2-4a9b-b9b4-06ec5111ba54_w948_r1.77_fpx46.25_fpy50.jpg\" title=\"Logo der CDU\" alt=\"Logo der CDU\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Logo der CDU<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Christian Charisius \/ picture alliance \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Nein, die CDU hat immer noch keinen neuen Vorsitzenden. Und dieser Zustand wird auch mindestens noch bis zum 4. Dezember andauern, an dem nach aktueller Planung auf dem Bundesparteitag in Stuttgart 1001 Delegierte zusammenkommen werden, um den Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>An diesem Montag kommt Kramp-Karrenbauer erst einmal mit den drei Herren zusammen, die sie beerben wollen: Armin Laschet, Parteivize und nordrhein-westf\u00e4lischer Ministerpr\u00e4sident, der fr\u00fchere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Bundestagsabgeordnete und Au\u00dfenpolitiker Norbert R\u00f6ttgen. In der CDU-Zentrale will man den Fahrplan bis zum Parteitag besprechen. Es d\u00fcrfe &quot;kein ruin\u00f6ser Wettbewerb&quot; werden, hat die Noch-Vorsitzende zuletzt sorgenvoll betont.<\/p>\n<p>Kramp-Karrenbauer ist gef\u00fchlt schon ewig eine Vorsitzende auf Abruf, nachdem sie bereits im Februar ihren Abgang angek\u00fcndigt hatte. Sp\u00e4testens seit die im April geplante Neuwahl ausfiel, weil der entsprechende Bundesparteitag wegen Corona abgesagt wurde, scheint die Zeit in Sachen CDU-Chefposten stillzustehen.<\/p>\n<p>Auch die Gemengelage unter den Nachfolgekandidaten ist immer noch dieselbe wie im Fr\u00fchjahr: Laschet und Merz treten mit dem klaren Ziel an, jeweils im n\u00e4chsten Schritt Kanzlerkandidat bei der Bundestagswahl zu werden und damit im \u00fcbern\u00e4chsten das Erbe der scheidenden Angela Merkel anzutreten.<\/p>\n<p>Ge\u00e4ndert hat sich allerdings die Ausgangslage: W\u00e4hrend der Coronakrise haben die Unionsparteien ihre Umfragewerte um bis zu 15 Prozentpunkte verbessert, womit sich ein CDU-Vorsitzender und damit virtueller Kanzlerkandidat schon beinahe am Ziel seiner Tr\u00e4ume sehen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>W\u00e4re da blo\u00df nicht CSU-Chef Markus S\u00f6der, der als bayerischer Ministerpr\u00e4sident im Kampf gegen das Virus so sehr an Statur gewonnen hat, dass er im Rennen um die Kanzlerkandidatur sehr ernst genommen werden muss.<\/p>\n<p>Nur: Was, wenn auch dieser CDU-Parteitag am Ende wegen Corona nicht stattfinden kann? Dann h\u00e4tte Deutschland ein echtes Pandemieproblem &#8211; und die CDU ein F\u00fchrungsproblem.<\/p>\n<p><strong>Der \u00dcberblick:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Was passiert in den kommenden Wochen?<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wenn die Noch-Vorsitzende am Montagnachmittag Armin Laschet, Friedrich Merz und Norbert R\u00f6ttgen im Konrad-Adenauer-Haus empf\u00e4ngt, soll es um organisatorische Fragen auf dem Weg zum und auf dem Parteitag selbst gehen. Aber Kramp-Karrenbauer will den drei Kandidaten offenbar auch noch mal ins Gewissen reden. Dass der Wahlkampf schmutziger wird, je n\u00e4her die Entscheidung r\u00fcckt, liegt in der Natur der Sache. Aber die Herren sollen es nicht \u00fcbertreiben. Diese Sorge treibt viel in der Partei um.<\/p>\n<p>Und dann sind da eben die technischen Fragen zu kl\u00e4ren: Wie lang etwa d\u00fcrfen die Kandidaten auf dem Parteitag reden, der ja ohnehin auf einen Tag verk\u00fcrzt wurde?<\/p>\n<p>Und bis dahin? Ziemlich wahrscheinlich, dass man sich am Montag auf gemeinsame Auftritte vor Kameras im Konrad-Adenauer-Haus verst\u00e4ndigt, denen die Parteimitglieder von zu Hause aus am Computer zuschauen k\u00f6nnen. Regionalkonferenzen \u00fcbers Land verteilt, wie 2018 zwischen Kramp-Karrenbauer, Merz und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Rennen um die Nachfolge von Angela Merkel als CDU-Chefin, sind wegen Corona ausgeschlossen. Stattdessen sollen sich die Kandidaten digital pr\u00e4sentieren. Die Mitglieder k\u00f6nnen dann vom Bildschirm aus Fragen an die drei Bewerber einreichen.