{"id":27389,"date":"2024-05-01T15:39:21","date_gmt":"2024-05-01T12:39:21","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corinna-harfouch-in-sterben-ich-will-meine-verhaltnisse-in-ordnung-haben\/"},"modified":"2024-05-01T15:39:21","modified_gmt":"2024-05-01T12:39:21","slug":"corinna-harfouch-in-sterben-ich-will-meine-verhaltnisse-in-ordnung-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/corinna-harfouch-in-sterben-ich-will-meine-verhaltnisse-in-ordnung-haben\/","title":{"rendered":"Corinna Harfouch in &#8220;Sterben&#8221;: &#8220;Ich will meine Verh\u00e4ltnisse in Ordnung haben&#8221;"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Kino         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"F\u00fcr ihre Rolle in &quot;Sterben&quot; f\u00fcr den Deutschen Filmpreis nominiert: Corinna Harfouch.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24894209-1713862248000\/16-9\/750\/imago0415656719h.jpg\"\/><figcaption>\n<p>F\u00fcr ihre Rolle in &quot;Sterben&quot; f\u00fcr den Deutschen Filmpreis nominiert: Corinna Harfouch.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Matthias Glasner Drama &quot;Sterben&quot; spielt Corinna Harfouch das Oberhaupt einer dysfunktionalen Familie, die sich auf verschiedenen Ebenen mit den Themen Krankheit und Tod auseinandersetzten muss. Eine Rolle, f\u00fcr die die 69-J\u00e4hrige jetzt f\u00fcr den Deutschen Filmpreis nominiert ist.<\/p>\n<p>Auch privat ist der Tod etwas, mit dem sich die Schauspielerin, die demn\u00e4chst au\u00dferdem als neue Kommissarin im Berliner &quot;Tatort&quot; zu sehen sein wird, immer wieder besch\u00e4ftigt. Dar\u00fcber und \u00fcber ihre Erwartungen nach so einer Nominierung spricht sie im Interview mit ntv.de.<\/p>\n<p>ntv.de: Frau Harfouch, Sie sind &#8211; wieder einmal &#8211; f\u00fcr den Deutschen Filmpreis nominiert. Macht das noch etwas mit Ihnen? Ist so eine Nominierung ein wichtiger Gradmesser f\u00fcr Ihre Arbeit?<\/p>\n<p> Corinna Harfouch: Erst einmal ist es ein freudiger Schreck, wenn man davon erf\u00e4hrt. Dann ist pl\u00f6tzlich viel Arbeit damit verbunden. Und dann hofft man einfach, den Preis auch zu kriegen, denn der Moment, wenn man ihn nicht bekommt, ist einfach peinlich. Den habe ich inzwischen auch schon ein paar Mal erlebt. Man f\u00fchlt sich pl\u00f6tzlich als Verliererin, obwohl man gar nichts Falsches getan hat. Das ist unangenehm. <\/p>\n<p>Bei den Oscars habe ich oft das Gef\u00fchl, die Nominierten wissen alle vorher schon, wer gewinnt. Die sind immer alle so gefasst, wenn sie f\u00fcr die Person applaudieren, gegen die sie das Nachsehen haben.<\/p>\n<p>Die sind darauf einfach nur gut trainiert, und das sollten wir auch lernen, denn man bekommt ja sofort die Kamera ins Gesicht, wenn die andere gewonnen hat. Man muss dann zeigen, dass man sich freut und sich gegenseitig umarmen, das ist nicht einfach in diesem Moment. Nach einer halben Stunde ist das aber \u00fcberwunden.<\/p>\n<p>Lesen Sie Kritiken zu Produktionen, bei denen Sie mitwirken?<\/p>\n<p>Nein, ich lese keine Kritiken. Weder beim Theater noch bei Filmen, denn es bringt einem nichts. Es kann einen sehr verletzen, aber selbst, wenn es positiv geschrieben ist, macht es was mit dir. Nehmen wir mal an, es ist eine gute Theaterkritik, dann ist das auch gef\u00e4hrlich, weil man dann bei der n\u00e4chsten Vorstellung komische Sachen im Kopf hat und der guten Kritik unbedingt gerecht werden will. Man m\u00f6chte es wieder genauso gut hinbekommen, anstatt das alles zu vergessen und ganz bei sich zu sein. Und eine Kritik ist sowieso nie an mich pers\u00f6nlich gerichtet, sondern an die Leute, die das lesen und denen eben empfohlen wird, in einen Film oder ein St\u00fcck nicht reinzugehen oder sich etwas anzuschauen. Ich selbst f\u00fchle mich nicht gemeint. <\/p>\n<p>Sie sind f\u00fcr Ihre Rolle in Matthias Glasners Film &quot;Sterben&quot; nominiert, in dem die Geschichte einer dysfunktionalen Familie erz\u00e4hlt wird und in der es viel um Krankheit und den Tod geht. Was war es, was Sie an diesem Stoff gereizt hat?