{"id":2713,"date":"2020-09-22T16:35:37","date_gmt":"2020-09-22T13:35:37","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/arktis-eis-am-nordpol-ist-2020-besonders-stark-zusammengeschrumpft\/"},"modified":"2020-09-22T16:35:37","modified_gmt":"2020-09-22T13:35:37","slug":"arktis-eis-am-nordpol-ist-2020-besonders-stark-zusammengeschrumpft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/arktis-eis-am-nordpol-ist-2020-besonders-stark-zusammengeschrumpft\/","title":{"rendered":"Arktis: Eis am Nordpol ist 2020 besonders stark zusammengeschrumpft"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/f66cf204-58c1-4fbb-9e8f-19bff49d2727_w948_r1.77_fpx57.67_fpy52.99.jpg\" title=\"Eisreste auf dem Arktischen Ozean vor Gr\u00f6nland (Archivbild)\" alt=\"Eisreste auf dem Arktischen Ozean vor Gr\u00f6nland (Archivbild)\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Eisreste auf dem Arktischen Ozean vor Gr\u00f6nland (Archivbild)<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Science Photo Library \/ Science Photo Library \/ imago images  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Seit mehr als 40 Jahren beobachten Forscher mit Satelliten die Ausdehnung des Eises in der Arktis. Am geringsten ist die Fl\u00e4che des Eises traditionell am Ende des Sommers.<\/p>\n<p>In diesem Jahr liegt die Ausdehnung des Eises nun auf dem zweitniedrigsten Wert seit Start der Messungen. Aktuellen Satellitenaufnahmen zufolge bedeckten die Schollen am Ende der zweiten Septemberwoche nur noch eine Fl\u00e4che von 3,8 Millionen Quadratkilometern. Noch niedriger lag der Wert nur am Ende des Sommers 2012. Damals waren nach Angaben der Universit\u00e4t Bremen sogar nur noch 3,27 Millionen Quadratkilometer \u00fcbrig geblieben. Damit sind 2020 und 2012 \u00fcberhaupt die einzigen Jahre, in denen die Eisausdehnung unter 4 Millionen Quadratkilometern lag.<\/p>\n<p>Die Arktis erw\u00e4rmt sich seit rund drei Jahrzehnten etwa doppelt so schnell wie alle anderen Regionen der Erde. Das ver\u00e4ndert die \u00d6kosysteme der Region massiv und bringt zum Beispiel f\u00fcr Eisb\u00e4ren und Robben Probleme. F\u00fcr das jeweilige Ausma\u00df des Eisverlustes gibt es in den Jahren aber immer auch individuelle Gr\u00fcnde. In diesem Jahr spielten mehrere Faktoren eine Rolle: Zum einen, so hei\u00dft es beim Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven, sei im zur\u00fcckliegenden Winter in den russischen Randmeeren \u00fcberwiegend d\u00fcnnes Meereis gebildet worden. Dieses sei dann im Fr\u00fchling schnell geschmolzen.<\/p>\n<h3>W\u00e4rme setzte dem Eis von oben und unten zu<\/h3>\n<p>Zum anderen war es in diesem Jahr in der Arktis vielerorts auch besonders hei\u00df. W\u00e4rmewellen setzten dem Eis sowohl von oben als auch von unten zu und lie\u00dfen es gro\u00dffl\u00e4chig verschwinden. &quot;Diese W\u00e4rme schmolz zun\u00e4chst das d\u00fcnne Meereis in der Laptewsee, anschlie\u00dfend beschleunigte sie den R\u00fcckzug des Eises in der Ostsibirischen See, sodass die russische Arktis bereits im Juni dieses Jahres rund eine Million Quadratkilometer weniger Meereis aufwies als in den sieben Jahren zuvor&quot;, so AWI-Meereis-Physiker Christian Haas.<\/p>\n<p>Im Juli war eine W\u00e4rmezelle dann in die zentrale Arktis gewandert. Dort hatte sie die Lufttemperaturen bis zu sechs Grad Celsius \u00fcber das Langzeitmittel der Jahre 1981 bis 2010 steigen lassen. Die hohen Temperaturen spielten auch eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung von Waldbr\u00e4nden auf dem arktischen Festland, vor allem in Sibirien. Zum Schwinden des Meereises trug auch ein schwerer Sturm in der kanadischen Arktis bei. Dieser hatte das im Ozean treibende Meereis gro\u00dffl\u00e4chig verteilt. Viele der Schollen schmolzen anschlie\u00dfend innerhalb kurzer Zeit.