{"id":28036,"date":"2024-08-18T11:37:37","date_gmt":"2024-08-18T08:37:37","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/strandbader-vs-mare-libero-in-italien-tobt-der-kampf-um-die-strande\/"},"modified":"2024-08-18T11:37:37","modified_gmt":"2024-08-18T08:37:37","slug":"strandbader-vs-mare-libero-in-italien-tobt-der-kampf-um-die-strande","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/strandbader-vs-mare-libero-in-italien-tobt-der-kampf-um-die-strande\/","title":{"rendered":"Strandb\u00e4der vs. &#8220;Mare Libero&#8221;: In Italien tobt der Kampf um die Str\u00e4nde"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Panorama         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Liegen und Sonnenschirme so weit das Auge reicht: Der \u00fcberf\u00fcllte Strand der italienischen Badeorte Riccione und Rimini an der Adria.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25158469-1723639819000\/16-9\/750\/c66b9aeb196438127cc0bf8c433a8216.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Liegen und Sonnenschirme so weit das Auge reicht: Der \u00fcberf\u00fcllte Strand der italienischen Badeorte Riccione und Rimini an der Adria.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Die Strandbad-Betreiber streiken zum ersten Mal in der Geschichte Italiens und eine B\u00fcrgerinitiative setzt sich f\u00fcr weniger Liegest\u00fchle und Sonnenschirme ein. Die einen f\u00fcrchten um ihre Konzession, die anderen hoffen auf mehr Freistr\u00e4nde.<\/strong><\/p>\n<p>&quot;Gebt uns die Str\u00e4nde zur\u00fcck!&quot;, so lautet die Parole der Bewegung &quot;Mare Libero&quot;, freies Meer, die seit 2019 f\u00fcr mehr Freistr\u00e4nde entlang Italiens K\u00fcsten k\u00e4mpft. Bei der diesj\u00e4hrigen Aktion &quot;Sturm auf die Battigia&quot; (Wortspiel mit Bastille, Battigia steht f\u00fcr den Strandstreifen direkt beim Wasser), die immer am 14. Juli stattfindet, wurden von Nord nach S\u00fcd Str\u00e4nde in Venetien, Ligurien, der Toskana, im Latium und in Kampanien besetzt. Protestiert wird gegen die Vereinnahmung der Badestr\u00e4nde entlang des Stiefels, die zu 69 Prozent von Strandb\u00e4dern besetzt sind, wie unl\u00e4ngst der Geologe Mario Tozzi hervorhob.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Strandbaeder-in-Italien-bleiben-geschlossen-Sonnenschirm-Protest-gegen-EU-Regeln-starten-article25144641.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"82709558.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25144685-1723101880000\/17-6\/1136\/82709558.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  08.08.24    Str\u00e4nde machen dicht In Italiens Badeorten startet &quot;Sonnenschirm-Protest&quot;    <\/p>\n<p>In der Vergangenheit nahmen die Strandbad-Betreiber den Protest achselzuckend zur Kenntnis. Dieses Jahr reagierten sie. Am 9. August streikten sie zum ersten Mal in der Geschichte ihrer Zunft und k\u00fcndigten zwei weitere Streiks am 19. und 28. August an. F\u00fcr die Strandbad-Betreiber k\u00f6nnte diesmal n\u00e4mlich wirklich die Stunde Null geschlagen haben.<\/p>\n<p>&quot;Das ist so typisch italienisch&quot;, beschwert sich eine Frau mittleren Alters, im ligurischen Badeort Zoagli. Sie sei unl\u00e4ngst in Paraggi, nicht weit von Portofino, gewesen, erz\u00e4hlt sie ntv.de. Paraggi ist wegen des kristallblauen Meers bekannt und sie wollte dort baden. &quot;Doch keine Chance. Der kleine Strand war von den Liegest\u00fchlen beschlagnahmt, und gleich daneben ist es wegen der Klippen schwer, ins Wasser zu steigen.