{"id":27909,"date":"2024-07-28T12:16:30","date_gmt":"2024-07-28T09:16:30","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/offenes-geheimnis-in-industrie-ein-speiseol-skandal-erschuttert-china\/"},"modified":"2024-07-28T12:16:30","modified_gmt":"2024-07-28T09:16:30","slug":"offenes-geheimnis-in-industrie-ein-speiseol-skandal-erschuttert-china","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/offenes-geheimnis-in-industrie-ein-speiseol-skandal-erschuttert-china\/","title":{"rendered":"&#8220;Offenes Geheimnis in Industrie&#8221;: Ein Speise\u00f6l-Skandal ersch\u00fcttert China"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wirtschaft         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Die chemischen R\u00fcckst\u00e4nde in Speise\u00f6l sind extrem gesundheitssch\u00e4dlich.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25114111-1721901789000\/16-9\/750\/imago0708879032h.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Die chemischen R\u00fcckst\u00e4nde in Speise\u00f6l sind extrem gesundheitssch\u00e4dlich.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>In China gibt es einen neuen Lebensmittel-Skandal. Vergiftetes Speise\u00f6l ist im Umlauf. Es war in Chemie-Tankern transportiert worden. Die Regierung bekommt die Lebensmittelsicherheit nicht in den Griff.<\/strong><\/p>\n<p>Ende Mai, in der Stadt Yanjiao in der chinesischen Provinz Hebei bei Peking. Ein Tanklaster f\u00e4hrt eine Getreide- und \u00d6lfirma an. Nur wenige Tage vorher hatte derselbe Tankwagen Kohle\u00f6l transportiert &#8211; eine chemische Fl\u00fcssigkeit, die aus Kohle hergestellt worden ist. Nur eine Stunde sp\u00e4ter f\u00e4hrt er ab &#8211; beladen mit \u00fcber 30 Tonnen Speise\u00f6l aus Soja.<\/p>\n<p>Das ist ganz normal in China: Dort d\u00fcrfen Tanklaster alles M\u00f6gliche transportieren, sowohl Chemie als auch Lebensmittel, sie sind nicht auf eine bestimmte Ladung spezialisiert. <\/p>\n<p>                                               *Datenschutz  <\/p>\n<p>Das Problem ist jedoch, dass der Tank bei vielen Tankfahrzeugen nach dem Entladen nicht sauber gemacht und desinfiziert wird. Speise\u00f6l oder andere Lebensmittel werden einfach in den verdreckten Tank gepumpt. Es kommt zu Verunreinigungen und chemischen R\u00fcckst\u00e4nden. Diesen Skandal haben Reporter der staatlichen Zeitung Beijing News Anfang Juli aufgedeckt.<\/p>\n<h2>Tanklaster werden kaum kontrolliert<\/h2>\n<p>Anschlie\u00dfend habe auch der staatliche Fernsehsender China Central Television (CCTV) dar\u00fcber berichtet, sagt BBC-Korrespondent Stephen MacDonell. F\u00fcr ihn erstaunlich, weil Medien der Kommunistischen Partei bisher vorgeworfen wurde, derartige Skandale zu vertuschen. &quot;Laut einem dieser Berichte in den staatlichen Medien war das so weitverbreitet, dass es ein offenes Geheimnis in der Industrie war.&quot;<\/p>\n<p>   &quot;&gt;  <\/p>\n<p>Der Grund, warum so viele Unternehmen ihre Tanks nicht reinigen, ist simpel: Die Betreiber wollen Geld sparen. Speise\u00f6lproduzenten wie das staatliche Transport- und Lagerunternehmen Sinograin \u00fcberpr\u00fcfen wohl auch nicht richtig, ob die Tanks sauber sind. Die Beh\u00f6rden haben auch den doppelten Verwendungszweck der Tanker sowohl f\u00fcr Lebensmittel als auch f\u00fcr Kraftstoffe nicht im Blick.