{"id":26296,"date":"2024-01-30T02:36:09","date_gmt":"2024-01-29T23:36:09","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/historiker-moshe-zimmermann-was-der-fusball-uber-israels-gesellschaft-verrat\/"},"modified":"2024-01-30T02:36:09","modified_gmt":"2024-01-29T23:36:09","slug":"historiker-moshe-zimmermann-was-der-fusball-uber-israels-gesellschaft-verrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/historiker-moshe-zimmermann-was-der-fusball-uber-israels-gesellschaft-verrat\/","title":{"rendered":"Historiker Moshe Zimmermann: Was der Fu\u00dfball \u00fcber Israels Gesellschaft verr\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\"><em>Moshe Zimmermanns Leidenschaft f\u00e4llt sofort ins Auge: Hinter seinem Schreibtisch steht, gut sichtbar, ein F\u00e4hnchen des Hamburger SV, im Wohnzimmer f\u00fcllen W\u00e4lzer zur Fu\u00dfballgeschichte und dem j\u00fcdischen Sport im Nationalsozialismus die Regalreihen. Aber Gespr\u00e4che \u00fcber Fu\u00dfball sind abseits seiner Freizeitkicks jeden Freitag derzeit selten.<\/em><\/p>\n<p><em>Zimmermann z\u00e4hlt zu den renommiertesten Historikern Israels. Von 1986 bis 2012 hat er Neuere Geschichte an der Hebrew University Jerusalem gelehrt. Derzeit ist der 80-J\u00e4hrige, dessen Eltern einst vor den Nazis aus Hamburg flohen, vor allem als Erkl\u00e4rer f\u00fcr den Krieg und die Entwicklungen in Israels Gesellschaft gefragt. Er spricht \u00fcber das Scheitern des Zionismus und Perspektiven. Aber auch das lasse sich mit Fu\u00dfball verbinden, sagt er in seiner Wohnung nahe Tel Aviv: Im Sport k\u00f6nne man viel \u00fcber Gesellschaften lernen.<\/em><\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Herr Zimmermann, <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/israel\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Israel<\/a> befindet sich seit dem \u00dcberfall der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/hamas\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Hamas<\/a> am 7. Oktober im Krieg. Nach einer Unterbrechung haben die Profiligen im Basketball und im Fu\u00dfball den Spielbetrieb wieder aufgenommen. Welche Rolle spielt Sport f\u00fcr eine Gesellschaft im Krieg?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann<\/strong>: Zun\u00e4chst einmal ist Sport die beste Ablenkung. In einer Zeit, in der das normale Leben v\u00f6llig durcheinandergeraten ist, bedeutet er Normalit\u00e4t, ein St\u00fcck Alltag, das man sich bewahrt oder zur\u00fcckholt. Das war schon in der Pandemie so. Und selbst im Zweiten Weltkrieg gab es in Deutschland bis 1944 eine Fu\u00dfballliga.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Zugleich spielt der Krieg auch im Sport eine Rolle. Fu\u00dfballfans erkl\u00e4ren sich mit den Opfern solidarisch, Spieler beteiligten sich an Kampagnen f\u00fcr die Freilassung der Geiseln.<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Das ist die andere Seite. Sport war einmal so gedacht, dass er den Krieg ersetzen sollte. Heute betrachten wir ihn oft nicht nur als Kriegsersatz, sondern auch als Ersatzkrieg. Sobald es tats\u00e4chlich zum Krieg kommt, funktioniert die Unterscheidung nicht mehr, jedenfalls nicht hier in Israel. Auch, weil die Pr\u00e4senz von Arabern im israelischen Sport st\u00e4rker ist als in anderen gesellschaftlichen Teilbereichen. Das macht es gef\u00e4hrlich.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wie meinen Sie das?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Nehmen wir Maccabi Haifa und seinen Spieler Dia Saba. Saba ist ein sehr talentierter St\u00fcrmer, er hat auch schon im Ausland gespielt. Es hat den Klub viel M\u00fche gekostet, ihn f\u00fcr sich zu gewinnen. Am Anfang des Krieges \u00e4u\u00dferte Sabas Frau auf Instagram ihr Mitgef\u00fchl f\u00fcr die Kinder in Gaza. Eigentlich ist das ja selbstverst\u00e4ndlich. Aber in der aktuellen Situation reichte es aus, um mit dem Ehemann \u00bbabzurechnen\u00ab. Auf die Mannschaft wurde so viel Druck ausge\u00fcbt, dass er nicht mehr spielen konnte.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Dabei galt die Stadt Haifa lange als Beispiel f\u00fcr eine funktionierende Koexistenz. Der Klub ist auch bei arabischen Fans sehr beliebt.<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Im Hebr\u00e4ischen haben wir ein Sprichwort: Wenn schon die Zedern in Brand gesteckt werden, was passiert dann mit den Mauermoosen? Wenn selbst Maccabi Haifa schon einen Spieler deshalb ausgrenzt, was wird dann erst mit den anderen? Denken Sie zum Beispiel an Beitar Jerusalem.