<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/leute\/film\/Eine-dysfunktionale-Familie-schenkt-sich-ein-article24894168.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"3 _ Jakub Bejnarowicz_ Port au Prince_ Schwarzweiss_ Senator 2024 _org.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24894178-1713871032000\/17-6\/1136\/3-Jakub-Bejnarowicz-Port-au-Prince-Schwarzweiss-Senator-2024-org.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Kino  25.04.24    Matthias Glasners &quot;Sterben&quot; Eine dysfunktionale Familie schenkt sich ein    <\/p>\n<p> Es war haupts\u00e4chlich die Zusammenarbeit mit Matthias Glasner. Ich w\u00fcrde bei ihm jede Rolle spielen. Es gibt einfach ein solches Grundvertrauen in die Qualit\u00e4t von Matthias und immer ein Interesse bei mir, mit ihm zusammenzuarbeiten, weil das wahnsinnig angenehm ist. Ich empfinde es nicht als Arbeit, mit ihm zu drehen. Man ist einfach hellwach. Das ist ein sch\u00f6ner Zustand. Weil man sich so gebettet f\u00fchlt in ein gro\u00dfes, gro\u00dfes Vertrauen. Und dieses Vertrauen schenkt einem wirklich alle M\u00f6glichkeiten zum Spielen. Das war so bei allen Sachen, die ich mit Matthias jemals gemacht habe &#8211; sieben oder acht Filme sind es inzwischen. Es ist so, dass ich nicht mehr das Gef\u00fchl von Spielen habe, sondern das Gef\u00fchl von Sein. Das macht nat\u00fcrlich Spa\u00df. <\/p>\n<p>Ihre Rolle als Lissy Lunies hat es aber auch in sich. Viele Passagen tun beim Zuschauen weh, aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden. Unter anderem Ihre erste Szene, die Lilly in einer ihrer Krankheit geschuldeten, \u00e4u\u00dferst unangenehmen Situation zeigt. Ging Ihnen das beim Lesen des Drehbuchs auch so?<\/p>\n<p>Ich bin gelernte Krankenschwester und habe gar keine Probleme mit Situationen dieser Art. Und ich finde es sehr gut, dass gezeigt wird, in was f\u00fcr einer Art von Elend man landen kann im Alter. Ich hoffe aber auch, dass man in seinem Leben daf\u00fcr sorgen kann, dass man eben nicht da landet. Ich m\u00f6chte zumindest denken, dass ich einiges daf\u00fcr tue. Aber vielleicht muss man am Ende doch ganz allein da durch, und dann werden wir sehen, wer wir sind, weil wir das nicht wissen, jetzt, wo wir noch ein bisschen Kraft haben. <\/p>\n<p>Ebenfalls schwer auszuhalten, ist die Szene zwischen Mutter Lissy und Sohn Tom, die sich am Esstisch im Elternwohnzimmer ungesch\u00f6nt die Wahrheit sagen \u2026<\/p>\n<p>Das f\u00fchlt sich so an, weil zumindest die Mutter in diesem Gespr\u00e4ch ein gut geh\u00fctetes Geheimnis erz\u00e4hlt, das wie die Kr\u00f6te unter dem Stein ist, die den Brunnen vergiftet. So ist auch das Erlebnis, von dem sie ihrem Sohn erz\u00e4hlt und wegen dem sie sich selbst nicht mehr vertraut hat. Nicht darauf vertraut hat, dass sie imstande ist, ihr Kind zu lieben. Es ist auch f\u00fcr sie ein gro\u00dfes Leid. Mutter und Sohn haben deswegen nie zusammengefunden, und es ist diese Fremdheit, die so wehtut.<\/p>\n<p>Hat die Arbeit an dem Film und die Auseinandersetzung mit den Themen Alter und Tod noch mal neue Erkenntnisse in Ihnen hervorgebracht? <\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24894179-1713861946000\/16-9\/750\/2-Jakub-Bejnarowicz-Port-au-Prince-Schwarzweiss-Senator-2024-org.jpg\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"Tr\u00e4gt die Urne ihres Mannes zu Grabe: Lilly Lunies (Corinna Harfouch) in &quot;Sterben&quot;.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24894179-1713861946000\/16-9\/750\/2-Jakub-Bejnarowicz-Port-au-Prince-Schwarzweiss-Senator-2024-org.jpg\"\/> <\/a><figcaption>\n<p>Tr\u00e4gt die Urne ihres Mannes zu Grabe: Lilly Lunies (Corinna Harfouch) in &quot;Sterben&quot;.