{"id":27640,"date":"2024-06-12T22:27:02","date_gmt":"2024-06-12T19:27:02","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/auswahl-wehrdienst-soll-kommen-wenn-pistorius-selbst-sagt-das-wird-nicht-reichen\/"},"modified":"2024-06-12T22:27:02","modified_gmt":"2024-06-12T19:27:02","slug":"auswahl-wehrdienst-soll-kommen-wenn-pistorius-selbst-sagt-das-wird-nicht-reichen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/auswahl-wehrdienst-soll-kommen-wenn-pistorius-selbst-sagt-das-wird-nicht-reichen\/","title":{"rendered":"&#8220;Auswahl-Wehrdienst&#8221; soll kommen: Wenn Pistorius selbst sagt: &#8220;Das wird nicht reichen&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Boris Pistorius beim &quot;Tag der Bundeswehr&quot; am vergangenen Wochenende\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25010183-1718217367000\/16-9\/750\/466916989-1-.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Boris Pistorius beim &quot;Tag der Bundeswehr&quot; am vergangenen Wochenende<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Verteidigungsminister Pistorius stellt sein neues Wehrdienst-Modell vor &#8211; und sagt gleich dazu, dass das &quot;nicht reichen&quot; wird. Dabei hat er das Maximum rausgeholt, aber nur f\u00fcr den Moment. Ein bisschen Pflicht gibt&#039;s auch, aber noch mehr Fragen.<\/strong><\/p>\n<p>Die Mehrheit der Deutschen h\u00e4tte er f\u00fcr ein neues Modell der Wehrpflicht hinter sich &#8211; die eigene Partei nicht. Boris Pistorius musste einen Wehrdienst-Kompromiss finden zwischen dem, was er selbst aufgrund der Lage f\u00fcr erforderlich h\u00e4lt, und dem, was derzeit in der Ampelkoalition durchsetzbar ist. Angesichts dieser beachtlichen Zwickm\u00fchle kann man nur staunen, dass sich der Verteidigungsminister auch an diesem Mittwochnachmittag die fast verl\u00e4sslich gute Laune nicht tr\u00fcben l\u00e4sst. In Berlin stellt er Pl\u00e4ne f\u00fcr einen neuen Wehrdienst vor, die hinter seinen eigenen Vorstellungen wohl deutlich zur\u00fcckbleiben.<\/p>\n<p>Und selbst f\u00fcr die wird er noch Werbung machen m\u00fcssen, wenn man manche SPD-Stimme aus den vergangenen Tagen ernst nimmt. F\u00fcr Pistorius ist es darum wichtig, zun\u00e4chst klar zu machen, warum an der Notwendigkeit seines neuen Modells kein Zweifel bestehen kann: &quot;Die Duma hat die R\u00fcstungsausgaben massiv erh\u00f6ht, Russland produziert Waffensysteme auf Vorrat, auf Kriegswirtschaft ist umgestellt und die verbalen Attacken gegen\u00fcber NATO-L\u00e4ndern und anderen Nachbarstaaten nehmen sichtbar und h\u00f6rbar zu&quot;, z\u00e4hlt der Minister auf und schlie\u00dft mit einer klaren Hausnummer: 2029. Ab dann, davon m\u00fcsse man laut Einsch\u00e4tzung aller internationaler Milit\u00e4rexperten ausgehen, werde Russland in der Lage sein, &quot;milit\u00e4risch einen NATO-Staat oder einen Nachbarstaat anzugreifen&quot;. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/politik\/Tragen-Putin-Schritt-fuer-Schritt-in-Angriffs-Idee-rein-article25009849.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Ralph Thiele 2.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25009999-1718208272000\/16-9\/1136\/Ralph-Thiele-2.jpg\"\/>    04:35 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  12.06.24    Thiele zu Pistorius-Pl\u00e4nen &quot;Tragen Putin Schritt f\u00fcr Schritt in Angriffs-Idee rein&quot;    <\/p>\n<p>Nun gilt es also, die Bundeswehr mit Blick auf 2029 &quot;kriegst\u00fcchtig&quot; zu machen, so hat Pistorius das Ziel oft genug formuliert, erst vergangene Woche wieder im Bundestag. Denn ohne eine Armee, die den Krieg notfalls f\u00fchren und gewinnen k\u00f6nnte, l\u00e4sst sich ein Gegner nicht glaubhaft abschrecken. So sieht es Pistorius, blo\u00df was er bislang nicht sieht, ist diese Armee. Vor allem an der Reserve mangelt es. \u00dcber Jahrzehnte hat sich niemand darum geschert, dass Soldaten, die den Dienst quittieren, \u00fcberhaupt in einer Akte erfasst werden. &quot;Wir k\u00f6nnten im Verteidigungsfall nicht einmal mobilisieren&quot;, fasst Pistorius die Misere zusammen.