{"id":27287,"date":"2024-04-15T10:36:48","date_gmt":"2024-04-15T07:36:48","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/der-stetige-geldstrom-von-bayer-geschmackle-trubt-das-ende-der-titel-langeweile\/"},"modified":"2024-04-15T10:36:48","modified_gmt":"2024-04-15T07:36:48","slug":"der-stetige-geldstrom-von-bayer-geschmackle-trubt-das-ende-der-titel-langeweile","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/der-stetige-geldstrom-von-bayer-geschmackle-trubt-das-ende-der-titel-langeweile\/","title":{"rendered":"Der stetige Geldstrom von Bayer: &#8220;Geschm\u00e4ckle&#8221; tr\u00fcbt das Ende der Titel-Langeweile"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Fu\u00dfball         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Bayer und der Verein sind tiefer miteinander verwoben als andere Klubs. \" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24868244-1712909300000\/16-9\/750\/432601567.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Bayer und der Verein sind tiefer miteinander verwoben als andere Klubs.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>&quot;Vizekusen&quot; war mal, jetzt ist &quot;Titelkusen&quot;. Erstmals ist Bayer 04 Leverkusen deutscher Fu\u00dfball-Meister. Ein Tag zum Feiern f\u00fcr den Klub, ein Tag zur Freude f\u00fcr alle, die die Titel-Langeweile des FC Bayern nicht vermissen. Doch die Meisterschaft stellt nicht alle zufrieden.<\/strong><\/p>\n<p>&quot;Bayer Leverkusen hat mit sportlichem Geschick eine fabelhafte Saison hingelegt. Es geh\u00f6rt sich, diese Leistung anzuerkennen&quot;, hei\u00dft es vom Fan-B\u00fcndnis &quot;Unsere Kurve&quot; zur historischen ersten Meisterschaft des Klubs. Das &quot;Aber&quot; schwingt lautstark zwischen den Zeilen mit. Und so lautet die weitere Aussage der dpa zufolge: Ein &quot;Geschm\u00e4ckle&quot; werde bleiben.<\/p>\n<p>Dabei eint die Erleichterung: Endlich ist die Meisterschafts-Langeweile durch den FC Bayern gebrochen. Kein zw\u00f6lftes Mal in Folge, kein gef\u00fchlt mehr pflichtschuldiges Bier-\u00fcber-den-Kopf-Kippen in der Allianz Arena. Es kann doch noch einen anderen deutschen Fu\u00dfball-Meister als die M\u00fcnchner geben. Der hei\u00dft Bayer Leverkusen mit dem weltweit umschw\u00e4rmten Coach Xabi Alonso. Warum ist da dann doch wieder Skepsis? <\/p>\n<p>Vorweggeschickt: So gro\u00df wie bei den Triumphen von RB Leipzig im DFB-Pokal ist der Aufruhr nicht. Die Bilder von Kevin Kampl, der nach dem ersten von zwei aufeinanderfolgenden Siegen im Jahr 2022 die Brause des Namensgebers in den Pokal sch\u00fcttete, sch\u00fctteln noch heute die Fans des &quot;echten&quot; Fu\u00dfballs. Brause hat Bayer Leverkusen nicht im Portfolio, bekanntlich ist die Titel-Troph\u00e4e der Bundesliga die Meisterschale und bietet so keinen Platz f\u00fcr Getr\u00e4nke aller Art. Gefahr gebannt &#8211; trotzdem k\u00f6nnen sich nicht alle \u00fcber den neuen Sieger freuen. <\/p>\n<h2>&quot;Werbetreibende Tochter&quot;<\/h2>\n<p>Denn im Grunde war es Bayer Leverkusen, das die Aktion von Kevin Kampl erst m\u00f6glich machte. Im Jahr 1999 war es, dass der Leverkusener Klub eine Ausnahmeregelung bekam &#8211; n\u00e4mlich von der 50+1-Regel. Nach der muss der Stammverein nach der Ausgliederung seiner Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft weiter die Mehrheit der Stimmanteile besitzen. Von Anfang an gibt es aber eine Ausnahme: Bayer Leverkusen. Das ist der Grund f\u00fcrs &quot;Geschm\u00e4ckle&quot;. <\/p>\n<p>Architekt jener Ausnahme ist Wolfgang Holzh\u00e4user. Der heute 74-J\u00e4hrige ist damals kaufm\u00e4nnischer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Leverkusen. Gerade erst geworden, wenige Monate zuvor war er noch beim DFB f\u00fcr die Lizenzierung der Vereine verantwortlich. Er argumentiert in einem &quot;Welt&quot;-Interview im Oktober 1998: &quot;Die Bayer AG hat seit 1904 Breiten- und Spitzensport in Leverkusen erst erm\u00f6glicht.