<\/p>\n<p>Offen ist, ob die Kandidaten auch in einer oder mehreren \u00f6ffentlichen Debatten im Fernsehen aufeinandertreffen. Eine konkrete Anfrage f\u00fcr ein &quot;Triell&quot; gibt es nach SPIEGEL-Informationen von der ARD. Daran hat vor allem der Au\u00dfenseiterkandidat R\u00f6ttgen Interesse, weil ihn das aufwerten w\u00fcrde. Bei seinen Mitbewerbern ist die Lust darauf entsprechend geringer ausgepr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Jeder der drei Christdemokraten wird bis Dezember zudem seinen individuellen Wahlkampf machen: Auftritte vor der CDU-Basis, soweit es Corona zul\u00e4sst, dazu Interviews und andere \u00f6ffentlichkeitswirksame Formate. Die Kandidaten werden sich zudem um das Gespr\u00e4ch mit den Delegierten auf dem Bundesparteitag k\u00fcmmern &#8211; jede Stimme k\u00f6nnte am Ende z\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Und jeder von ihnen d\u00fcrfte versuchen, sich auf seine Weise zu profilieren. Dass Armin Laschet diese Woche den Papst im Vatikan treffen wird, passt selbstverst\u00e4ndlich in die Agenda eines katholischen Ministerpr\u00e4sidenten von Nordrhein-Westfalen &#8211; aber Fotos und Berichte von seinem Treffen mit Franziskus d\u00fcrften ihm auch als CDU-Chef-Bewerber zupasskommen.<\/p>\n<p>Merz, derzeit ohne politisches Amt, hat es in dieser Hinsicht schwerer. Er setzt vor allem auf \u00f6ffentliche Redeauftritte. Kandidat R\u00f6ttgen profitierte in den vergangenen Wochen davon, dass au\u00dfenpolitische Themen Konjunktur hatten und damit \u00c4u\u00dferungen von ihm, zumal besonders zugespitzte, besonders durchdrangen.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Gibt es einen Favoriten?<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Auf dem Papier scheint die Sache klar zu sein: Laschet ist Chef der nordrhein-westf\u00e4lischen CDU, dem mitgliederst\u00e4rksten Landesverband, er hat sich mit dem auch unter jungen Christdemokraten popul\u00e4ren Jens Spahn verb\u00fcndet und genie\u00dft zudem Unterst\u00fctzung der Frauen Union. Allerdings hat Laschets \u00f6ffentliches Bild insbesondere in den ersten Wochen der Coronakrise Schaden genommen, weil er ungl\u00fccklich agierte und kommunikativ patzte. Begeisterung f\u00fcr den Kandidaten Laschet kommt bislang nicht mal bei seinen Anh\u00e4ngern auf.<\/p>\n<p>In Umfragen liegt er deshalb deutlich hinter Herausforderer Merz. Aber kann sich dieser deshalb auf die Mehrheit der Delegiertenstimmen verlassen? Sicherlich nicht.<\/p>\n<p>Merz ist einer, der seine Zuh\u00f6rer zu begeistern vermag, aber er polarisiert eben auch viel st\u00e4rker als Laschet. Das zeigte sich Anfang der Woche, als Merz bei einem Gespr\u00e4ch mit &quot;Bild&quot; erst missverst\u00e4ndliche Aussagen zur N\u00e4he von Homosexualit\u00e4t und P\u00e4dophilie machte und anschlie\u00dfend selbst den Arbeitnehmerfl\u00fcgel seiner Partei gegen sich aufbrachte, weil er davor warnte, die Menschen k\u00f6nnten sich in Zeiten von Corona an das Nichtarbeiten gew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Am Ende k\u00f6nnte es knapp werden zwischen Laschet und Merz, eine Entscheidung d\u00fcrfte erst im zweiten Wahlgang fallen. Als ausgemacht gilt in der CDU, dass R\u00f6ttgen im Rennen um den Vorsitz eher keine Rolle spielen wird.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Was hat das mit Markus S\u00f6der zu tun?