{"id":27573,"date":"2024-06-01T11:57:11","date_gmt":"2024-06-01T08:57:11","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/konsumenten-kaufen-weniger-milch-kuhmilch-verzicht-lost-keine-gesundheits-und-umweltfragen\/"},"modified":"2024-06-01T11:57:11","modified_gmt":"2024-06-01T08:57:11","slug":"konsumenten-kaufen-weniger-milch-kuhmilch-verzicht-lost-keine-gesundheits-und-umweltfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/konsumenten-kaufen-weniger-milch-kuhmilch-verzicht-lost-keine-gesundheits-und-umweltfragen\/","title":{"rendered":"Konsumenten kaufen weniger Milch: Kuhmilch-Verzicht l\u00f6st keine Gesundheits- und Umweltfragen"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wissen         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Seit Mitte der 1990er-Jahre ist der durchschnittliche Milchkonsum pro Kopf um 14 Kilo auf 46 Kilo pro Jahr gesunken.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24967814-1716718100000\/16-9\/750\/440837335.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Seit Mitte der 1990er-Jahre ist der durchschnittliche Milchkonsum pro Kopf um 14 Kilo auf 46 Kilo pro Jahr gesunken.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Nachhaltigkeit und Tierwohl werden h\u00e4ufig als Grund f\u00fcr einen reduzierten Milchkonsum und den Griff zu pflanzlichen Ersatzprodukten angegeben. Experten warnen, dass der Umstieg gerade bei Kindern zu Gesundheitsproblemen f\u00fchren k\u00f6nnte und der einfache Verzicht das Klimaproblem nicht unbedingt l\u00f6se.<\/strong><\/p>\n<p>Milch macht m\u00fcde M\u00e4nner munter? Der wohlklingende Werbeslogan aus den westdeutschen Nachkriegsjahren klingt heute wie aus der Zeit gefallen. Denn neben Flexitariern, die bewusst weniger Fleisch essen, gibt es immer mehr Bundesb\u00fcrger, die aus \u00dcberzeugung weniger Kuhmilch trinken.<\/p>\n<p>Fachleute sehen in diesem Verzicht mehr als eine kurzlebige Mode. F\u00fcr die Gesellschaft f\u00fcr Konsumforschung sind die &quot;Milchreduzierer&quot; keine Randgruppe mehr. Denn seit es bei Lebensmitteln um mehr geht als N\u00e4hrstoffe, hat Kuhmilch mitunter ein Imageproblem. Doch ist sie wirklich von gestern &#8211; und was k\u00f6nnen Hintergr\u00fcnde f\u00fcr die Entscheidung gegen ein Grundnahrungsmittel sein? Nachfragen zum Tag der Milch am 1. Juni.<\/p>\n<p>Von den Zahlen her ist Trinkmilch in Deutschland auf einem stetigen Abw\u00e4rtstrend. Der Pro-Kopf-Verbrauch lag 2023 nach Daten der Bundesanstalt f\u00fcr Landwirtschaft und Ern\u00e4hrung bei rund 46 Kilo. Mitte der 1990-er Jahre waren es der Beh\u00f6rde zufolge noch um die 60 Kilo. Das Statistische Bundesamt f\u00fchrt Deutschland aber noch als gr\u00f6\u00dften Produzenten von Kuh\u00admilch in der EU, und die Milchwirtschaft geh\u00f6rt hierzulande zu den umsatzstarken Sektoren der Landwirtschaft. Was ist da los?<\/p>\n<h2>Tierische Produkte gesellschaftlich &quot;unter Beschuss&quot;<\/h2>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/wirtschaft\/Unternehmen-in-Deutschland-produzieren-mehr-Fleischersatz-article24915101.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"424196398.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24915123-1714635691000\/17-6\/1136\/424196398.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  02.05.24    Fleischkonsum geht zur\u00fcck Unternehmen in Deutschland produzieren mehr Fleischersatz    <\/p>\n<p>Gesellschaftliche Debatten und politischer Druck &quot;Wir steuern in Deutschland ganz stark in die Richtung nicht tierische Grundnahrungsmittel&quot;, sagt Jana R\u00fcckert-John, Professorin f\u00fcr die Soziologie des Essens an der Hochschule Fulda. &quot;Fleisch und alle anderen tierischen Produkte sind in gesellschaftlichen Debatten aus unterschiedlichen Richtungen massiv unter Beschuss geraten.&quot; <\/p>\n<p>Es gehe um Tierwohl, den CO2-Fu\u00dfabdruck, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. &quot;Auf dem Thema ist auch politisch Druck drauf.