&quot; Tats\u00e4chlich ist der Klub vor 120 Jahren auf Bitten der Belegschaft gegr\u00fcndet worden, so wie es Betriebssportgemeinschaften auch in anderen Unternehmen gibt. Holzh\u00e4user erkl\u00e4rt damals weiter: &quot;Und der Verein versteht sich als werbetreibende Tochter des Unternehmens, deshalb macht ein Mehrheitseigner Bayer AG Sinn.&quot; <\/p>\n<p>Der DFB akzeptiert das &#8211; und erg\u00e4nzt die 50+1-Regel durch eine Ausnahmeklausel: Personen oder Unternehmen, die &quot;seit mehr als 20 Jahren den Fu\u00dfballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gef\u00f6rdert&quot; haben, d\u00fcrfen auch die komplette Stimmenmehrheit \u00fcbernehmen. Dieser Passus macht nach Vorreiter Leverkusen sp\u00e4ter auch den VfL Wolfsburg mit Volkswagen und zwischenzeitig auch die TSG 1899 Hoffenheim mit Dietmar Hopp m\u00f6glich. <\/p>\n<h2>Investoren-\u00dcbernahme ausgeschlossen<\/h2>\n<p>Genau darin sehen Kritiker einen Sittenverfall. Schlie\u00dflich grenzt die 50+1-Regel den deutschen Fu\u00dfball doch fast schon nostalgisch ab. Die Vereine der Mitglieder und Fans k\u00f6nnen nicht komplett verkauft werden. Investoren wie in der Premier League, der spanischen La Liga oder in der franz\u00f6sischen Ligue 1, die Klubs mit Millionen oder gar Milliarden zusch\u00fctten k\u00f6nnen, die Klubs einfach kaufen und verkaufen k\u00f6nnen, die so auch feindliche \u00dcbernahmen m\u00f6glich machen, sind ausgeschlossen. Mitspracherecht der Fans? In England tr\u00e4umen sie nur davon. <\/p>\n<p>Allerdings hat auch die 50+1-Regel bekannterma\u00dfen ihre T\u00fccken. Immer wieder gibt es Streit und Diskussionen, auch das Bundeskartellamt mischt mit. Gegner wie der heutige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Bayer Leverkusen, Fernando Carro, sehen die F\u00e4lle der Bundesliga-Klubs davonschwimmen, schlie\u00dflich bedeutet 50+1 einen finanziellen Wettbewerbsnachteil. Zuletzt war die Regel im Zuge des letztlich doch gescheiterten Investoren-Einstiegs bei der Deutschen Fu\u00dfball-Liga in den Fokus geraten. <\/p>\n<p>Ohnehin gilt die Regel nur f\u00fcr das ausgelagerte Profiteam der Vereine. Und auch so sorgt sie nicht daf\u00fcr, dass die Teams komplett abgeschottet sind. Die Mehrheit des Kapitals darf sich n\u00e4mlich im Eigentum privater Investoren befinden. Hertha BSC etwa hat aufgrund knapper Kassen 78,8 Prozent der Finanzanteile an seiner Profiabteilung dem US-Investor 777 Partners \u00fcbertragen. Schon im Jahr 2005 w\u00e4re Borussia Dortmund wohl verschwunden, wenn nicht Aktion\u00e4re des b\u00f6rsennotierten Unternehmens einem finanziellen Sanierungskonzept zugestimmt h\u00e4tten. <\/p>\n<p>Auch RB Leipzig g\u00e4be es nicht in der Liga, wenn der Mutterkonzern nicht L\u00fccken im System gesehen h\u00e4tte. Obwohl die Sachsen damals nur neun &#8211; und heute etwa 20 &#8211; stimmberechtigte Mitglieder haben, w\u00e4hrend es etwa beim BVB 170.000 sind. Obwohl im Vorstand bei der Gr\u00fcndung nur Red-Bull-Mitarbeiter vertreten sind und auch die jetzigen eine Konzernn\u00e4he haben, hat der S\u00e4chsische Fu\u00dfballverband die Lizenzierung mit Eintritt in die Dritte Liga &#8211; und damit dem Erreichen des deutschen Profifu\u00dfballs &#8211; im Jahr 2013 abgesegnet. F\u00fcr viele ein Eklat. Das h\u00e4lt RB Leipzig nicht vom Erfolg ab &#8211; und Kampl eben nicht vom Herstellen des Brause-Pokals.<\/p>\n<h2>Schwarze Null am Jahresende<\/h2>\n<p>Bayer Leverkusen ist also nicht l\u00e4ngst nicht der einzige Klub, dem einige mit Skepsis begegnen. Doch es ist auff\u00e4llig, dass sich einzig bei den sogenannten Werksteams Leverkusen und Wolfsburg am Jahresende regelm\u00e4\u00dfig eine Schwarze Null in den von der DFL ver\u00f6ffentlichten Finanzkennzahlen der Bundesliga-Klubs finden l\u00e4sst. Die Mutterkonzerne gleichen die Verluste aus. Insbesondere im Nachgang der Corona-Pandemie standen Bayer und Wolfsburg vergleichsweise gut da.