<\/p>\n<p>Das Eis hat eine helle Oberfl\u00e4che, dadurch wird ein Gro\u00dfteil des Sonnenlichts reflektiert. Wenn aber, etwa durch einen Sturm, die Wasseroberfl\u00e4che frei liegt, ist diese viel dunkler. Statt zur\u00fcckgeworfen zu werden, wird ein guter Teil der einstr\u00f6menden Energie gespeichert &#8211; und tr\u00e4gt zum Abschmelzen weiterer Schollen bei. Dadurch entsteht eine Art Teufelskreis. Die Meeresoberfl\u00e4chentemperatur in den russischen Randmeeren sowie in der Barentssee und der Tschuktschensee lag laut AWI bis zu 4,5 Grad \u00fcber dem Langzeitmittel.<\/p>\n<p>Das d\u00fcnne Eis bemerkte auch die Crew des Forschungseisbrechers &quot;Polarstern&quot;. Ganz zum Ende der einj\u00e4hrigen Driftexpedition &quot;Mosaic&quot; hatte das Schiff einen Abstecher zum Nordpol gemacht \u2013 durch extrem d\u00fcnnes Eis verlief die Fahrt deutlich schneller als gedacht.Man dabei &quot;weite Bereiche offenen Wassers fast bis zum Pol, umgeben von Eis, welches durch massives Schmelzen v\u00f6llig durchl\u00f6chert war&quot; gesehen, so Expeditionsleiter Markus Rex. &quot;Das Eis der Arktis schwindet in dramatischer Geschwindigkeit.&quot; Inzwischen ist die &quot;Polarstern&quot; wieder auf dem Weg nach Hause.  <\/p>\n<h3>Riesiger Eisabbruch in Gr\u00f6nland<\/h3>\n<p>Da die Schollen des Arktiseises auf dem Wasser schwimmen, tragen sie nicht zum globalen Meeresspiegelanstieg bei. Anders ist das, wenn etwa von den Gletschern auf den kanadischen Inseln, aber vor allem auf Gr\u00f6nland mehr Eis ins Meer gelangt. Zuletzt war am Nioghalvfjerdsfjorden-Gletscher auf Gr\u00f6nland ein 113 Quadratkilometer gro\u00dfes St\u00fcck Eis abgebrochen.<\/p>\n<p>Forscher gehen davon aus, dass die Arktis inzwischen in ein neues Klimaregime eingetreten ist. Ein Team um Laura Landum vom National Center for Atmospheric Research in Boulder (US-Bundesstaat Colorado) hatte dar\u00fcber zuletzt im Fachmagazin &quot;Nature Climate Change&quot; berichtet. Das bedeutet: Ungeachtet der j\u00e4hrlichen Variabilit\u00e4t hat sich die Arktis mittlerweile so stark erw\u00e4rmt, dass die Temperaturen au\u00dferhalb der Grenzen vergangener Jahre lagen.<\/p>\n<p>&quot;Es ist eine Zeit so schnellen Wandels, dass die Beobachtungen vergangener Wettermuster nicht mehr zeigen, was man im n\u00e4chsten Jahr erwarten kann. Die Arktis befindet sich bereits in einem v\u00f6llig anderen Klima als noch vor wenigen Jahrzehnten&quot;, so Forscherin Landum. Selbst in einem ungew\u00f6hnlich kalten Winter werde es daher nicht mehr so viel Eis geben wie es noch in der Mitte des 20. Jahrhunderts der Fall gewesen sei.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Eisreste auf dem Arktischen Ozean vor Gr\u00f6nland (Archivbild) Foto:\u2002Science Photo Library \/ Science Photo Library \/ imago images Seit mehr als 40 Jahren beobachten Forscher mit Satelliten die<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2714,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2713","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2713","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2713"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2713\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2714"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2713"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2713"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2713"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}