{"id":2695,"date":"2020-09-21T20:37:28","date_gmt":"2020-09-21T17:37:28","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-das-sind-seine-kandidatinnen-fur-den-supreme-court\/"},"modified":"2020-09-21T20:37:28","modified_gmt":"2020-09-21T17:37:28","slug":"donald-trump-das-sind-seine-kandidatinnen-fur-den-supreme-court","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-das-sind-seine-kandidatinnen-fur-den-supreme-court\/","title":{"rendered":"Donald Trump: Das sind seine Kandidatinnen f\u00fcr den Supreme Court"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/8ce9423e-c24b-4548-8383-718bbd5d2416_w948_r1.77_fpx34_fpy17.jpg\" title=\"Amy Coney Barrett: die Favoritin\" alt=\"Amy Coney Barrett: die Favoritin\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Amy Coney Barrett: die Favoritin<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Robert Franklin \/ picture alliance\/AP Photo  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Donald Trumps Anh\u00e4nger lie\u00dfen an diesem Wochenende keinen Zweifel daran, was sie vom Pr\u00e4sidenten nun erwarten: &quot;Fill that seat!&quot;, rief ihm die Menge bei einer Wahlkampfveranstaltung in Fayetteville im Bundesstaat North Carolina zu. Er m\u00f6ge die Richterstelle, die nach dem Tod von Ruth Bader Ginsburg am Supreme Court frei geworden ist, selbst besetzen &#8211; und die Entscheidung nicht davon abh\u00e4ngig machen, wie die Pr\u00e4sidentschaftswahl Anfang November ausgeht.<\/p>\n<p>Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach Listen mit den Namen m\u00f6glicher Kandidaten ver\u00f6ffentlicht, die Chancen auf eine Nominierung h\u00e4tten, sollte sich am Obersten Gerichtshof eine Vakanz ergeben. Auf der j\u00fcngsten fanden sich unter anderem die Senatoren Ted Cruz aus Texas, Tom Cotton aus Arkansas und Josh Hawley aus Missouri wieder.<\/p>\n<p>In Fayetteville aber verk\u00fcndete der Pr\u00e4sident nun: &quot;Es wird eine Frau sein. Eine sehr talentierte, sehr brillante Frau.&quot; Freitagnacht hatte Trump Berichten zufolge in einem Telefonat mit Mitch McConnell, dem republikanischen Mehrheitsf\u00fchrer im Abgeordnetenhaus, vor allem zwei Frauen hervorgehoben: die Bundesrichterinnen Amy Coney Barrett und Barbara Lagoa. Vor seinem Abflug zum Wahlkampfauftritt in North Carolina fand Trump lobende Worte f\u00fcr beide Frauen: Barrett sei &quot;sehr hoch angesehen&quot;; Lagoa kenne er zwar nicht, er habe aber &quot;unglaubliche Dinge&quot; \u00fcber sie geh\u00f6rt. Auf Trumps Liste fand sich zuletzt eine Reihe weiterer Frauen, von denen Richterin Joan Larsen aus Michigan die besten Au\u00dfenseiterchancen haben k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zwei Dinge haben alle drei Kandidatinnen gemeinsam: Sollte eine von ihnen Bader Ginsburgs Nachfolgerin werden, d\u00fcrfte der Supreme Court nach rechts r\u00fccken. Jede einzelne von ihnen k\u00f6nnte das Gericht und seine Rechtsprechung auf Jahrzehnte pr\u00e4gen: Alle drei w\u00e4ren im Falle einer Ernennung die J\u00fcngste unter den neun Richterinnen und Richtern.<\/p>\n<h3>Amy Coney Barrett: Die Favoritin<\/h3>\n<p>Barrett gilt als aussichtsreichste Anw\u00e4rterin auf die Nominierung. Die fr\u00fchere Professorin an der Notre Dame Law School ist ein Liebling des konservativen Juristen-Establishments. Sie ist ein Sch\u00fctzling des 2016 verstorbenen fr\u00fcheren Supreme-Court-Richters Antonin Scalia, einer Koryph\u00e4e unter konservativen Rechtsgelehrten. Wie Scalia ist auch Barrett Anh\u00e4ngerin einer als &quot;Originalismus&quot; bekannten Rechtsauffassung. Die orientiert sich bei der Auslegung der Verfassung eng an deren Wortlaut &#8211; so, wie ihn eine Person zum Zeitpunkt der Entstehung des Textes verstanden h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Sollte Trump die 48-J\u00e4hrige nominieren, w\u00e4re dies unter anderem eine Botschaft an seine religi\u00f6s-konservativen Anh\u00e4nger. Die aus New Orleans stammende siebenfache Mutter ist fromme Katholikin mit konservativen Ansichten beim Thema Abtreibung. Menschliches Leben beginne mit der Empf\u00e4ngnis, wird Barrett etwa in einem 2013 erschienenen Artikel im &quot;Notre Dame Magazine&quot; zitiert.