<\/p>\n<p>Klar, Gewinne m\u00fcssen entsprechend ebenso weitergereicht werden wie Verluste, aber es l\u00e4sst sich schon ruhiger arbeiten. Kein Problem, wenn sich der Transfer eines Fu\u00dfballers als millionenschwere Fehlentscheidung entpuppt. Die Kosten f\u00fcr den Fehleinkauf beeinflussen dann ja nicht den n\u00e4chsten Transfer, f\u00fcr den bei anderen Klubs wom\u00f6glich kein Geld da w\u00e4re. Dieses Vorgehen des Verlustausgleichs wird im deutschen Profifu\u00dfball in Zukunft Strafzahlungen nach sich ziehen. Doch die neue Regel greift erst ab hohen Verlusten &#8211; und die Strafen sind verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig gering. <\/p>\n<p>Und was ist mit Holzh\u00e4users alter Argumentation der &quot;werbetreibenden Tochter&quot;? Der Bayer-Konzern k\u00e4mpft am Markt. Die \u00dcbernahme des US-Rivalen Monsanto mit dem Unkrautvernichter-Glyphosat Roundup hat dem Unternehmen seit 2018 viel \u00c4rger und sogar Klagen eingebracht. Eine schwere Hypothek, der Aktienkurs sank. Inzwischen ist Bayer an der B\u00f6rse nur noch rund 27 Milliarden Euro wert &#8211; und zwar inklusive von Monsanto. Breuer erwartet vom Fu\u00dfball-Erfolg keine Auswirkungen auf den Aktienkurs.<\/p>\n<p>Die makellose Bayer-Saison hat laut Sport\u00f6konom Christoph Breuer aber auch f\u00fcr die Liga positive Aspekte: Sie tut der Vermarktung gut. Der Professor der Deutschen Sporthochschule in K\u00f6ln sieht laut dpa einen Aufmerksamkeitsschub. Dieser sei wichtig, &quot;damit die Bundesliga international noch attraktiver wird. Es kann bereits jetzt helfen, wenn die TV-Rechte f\u00fcr das Ausland ver\u00e4u\u00dfert werden.&quot;<\/p>\n<h2>Gesamtmarktwert immens gestiegen<\/h2>\n<p>\u00dcberhaupt, bei Kritik: Die Saison von Leverkusen l\u00e4uft herausragend. 42 Pflichtspiele in Folge ohne Niederlage sind mehr als bemerkenswert. Und das &#8211; trotz nicht vorhandener Geldsorgen &#8211; mit einem Team, das vom Klang her nicht nur aus Superstars besteht. Die Konkurrenz gibt regelm\u00e4\u00dfig deutlich mehr Geld in den Transferperioden aus. Dribbelstar Florian Wirtz ist seit der U19 im Verein, Innenverteidiger Jonathan Tah spielt schon seit 2015 f\u00fcr Leverkusen &#8211; und in dieser Saison stark wie nie zuvor, mit Josip Stanisic hat Trainer Alonso einen beim FC Bayern vorerst aussortierten zum Fast-Nationalspieler gemacht, genauso wie sieben weitere Spieler des Kaders. Der Gesamtmarktwert des Kaders hat sich seit dem 1. Juli 2023 laut transfermarkt.de um 37,4 Prozent erh\u00f6ht, Leverkusen (594,55 Millionen Euro) klettert damit im Ranking der teuersten Bundesliga-Klubs vom vierten auf den zweiten Platz &#8211; der FC Bayern ist mit 929,45 Millionen Euro weit enteilt. <\/p>\n<p>Wie Alonso dem Team seinen Spielstil eingeimpft hat und wie die Spieler nie aufgeben und bis weit in die Nachspielzeit um Tore k\u00e4mpfen &#8211; und sie schie\u00dfen -, das hat etwas Meisterliches. Es macht Spa\u00df, Bayer Leverkusen zuzuschauen. Aus der oftmals eher biederen, grauen Maus, ist ein begeisterndes Spitzenteam gereift. Doch das &quot;Geschm\u00e4ckle&quot;, es sollte zumindest einen Platz im Hinterkopf haben. Dieses kann nicht einmal die Schadenfreude \u00fcber den FC Bayern bei allen \u00fcbertreffen.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fu\u00dfball Bayer und der Verein sind tiefer miteinander verwoben als andere Klubs. &quot;Vizekusen&quot; war mal, jetzt ist &quot;Titelkusen&quot;. Erstmals ist Bayer 04 Leverkusen deutscher Fu\u00dfball-Meister. 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