{"id":2707,"date":"2020-09-22T09:20:11","date_gmt":"2020-09-22T06:20:11","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/deutschland-mehrheit-halt-studie-zu-rassismus-bei-der-polizei-fur-notwendig\/"},"modified":"2020-09-22T09:20:11","modified_gmt":"2020-09-22T06:20:11","slug":"deutschland-mehrheit-halt-studie-zu-rassismus-bei-der-polizei-fur-notwendig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/deutschland-mehrheit-halt-studie-zu-rassismus-bei-der-polizei-fur-notwendig\/","title":{"rendered":"Deutschland: Mehrheit h\u00e4lt Studie zu Rassismus bei der Polizei f\u00fcr notwendig"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/88542177-0984-4a38-8489-b02ca4eccd66_w948_r1.77_fpx69.89_fpy45.jpg\" title=\"Polizisten im Einsatz: Die Unionsanh\u00e4nger sind bei der Frage nach einer Rassismus-Studie innerhalb der Polizei gespalten\" alt=\"Polizisten im Einsatz: Die Unionsanh\u00e4nger sind bei der Frage nach einer Rassismus-Studie innerhalb der Polizei gespalten\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Polizisten im Einsatz: Die Unionsanh\u00e4nger sind bei der Frage nach einer Rassismus-Studie innerhalb der Polizei gespalten<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Klaus-Dietmar Gabbert \/ picture alliance \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Polizeiskandal ersch\u00fcttert Nordrhein-Westfalen. Es geht um rechtsextreme Nachrichten in Chatgruppen, die Inhalte sind widerw\u00e4rtig bis menschenverachtend. 29 Polizisten und Polizistinnen wurden vorl\u00e4ufig aus dem Dienst entfernt. Der Fall befeuert erneut die Diskussion \u00fcber Rassismus in der Polizei. Eine fl\u00e4chendeckende Untersuchung zu dem Thema will Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) allerdings nach wie vor nicht. Mit dieser Haltung stellt er sich gegen die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Denn fast 55 Prozent der Deutschen halten eine Studie zu Rassismus innerhalb der Polizei f\u00fcr notwendig. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des SPIEGEL hervor.<\/p>\n<p>Zwischen dem 18. und 21. September haben mehr als 5000 Personen die Frage beantwortet, ob sie es f\u00fcr notwendig halten, dass der Bund eine Studie zu Rassismus innerhalb der Polizei in Auftrag gibt. Rund 39 Prozent der Befragten beantworteten die Frage mit &quot;Nein, auf keinen Fall&quot; oder &quot;Eher nein&quot;.<\/p>\n<p>In allen Altersgruppen \u00fcberwiegen die Bef\u00fcrworter einer Rassismus-Studie. In der Gruppe \u00fcber 65 Jahren und bei den 18- bis 29-J\u00e4hrigen sind die Unterst\u00fctzer einer solchen Untersuchung am st\u00e4rksten vertreten. In ersterer Altersgruppe sprechen sich rund 60 Prozent der Befragten f\u00fcr eine entsprechende Untersuchung aus, in letzterer sind es mehr als 58 Prozent.<\/p>\n<p>Nah beieinander liegen auch die Altersgruppen zwischen 30 und 39 Jahren und zwischen 50 und 64 Jahren. In beiden F\u00e4llen halten mehr als 54 Prozent eine Untersuchung zu Rassismus innerhalb der Polizei f\u00fcr notwendig. Vergleichsweise niedrig sind die Werte bei den 30- bis 39-J\u00e4hrigen. Dort bejahen nur rund 45 Prozent die Frage, ob sie eine Untersuchung f\u00fcr notwendig halten.<\/p>\n<h3>Unionsanh\u00e4nger sind gespalten<\/h3>\n<p>Mit Blick auf die Wahlabsicht werden deutliche Unterschiede zwischen den Anh\u00e4ngern der verschiedenen Parteien sichtbar. Rund 80 Prozent der SPD-Anh\u00e4nger halten eine Rassismus-Studie bei der Polizei f\u00fcr notwendig. Unter den Anh\u00e4ngern von Gr\u00fcnen und Linken sind es sogar mehr als 80 Prozent.<\/p>\n<p>Der Anteil der Bef\u00fcrworter liegt bei der FDP dagegen nur bei etwa einem Drittel. Und nur gut f\u00fcnf Prozent der AfD-Anh\u00e4nger halten eine Studie zu Rassismus bei der Polizei f\u00fcr notwendig.<\/p>\n<p>Die Entscheidung \u00fcber die Untersuchung m\u00fcsste im unionsgef\u00fchrten Bundesinnenministerium fallen. Bisher lehnt Minister Seehofer eine solche Erhebung allerdings ab. Er will einen breiteren Ansatz &quot;f\u00fcr die gesamte Gesellschaft&quot;, sagte er k\u00fcrzlich. Dem Willen der Unionsanh\u00e4nger kommt er damit nicht unbedingt nach. In der Frage, ob eine solche Studie notwendig ist, zeigen sie sich gespalten. Rund 46 Prozent beantworten die Frage mit &quot;Ja&quot;, etwa 47 Prozent mit &quot;Nein&quot; und etwa 7 Prozent sind unentschieden.<\/p>\n<h3>Unterschiede zwischen Stadt und Land<\/h3>\n<p>F\u00fcr die Beantwortung der Frage ist offenbar au\u00dfer der politischen Orientierung auch relevant, wo man lebt. Die SPIEGEL-Umfrage zeigt Unterschiede zwischen der Stadt- und der Landbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Mit wachsender Bev\u00f6lkerungsdichte w\u00e4chst auch der Anteil der Befragten, die eine Rassismus-Studie in der Polizei f\u00fcr notwendig halten. In l\u00e4ndlichen Regionen mit sehr niedriger Bev\u00f6lkerungsdichte sprechen sich rund 50 Prozent daf\u00fcr aus, in Regionen mit sehr hoher Bev\u00f6lkerungsdichte sind es mehr als 60 Prozent.<\/p>\n<p>Die Frage, Rassismus in der Polizei erforschen zu lassen, l\u00f6st in der Bundesregierung schon seit Monaten Streit aus. Die SPD hat sich bereits mehrfach daf\u00fcr stark gemacht, die sozialdemokratische Justizministerin Christine Lambrecht forderte ihren Kabinettskollegen Seehofer zum Umdenken auf.<\/p>\n<p>Der aktuelle Polizeiskandal in Nordrhein-Westfalen d\u00fcrfte den Druck auf Seehofer erh\u00f6hen. Zumal der Fall l\u00e4ngst nicht der Erste dieser Art ist \u2013 und das volle Ausma\u00df bisher noch nicht gekl\u00e4rt ist.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Polizisten im Einsatz: Die Unionsanh\u00e4nger sind bei der Frage nach einer Rassismus-Studie innerhalb der Polizei gespalten Foto:\u2002Klaus-Dietmar Gabbert \/ picture alliance \/ dpa Ein Polizeiskandal ersch\u00fcttert Nordrhein-Westfalen. 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