&quot; Der R\u00fcckgang von Fleisch- und Milchkonsum h\u00e4ngt f\u00fcr die Forscherin eng zusammen. Wobei f\u00fcr sie ein Unterschied bleibt. &quot;F\u00fcr Fleisch werden Tiere get\u00f6tet.&quot; Themen wie konventionelle Tierhaltung und Hochleistungs-Milchk\u00fche, die ihre K\u00e4lbchen nach der Geburt nur wenige Stunden sehen und selbst kaum \u00e4lter als f\u00fcnf Jahre werden, besch\u00e4ftigen nicht nur Veganer.<\/p>\n<h2>Tierwohl und Gesundheitsfragen wichtig<\/h2>\n<p>Nach dem j\u00fcngsten Ern\u00e4hrungsreport, einer repr\u00e4sentativen Umfrage im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums, achten 80 Prozent der K\u00e4uferinnen und K\u00e4ufer darauf, wie ein Nutztier lebt. Westdeutsche legen bei der Wahl ihrer Lebensmittel dabei h\u00e4ufiger ein Augenmerk auf Tierwohl als Ostdeutsche &#8211; und Frauen h\u00e4ufiger als M\u00e4nner. Gut die H\u00e4lfte der Befragten hat bereits vegetarische oder vegane Alternativen gekauft &#8211; am h\u00e4ufigsten pflanzlichen Ersatz f\u00fcr Trinkmilch und Milchprodukte.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/panorama\/Jeder-fuenfte-Deutsche-ist-mit-Ernaehrung-unzufrieden-article24930121.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Ern\u00e4hrung Deutschland.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24930915-1715255752000\/16-9\/1136\/Ernahrung-Deutschland.jpg\"\/>    01:28 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  09.05.24    Zu wenig Obst und Gem\u00fcse Jeder f\u00fcnfte Deutsche ist mit Ern\u00e4hrung unzufrieden    <\/p>\n<p> Tobt ein unterschwelliger Kulturkampf um die Milch? So weit w\u00fcrde R\u00fcckert-John nicht gehen. &quot;Die Debatte ist auch ein Ph\u00e4nomen einer Wohlstandsgesellschaft&quot;, urteilt sie. Denn in Deutschland gebe es f\u00fcr Milch ausreichend Ersatzprodukte. &quot;Ern\u00e4hrung wird h\u00e4ufiger problematisiert, weil sie nicht mehr allein eine gesundheitliche Dimension hat&quot;, erg\u00e4nzt sie. Inzwischen w\u00fcrden h\u00e4ufig auch Wertevorstellungen wie Umwelt und Klima mit in die Ern\u00e4hrungsfragen einflie\u00dfen.<\/p>\n<p>&quot;Essen und Trinken sind Grundbed\u00fcrfnisse &#8211; und gleichzeitig so viel mehr&quot;, hei\u00dft es in der j\u00fcngsten Ern\u00e4hrungsstrategie der Bundesregierung. Es gehe um Genuss, Verbundenheit, Tradition, Kultur und Miteinander. Ern\u00e4hrung sei dar\u00fcber hinaus oft auch Ausdruck &quot;eines Lebensgef\u00fchls oder Mittel zur Selbstverwirklichung&quot;.<\/p>\n<h2>Konsumenten reduzieren K\u00e4sekonsum nicht<\/h2>\n<p>Von der Zur\u00fcckhaltung der K\u00e4ufer ist vor allem reine Milch betroffen. Weit weniger rasant ist die Abw\u00e4rtsentwicklung bei K\u00e4se aus Kuhmilch. Gibt es da eine Logik? &quot;Milchprodukte entfernen sich vom Urprodukt. Das ist, als ob ich ein ganzes Tier im Backofen sehe oder Fischst\u00e4bchen und Chicken-Nuggets&quot;, sagt Forscherin R\u00fcckert-John. Mit der Verarbeitung von Lebensmitteln w\u00fcrden auch Probleme unsichtbarer. Von Milch-Verbannung ist die Bundesrepublik weit entfernt. Nach Umfragen f\u00fcr die Gesellschaft f\u00fcr Konsumforschung kaufen fast 93 Prozent der Haushalte weiter H- oder Frischmilch, nur eben weniger. Nur noch zwei Portionen Milch pro Tag.<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/mediathek\/videos\/wirtschaft\/Erster-Rewe-Markt-verkauft-nur-vegane-Produkte-article24865325.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Rewe.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24865742-1712828232000\/16-9\/1136\/Rewe.jpg\"\/>    01:36 min  <\/a> <\/figure>\n<p>   Wirtschaft  11.04.24    Tierfreie Supermarkt-Alternativen Erster Rewe-Markt verkauft nur vegane Produkte    <\/p>\n<p>Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Ern\u00e4hrung (DGE) hat in diesem Jahr ihre Empfehlungen f\u00fcr Milch und Milchprodukte nach unten korrigiert &#8211; von drei auf zwei Portionen pro Tag. &quot;Das entspricht einem Glas Milch und einem Joghurt pro Tag &#8211; oder einem Joghurt und einer Scheibe K\u00e4se&quot;, erl\u00e4utert DGE-Sprecherin Antje