<\/p>\n<p>Als Beweis, dass ihr Tank sauber ist, m\u00fcssen die Tankwagenfahrer zwar Fotos vorzeigen. H\u00e4ufig nutzen sie aber Bilder aus der Vergangenheit. Ob die Aufnahmen aktuell sind, \u00fcberpr\u00fcft niemand, hei\u00dft es in der Recherche von Beijing News. Wenn die Ladung gewechselt wird, kleben die Unternehmen einfach einen anderen Zettel auf ihren Tanklaster.<\/p>\n<h2>Fahrer wollen Leerfahrten vermeiden<\/h2>\n<p>Viele Chinesen kritisieren die Tankerfahrer f\u00fcr ihr gesundheitssch\u00e4dliches Handeln. Der Wettbewerb in der Branche ist aber hart. Die Transportpreise sinken, die Fahrer k\u00e4mpfen um jede Fracht und haben oft monatelang keine Arbeit. Gleichzeitig m\u00fcssen sie Kredite f\u00fcr ihre teuren Trucks zur\u00fcckzahlen, dazu kommen Benzin- und Reparaturkosten sowie Autobahngeb\u00fchren.<\/p>\n<p>In einem Video in den sozialen Netzwerken hat ein Tankerfahrer vorgerechnet, was er verdient. Umgerechnet gerade mal rund sieben Euro bleiben ihm von drei Tagen Arbeit. Die Reinigungskosten f\u00fcr den Tank sind nicht einmal eingerechnet.<\/p>\n<p>Kohle\u00f6l-Transporter m\u00fcssen ihre Ladung oft zur chinesischen K\u00fcste bringen. Dort haben viele Speise\u00f6lhersteller ihren Sitz. Deswegen liegt es auf der Hand, dass sie ihren Tank f\u00fcr die R\u00fcckfahrt damit vollmachen, um nicht leer zur\u00fcckzufahren.<\/p>\n<h2>Chemie-Reste bleiben unbemerkt<\/h2>\n<p>Wenn die Tanker ihr Kohle\u00f6l abgeliefert haben, bleiben im Tank mehrere Kilos Fl\u00fcssigkeit \u00fcbrig, hat ein Fahrer den Beijing-News-Reportern erz\u00e4hlt. Wenn dieser nicht sauber gemacht wird, mischen sich die Reste mit dem Speise\u00f6l. Weil das Kohle\u00f6l transparent ist, f\u00e4llt das aber auch nicht auf.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Revanche-fuer-Strafzoelle-auf-E-Autos-China-nimmt-Schweinefleisch-aus-der-EU-ins-Visier-article25019762.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"3bdd08a358071ad5a3eb557eb1b6fdc0.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25019741-1718615812000\/17-6\/1136\/3bdd08a358071ad5a3eb557eb1b6fdc0.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  17.06.24    Revanche f\u00fcr E-Auto-Strafz\u00f6lle China nimmt Schweinefleisch aus der EU ins Visier    <\/p>\n<p>F\u00fcr den Menschen k\u00f6nnen diese chemischen R\u00fcckst\u00e4nde giftig sein. \u00d6le mit Chemie-Resten k\u00f6nnen laut der Medienberichte zu Vergiftungen f\u00fchren, mit Symptomen wie \u00dcbelkeit, Erbrechen und Durchfall. Langfristig k\u00f6nnen sie die Atemwege und das Verdauungssystem sch\u00e4digen. <\/p>\n<p>Der Skandal beunruhigt die Menschen in China, sie haben Angst, sich zu vergiften: In Videos ist zu sehen, wie sie literweise \u00d6l in den Ausguss kippen. Neben M\u00fclltonen stehen etliche weggeworfene, noch volle \u00d6lflaschen.<\/p>\n<p>Einige produzieren sicherheitshalber ihr eigenes \u00d6l. &quot;Es gibt einen kleinen Boom bei den Verk\u00e4ufen von \u00d6lpressen f\u00fcr zu Hause, mit denen man sein eigenes \u00d6l herstellen kann&quot;, berichtet China-Experte Bill Bishop im Podcast &quot;Sharp China&quot;.<\/p>\n<h2>&quot;Werden bald Ermittlungsbericht bekommen&quot;<\/h2>\n<p>Doch was machen die chinesischen Beh\u00f6rden? Das, was sie am besten k\u00f6nnen: zensieren. Obwohl es sich um den gr\u00f6\u00dften Lebensmittelskandal in China seit dem Melamin-Skandal 2008 handelt. Dabei war die giftige Substanz Melamin in Babymilchpulver und anderen Milchprodukten gefunden worden. 