{"id":27122,"date":"2024-03-18T13:56:48","date_gmt":"2024-03-18T10:56:48","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ab-jetzt-online-so-funktioniert-das-neue-organspende-register\/"},"modified":"2024-03-18T13:56:48","modified_gmt":"2024-03-18T10:56:48","slug":"ab-jetzt-online-so-funktioniert-das-neue-organspende-register","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ab-jetzt-online-so-funktioniert-das-neue-organspende-register\/","title":{"rendered":"Ab jetzt online: So funktioniert das neue Organspende-Register"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Politik         \t\t                   \t\t               \t\t                    <\/p>\n<figure> \t\t                       \t\t                        <img decoding=\"async\" alt=\"Der Papierausweis bleibt g\u00fcltig.\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24812025-1710756628000\/16-9\/750\/453206524.jpg\"\/><figcaption>\n<p>Der Papierausweis bleibt g\u00fcltig.<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Organspenden k\u00f6nnen Leben retten. Doch Jahr f\u00fcr Jahr stehen Tausende Schwerkranke in Deutschland auf Wartelisten, um eine Niere oder ein neues Herz zu erhalten. Dabei ist laut Umfragen eine gro\u00dfe Mehrheit der Menschen grunds\u00e4tzlich positiv zum Thema Organspende nach dem Tod eingestellt. Nur eine konkrete Entscheidung &#8211; ob daf\u00fcr oder dagegen &#8211; schieben viele immer wieder auf oder halten sie nicht schriftlich fest. An diesem Montag geht mit einiger Versp\u00e4tung ein zentrales Register an den Start, das auch eine digitale M\u00f6glichkeit anbietet.<\/p>\n<p>Worum geht es genau?<\/p>\n<p>Das Register ist Teil eines Gesetzes, das der Bundestag 2020 nach einer Initiative einer Abgeordnetengruppe um die heutige gr\u00fcne Au\u00dfenministerin Annalena Baerbock beschlossen hatte. Ziel ist die &quot;St\u00e4rkung der Entscheidungsbereitschaft bei der Organspende&quot;. Daf\u00fcr sollen mehr regelm\u00e4\u00dfige Denkanst\u00f6\u00dfe organisiert werden &#8211; und auch leichtere M\u00f6glichkeiten, eine Entscheidung zu dokumentieren. Wer ab 16 Jahren einen Personalausweis beantragt, ihn nach zehn Jahren verl\u00e4ngert oder sich einen Pass besorgt, soll im Amt Info-Material bekommen. Haus\u00e4rzte und Haus\u00e4rztinnen sollen Patientinnen und Patienten bei Bedarf alle zwei Jahre ergebnisoffen \u00fcber Organspenden informieren.<\/p>\n<p>Wie funktioniert das Register?<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/panorama\/Breite-Zustimmung-fuer-Online-Register-zu-Organspenden-article24791518.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"3b41b519db98eba17f27f296bc69226d.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24791522-1709882045000\/17-6\/1136\/3b41b519db98eba17f27f296bc69226d.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Panorama  08.03.24    Portal kommt schrittweise Breite Zustimmung f\u00fcr Online-Register zu Organspenden    <\/p>\n<p> Eingerichtet ist das Portal www.organspende-register.de beim Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte. In Betrieb gehen soll es schrittweise: Von diesem Montag an soll man sich dort eintragen k\u00f6nnen, indem man einen Ausweis mit Online-Funktion (eID) verwendet. Im zweiten Schritt sollen zum 1. Juli Kliniken, die Organe entnehmen, im Register Erkl\u00e4rungen suchen und abrufen k\u00f6nnen. Bis sp\u00e4testens zum 30. September soll es dann m\u00f6glich werden, dass man sich auch einfacher \u00fcber Apps der Krankenkassen eintragen kann. Eigentlich sollte das Register zum 1. M\u00e4rz 2022 starten, Verz\u00f6gerungen gab es dann aber unter anderem wegen der Corona-Krise.<\/p>\n<p>Was soll die Online-Erkl\u00e4rung bezwecken?<\/p>\n<p>Eine Entscheidung dokumentieren kann man weiterhin auch auf einem Blatt Papier, in einer Patientenverf\u00fcgung oder auf Organspendeausweisen, die es in \u00c4mtern, Praxen, Apotheken und zum Herunterladen aus dem Internet gibt. Doch Papiere k\u00f6nnen verloren gehen oder im Ernstfall nicht zu finden sein. Ein Eintrag im Register sorge da f\u00fcr Klarheit und Sicherheit, argumentiert Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Das erleichtere es \u00c4rztinnen und \u00c4rzten, eine m\u00f6gliche Spendebereitschaft schnell und verl\u00e4sslich zu kl\u00e4ren. &quot;Vor allem aber entlastet es Angeh\u00f6rige im Ernstfall von einer schweren Entscheidung&quot;, sagte der SPD-Politiker. Gibt es keine Erkl\u00e4rung von Verstorbenen, werden n\u00e4mlich etwa Ehepartner, vollj\u00e4hrige Kinder oder Geschwister dazu angesprochen.<\/p>\n<p>Was genau kann man im Register angeben?