{"id":27781,"date":"2024-07-06T15:26:01","date_gmt":"2024-07-06T12:26:01","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ist-das-realistisch-expertin-gletscher-konnen-neu-entstehen\/"},"modified":"2024-07-06T15:26:01","modified_gmt":"2024-07-06T12:26:01","slug":"ist-das-realistisch-expertin-gletscher-konnen-neu-entstehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ist-das-realistisch-expertin-gletscher-konnen-neu-entstehen\/","title":{"rendered":"Ist das realistisch?: Expertin: Gletscher k\u00f6nnen neu entstehen"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wissen         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Blick auf die Zugspitze mit einer H\u00f6he von 2962 Metern. \" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25057039-1719910236000\/16-9\/750\/imago0477817675h.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Blick auf die Zugspitze mit einer H\u00f6he von 2962 Metern.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist eine bemerkenswerte Aussage und sie stammt nicht von irgendwem, sondern von \u00d6sterreichs Wissenschaftlerin des Jahres 2023, Andrea Fischer: Die Gletscher k\u00f6nnen wieder kommen, sagt die Forscherin von der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften im Interview, das wir mit ihr beim 1. Alpenklimagipfel auf der Zugspitze gef\u00fchrt haben. Nur m\u00fcssen wir daf\u00fcr einige Bedingungen erf\u00fcllen.<\/p>\n<p>ntv.de: Sie sind eben noch trotz des schlechten Wetters hoch auf den Gipfel der Zugspitze gestiegen. Das sagt mir, dass Sie die Berge wirklich lieben.<\/p>\n<p>Fischer: Ja, ich bin \u00fcber das Bergsteigen zu den Gletschern gekommen. Ich bin nach wie vor jemand, der lieber drau\u00dfen als drinnen ist und lieber oben als unten.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Permafrost-in-der-Schweiz-taut-immer-weiter-article24994981.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"220396226.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24994975-1717679056000\/17-6\/1136\/220396226.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  06.06.24    Alpen verlieren Schutzschild Permafrost in der Schweiz taut immer weiter    <\/p>\n<p> Sie beobachten seit vielen Jahren die Entwicklung auf den Gletschern. Wir alle wissen, sie schmelzen. Was macht das mit Ihnen?<\/p>\n<p>Ich bin begeisterter Forscher und f\u00fcr uns in der Wissenschaft ist es ja das Tolle, neue Sachen zu erforschen. Von daher \u00fcberwiegt bei mir die Spannung. Was passiert als n\u00e4chstes, wie m\u00fcssen wir die Modelle verbessern? Wie m\u00fcssen wir die Messungen gestalten, damit wir die Prozesse mitverfolgen k\u00f6nnen? Also diese Chance, etwas v\u00f6llig Neues zu entdecken und auch zuk\u00fcnftigen Generationen helfen zu k\u00f6nnen, damit umzugehen. Als Forscherin ist mir jetzt sehr bewusst, dass die Gletscher derzeit sehr schnell schmelzen, dass wir aber durchaus die Chance haben, dass sie wieder kommen. Es gab in den Alpen schon einmal eine Entgletscherung, wenn auch aus anderen Gr\u00fcnden. Die Wiedervergletscherung ist erst vor etwa 6.000 Jahren geschehen. Das hei\u00dft, bei allen Misslichkeiten des anthropogenen Klimawandels sehe ich durchaus die Chance, dass wir gegensteuern k\u00f6nnen und es uns gelingt, das Schicksal auf unsere Seite zu holen und die Gletscher wieder entstehen zu lassen. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Fachleute-legen-alarmierenden-EU-Klimabericht-vor-article24795835.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"450999376.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24795819-1710138207000\/17-6\/1136\/450999376.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  11.03.24    &quot;Kritisch oder katastrophal&quot; Fachleute legen alarmierenden EU-Klimabericht vor    <\/p>\n<p> Das halten Sie wirklich f\u00fcr realistisch?