{"id":27928,"date":"2024-07-31T17:56:08","date_gmt":"2024-07-31T14:56:08","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/was-folgt-auf-hanija-attentat-auf-eine-solche-gelegenheit-hat-israel-gewartet\/"},"modified":"2024-07-31T17:56:08","modified_gmt":"2024-07-31T14:56:08","slug":"was-folgt-auf-hanija-attentat-auf-eine-solche-gelegenheit-hat-israel-gewartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/was-folgt-auf-hanija-attentat-auf-eine-solche-gelegenheit-hat-israel-gewartet\/","title":{"rendered":"Was folgt auf Hanija-Attentat?: &#8220;Auf eine solche Gelegenheit hat Israel gewartet&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Hamas-Anh\u00e4nger bei einer Demonstration zur Verurteilung der T\u00f6tung Hanijas im S\u00fcdlibanon.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25128538-1722432637000\/16-9\/750\/475306270.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Hamas-Anh\u00e4nger bei einer Demonstration zur Verurteilung der T\u00f6tung Hanijas im S\u00fcdlibanon.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mit der gezielten T\u00f6tung des Hamas-F\u00fchrers Ismail Hanija in Teheran hat Israel eine Chance genutzt, sagt Stephan Stetter im Interview mit ntv.de. Zwar sei die Gefahr eines gro\u00dfen Krieges in der Region weiterhin hoch. Der Politikwissenschaftler von der Universit\u00e4t der Bundeswehr in M\u00fcnchen glaubt allerdings nicht, dass auf das Attentat zwangsl\u00e4ufig eine Eskalation folgt. Israel habe zuvorderst seine Abschreckungsf\u00e4higkeiten, aber auch seine Kriegsziele in Gaza unterstrichen. Nun komme es auf den Iran an. <\/p>\n<p>ntv.de: Die israelische Regierung hat sich noch nicht offiziell zur T\u00f6tung von Hamas-Auslandschef Ismail Hanija in Teheran ge\u00e4u\u00dfert. Gibt es Zweifel daran, dass Israel den Angriff durchgef\u00fchrt hat?<\/p>\n<p>Stephan Stetter: Daran gibt es keinen Zweifel. Das war ein hochpr\u00e4ziser Schlag mitten in Teheran, auch mit politischer Botschaft, kurz nachdem Hanija der Vereidigung des neuen iranischen Pr\u00e4sidenten beigewohnt hatte. Israel hat auf diesen Zeitpunkt gewartet, es hat ja stets betont, dass die Hamas-F\u00fchrung nirgendwo sicher ist. Jetzt hat Israel gezeigt, dass es schnell und sehr pr\u00e4zise reagieren kann. <\/p>\n<p>Die T\u00f6tung Hanijas fand nur wenige Stunden nach einem israelischen Angriff in der libanesischen Hauptstadt Beirut statt, der einen Hisbollah-Kommandeur zum Ziel hatte. Spielt Israel mit Blick auf das Eskalationspotenzial in der Region mit dem Feuer?<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Blufarb-Lage-seit-Kriegsbeginn-noch-nie-so-kritisch-article25126628.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Raschel Blufarb.JPG\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25126846-1722409683000\/16-9\/1136\/Raschel-Blufarb.jpg\"\/>    02:44 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  31.07.24    Hamas-Chef in Teheran get\u00f6tet Blufarb: Lage seit Kriegsbeginn &quot;noch nie so kritisch&quot;    <\/p>\n<p>Israels Problem ist, dass das Massaker der Hamas am 7. Oktober und die andauernden Angriffe der Hisbollah das Abschreckungspotenzial des Landes erheblich geschw\u00e4cht haben. Dabei war genau das jahrzehntelang Israels R\u00fcckversicherung. F\u00fcr Israel stellt sich die Frage, wie es sein Abschreckungspotenzial wiederherstellen kann. Das ist nicht so sehr mit dem Gaza-Krieg verbunden, wo es Menschenrechtsverletzungen gibt und die nationalistischen Kr\u00e4fte in Israels Regierung auch ganz andere Ziele verfolgen. In den anderen Konfliktarenen geht es f\u00fcr Israel erstmal darum, eine Balance zu finden zwischen der Wiederherstellung der Abschreckung und darum, dass es nicht zu einem gro\u00dfen regionalen Konflikt kommt. Das ist auch das Ziel der Amerikaner und