{"id":2669,"date":"2020-09-20T15:05:20","date_gmt":"2020-09-20T12:05:20","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-gegen-joe-biden-drei-szenarien-fur-den-ausgang-der-us-wahl\/"},"modified":"2020-09-20T15:05:20","modified_gmt":"2020-09-20T12:05:20","slug":"donald-trump-gegen-joe-biden-drei-szenarien-fur-den-ausgang-der-us-wahl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/donald-trump-gegen-joe-biden-drei-szenarien-fur-den-ausgang-der-us-wahl\/","title":{"rendered":"Donald Trump gegen Joe Biden: Drei Szenarien f\u00fcr den Ausgang der US-Wahl"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/aab044c1-577b-4dac-b02e-dd8c12ff4797_w948_r1.77_fpx40.32_fpy50.94.png\" title=\"Trump oder Biden? Die Stimmung in den Staaten wird fast t\u00e4glich mit neuen Umfragen gemessen\" alt=\"Trump oder Biden? Die Stimmung in den Staaten wird fast t\u00e4glich mit neuen Umfragen gemessen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Trump oder Biden? Die Stimmung in den Staaten wird fast t\u00e4glich mit neuen Umfragen gemessen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002DER SPIEGEL  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Bis zur US-Pr\u00e4sidentenwahl sind es nur noch etwas mehr als 40 Tage. In einigen Bundesstaaten beginnen die W\u00e4hler bereits damit, ihre Stimmen abzugeben &#8211; und Donald Trump liegt in den Umfragen weiter deutlich hinter seinem Herausforderer Joe Biden. Dessen Vorsprung war zwar schon gr\u00f6\u00dfer, um die neun Prozentpunkte. Doch im Durchschnitt aller nationalen Umfragen erreicht Biden aktuell immer noch gut sechs Prozentpunkte mehr als Trump.<\/p>\n<p>Ist die Wahl damit gelaufen? Oder schafft Trump ein \u00fcberraschendes Comeback wie 2016 gegen Hillary Clinton?<\/p>\n<p>Wer am Ende bei den absoluten Stimmen vorne liegt, gewinnt bekanntlich nicht zwangsl\u00e4ufig die Wahl. Wir erinnern uns: Um Pr\u00e4sident zu werden, muss ein Kandidat durch Siege in den Einzelstaaten die Mehrheit im Wahlleute-Gremium (Electoral College) einsammeln, das am Ende das Staatsoberhaupt bestimmt. Die Mehrheit in diesem Gremium liegt bei 270 Stimmen. Trump konnte 2016 gegen Hillary Clinton siegen, obwohl er insgesamt einige Millionen Stimmen weniger hatte als sie.<\/p>\n<p>Genau hier wird die Sache kompliziert: Wie der Sieg von Trump 2016 zeigt, ist die Stimmung in den Staaten schwer zu fassen. T\u00e4glich kommen in den USA die Ergebnisse neuer W\u00e4hlerbefragungen auf den Markt, auch aus den alles entscheidenden Bundesstaaten.<\/p>\n<p>Die Vielfalt kann verwirrend sein. Es gibt immer Ausrei\u00dfer in die eine oder andere Richtung, weshalb es sich lohnt, stets den Durchschnitt aller aktuellen Umfragen im Auge zu behalten &#8211; zum Beispiel bei \u00dcbersichtsseiten im Netz wie Realclearpolitics oder FiveThirtyEight.<\/p>\n<p>Grunds\u00e4tzlich gilt, dass die nationalen Erhebungen h\u00e4ufig zuverl\u00e4ssiger sind als Befragungen in Einzelstaaten. Gleichwohl k\u00f6nnen die Umfragen aus den Staaten aufzeigen, in welche Richtung sich die politische Stimmung entwickelt. Auch versichern einige Umfrageinstitute, dass sie nach der Wahl 2016 ihre Methoden verbessert h\u00e4tten. Das l\u00e4sst hoffen, dass die Umfragen aus den Staaten heute pr\u00e4ziser sind als noch vor vier Jahren.<\/p>\n<p>Die Wahlkampfteams definieren f\u00fcr sich &quot;sichere&quot; Staaten, von denen sie annehmen, dass sie sie auf jeden Fall gewinnen werden. Dann sind da die &quot;einigerma\u00dfen sicheren Staaten&quot; und schlie\u00dflich die sogenannten Battleground States, also die Staaten, die in die eine oder andere Richtung kippen k\u00f6nnten. Grob gesagt sind dies derzeit etwa ein gutes Dutzend Staaten. Auf sie konzentriert sich der Wahlkampf.