<\/p>\n<p>(Foto: Port au Prince \/ Jakub Bejnarowicz)<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p> Ich glaube, dass ich zum Sterben ohnehin kein fremdelndes Verh\u00e4ltnis habe. Ich f\u00fcrchte den Gedanken nicht, dass ich sterben werde. Das sage ich auch meinen Kindern, und ich sorge vor. Ich will meine Verh\u00e4ltnisse in Ordnung haben, das ist f\u00fcr mich wichtig. Wer was bekommt und so, damit kein Streit entsteht und alles vorher gekl\u00e4rt ist. Das ist mein gro\u00dfer Wunsch. <\/p>\n<p>Was macht das mit Ihnen und mit dem Gedanken an Ihre eigene Endlichkeit? Welche Pl\u00e4ne haben Sie sonst noch &#8211; au\u00dfer \u00c4lterwerden nat\u00fcrlich? <\/p>\n<p>Ich will auf jeden Fall bis zum Schluss arbeiten. Das w\u00e4re das Beste. Das w\u00e4re mein gro\u00dfer Wunsch. Aber da gibt es keine konkreten Pl\u00e4ne. Ich m\u00f6chte noch bestimmte Sachen mit meinen Kindern kl\u00e4ren. Und ich m\u00f6chte eben gerne kl\u00e4ren, was mit mir wird. Ich m\u00f6chte daf\u00fcr Verantwortung \u00fcbernehmen und das selbst regeln. Dar\u00fcber denke ich viel nach. Woher wei\u00df man, wann es so weit ist? Das ist sehr schwer einzusch\u00e4tzen. Du verpasst vielleicht diesen Zeitpunkt. Pl\u00f6tzlich bist du nicht mehr in der Lage, selbst zu entscheiden, was mit deinem Leben passiert. Ich w\u00fcnsche mir zutiefst, dass ich diesen Punkt nicht verpasse. <\/p>\n<p>Sie sind in der gl\u00fccklichen Position, beruflich gute Entscheidungen getroffen zu haben und so schon lange zu den renommiertesten Schauspielerinnen Deutschlands zu geh\u00f6ren. Hat sich das Filmbusiness \u00fcber die Jahre f\u00fcr Frauen verbessert? Zum Beispiel hinsichtlich der Rollenangebote, die ja oft von Schauspielerinnen \u00fcber 40 kritisiert werden?!<\/p>\n<figure>        <\/figure>\n<p>    Nicole Ankelmann ist Redakteurin im Ressort Unterhaltung. Dabei unterh\u00e4lt sie sich nicht nur gern, sondern mag vor allem Musik von Alternative Rock \u00fcber Indiefolk bis Metal und liebt anspruchsvolles Arthouse-Kino ebenso wie gut gemachte Blockbuster.      <\/p>\n<p> Ich habe wirklich das gro\u00dfe Gl\u00fcck, dass ich immer arbeiten kann. Wenn ich kein Filmangebot habe, mache ich halt Theater. Wenn das nicht ist, mache ich Lesungen. Wenn ich das alles nicht h\u00e4tte, dann \u2026 dann k\u00f6nnte ich auch ins Altersheim gehen und dort vorlesen. Man kann so viel machen. <\/p>\n<p>Also gibt es genug gute Rollen f\u00fcr Frauen, die ein gewisses Alter schon \u00fcberschritten haben?<\/p>\n<p>Nun, ich w\u00fcnsche mir &#8211; und das gilt jetzt haupts\u00e4chlich f\u00fcrs Fernsehen -, dass man aufh\u00f6rt, ein gewisses Frauenbild immer weiter zu reproduzieren. Da sind \u00e4ltere Frauen immer Gro\u00dfm\u00fctter. Sie sind lieb und f\u00fcrsorglich oder aber b\u00f6se. Also mir erz\u00e4hlt das Leben ganz andere Geschichten. Was kenne ich f\u00fcr tolle Frauen in meinem Alter und dar\u00fcber. Tatkr\u00e4ftige, gro\u00dfartige Frauen, die etwas gestalten. Ich lebe auf dem Dorf und sehe dort eine Menge starke Frauen, die kein Problem damit haben, \u00e4lter zu werden und tolle Sachen zu machen. Die sich organisieren, gemeinsam wegfahren \u2026 Und nat\u00fcrlich w\u00fcnsche ich mir, dass die Lebenswirklichkeit von Frauen anders abgebildet wird. Ich habe aber schon vor Jahren zu meiner Agentur gesagt, dass ich keine Frau mehr spiele, die traurig und verlassen ist und nicht mehr wei\u00df, was der Sinn des Lebens ist.<\/p>\n<p>Der Deutsche Filmpreis wird am 3. Mai verliehen, zu sehen live in der ARD Mediathek ab 19.30 Uhr oder um 22.20 Uhr in der ARD. &quot;Sterben&quot; l\u00e4uft aktuell in den Kinos.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kino F\u00fcr ihre Rolle in &quot;Sterben&quot; f\u00fcr den Deutschen Filmpreis nominiert: Corinna Harfouch. 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