<\/p>\n<p>Seit November 2017 ist Barrett Richterin am siebten Bezirk des Bundesberufungsgerichts in Chicago. Der Senat best\u00e4tigte ihre Ernennung seinerzeit mit 55 zu 43 Stimmen. Aus ihrer damaligen Anh\u00f6rung vor dem Justizausschuss der Kammer ist vor allem ein Austausch mit der demokratischen Senatorin Dianne Feinstein in Erinnerung geblieben. Diese sah die Personalie Barrett wegen der Ansichten der Juristin zum Thema Abtreibung sehr skeptisch. Es sei f\u00fcr eine Richterin unangebracht, dem Recht ihre pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugungen aufzuzwingen, erwiderte Barrett, ganz gleich, ob diese ihren Ursprung im Glauben oder anderswo haben. Demokraten bef\u00fcrchten dennoch, dass Barrett daran mitwirken k\u00f6nnte, &quot;Roe v. Wade&quot; zu kippen: Dieses wegweisende wie umstrittene Urteil des Supreme Courts aus dem Jahr 1973 schreibt fest, dass es das Recht von schwangeren Frauen ist, selbst \u00fcber eine Abtreibung zu entscheiden.<\/p>\n<p>Barrett z\u00e4hlte bereits bei der letzten Vakanz am Obersten Gerichtshof vor zwei Jahren zu den aussichtsreichsten Anw\u00e4rtern. Trump lud sie damals zu einem Gespr\u00e4ch ein, entschied sich letztlich aber f\u00fcr Brett Kavanaugh.<\/p>\n<h3>Barbara Lagoa: Wird sie die erste Supreme-Court-Richterin mit kubanischen Wurzeln?<\/h3>\n<p>Zum engen Kandidatenkreis geh\u00f6rt auch Barbara Lagoa. Die 52-j\u00e4hrige hat drei Kinder und stammt aus Miami. Sie war Verfassungsrichterin in Florida, die erste Frau mit hispanischen Wurzeln auf diesem Posten. Auch eine Ernennung Lagoas als Supreme-Court-Richterin w\u00e4re historisch: Sie w\u00e4re die erste Frau kubanischer Abstammung am Obersten Gericht. Aus Trumps Sicht k\u00f6nnte Lagoas Herkunft f\u00fcr sie sprechen: Florida ist einer jener wahlentscheidenden &quot;swing states&quot;.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident nominierte die Juristin 2019 f\u00fcr einen Bundesrichterposten am elften Bezirksgericht in Atlanta, das f\u00fcr die Bundesstaaten Alabama, Florida und Georgia zust\u00e4ndig ist. Der Senat best\u00e4tigte sie partei\u00fcbergreifend: 80 von 100 Senatoren stimmten f\u00fcr Lagoa. Verglichen mit Barrett gilt sie als weniger polarisierende Kandidatin.<\/p>\n<p>Dennoch d\u00fcrften die Demokraten Lagoas Bilanz als Richterin kritisieren, sollte Trump sie nominieren. Das gilt vor allem f\u00fcr eine in diesem Monat ergangene Entscheidung \u00fcber das Wahlrecht f\u00fcr verurteilte Straft\u00e4ter in Florida, das die Juristin mittrug. Dieses wird aller Voraussicht nach Zehntausende Menschen davon abhalten, im November ihre Stimme abzugeben.<\/p>\n<p>In jedem Fall d\u00fcrfte das Gericht ein konservativeres Profil bekommen, sollte Lagoa die liberale Bader Ginsburg ersetzen. Lagoa blickt auf eine lange juristische Karriere in ihrem Heimatstaat zur\u00fcck. Die Absolventin der Columbia Law School war dort unter anderem als Bundesstaatsanw\u00e4ltin t\u00e4tig, bevor sie zur Verfassungsrichterin des Bundesstaats ernannt wurde.<\/p>\n<h3>Joan Larsen: Die Frau aus dem umk\u00e4mpften Michigan<\/h3>\n<p>Allenfalls Au\u00dfenseiterchancen werden Joan Larsen einger\u00e4umt. Die 51-J\u00e4hrige ist Bundesrichterin am sechsten Bezirksgericht. Der Senat best\u00e4tigte ihre Ernennung im Jahr 2017 mit 60 zu 38 Stimmen.<\/p>\n<p>Wie Barrett arbeitete auch Larsen als Mitarbeiterin dem verstorbenen Scalia zu. Wie f\u00fcr Lagoa k\u00f6nnten auch f\u00fcr Larsen wahltaktische Gr\u00fcnde sprechen: Vor ihrer Berufung ans Bundesgericht war sie Richterin in Michigan &#8211; wie Florida ein wahlentscheidender &quot;battleground state&quot;.<\/p>\n<p>Wie Trumps Entscheidung auch ausf\u00e4llt, eines steht fest: Er wird sie z\u00fcgig treffen. Er werde noch in dieser Woche seine Nominierung pr\u00e4sentieren, k\u00fcndigte der Pr\u00e4sident an.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Amy Coney Barrett: die Favoritin Foto:\u2002Robert Franklin \/ picture alliance\/AP Photo Donald Trumps Anh\u00e4nger lie\u00dfen an diesem Wochenende keinen Zweifel daran, was sie vom Pr\u00e4sidenten nun erwarten: &quot;Fill<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2696,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2695","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2695","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2695"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2695\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2696"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2695"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2695"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2695"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}