<\/p>\n<p>Mit den vorhandenen Umfragen lassen sich unterschiedliche Szenarien f\u00fcr den Ausgang der Wahl am 3. November durchspielen. Drei davon sind besonders interessant.<\/p>\n<h3>Szenario eins: die blaue Welle<\/h3>\n<p>Nach dem Erfolg von Donald Trump bei der Wahl 2016 sind die meisten Experten vorsichtig geworden, einen Wahlausgang vorherzusagen. Was aber, wenn das Rennen tats\u00e4chlich schon gelaufen ist? Wenn der Vorsprung von Joe Biden gegen\u00fcber Trump in den Umfragen der realen Lage entspricht?<\/p>\n<p>Das w\u00e4re das Traum-Szenario der Demokraten &#8211; sie k\u00f6nnten auf eine &quot;blaue Welle&quot; hoffen (benannt nach der Parteifarbe). Wenn man allein die Staaten zusammenz\u00e4hlt, in denen Biden derzeit laut Umfragen deutlich vorne liegt, erreicht er bereits um die 278 Stimmen im Wahlleute-Gremium (siehe Grafik, Werte gerundet).<\/p>\n<p>Biden w\u00fcrde in diesem Szenario die gleichen Staaten gewinnen, die Hillary Clinton 2016 sicherte, also etwa zuverl\u00e4ssige Hochburgen der Demokraten wie Kalifornien und New York. Zudem w\u00fcrde er alte Hochburgen seiner Partei aus dem &quot;Rustbelt&quot; zur\u00fcckerobern, die Trump 2016 gewinnen konnte: Pennsylvania, Michigan, Wisconsin. Nimmt man dann auch noch den &quot;Battleground State&quot; Arizona im S\u00fcdwesten hinzu, w\u00e4ren das sogar schon 289 Stimmen im Wahlleute-Gremium.<\/p>\n<p>Ist das realistisch? Ja, wenn man den Umfragen glaubt: In all diesen Staaten h\u00e4lt Biden derzeit den Umfragevorsprung. In Michigan und Wisconsin sind es mehr als f\u00fcnf Prozentpunkte. In Pennsylvania und Arizona sind es um die vier Prozentpunkte Vorsprung.<\/p>\n<p>Hinzu k\u00e4men bei einer richtigen &quot;blauen Welle&quot; Staaten, in denen Biden derzeit einen knappen Vorsprung h\u00e4lt: Florida und North Carolina. Hier liegt Biden jeweils hauchd\u00fcnn vor Trump. In North Carolina sind es zum Beispiel 1,1 Prozentpunkte. Zusammengenommen k\u00f6nnte Biden bei einem Erdrutschsieg mehr als 330 Stimmen im Electoral College gewinnen.<\/p>\n<h3>Szenario zwei: Der Trump-Triumph<\/h3>\n<p>Das Szenario eines \u00fcberragenden Sieges von Donald Trump ist weiterhin nicht ausgeschlossen. Zum Beispiel, weil viele Umfragen in den Einzelstaaten falsch sind. Oder: Trump gelingt in den letzten Wochen der Stimmungsumschwung in wichtigen Staaten, zum Beispiel durch \u00fcberzeugende Auftritte in den TV-Duellen mit Biden.<\/p>\n<p>Schwer zu kalkulieren ist auch, welche Auswirkungen der Tod der Richterin Ruth Bader Ginsburg und der nun beginnende Kampf um die Besetzung der offenen Position am Supreme Court noch haben k\u00f6nnte. Ist das schon die &quot;October Surprise&quot;, die das Rennen auf den Kopf stellt? Oder passiert noch ein anderes Gro\u00dfereignis, das die Verh\u00e4ltnisse durcheinanderwirbelt?<\/p>\n<p>Beim Trump-Triumph-Szenario w\u00fcrde der Pr\u00e4sident seinen Wahlsieg von 2016 wiederholen und weitere Staaten hinzugewinnen. Vor allem auf New Hampshire und Minnesota haben es Trump und seine Leute abgesehen. Beide Staaten konnte Clinton 2016 nur sehr knapp gegen Trump verteidigen. Dort gibt es einen recht hohen Anteil von wei\u00dfen W\u00e4hlern ohne College-Abschluss, Trumps Kernw\u00e4hlerschaft.<\/p>\n<p>Kann eine &quot;rote Welle&quot; gelingen? Ja, mit viel Gl\u00fcck. Ist es sehr wahrscheinlich? Das eher nicht.<\/p>\n<p>Diejenigen, die glauben, dass Trump noch ein spektakul\u00e4res Comeback schaffen k\u00f6nnte, w\u00fcrden sich vermutlich irren, meint Charlie Cook, einer der erfahrensten Demoskopie-Experten in Washington in einer neuen Analyse. Ein Hauptproblem f\u00fcr Trump sei, dass er wenige M\u00f6glichkeiten habe, neue W\u00e4hler au\u00dferhalb seiner treuen Basis anzusprechen. Dies zeigten seine Zustimmungswerte, die seit Jahren landesweit konstant zwischen 41 und 43 Prozent l\u00e4gen, auch jetzt kurz vor der Wahl.