&quot; Sie habe ziemlich lang gehen m\u00fcssen, bis sie einen Pfad entdeckte, der zum Meer und einem freien Strand f\u00fchrte.<\/p>\n<h2>Bis zu 90 Prozent vereinnahmt<\/h2>\n<p>Paraggi ist keine Ausnahme. Dasselbe gilt f\u00fcr den Badeort Jesolo, an der venezianischen Adria. Hier sind fast 70 Prozent der Str\u00e4nde von B\u00e4dern besetzt. In Rimini in der Emilia Romagna und im toskanischen Forte dei Marmi sind es laut Erhebungen aus dem Jahr 2019 des Umweltschutzverbands Legambiente sogar 90 beziehungsweise 93,7 Prozent.<\/p>\n<p>&quot;Das Datum 14. Juli f\u00fcr den Sturm auf die Battigia haben wir aus zwei Gr\u00fcnden gew\u00e4hlt&quot;, erz\u00e4hlte vor ein paar Tagen Roberto Biagini, Vorsitzender von &quot;Mare Libero&quot; der Tageszeitung La Stampa. Zum einen weise es auf die Franz\u00f6sische Revolution hin, also auf einen Befreiungsakt. Zum anderen auf eine Verordnung vom 14. Juli 2016, mit der der italienische Verfassungsgerichtshof die automatische Verl\u00e4ngerung der Konzessionen als rechtswidrig erkl\u00e4rte. &quot;Deswegen klappern wir die Badestr\u00e4nde ab und erkl\u00e4ren den Leuten, dass sie sich sehr wohl entlang der Strandlinie hinlegen d\u00fcrfen&quot;, fuhr Biagini im Interview fort. <\/p>\n<h2>Widersacher oder Befreier?<\/h2>\n<p>Im Fr\u00fchjahr hatten Mitglieder von Mare Libero die Battigia der Luxus Strandbad-Kette Twiga besetzt. Im Twiga bl\u00e4ttert man f\u00fcr Liege, Sonnenschirm und exklusiven Komfort 600 Euro pro Tag hin. Der Sicherheitsbeauftragte des Twiga in Ostia nahe Rom rief die Polizei. Die konnte aber nur best\u00e4tigen, dass die Besetzer nichts Illegales taten.<\/p>\n<p>Die Strandkonzessionen sind n\u00e4mlich am 31. Dezember 2023 ausgelaufen. Der Versuch seitens der Regierung, sie bis zum 31. Dezember 2024 zu verl\u00e4ngern, wurde vom italienischen Staatsrat f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Italien-fehlen-Bademeister-Viele-Straende-bleiben-ungeschuetzt-article25050129.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"468627727.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25050285-1719571589000\/17-6\/1136\/468627727.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  29.06.24    Italien fehlen Bademeister Die Helden des Sommers sterben aus    <\/p>\n<p>F\u00fcr die Strandbad-Betreiber sind die Protestierenden von &quot;Mare Libero&quot; l\u00e4stige Widersacher, die keine Ahnung haben, wie viel Geld man investiert habe. Einer der Betreiber sagte ntv.de zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt: &quot;Man darf nicht vergessen, dass erst dank unserer Investitionen dieser Sand \u00fcberhaupt etwas wert ist.&quot;<\/p>\n<p>Bei der Strandb\u00e4der-Querele geht es &quot;Mare Libero&quot; um den Mangel an freien Str\u00e4nden, den Strandbad-Unternehmen stattdessen um die Umsetzung der Bolkestein-Richtlinie. Letztere schreibt vor, dass abgelaufene Konzessionen nicht mehr automatisch erneuert werden d\u00fcrfen, sondern ausgeschrieben werden m\u00fcssen. Die Richtlinie ist aus dem Jahr 2006, Italien hat sie 2016 unterschrieben. Doch alle Regierungen, gleich welcher Couleur, haben es bis jetzt geschafft, die Umsetzung hinauszuz\u00f6gern.