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Fans von Beitar machen mit Rufen wie \u00bbTod den Arabern\u00ab und Hetzjagden immer wieder Schlagzeilen. Die Zeitung \u00bbHaaretz\u00ab nannte Beitar mal einen der rassistischsten Klubs der Welt.<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Beitar war schon immer streng nationalistisch. Er hat auch eine direkte politische Beziehung zu den Revisionisten und zum Likud, der nationalkonservativen Partei von Ministerpr\u00e4sident Netanyahu. Bei Beitar gab es ein Transparent, \u00bbBeitar, auf ewig rein\u00ab. Rein von Arabern, sollte das hei\u00dfen, rein von Muslimen. Das ist purer Rassismus, getragen von der Fangemeinschaft \u00bbLa Familia\u00ab. Sie ist nicht nur auf den R\u00e4ngen pr\u00e4sent, sondern auch auf der Stra\u00dfe. Bei Demonstrationen gegen Netanyahu und seine Justizreform hat diese Truppe Protestierende eingesch\u00fcchtert und auf sie eingeschlagen. Der Zusammenhang von Sport und Politik macht sich noch mehr bemerkbar in einer Zeit, wo Krieg die Gesellschaft ohnehin spaltet. Wenn nach dem 7. Oktober selbst ein Klub wie Maccabi Haifa wankt, bedeutet das: Hier ist die Grundlage f\u00fcr unser Zusammenleben akut in Gefahr geraten.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Der Soziologe Tamir Sorek hat den Fu\u00dfball mal als integrative Enklave Israels bezeichnet. Das Nationalteam wurde oft als Vorzeigemodell des Miteinanders gefeiert, zuletzt erst bei der erfolgreichen Olympiaqualifikation der U21. Ist das vorbei?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Man ist im Sport bereit, ein Miteinander zu schaffen, das auf Erfolg, auf Exzellenz baut. Das begann aber auch relativ sp\u00e4t. Der erste arabische Nationalspieler kickte erst in den Siebzigerjahren f\u00fcr Israel, das hei\u00dft als israelischer Staatsb\u00fcrger in der israelischen Nationalelf. Das geh\u00f6rt seitdem zur Normalit\u00e4t. Von da an konnte man das gut verkaufen: Seht her, wir sind in der Integration erfolgreich. Wenn man genau hinschaute, dann stimmte das nur teilweise. Die Araber stehen immer unter besonderer Beobachtung durch das Publikum. Sie k\u00f6nnen sich keine Fehler erlauben, auf dem Platz ebenso wie abseits davon.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Hat man sich mit der Einheit etwas vorgemacht?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Sie spiegelt, was die Gesellschaft insgesamt praktiziert: ein Nebeneinander. Schauen Sie sich <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/deutschland-vs-israel-israelische-nationalelf-ein-team-zwei-welten-a-9c279f06-90ed-4d50-8f41-4ac8f08637a5\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Munas Dabbur<\/a> an\u2026<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>\u2026Israels wohl erfolgreichster arabischer Spieler, der auch f\u00fcr die TSG Hoffenheim in der Bundesliga spielte\u2026<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Dabbur hat Tore geschossen f\u00fcr die Mannschaft. Er hat Spiele gewonnen. Und wurde trotzdem ausgepfiffen \u2013 einfach, weil er Araber ist. Als es vor etwa zwei Jahren in israelischen St\u00e4dten Unruhen gab, hatte er eine Bemerkung in den sozialen Medien gemacht, in der er einen Koranvers zitierte. Er musste sich daraufhin rechtfertigen, dass das nicht bedeute, er sei Anh\u00e4nger der Hamas. Trotzdem begleitet ihn das seither. Ein Nationalspieler Israels \u2013 ausgebuht von den eigenen Fans. Inzwischen ist er aus dem Team zur\u00fcckgetreten.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wof\u00fcr steht das Ihrer Meinung nach?<\/p>\n<p>\u202f<strong>Zimmermann: <\/strong>Beim Sport schwindet der d\u00fcnne Firnis der Zivilisation rasch. Im Wettkampf sieht man, was die Leute wirklich im Bauch tragen. Was etwa Beitar Jerusalem zum Vorschein bringt, entspricht weit eher dem Durchschnitts-Israeli als die Linken, Aufgekl\u00e4rten von Hapoel Katamon oder Tel Aviv. Wir sind ein j\u00fcdisches Land, und die anderen haben hier eigentlich nichts zu suchen, das ist ungef\u00e4hr die Haltung. Deswegen ist es gut, auf den Sport zu schauen. Im Sport gibt es die Elemente, die essenziell sind, um eine Gesellschaft zu verstehen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Warum sind arabische Israelis im Fu\u00dfball pr\u00e4senter als in anderen Sportarten?