vieler anderer Akteure der Region. Was wir jetzt in Beirut und in Teheran gesehen haben, sind gezielte Antworten auf eine sehr konflikthafte Lage. Die haben ein Eskalationspotenzial. Aber sie sind eben auch eine Reaktion auf Bedrohungen, denen Israel ausgesetzt ist. <\/p>\n<p>Das klingt riskant. <\/p>\n<p>Es ist zweifelsohne eine fragile Situation. An der Interessenlage der Akteure hat sich aber erstmal nichts ver\u00e4ndert. Weder der Iran noch die Hisbollah ist an einem umfassenden Krieg interessiert. Die Hamas hatte nach dem 7. Oktober auf eine breite Front gegen Israel gehofft. Der Iran und die Hisbollah haben die Hamas daraufhin zwar unterst\u00fctzt, die Schwelle zu einem umfassenden Krieg aber nicht \u00fcbertreten. Denn das w\u00fcrde die Machtposition der Hisbollah im Libanon und die des Iran in der Region gef\u00e4hrden. Dass sie dieses Risiko nicht eingehen m\u00f6chten, wei\u00df Israel. Zugleich w\u00e4re ein umfassender Krieg auch f\u00fcr Israel h\u00f6chst riskant. Die Akteure scheuen sich vor der Eskalation, aber nat\u00fcrlich k\u00f6nnen sie in einen Krieg hinein rutschen.<\/p>\n<p>Nun fand die T\u00f6tung Hanijas im iranischen Machtzentrum Teheran statt, er war Ehrengast bei der Vereidigung des Pr\u00e4sidenten. Ist das eine, vielleicht sogar bewusste Dem\u00fctigung des Iran? <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Irans-Chamenei-kuendigt-harte-Bestrafung-Israels-an-article25126607.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"a6cb3558ed0662ca092d5f9ad5612701.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25127761-1722418714000\/16-9\/1136\/a6cb3558ed0662ca092d5f9ad5612701.jpg\"\/>    03:31 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  31.07.24    &quot;Gast in unserem Haus ermordet&quot; Irans Chamenei k\u00fcndigt &quot;harte Bestrafung&quot; Israels an    <\/p>\n<p>Es war vor allen Dingen eine M\u00f6glichkeit f\u00fcr Israel, anzugreifen. Beim Besuch des Hamas-F\u00fchrers im NATO-Staat T\u00fcrkei ging das nicht. Auch Katar, Hanijas Wohnort, ist ein wichtiger Verb\u00fcndeter Israels. F\u00fcr Israel ist es diplomatisch leichter, Teheran anzugreifen, denn mit dem Iran steckt es ohnehin in einem umfassenden Konflikt und beide L\u00e4nder haben sich bereits zuvor milit\u00e4risch duelliert. Israel wird auf eine solche Gelegenheit gewartet haben. <\/p>\n<p>Der iranische Pr\u00e4sident Massud Peseschkian hat bereits mit Vergeltung gedroht. Wie k\u00f6nnte eine iranische Reaktion aussehen?<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich droht er mit Vergeltung, als frisch vereidigter Pr\u00e4sident muss er die Souver\u00e4nit\u00e4t seines Landes verteidigen. Diese \u00c4u\u00dferungen verraten noch nichts \u00fcber die Strategie des Iran. Der iranische Angriff auf Israel im April war bei Lichte betrachtet ein Fiasko f\u00fcr Teheran. Er ist schlichtweg gescheitert. Was h\u00e4tte der Iran also von einem erneuten Scheitern? Die Kalkulation des Iran ist immer, nicht selbst zu agieren, sondern andere agieren zu lassen, wie die Hisbollah oder die Huthis. Auch der Iran muss letztlich vorsichtig sein. Teheran sieht ja, dass Israel auch selbst angreift und das nicht den Amerikanern \u00fcberl\u00e4sst. Das Signal ist: Wir agieren nicht nur in der Grenzregion, sondern wir gehen nach Beirut, wir gehen in den Jemen, wir gehen auch bis nach Teheran.<\/p>\n<p>Sie rechnen also nicht mit einem gro\u00dfen Gegenschlag des Iran? <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Vergeltung-fuer-Golan-Israel-feuert-Rakete-auf-Beirut-article25126269.