<\/p>\n<p> &quot;Sein Ansehen wird von Ereignissen nicht ver\u00e4ndert&quot;, meint Cook. &quot;Die \u00fcberwiegende Mehrheit der W\u00e4hler hat vor langer Zeit entschieden, ob sie ihn m\u00f6gen oder nicht, ob sie seine Handlungen guthei\u00dfen und ob sie seine Kandidatur unterst\u00fctzen w\u00fcrden.&quot;<\/p>\n<p>Hinzu kommt: 2016 trat Donald Trump gegen Hillary Clinton an, die im Wahlvolk weitaus unbeliebter war als Joe Biden. Der Demokrat liegt heute praktisch in allen Befragungen zur Beliebtheit klar vor Trump &#8211; und erzielt auch weit bessere Werte als Clinton vor vier Jahren. Das d\u00fcrfte die Chancen f\u00fcr Trump, eine &quot;rote Welle&quot; zu schaffen, nicht verbessern.<\/p>\n<h3>Szenario drei: Ein eher knapper Sieg von Trump oder Biden<\/h3>\n<p>Dieses Szenario erscheint derzeit besonders plausibel. Hier w\u00fcrde man annehmen, dass sowohl Trump als auch Biden einige Staaten aus dem Topf der &quot;Battleground States&quot; gewinnen k\u00f6nnen. Beide k\u00f6nnten zudem Staaten erobern, bei denen dies niemand erwartet. Es w\u00e4re das Chaos-Szenario.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident und seine Leute sind \u00fcberzeugt, dass sie vielerorts besser dastehen, als es die Umfragen anzeigen. Angesichts der Probleme mit den Umfragen im Jahr 2016 ist das nicht ausgeschlossen. Trump und Co. gehen davon aus, dass sie Pennsylvania gewinnen k\u00f6nnen, auch Florida. Selbst wenn sie Michigan und Wisconsin verlieren w\u00fcrden, w\u00e4re ein Sieg f\u00fcr Trump unter bestimmten Voraussetzungen noch m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Als neuen Wackelkandidaten haben die Trump-Leute Nevada ausgemacht, das bislang sonst verl\u00e4sslich den Demokraten zugerechnet wurde. Einige neue Umfragen zeigen, dass Joe Biden hier \u00e4hnlich wie auch in Florida bei Latino-W\u00e4hlern an Zustimmung einb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>Umgekehrt k\u00f6nnte aber auch Biden Staaten gewinnen, die bislang eigentlich bei Trump verbucht werden. Iowa gilt seit Neuestem als ein m\u00f6gliches neues Ziel f\u00fcr Biden, ebenso wie Georgia im S\u00fcden. Dort wollen die Demokraten vor allem schwarze W\u00e4hler gegen Trump mobilisieren.<\/p>\n<p>So oder so w\u00e4re der Ausgang in diesem Szenario knapp, vielleicht sogar zu knapp. Zum Beispiel 268 zu 270 Stimmen. In diesem Fall k\u00f6nnten sich einzelne Wahlleute weigern, dem Sieger aus ihrem Staat bei der Abstimmung im Electoral College die Stimme zu geben. Auch ein Unentschieden von 269 zu 269 Stimmen im Electoral College ist m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Gibt es keinen Sieger im Electoral College, entscheidet das neu gew\u00e4hlte Repr\u00e4sentantenhaus, wer Pr\u00e4sident wird. Allerdings geht das dann nach einem komplizierten Modus: Es wird nicht nach den tats\u00e4chlichen Mehrheitsverh\u00e4ltnissen abgestimmt, sondern nach der Mehrheit in den Abgeordnetengruppen aus den einzelnen Bundesstaaten.<\/p>\n<p>Jeder der 50 Staaten hat nur eine Stimme. Wenn also ein Staat, zum Beispiel Texas, mehr republikanische Abgeordnete hat als Demokraten, wird die Stimme dieses Staates vermutlich f\u00fcr Trump abgegeben und so weiter. Im Moment halten die Republikaner nach dieser Rechnung die erforderliche Mehrheit von 26 Stimmen. Dies w\u00e4re vermutlich auch im neuen Repr\u00e4sentantenhaus der Fall. Trump k\u00f6nnte Pr\u00e4sident bleiben.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Trump oder Biden? Die Stimmung in den Staaten wird fast t\u00e4glich mit neuen Umfragen gemessen Foto:\u2002DER SPIEGEL Bis zur US-Pr\u00e4sidentenwahl sind es nur noch etwas mehr als 40 Tage. 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