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann:\u202f<\/strong>Es beginnt damit, dass Sport in Israel insgesamt unterfinanziert ist. Die Araber sind noch mal mehr benachteiligt. Deswegen suchen sie sich Sportarten, die \u00f6konomisch und infrastrukturell wenig voraussetzungsvoll sind. Fu\u00dfball k\u00f6nnen Sie auf der Stra\u00dfe spielen. Sie gehen dorthin, wo man nicht investieren muss. Weil die Familien es oft nicht k\u00f6nnen und die Gesellschaft, die Politik nicht investieren will.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Wieso ist der Sport in Israel so explizit politisch?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann:\u202f<\/strong>Das h\u00e4ngt mit der Herkunft der Vereine zusammen. Es gab hier in Israel historisch drei Dachverb\u00e4nde: Makkabi f\u00fcr die B\u00fcrgerlichen, Hapoel f\u00fcr die Arbeiter, Beitar\u202ff\u00fcr die Nationalisten. Die Parteien haben anfangs auch alles finanziert. Auch wenn sich die Klubstrukturen mit der Privatisierung ver\u00e4ndert haben, ist die Erinnerung an diese Vergangenheit noch immer wach.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Geht es im israelischen Sport also auch um das Verhandeln der Frage, welche Gesellschaft man will?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann:\u202f<\/strong>Die Grundsatzfrage Israels ist seit jeher dieselbe: Was bedeutet die Floskel \u00bbj\u00fcdischer Staat\u00ab? Der Staat wurde als Judenstaat gegr\u00fcndet. Ein Judenstaat vertr\u00e4gt eine Minderheit, die nicht j\u00fcdisch ist. So war das in der Vision Theodor Herzls. In dem Moment, wo man aber \u00bbj\u00fcdisch\u00ab sagt, wird es komplizierter. Meint J\u00fcdischsein dann die Herkunft der Staatsb\u00fcrger, den Charakter des Staates? Die Einstellung zur Nation oder die Zugeh\u00f6rigkeit zur Religion? Und wenn Religion, welche Art \u2013 liberal, ultraorthodox? Die jeweilige Antwort hat Konsequenzen auch f\u00fcr den Umgang mit allem Nichtj\u00fcdischen. Darum geht es auch im Sport, um Zusammenhalt oder Zerrissenheit \u2013 und seit dem Krieg macht sich das umso mehr bemerkbar.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>\u00bbWir gegen die anderen\u00ab, das wohnt dem Sport wie dem Krieg inne.<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Sehen Sie, ich bin aufgrund der Herkunft meines Vaters HSV-Fan. Ich \u00bbwei\u00df\u00ab, wie ich mich bei einem Spiel gegen Werder Bremen oder St. Pauli zu verhalten habe. Die Frage ist doch, wie weit die Rivalit\u00e4t reicht. In Deutschland versucht man, die Fans derart zu erziehen, dass die Gegnerschaft nicht in Feindschaft \u00fcbergeht. In Israel gibt es diese Hoffnung auf Zur\u00fcckhaltung nicht. Hier geht es immer bis zum bitteren Ende.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Der Sport ist auch international immer wieder Schauplatz des Nahostkonflikts geworden, auch durch Boykotte gegen israelische Sportler, im Judo etwa oder im Ringen. 1972 in M\u00fcnchen ermordeten pal\u00e4stinensische Terroristen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/geschichte\/olympia-attentat-in-muenchen-1972-50-jahre-deutsches-versagen-und-verfehlte-aufarbeitung-a-5358984a-d597-4a5a-9285-9e52f0e73042\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">elf Mitglieder von Israels Olympiamannschaft <\/a>. Warum taugt der Sport so gut als B\u00fchne?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Sport ist, gerade weil er so popul\u00e4r ist, eine ideale Plattform, um Konflikte auszutragen. Sie k\u00f6nnen dort auf echte Israelis treffen und Ihre Kritik oder Ihren Hass direkt adressieren.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Bei der Fu\u00dfball-WM in Katar 2022 nahmen weder Israel noch das pal\u00e4stinensische Nationalteam teil. Dennoch waren pal\u00e4stinensische Flaggen <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/palaestina-flaggen-bei-der-fussball-wm-2022-die-arabische-antwort-auf-one-love-a-a2103c23-d15f-4327-b0cb-7d40f57335e8\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">in den Stadien und Stra\u00dfen Dohas omnipr\u00e4sent <\/a>. Wie passt das zusammen?