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Beirut.PNG\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25126284-1722368572000\/16-9\/1136\/Beirut.jpg\"\/>    00:46 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  30.07.24    Hisbollah-Kommandeur ist Ziel Vergeltung f\u00fcr Golan: Israel feuert Rakete auf Beirut    <\/p>\n<p>Ich schlie\u00dfe eine Eskalation nicht aus. Ich erwarte aber, dass es eine kalkulierte Reaktion geben wird, die wiederum nicht zu einer gesteigerten israelischen Antwort f\u00fchren wird. Es ist auch nicht das erste Mal, dass Israel eine gezielte T\u00f6tung vornimmt. Hanijas Tod findet jetzt viel Aufmerksamkeit, aber die grunds\u00e4tzlichen Abw\u00e4gungen der beteiligten Akteure wurden auch durch die vorangegangenen gezielten T\u00f6tungen nicht ausgesetzt. <\/p>\n<p>Sie haben die Huthis und die Hisbollah bereits angesprochen. Was ist von den Verb\u00fcndeten des Iran zu erwarten?<\/p>\n<p>Die Huthis werden weiter versuchen, ihr Potenzial einzusetzen. Dieses liegt aber eher im Roten Meer. Der Drohnenangriff auf Tel Aviv vor rund zwei Wochen war ein Versagen der israelischen Aufkl\u00e4rung. Die Israelis werden alles daransetzen, dass den Huthis so etwas nicht mehr so leicht gelingen wird. Der Konflikt mit der Hisbollah an der israelisch-libanesischen Grenze steht zwar im Schatten des Gaza-Krieges, hat aber ebenfalls schwere humanit\u00e4re Folgen. Das Grenzgebiet wurde nach dem 7. Oktober auf beiden Seiten praktisch entv\u00f6lkert. Eine sechsstellige Zahl von Israelis und Libanesen wurde aufgrund des andauernden Beschusses zu Binnenfl\u00fcchtlingen. Die USA und auch Frankreich versuchen dort zu vermitteln. Die Chancen auf eine \u00dcbereinkunft halte ich f\u00fcr h\u00f6her als in Gaza. Das ist aber noch weit weg und mit Blick auf die Ereignisse in Beirut und Teheran nicht etwas, was in den n\u00e4chsten Wochen ansteht. <\/p>\n<p>  <strong>Mehr zum Thema<\/strong>    Video   Vor 1979 befreundete Staaten Wie Israel und der Iran zu Erzfeinden wurden       Friedensgespr\u00e4che sind in Gefahr Blinken: USA wussten nichts von T\u00f6tung Hanijas       Terrorist mit Luxusleben Ismail Hanija war das internationale Gesicht der Hamas       Reaktionen auf Tod Hanijas Chamenei k\u00fcndigt &quot;harte Bestrafung&quot; an, T\u00fcrkei wirft Israel Eskalation vor    <\/p>\n<p>Hat Hanijas Tod Auswirkungen auf die Verhandlungen im Gaza-Krieg?<\/p>\n<p>Das wird die Positionen erstmal weiter blockieren. Die Verhandlungen sind aber ohnehin eine kleine Farce, denn eine politische Perspektive gibt es nicht. Waffenstillstandsverhandlungen werden auf Druck der USA zwar gef\u00fchrt, aber weder die fundamentalistischen Kr\u00e4fte in der israelischen Regierung noch die Hamas haben ein echtes Interesse an einem Waffenstillstand. Immer, wenn es den Eindruck gab, ein Abkommen steht bevor, hat im letzten Moment entweder die Hamas oder Israel gesagt, dieses und jenes passt uns doch nicht. Eine grundlegende \u00c4nderung wird die T\u00f6tung von Hanija nicht bringen. Sie zeigt eher, dass es das Minimalziel der israelischen Regierung ist, die F\u00fchrungsebene der Hamas auszuschalten. Ein Waffenstillstand oder auch ein Geisel-Deal steht f\u00fcr die israelische Regierung nicht an erster Stelle.<\/p>\n<p>Hat der Verlust eines ihrer Anf\u00fchrer die Hamas denn geschw\u00e4cht?<\/p>\n<p>Wenn es Israel gelingt, weitere Anf\u00fchrer auszuschalten, k\u00f6nnte das die Bereitschaft der Hamas, nachzugeben, erh\u00f6hen. Andererseits kalkuliert die Hamas ebenfalls. Sie ist durch den Krieg nicht fundamental geschw\u00e4cht, sondern zum Teil sogar gest\u00e4rkt daraus hervorgegangen und hat ihre Kriegsziele nicht aus den Augen verloren. Ich w\u00fcrde also nicht auf einen baldigen Waffenstillstand im Gazastreifen setzen.<\/p>\n<p>Mit Stephan Stetter sprach Marc Dimpfel<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Hamas-Anh\u00e4nger bei einer Demonstration zur Verurteilung der T\u00f6tung Hanijas im S\u00fcdlibanon. 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