300.000 Kinder erkrankten damals, sechs Babys sind gestorben. Als Konsequenz wurden zwei Mitarbeiter von darin verwickelten Unternehmen hingerichtet.<\/p>\n<p>  <strong>Mehr zum Thema<\/strong>    Video   ntv Service Welche Lebensmittel wann in gro\u00dfen Mengen schaden       Perrier-Paletten vernichtet  Nestl\u00e9-Mineralwasser enth\u00e4lt F\u00e4kalbakterien       Sieben Tote, Dutzende Erkrankte Schweizer K\u00e4ser wegen fahrl\u00e4ssiger T\u00f6tung verurteilt       &quot;Gewinnmarge lockt F\u00e4lscher an&quot; Gepanschter Honig flutet Europa    <\/p>\n<p>\u00dcber den \u00d6ltanker-Skandal sind in China inzwischen kaum noch kritische Artikel zu finden. Einige Meldungen wurden zensiert oder gel\u00f6scht, berichtet die China Digital Times. Auf dem chinesischen Twitter-Pendant Weibo seien entsprechende Suchbegriffe gesperrt. Es gibt auch eine App, mit der sich Laster und auch Tankwagen in China orten lassen &#8211; die ist pl\u00f6tzlich nicht mehr verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p>Als Konsequenz sind mehrere offizielle Untersuchungen im Gange: Der Staatsrat hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet, die die Standards beim Lebensmitteltransport untersuchen soll. &quot;Sie werden versuchen, die Diskussion zu beruhigen, und dann werden wir ziemlich bald einen Ermittlungsbericht bekommen&quot;, erwartet Bishop. &quot;Einige Leute werden verhaftet werden, vielleicht werden einige Beamte auf nicht besonders hoher Ebene ihren Job verlieren. Die Botschaft wird sein: Es wird nicht mehr passieren. Und dann geht es weiter.&quot;<\/p>\n<p>Eigentlich ist die Lebensmittelsicherheit ein wichtiges Ziel der chinesischen Regierung. Doch immer wieder gibt es Lebensmittelskandale, mit Babymilch, Fleisch und auch Speise\u00f6l. Obwohl China eins der weltweit strengsten Lebensmittelsicherheitsgesetze hat &#8211; das Hauptproblem aber ist die Durchsetzung. Ein Experte formuliert es treffend: Es gibt zu viele Verantwortliche mit zu wenig Verantwortungsgef\u00fchl.<\/p>\n<p> <strong>&quot;Wieder was gelernt&quot;-Podcast<\/strong> <\/p>\n<p>&quot;Wieder was gelernt&quot; ist ein Podcast f\u00fcr Neugierige: Warum w\u00e4re ein Waffenstillstand f\u00fcr Wladimir Putin vermutlich nur eine Pause? Warum f\u00fcrchtet die NATO die Suwalki-L\u00fccke? Wieso hat Russland wieder iPhones? Mit welchen kleinen Verhaltens\u00e4nderungen kann man 15 Prozent Energie sparen? H\u00f6ren Sie rein und werden Sie dreimal die Woche ein wenig schlauer. <\/p>\n<p>Alle Folgen finden Sie in der ntv App, bei RTL+, Amazon Music, Apple Podcasts und Spotify. F\u00fcr alle anderen Podcast-Apps k\u00f6nnen Sie den RSS-Feed verwenden.<\/p>\n<p>Sie haben eine Frage? Schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an podcasts@ntv.de<\/p>\n<p>                                               *Datenschutz               <\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wirtschaft Die chemischen R\u00fcckst\u00e4nde in Speise\u00f6l sind extrem gesundheitssch\u00e4dlich. In China gibt es einen neuen Lebensmittel-Skandal. Vergiftetes Speise\u00f6l ist im Umlauf. Es war in Chemie-Tankern transportiert worden. 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