<\/p>\n<p>Ein letzter Versuch wurde Anfang dieses Jahres unternommen, mit dem Argument, dass auf nur 19 Prozent der italienischen K\u00fcste Strandb\u00e4der seien, und es demzufolge gen\u00fcgend freie Str\u00e4nde gebe, die per Ausschreibung vergeben werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<h2>Was nicht niet- und nagelfest ist, geht an den Staat<\/h2>\n<p>Dabei wurde aber nicht zwischen wirklichen Badestr\u00e4nden und K\u00fcste generell unterschieden, die auch eine steile Felswand sein kann, urbanisiert wurde, auf der gro\u00dffl\u00e4chige Industrieanlagen errichtet wurden oder K\u00fcstenstra\u00dfen sind. Der Versuch, mit den Zahlen zu jonglieren, wurde von der EU-Kommission und Italiens Staatsrat gestoppt. Unl\u00e4ngst hat sich auch die italienische Wettbewerbsbeh\u00f6rde gemeldet und Kommunen und Regionen gemahnt, bis Ende dieses Jahres die ausgelaufenen Konzessionen ausgeschrieben zu haben.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Strandsterben-in-Spanien-Erste-Kuestenorte-treffen-drastische-Massnahmen-article25153957.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"d5c59be97da4071448871e2b790b9a66.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25153970-1723527299000\/17-6\/1136\/d5c59be97da4071448871e2b790b9a66.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  13.08.24    Unpopul\u00e4re Ma\u00dfnahmen n\u00f6tig Spaniens Str\u00e4nde schrumpfen immer mehr    <\/p>\n<p>Das erkl\u00e4rt auch den Streik, an dem laut Branchenverb\u00e4nden 80 Prozent der Strandbad-Unternehmer teilgenommen haben. Sogar der Badeort Capalbio im Latium, wo sich die linksliberale Intelligenzija des Landes zu treffen pflegt, war mit von der Partie.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnenswert ist, dass bei dem Streik Liegest\u00fchle und Sonnenschirme von 7.30 Uhr bis 9.30 Uhr zugeklappt und geschlossen blieben, was nicht gerade eine Zeitspanne ist, in der sich die Badeg\u00e4ste massenweise am Strand tummeln. Die Unternehmer wollen von der Regierung Garantien, dass sie ihre Investitionen zur\u00fcckbekommen, sollten sie die Konzession verlieren.<\/p>\n<p>Das h\u00f6rt sich eigentlich logisch an, hat aber einen Haken. Wie Agostino Biondo von &quot;Mare Libero&quot; ntv.de sagt, kannten die Strandbetreiber die Regeln, als sie seinerzeit den Konzessionsvertrag unterschrieben haben. &quot;Wie Paragraf 49 des Schifffahrtsregelwerks festlegt&quot;, erkl\u00e4rt er, &quot;gehen schwer entfernbare Strukturen, die der Betreiber errichtet hat, unentgeltlich an den Staat.&quot; Nat\u00fcrlich k\u00f6nnten sich die zwei Vertragsunterzeichner auch anders einigen. Das sei aber nicht geschehen, weswegen die Strandbad-Betreiber dem Gesetz nach eigentlich kein Recht auf Entsch\u00e4digung h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr &quot;Mare Libero&quot; k\u00f6nnte es sich um die Stunde Null handeln, aber im positiven Sinn. Da mit dem Auslauf der Konzessionen die Str\u00e4nde alle wieder an den Staat gehen, gebe es jetzt die einmalige Gelegenheit, das Verh\u00e4ltnis zwischen freien Str\u00e4nden und Strandb\u00e4dern neu zu justieren. Angemessen w\u00e4re ihnen zufolge zum Beispiel 60 zu 40.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Panorama Liegen und Sonnenschirme so weit das Auge reicht: Der \u00fcberf\u00fcllte Strand der italienischen Badeorte Riccione und Rimini an der Adria. 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