<\/p>\n<p>Es gibt zwei verschiedene Zug\u00e4nge zu dem Thema. Als Bergsteiger werde ich immer scheitern, wenn ich denke, das geht schlecht aus, das kann ich nicht schaffen. Wenn, dann m\u00fcssen wir positiv herangehen und uns sagen, dass es m\u00f6glich ist. Dieser Glaube kann Berge versetzen. Und deswegen fokussiere ich mich darauf, die Herausforderungen zu meistern. Ich bin \u00fcberzeugt davon, dass es m\u00f6glich ist. Wir haben bessere Karten, weil wir wissen, wie wir mit dem von uns selbst verursachten Klimawandel umzugehen haben. Wir wissen, woher der Klimawandel kommt und was wir tun m\u00fcssen, um die Lage zu verbessern. Vor vielen Jahrhunderten haben die Menschen einen nat\u00fcrlichen Klimawandel erleben m\u00fcssen, die kleine Eiszeit. Die haben damals nicht gewusst, woher dieses Ph\u00e4nomen kommt. Wir haben ein politisches System, einen globalen Zusammenhalt, es gibt eine Einigkeit aller Staaten, dass wir dieses Thema angehen m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen halt endlich in die Umsetzung gehen.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/panorama\/Riesiges-Gletscher-Stueck-rotiert-um-die-eigene-Achse-article24846826.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"gletscher.JPG\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24846899-1712136250000\/16-9\/1136\/gletscher.jpg\"\/>    00:53 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  03.04.24    Trauriges Touristenspektakel Riesiges Gletscher-St\u00fcck rotiert um die eigene Achse    <\/p>\n<p>Sie haben bei Ihrem Vortrag die Hebel angesprochen, die wir in der Hand haben. Welche sind das konkret? <\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen die Treibhausgasemissionen reduzieren. Wir wissen, dass es durch eine Reduzierung der fossilen Treibstoffe geschehen muss. Wir brauchen einen ausgew\u00e4hlteren Konsum, mehr Nachhaltigkeit, eine selektivere und gezieltere Mobilit\u00e4t im t\u00e4glichen Verkehr, privat wie im G\u00fcter- und Warenverkehr. Und eine bessere Energiebereitstellung. Mit diesen Faktoren sind wir schon so weit, dass der Zugspitzgletscher am Ende dieses Jahrhunderts wieder entstehen kann.<\/p>\n<p>Wird das aus Ihren Projektionen deutlich?<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten 30 Jahre sind vorausbestimmt durch unsere bisherigen Emissionen. Ab dann wird das wirksam, was wir heute und jetzt tun. Das hei\u00dft, die Alpengletscher, besonders in den Ostalpen, werden in den n\u00e4chsten 30 Jahren erst einmal sehr viel kleiner werden. Dann kann es uns gelingen, wieder auf ein Temperaturniveau von heute oder fr\u00fcher zur\u00fcckzukommen, wenn wir jetzt die richtigen Ma\u00dfnahmen setzen. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/magazine\/auslandsreport\/Was-die-Gletscherschmelze-fuer-die-Groenlaender-bedeutet-article24445307.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"geltscher.JPG\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24446157-1696747107000\/16-9\/1136\/geltscher.jpg\"\/>    05:55 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Auslandsreport  08.10.23    Neue Temperaturrekorde im Sommer Was die Gletscherschmelze f\u00fcr die Gr\u00f6nl\u00e4nder bedeutet    <\/p>\n<p> Sie versuchen auch durch technische Ma\u00dfnahmen den Gletscherschwund zu stoppen. Was ist von Gletscherpflastern, Planen \u00fcberziehen und Beschneien zu halten?<\/p>\n<p>Man muss den Kontext sehen. Das sind Ma\u00dfnahmen, die in Skigebieten dazu dienen, St\u00fctzen, Infrastruktur und Lifte zu erhalten, damit man die nicht alle paar Jahre erneuern muss. Jetzt, wo die Gletscher in den Ostalpen gro\u00dffl\u00e4chig zerfallen, kann es von Vorteil sein, auf diese Ma\u00dfnahmen zu verzichten und die Skigebiete in den eisfreien Zustand zu transferieren. Diese Skigebiete sind in relativ gro\u00dfen H\u00f6hen und haben einen Vorteil, was das Schneeangebot betrifft. Es ist in diesen H\u00f6hen auch energieeffizienter, zu beschneien, weil es da eben viel k\u00fchler ist als in den Tallagen. Das \u201enach oben wandern\u201c der Skigebiete wird passieren und ist auch notwendig.