<\/p>\n<p>Die neue Regelung soll darum nicht den n\u00f6tigen Aufwuchs bei der Berufsarmee voranbringen, sondern die Reserve auff\u00fcllen. Und zwar so: Zuk\u00fcnftig wird der Staat jedes Jahr den gesamten Jahrgang junger Deutscher anschreiben, die 18 werden. Etwa 700.000 Leute, Frauen wie M\u00e4nner, mit der Bitte, einen Fragebogen auszuf\u00fcllen &#8211; zur eigenen Fitness, \u00fcber das eigene Verh\u00e4ltnis zur Bundeswehr, und ob man bereit w\u00e4re, sich freiwillig in ihren Dienst zu stellen. Frauen k\u00f6nnen den Fragebogen ausgef\u00fcllt zur\u00fccksenden, M\u00e4nner m\u00fcssen es tun. Wer aufgrund guter Eignung dann zur Musterung beordert wird, muss daran teilnehmen &#8211; bei Frauen bleibt auch das freiwillig.<\/p>\n<h2>Mit wenig Mathewissen zur ern\u00fcchternden Erkenntnis<\/h2>\n<p>An dieser Stelle ist aber auch schon wieder Schluss mit den Pflichten. Von den etwa 40.000 M\u00e4nnern, mit denen man f\u00fcr die Musterung plant, hofft Pistorius im ersten Jahr 5000 f\u00fcr die Bundeswehr zu gewinnen, und zwar per Auslese. &quot;Es geht genau darum: Wir wollen die Besten und die Motiviertesten und bieten denen gleichzeitig etwas daf\u00fcr an&quot;, sagt Pistorius und nennt das Format einen &quot;Auswahl-Wehrdienst&quot;. Die Gemusterten, die das Angebot annehmen, m\u00fcssten mindestens sechs Monate Grundwehrdienst ableisten. Lieber ein Jahr, am liebsten 23 Monate. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Pistorius-will-die-Besten-und-die-Motiviertesten-article25009610.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"af101f9e868ef176ff5927df59b13163.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25009662-1718201641000\/17-6\/1136\/af101f9e868ef176ff5927df59b13163.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  12.06.24    Wehrdienst-Modell vorgestellt Pistorius will &quot;die Besten und die Motiviertesten&quot;    <\/p>\n<p>So weit, so \u00fcberschaubar. Das ist zun\u00e4chst mal ein gutes Zeichen und im Regel-Wirrwarr der Bundeswehr nicht selbstverst\u00e4ndlich. Blo\u00df: Wie Pistorius selbst eingangs vorgerechnet hat, soll die Bundeswehr es schaffen, die Zahl der Reservisten von derzeit 60.000 auf 260.000 zu bringen. 100.000 davon sollen aus der Gruppe derer kommen, die ehemals gedient haben und ausgeschieden sind. Irgendwer muss die ganzen Adressen rauskriegen und jeder wird dann angeschrieben. Die anderen 100.000 will man jedoch \u00fcber den neuen &quot;Auswahl-Wehrdienst&quot; generieren. Anfangs 5000 pro Jahr, bald schon 10.000, wenn die Pl\u00e4ne aufgehen. <\/p>\n<p>Allerdings braucht man nicht viel Mathekenntnis, um auszurechnen, dass es mit 10.000 zus\u00e4tzlichen Reservisten pro Jahr zehn Jahre dauern wird, bis die 100.000 erreicht sind. Wie aber lautete nochmal die Hausnummer vom Anfang? Die Jahreszahl, wann Putin wieder angriffsf\u00e4hig w\u00e4re? Genau. 2029. <\/p>\n<p>Er betrachte das Modell als Einstieg, als einen Weg, um jetzt beginnen zu k\u00f6nnen, antwortet Pistorius auf die Frage eines Journalisten, der mit Blick auf 100.000 neue Kr\u00e4fte per Kopfrechnen bei 2036 gelandet ist. Genau wie alle anderen im Saal. Und dann sagt der Minister folgenden Satz: &quot;Im Kern haben Sie recht. Es wird nicht reichen.