<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Je knapper das Ergebnis f\u00fcr Laschet oder Merz ausf\u00e4llt, desto lauter d\u00fcrften schon auf dem Parteitag die Debatten \u00fcber einen Mann werden, der gar nicht dabei ist: CSU-Chef S\u00f6der halten schon jetzt manche Christdemokraten f\u00fcr den geeignetsten Kanzlerkandidaten. Gegen\u00fcber einem neugew\u00e4hlten CDU-Chef, der keine breite R\u00fcckendeckung in der Partei hat, k\u00f6nnte die Zahl seiner F\u00fcrsprecher wachsen.<\/p>\n<p>Nur: Offen ist weiterhin, ob S\u00f6der \u00fcberhaupt f\u00fcr die Union ins Rennen um das Kanzleramt ziehen will.<\/p>\n<p>Bislang wehrt er entsprechende Fragen mit Varianten der Aussage ab, dass sein Platz in Bayern sei. Gleichzeitig kann der so ehrgeizige wie machtbewusste S\u00f6der kaum verhehlen, wie sehr ihm die Rolle als virtueller Kanzlerkandidat schmeichelt. Mit Franz Josef Strau\u00df und Edmund Stoiber haben erst zwei CSU-Politiker die Unionsparteien in eine Bundestagswahl gef\u00fchrt, beide Male ohne Erfolg. Umso gr\u00f6\u00dfer ist angesichts der Parteien-Umfragewerte und seiner pers\u00f6nlichen Beliebtheitszahlen die Verlockung f\u00fcr S\u00f6der: Das Kanzleramt scheint f\u00fcr ihn in greifbarer N\u00e4he zu liegen.<\/p>\n<p>Allerdings: Die CSU m\u00fcsste mit einem Kanzler aus den eigenen Reihen ihr Politikmodell im Bund wie in Bayern grundlegend ver\u00e4ndern, ein ad\u00e4quater Nachfolger als Ministerpr\u00e4sident ist nicht in Sicht, zudem w\u00e4re S\u00f6der aus Sicht der CDU bundespolitisch weiterhin nur der Chef der kleinen Schwesterpartei.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Und was ist mit Jens Spahn?<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gesundheitsminister Jens Spahn hat in den vergangenen Monaten im Kampf gegen Corona an \u00f6ffentlichem Ansehen gewonnen, aber im Rennen um den CDU-Vorsitz d\u00fcrfte er keine Rolle spielen. Spekulationen dar\u00fcber, dass er das B\u00fcndnis mit Laschet k\u00fcndigen oder mit diesem die Rolle tauschen k\u00f6nnte, um auf dem Parteitag selbst anzutreten, haben sich in den vergangenen Wochen nicht best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Spahn genie\u00dft zwar auch in der CSU viel Unterst\u00fctzung, dort k\u00f6nnte man sich den Gesundheitsminister sogar als Kanzlerkandidaten vorstellen, aber diese Konstellation scheint praktisch unm\u00f6glich zu sein.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Wie sicher ist der Parteitag?<\/strong><\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Stand heute kann der Parteitag im Dezember stattfinden. Die CDU-Zentrale hat ein ausgekl\u00fcgeltes Hygienekonzept erarbeitet, das die Zusammenkunft von 1001 Delegierten erm\u00f6glicht. Die auf einen Tag reduzierte Veranstaltung wird ohne G\u00e4ste stattfinden, Journalisten k\u00f6nnen das Geschehen nur per \u00dcbertragung aus einer benachbarten Halle verfolgen. Wer an dem Parteitag teilnimmt, bekommt an den Eing\u00e4ngen Fieber gemessen und wird per elektronischem Badge darauf hingewiesen, sobald er oder sie anderen zu nahe kommt.<\/p>\n<p>Parallel wird die CDU R\u00e4umlichkeiten an einem anderen Ort reservieren, falls in Stuttgart die Pandemielage den Parteitag unm\u00f6glich macht.<\/p>\n<p>Aber falls das Virus dies im Dezember \u00fcberall in Deutschland unm\u00f6glich macht, dann wird es zu diesem Zeitpunkt keinen neuen CDU-Vorsitzenden geben. Es sei denn, bis dahin w\u00fcrde das Parteienrecht so ge\u00e4ndert, dass man dies auch \u00fcber einen digitalen Parteitag erreichen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Aber auch das ist h\u00f6chst unsicher.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Logo der CDU Foto:\u2002Christian Charisius \/ picture alliance \/ dpa Nein, die CDU hat immer noch keinen neuen Vorsitzenden. 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