Gahl. Warum die Portion weniger? &quot;In den neuen Empfehlungen haben wir nicht allein die Gesundheit ber\u00fccksichtigt, sondern auch Umweltauswirkungen. Darunter sind Treibhausgaseffekte und Landnutzung wie Weidefl\u00e4chen&quot;, erg\u00e4nzt sie. Auch Verzehrgewohnheiten seien in die Modell-Berechnungen miteingeflossen. <\/p>\n<p>F\u00fcr Gahl ist der geringere Milchkonsum kein Drama. &quot;Ern\u00e4hrungsgewohnheiten \u00e4ndern sich. Wir haben in den letzten Jahren einen Switch in Richtung mehr vegetarische oder vegane Ern\u00e4hrung&quot;, sagt sie. Jede Generation ern\u00e4hre sich anders. &quot;In der Nachkriegszeit ging es vor allem ums Sattwerden, sp\u00e4ter kam die Fitness- und Schlankheitswelle.&quot; Heute gehe es eben nicht mehr nur um Bedarfsdeckung. Skepsis gegen\u00fcber Milch sei kein neues Ph\u00e4nomen. Es habe immer Diskussionen gegeben, wie gesund sie sei und wie sie vertragen werde &#8211; Stichwort Laktoseintoleranz, berichtet die Ern\u00e4hrungsexpertin.<\/p>\n<h2>Wie bedeutend ist Milch f\u00fcr die Gesundheit? <\/h2>\n<p>  <strong>Mehr zum Thema<\/strong>    Symptome in den Augen Zweiter Mensch mit H5N1-Viren von K\u00fchen infiziert       Unbehandeltes Lebensmittel Sollten Schwangere Rohmilch trinken &#8211; oder besser nicht?       Von wegen &quot;arme K\u00fcche&quot;! So wird Gem\u00fcse zum Star des Tellers       Video   Milchbauer \u00fcber Proteste &quot;Sind bei Stallbaukosten von 20.000 Euro pro Kuh-Platz&quot;    <\/p>\n<p>An N\u00e4hrstoffen bietet sie viel hochwertiges Eiwei\u00df, Kalzium, Vitamin B2 und B12, Vitamin A, Eisen, Magnesium, Zink und Jod. Da k\u00f6nnten Pflanzendrinks pur nicht mithalten, sagt die DGE-Expertin. &quot;Allein schon der Kalzium-Gehalt reicht nicht. Darum werden alle diese Drinks mit N\u00e4hrstoffen angereichert.&quot; \u00d6kotrophologen sprechen deshalb lieber von Ersatz f\u00fcr Kuhmilch als von Alternativen. Von Dogmatik aber ist wenig zu sp\u00fcren. &quot;Milch und Milchprodukte sind f\u00fcr Erwachsene in den richtigen Mengen gesund &#8211; aber sie sind nicht zwingend erforderlich&quot;, sagt Gahl.<\/p>\n<p>Bei Kindern und auch Jugendlichen sei das wegen des Knochenwachstums aber etwas anderes. &quot;Eine vegane Ern\u00e4hrung im Kindesalter empfehlen wir nicht, weil es schwierig ist, den N\u00e4hrstoffbedarf abzudecken&quot;, erl\u00e4utert sie. &quot;Nat\u00fcrlich geht auch das mit Ersatzprodukten, aber daf\u00fcr m\u00fcssen Eltern sich wirklich gut mit Lebensmitteln auskennen.&quot; Ohne Milch m\u00fcssten Kinder viele Vollkornprodukte, H\u00fclsenfr\u00fcchte, N\u00fcsse und Samen essen. &quot;Und sie m\u00fcssen das auch m\u00f6gen.&quot; <\/p>\n<h2>Pflanzliche Ersatzprodukte haben \u00e4hnliche \u00d6kobilanz<\/h2>\n<p>Soziologin R\u00fcckert-John erlebt an ihrer Hochschule, wie sich ihre Studierenden auch im Alltag mit Milch auseinandersetzen. Der Trend gehe zum Verzicht &#8211; allerdings werde die Sache komplizierter, je genauer sich junge Leute damit besch\u00e4ftigten, berichtet sie. Denn die \u00d6kobilanz der Soja- und Mandelvariante muss nicht besser sein als die von Kuhmilch. F\u00fcr Sojafelder k\u00f6nnte in Brasilien Regenwald abgeholzt, f\u00fcr Mandeln zu viel Wasser verbraucht worden sein. <\/p>\n<p>&quot;Es gibt eine \u00dcberlastung und \u00dcberforderung von Verbrauchern&quot;, beobachtet die Professorin. &quot;Die vielen Debatten, was wir \u00fcberhaupt noch essen sollten und wo Lebensmittel herkommen, das ist unglaublich komplex. Man kann ja nicht alles abw\u00e4gen und durchdenken.&quot; F\u00fcr das gute Gewissen bliebe dann f\u00fcr einige nur der Einkauf im Bio-Supermarkt. Doch das ist neben \u00dcberzeugung am Ende auch eine Frage des Portemonnaies. <\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, Ulrike von Leszczynski, dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wissen Seit Mitte der 1990er-Jahre ist der durchschnittliche Milchkonsum pro Kopf um 14 Kilo auf 46 Kilo pro Jahr gesunken. 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