<\/p>\n<p>Freiwillig eintragen kann man sich ab dem Alter von 16 Jahren. Dabei kann man aus f\u00fcnf Optionen w\u00e4hlen:<\/p>\n<ul>\n<li>&quot;Ja, ich gestatte, dass nach der \u00e4rztlichen Feststellung meines Todes meinem K\u00f6rper Organe und Gewebe entnommen werden&quot;;<\/li>\n<li>&quot;Ja, ich gestatte dies, mit Ausnahme folgender Organe\/Gewebe&quot;;<\/li>\n<li>&quot;Ja, ich gestatte dies, ich m\u00f6chte jedoch nur bestimmte Organe\/Gewebe zur Spende freigeben&quot;;<\/li>\n<li>&quot;\u00dcber ja oder nein soll dann folgende Person entscheiden&quot;;<\/li>\n<li>&quot;Nein, ich widerspreche der Entnahme von Organen oder Geweben&quot;.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Eintr\u00e4ge kann man \u00e4ndern oder l\u00f6schen. Generell gilt f\u00fcr Erkl\u00e4rungen, ob auf Papier oder digital: Es gilt immer die j\u00fcngste.<\/p>\n<p>Wie funktioniert das Register technisch?<\/p>\n<p>So einfach wie beim Online-Shopping l\u00e4uft es mit dem amtlichen Register nicht. Um Eintr\u00e4ge machen zu k\u00f6nnen, braucht man in der ersten Phase einen Personalausweis im Scheckkartenformat mit aktivierter Online-Funktion &#8211; laut Bundesinnenministerium waren davon Ende 2022 gesch\u00e4tzt 51,4 Millionen im Umlauf. Haben muss man auch ein NFC-f\u00e4higes Smartphone oder Tablet zum drahtlosen Datenaustausch oder ein Kartenleseger\u00e4t f\u00fcr Computer. Die Daten liegen auf einem Server in Deutschland, wie es beim Bundesinstitut hei\u00dft. Authentifizierungsverfahren sicherten, dass nur die erkl\u00e4rende Person und berechtigtes Klinikpersonal auf Eintr\u00e4ge zugreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie ist \u00fcberhaupt die Lage bei Organspenden?<\/p>\n<figure> <a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Lauterbach-warnt-vor-Tod-des-Cannabis-Gesetzes-article24810641.html\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">      <img decoding=\"async\" alt=\"452615509.jpg\" src=\"https:\/\/apps-cloud.n-tv.de\/img\/24810640-1710677975000\/17-6\/1136\/452615509.jpg\"\/> <\/a> <\/figure>\n<p>   Politik  17.03.24    Letzte H\u00fcrde Bundesrat Lauterbach warnt vor Tod des Cannabis-Gesetzes    <\/p>\n<p>Im vergangenen Jahr haben 965 Menschen nach ihrem Tod ein Organ oder mehrere Organe gespendet. Das waren 96 mehr als nach einem starken Einbruch 2022, wie die koordinierende Deutsche Stiftung Organtransplantation bilanzierte. Zugleich standen aber knapp 8400 Menschen auf den Wartelisten f\u00fcr eine Transplantation. Die Zahl der entnommenen Organe stieg um 8,1 Prozent auf 2877, n\u00e4mlich 1488 Nieren, 766 Lebern, 303 Herzen, 266 Lungen, 52 Bauchspeicheldr\u00fcsen und zwei D\u00e4rme. Damit Organspenden \u00fcberhaupt infrage kommen, m\u00fcssen zwei Fach\u00e4rzte unabh\u00e4ngig voneinander den vollst\u00e4ndigen und unumkehrbaren Ausfall des Gro\u00dfhirns, des Kleinhirns und des Hirnstamms best\u00e4tigen, also den Hirntod. <\/p>\n<p>Wie geht es weiter?<\/p>\n<p>Inwiefern das Register bekannt und genutzt wird, muss sich zeigen. Generell trifft es laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov auf breite Zustimmung. Demnach bef\u00fcrworten 71 Prozent ein solches Portal. Eine getroffene Entscheidung auf jeden Fall ins Register eintragen wollen 25 Prozent, zumindest eher Ja sagten 31 Prozent. Eher Nein dazu sagten 13 Prozent, auf keinen Fall 10 Prozent. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz monierte indes, dass eine eigentlich im Gesetz festgelegte b\u00fcrgernahe Eintragungsoption fehlt: direkt in den Ausweisstellen. In keinem Passamt st\u00fcnden datenschutzsichere Computerterminals daf\u00fcr, sagte Vorstand Eugen Brysch.<\/p>\n<p>Was ist mit den generellen Regeln f\u00fcr Organspenden?<\/p>\n<p>Eine ganz grunds\u00e4tzliche Diskussion schwelt weiter. Denn mit dem 2020 beschlossenen Register-Gesetz bleiben Organspenden nur mit ausdr\u00fccklicher Zustimmung erlaubt. Die moderatere Reform setzte sich bei der Abstimmung im Bundestag gegen eine weitergehende Initiative durch. Demnach sollten alle Menschen zun\u00e4chst automatisch als Organspender gelten, au\u00dfer man widerspricht. Lauterbach hatte sich damals als Abgeordneter daf\u00fcr eingesetzt &#8211; und sprach sich 2023 angesichts der gesunkenen Spendezahlen des vorherigen Jahres f\u00fcr einen neuen Anlauf im Parlament aus. Patientensch\u00fctzer Brysch warnt, die Widerspruchsl\u00f6sung d\u00fcrfe nun nicht wegen verschleppter Umsetzung des Registers durch die Hintert\u00fcr erzwungen werden.<\/p>\n<p>Quelle: ntv.de, ses\/dpa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Politik Der Papierausweis bleibt g\u00fcltig. Organspenden k\u00f6nnen Leben retten. Doch Jahr f\u00fcr Jahr stehen Tausende Schwerkranke in Deutschland auf Wartelisten, um eine Niere oder ein neues Herz zu erhalten. 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