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Das passt genauso wie der Anschlag auf die Olympiamannschaft 1972. Israel ist abstrakt immer anwesend. Es schauen ja Millionen, vielleicht sogar eine Milliarde bei einer WM zu. Wo k\u00f6nnte man eine politische Botschaft besser in die Welt tragen? In Katar konnten arabische Fans <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/sport\/fussball\/palaestina-flaggen-bei-der-fussball-wm-2022-die-arabische-antwort-auf-one-love-a-a2103c23-d15f-4327-b0cb-7d40f57335e8\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">ihre Sympathien f\u00fcr die Pal\u00e4stinenser zeigen <\/a>. In diesen Gesellschaften gibt es immer noch gro\u00dfen R\u00fcckhalt f\u00fcr die pal\u00e4stinensische Sache, selbst wenn Israel sich mit einigen Nachbarn wie den Vereinigten Arabischen Emiraten, Marokko oder zuletzt auch Saudi-Arabien auf politischer Ebene angen\u00e4hert hat. Die Pro-Pal\u00e4stina-Bekenntnisse waren m\u00f6glich, weil das Turnier in der arabischen Welt stattfand. Bei einer WM in Deutschland oder England w\u00e4re das \u2013 jedenfalls vor dem 7. Oktober \u2013 schwierig gewesen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Im israelischen Sport herrscht seit dem Krieg in Gaza gro\u00dfe Sorge um die <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/sport\/israels-sportler-im-krieg-zwischen-olympia-vorbereitung-und-angst-vor-anschlaegen-a-23c89578-ba99-44bf-b474-48c325281771\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Sicherheit bei internationalen Wettk\u00e4mpfen <\/a>. Sogar von der Angst vor einem zweiten Attentat wie bei <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/olympia\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Olympia<\/a> 1972 ist die Rede.<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Das Trauma von M\u00fcnchen besch\u00e4ftigt Israel bis heute. Zum einen weil dort elf Israelis ermordet wurden \u2013 dazu noch als Repr\u00e4sentanten des israelischen Stolzes. Von den Pal\u00e4stinensern und vor aller Welt. Der Staat Israel hatte sein Versprechen, Juden vor solchen Massakern zu sch\u00fctzen, nicht halten k\u00f6nnen. Das sitzt tief in der kollektiven Erinnerung. Und es verbindet das Olympia-Attentat auch mit dem 7. Oktober. Angesichts der aktuell sehr antiisraelischen Stimmung in der Welt ist es da eine akute Frage, wie Sicherheit bei Olympia und EM gew\u00e4hrleistet sein kann. Es gibt aber noch eine Parallele, weshalb der \u00dcberfall der Hamas <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/sport\/israels-sportler-im-krieg-zwischen-olympia-vorbereitung-und-angst-vor-anschlaegen-a-23c89578-ba99-44bf-b474-48c325281771\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Erinnerungen an M\u00fcnchen weckt <\/a>.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Welche?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Auch damals spielten die Geheimdienste eine wesentliche Rolle. Zun\u00e4chst, weil das Attentat nicht verhindert werden konnte. Aber auch als es im Nachgang um die Verfolgung und \u00bbEliminierung\u00ab der T\u00e4ter ging. Damals hat der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/mossad\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Mossad<\/a> \u00fcber Jahre die Drahtzieher auf der ganzen Welt verfolgt und ausgeschaltet. Das hat mit Sport wenig zu tun. Aber die Botschaft ist dieselbe: Wer uns so etwas antut, wird daf\u00fcr mit seinem Leben bezahlen.<\/p>\n<p><strong>SPIEGEL: <\/strong>Hat der Sport die Chance, nach dem Krieg zu einer Perspektive beizutragen?<\/p>\n<p><strong>Zimmermann: <\/strong>Der Sport kann eine Br\u00fccke sein. Er kann eine Pionierrolle \u00fcbernehmen f\u00fcr das Zusammenleben von Juden und Arabern. Aber es kann auch in genau die entgegengesetzte Richtung kippen. \u00dcber die Richtung wird die Politik bestimmen. Die Zukunft Israels wird davon abh\u00e4ngen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moshe Zimmermanns Leidenschaft f\u00e4llt sofort ins Auge: Hinter seinem Schreibtisch steht, gut sichtbar, ein F\u00e4hnchen des Hamburger SV, im Wohnzimmer f\u00fcllen W\u00e4lzer zur Fu\u00dfballgeschichte und dem j\u00fcdischen Sport im Nationalsozialismus<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":26297,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-26296","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26296","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=26296"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/26296\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/26297"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=26296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=26296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=26296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}