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wissen\/Unterwasservorhang-soll-Weltuntergangsgletscher-retten-article24807934.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"51267921.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24807959-1710505604000\/17-6\/1136\/51267921.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wissen  18.03.24    50-Milliarden-Dollar-Projekt Unterwasservorhang soll Weltuntergangsgletscher retten    <\/p>\n<p>Sie sagten, auf der Zugspitze ist in sieben Jahren schon kein Gletscher mehr &#8211; in den Ostalpen in 30 Jahren. Es kann also sein, dass wir eisfreie Alpen erleben, die irgendwann wieder neu vergletschern?<\/p>\n<p>Genau, es gab in der Vergangenheit einige Eiszeit-Zwischeneiszeit-Zyklen, bei denen die Alpen zum glazialen Maximum vollst\u00e4ndig unter Eis lagen. Glaziale Minima gingen sehr wahrscheinlich mit wenig Eis oder gar keinem einher. Es ist noch nicht sicher, ob wir mit dem anthropogenen Wandel diesen Eiszeit-Zwischeneiszeit-Zyklus blockiert haben. Es gibt im Klimasystem einige Kipppunkte, die wir noch nicht hundertprozentig kennen. Aber wenn wir die Zusammensetzung der Atmosph\u00e4re in eine g\u00fcnstigere Richtung drehen, kann es durchaus zu einer langsamen Abk\u00fchlung kommen, so dass zumindest kleinere Eisfelder wieder entstehen k\u00f6nnen. Wir wissen noch nicht, wie lange dieser Prozess dauern kann und wird. Das kann einige Jahrzehnte dauern. In den Ostalpen reden wir da von etwa 30 Jahren von der Flocke zum Eisblock. Der Schnee wird also an der Stelle, wo er f\u00e4llt zu Eis und kann dann auch wieder zu Tal flie\u00dfen. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25057029-1719910112000\/16-9\/750\/fischer.jpg\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Andrea Fischer ist von Gletschern begeistert.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25057029-1719910112000\/16-9\/750\/fischer.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Andrea Fischer ist von Gletschern begeistert.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sollten die Alpen tats\u00e4chlich eisfrei werden &#8211; welche Konsequenzen h\u00e4tte das bei Wasserversorgung, Landwirtschaft und Tourismus?<\/p>\n<p>Wir haben vor\u00fcbergehend mehr Sturzbewegungen, mehr Massenbewegungen, mehr Muren im Nahbereich der Gletscher. Das wird sehr wahrscheinlich weiterhin auf den Nahbereich der Gletscher beschr\u00e4nkt bleiben. Das hei\u00dft, Bergsteiger m\u00fcssen auf diese Gefahr vorbereitet sein. Der Siedlungsbereich wird aber dadurch nicht gef\u00e4hrdet werden. Wir haben auch das gro\u00dfe Gl\u00fcck, dass wir in den Alpen genug Niederschlag haben und genug Wasser aus dem Niederschlag ziehen k\u00f6nnen. Das Sch\u00f6ne ist, dass die Pflanzen sehr rasch nach oben r\u00fccken. Schon drei Jahre nach dem eisfrei werden haben wir schon \u00fcber 20 verschiedenen Arten, auch Bl\u00fctenpflanzen. Auch die B\u00e4ume kommen relativ rasch hoch. Das stabilisiert auch den Boden und reduziert die Murengefahr. So wird es zwar eine Umstellung geben, aber das sind Dinge, auf die wir uns vorbereiten k\u00f6nnen. Wir haben gute Strukturen, Management- und Gefahrenzonenpl\u00e4ne. Es gibt f\u00fcr jedes gr\u00f6\u00dfere Flie\u00dfgew\u00e4sser Berechnungen, welche H\u00f6he Schutzbebauungen haben m\u00fcssen, damit der Siedlungsbereich und die Stra\u00dfen sicher sind.<\/p>\n<p>Mit Andrea Fischer sprach Oliver Scheel.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissen Blick auf die Zugspitze mit einer H\u00f6he von 2962 Metern. 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