&quot; <\/p>\n<h2>Kapazit\u00e4ten sind &quot;der limitierende Faktor&quot;<\/h2>\n<p>Da stellt Pistorius nun also seit bereits einer halben Stunde bester Dinge ein neues Wehrdienst-Modell vor, dass laut seiner eigenen Auffassung nicht geeignet ist, um die bestehenden Anforderungen und Ziele zu erf\u00fcllen. Und da keilt er nicht gegen die zaudernde Ampel, gegen das eigene Partei-Pr\u00e4sidium, das ihm den Pflicht-Zahn vor kurzem so \u00f6ffentlichkeitswirksam gezogen hat und am liebsten auch die &quot;Kriegst\u00fcchtigkeit&quot; \u00fcberhaupt gar nicht mehr von ihm h\u00f6ren w\u00fcrde? <\/p>\n<p>Das alles tut Pistorius nicht, denn nicht nur die eigene Regierungskoalition verweist ihn in seine Schranken, sondern ebenso tun es die Kapazit\u00e4ten der Bundeswehr. &quot;Ich w\u00fcrde gern 20.000 Wehrdienstleistende pro Jahr ausbilden, aber daf\u00fcr sind die Kapazit\u00e4ten nicht da&quot;, sagt er. Sie seien &quot;der limitierende Faktor&quot;. <\/p>\n<p>Und in der Tat ist das kein leeres Gerede, best\u00e4tigt Rafael Loss, Sicherheitsexperte beim European Council on Foreign Relation. So viele Kasernen wurden nach Ende des Kalten Krieges aufgegeben, Liegenschaften ver\u00e4u\u00dfert, die Infrastruktur f\u00fcr die Musterung komplett eingestampft. &quot;Zur Aussetzung des Wehrdienstes 2011 geh\u00f6rte eigentlich die Bedingung, dass in einem Verteidigungsfall die Strukturen reaktiviert werden k\u00f6nnten&quot;, sagt Loss. Nur darum gek\u00fcmmert hat sich niemand. <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Die-neue-Wehrpflicht-So-sieht-Pistorius-Modell-aus-article25009491.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"1ea77d1a75c30f9dbfcf99797a734a43.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/25009503-1718199180000\/17-6\/1136\/1ea77d1a75c30f9dbfcf99797a734a43.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  12.06.24    Fragebogen, Musterung, Auswahl So soll die neue Wehrpflicht aussehen    <\/p>\n<p>&quot;Selbst mit einer ambitionierteren Herangehensweise und h\u00f6her gesteckten Zielen k\u00f6nnte man nicht schneller voranschreiten als es Pistorius gerade tut&quot;, sagt Loss. Weil man all den Missstand bei der Infrastruktur, dem Personal, den Finanzen erst l\u00f6sen muss, um vorw\u00e4rtszukommen. &quot;Wenn wir in den n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahren jeweils 20 Meter gehen, hat das denselben Effekt, wie wenn wir jetzt beschlie\u00dfen, wir wollen in f\u00fcnf Jahren 100 Meter gegangen sein.&quot; <\/p>\n<h2>Trotzdem Heiterkeit<\/h2>\n<p>R\u00fchrt daher die gute Laune des Boris Pistorius? Weil er wei\u00df, am Ende k\u00f6nnte er jetzt, f\u00fcr den Moment, gar nicht mehr erreichen, als das wenige, das er nun auf den Weg bringt? Und wom\u00f6glich auch, weil klar ist, dass die Realit\u00e4t Deutschland am Ende dann doch einholen wird. Wenn n\u00e4mlich klar wird, dass allein die Erwartungen der NATO an den deutschen Beitrag zur Verteidigungsf\u00e4higkeit mit 203.000 Soldaten in der stehenden Truppe nicht zu leisten sein wird. Minimum capability requirements nennt die NATO ihre Erwartungen, &quot;minimale F\u00e4higkeitsforderungen&quot;. Um die zu erf\u00fcllen, so sieht es Experte Loss, braucht die Bundeswehr zuk\u00fcnftig etwa 270.000 aktive Soldatinnen und Soldaten -Minimum. <\/p>\n<p>Da werden also noch ganz andere Bretter zu bohren sein in den kommenden Jahren, inklusive einer m\u00f6glichen Wehrpflicht &#8211; auch f\u00fcr Frauen -, falls das jetzige Modell nicht sehr schnell sehr gute Effekte zeigt. Aber nun soll es erstmal anrollen, und Pistorius erwartet angesichts der Bedrohungslage durch Putins Russland kaum, dass junge Leute sich aus Angst dagegen entscheiden. Deutschland habe mit ihrer Wehrpflicht-Armee die Erfahrung gemacht, dass es nie zum Konflikt gekommen sei, &quot;weil wir wirksam abschrecken konnten&quot;. Es gehe darum, alles daf\u00fcr zu tun, dass Deutschland in der Abschreckung so glaubw\u00fcrdig und f\u00e4hig werde, &quot;dass es gar nicht erst zu einem Konflikt kommt und alle gesund und heiter nach Hause gehen k\u00f6nnen&quot;. Eine Heiterkeit, die der Minister durch seine eigene unterstreicht.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Boris Pistorius beim &quot;Tag der Bundeswehr&quot; am vergangenen Wochenende Verteidigungsminister Pistorius stellt sein neues Wehrdienst-Modell vor &#8211; und sagt gleich dazu, dass das &quot;nicht reichen&quot; wird. 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