{"id":25903,"date":"2024-01-13T01:16:30","date_gmt":"2024-01-12T22:16:30","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/afd-geheimtreffen-rund-2000-menschen-demonstrieren-in-hamburg-gegen-rechts\/"},"modified":"2024-01-13T01:16:30","modified_gmt":"2024-01-12T22:16:30","slug":"afd-geheimtreffen-rund-2000-menschen-demonstrieren-in-hamburg-gegen-rechts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/afd-geheimtreffen-rund-2000-menschen-demonstrieren-in-hamburg-gegen-rechts\/","title":{"rendered":"AfD-Geheimtreffen: Rund 2000 Menschen demonstrieren in Hamburg gegen rechts"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Fr\u00fcher, vor vielen Jahren, hat Dieter Uhlig gegen Atomkraftwerke demonstriert. Danach sei er lange Zeit nicht mehr auf die Stra\u00dfe gegangen. An diesem nasskalten Freitagabend aber steht der 67-J\u00e4hrige vor der Parteizentrale der Hamburger <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/alternative_fuer_deutschland\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">AfD <\/a> und sagt: \u00bbDas alles ber\u00fchrt mich sehr.\u00ab <\/p>\n<p>Die Berichterstattung der vergangenen Tage habe ihn pers\u00f6nlich, gar k\u00f6rperlich betroffen gemacht. \u00bbIch habe das Gef\u00fchl, ich muss rausgehen, aktiv werden, ein Zeichen setzen. Ich will zeigen, dass es Leute gibt, die das nicht hinnehmen wollen.\u00ab<\/p>\n<p>Seit am Mittwoch erste Berichte \u00fcber ein mutma\u00dfliches Treffen von AfD-Politikern mit Rechtsextremen \u00f6ffentlich wurden, rufen B\u00fcndnisse in verschiedenen deutschen St\u00e4dten zu Kundgebungen auf. Die Veranstaltung in <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/hamburg\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Hamburg<\/a> scheint bundesweit bislang die gr\u00f6\u00dfte: Zwischen 1700 und 2500 Teilnehmende z\u00e4hlen Polizei und Veranstalter am Speersort in der Hamburger Innenstadt. Zweimal m\u00fcssen die Organisatoren den Lautsprechertransporter verr\u00fccken, weil immer mehr Menschen von der M\u00f6nckebergstra\u00dfe zur Kundgebung dr\u00e4ngen. Einige geh\u00f6ren zum \u00fcblichen Demopersonal, Vertreter von Antifa, Linkspartei, Jusos und den \u00bbOmas gegen rechts\u00ab etwa. Ab und an stimmen Einzelne \u00bbAlerta, Alerta, Antifaschista\u00ab-Rufe an, auch die Internationale schallt zwischenzeitlich \u00fcber den Platz.<\/p>\n<h3>Mit dem \u00bbMasterplan\u00ab der AfD nicht einverstanden<\/h3>\n<p>Doch viele andere sind ohne Fahnen oder Schilder gekommen. F\u00fcr manche, so wie Dieter Uhlig, ist es die erste Kundgebung seit vielen Jahren oder \u00fcberhaupt. Nach den Berichten der vergangenen Tage wollen sie zeigen, dass sie mit dem \u00bbMasterplan\u00ab der AfD nicht einverstanden sind \u2013 und vielleicht auch, dass die schweigende Mehrheit nicht l\u00e4nger schweigen wird.<\/p>\n<p>Inmitten der Menge, in der N\u00e4he des Lautsprecherwagens, stehen Fanny, 15, und Finja, 17. Seit f\u00fcnf Jahren gehen die beiden auf Demonstrationen, wie sie sagen, vor allem zu Fridays for Future. Die Kundgebung heute ist ihre erste Demo gegen rechts.<\/p>\n<p>\u00bbWenn wir nichts machen, sind irgendwann Rechte an der Macht\u00ab, sagt Fanny. \u00bbDeshalb ist es wichtig, dass wir jetzt laut sind, dass wir zeigen: Wir sind hier. Wenn alle denken: \u203aEs ist kalt, ich w\u00e4re lieber zu Hause, irgendjemand geht schon hin\u2039, dann geht niemand auf die Stra\u00dfe.\u00ab<\/p>\n<p>Finja: \u00bbIch habe Angst vor einem Rechtsruck. Wenn irgendwann etwas passiert, will ich wissen, dass ich auf der richtigen Seite der Geschichte gestanden habe.\u00ab <\/p>\n<p>Fanny: \u00bbJa, ich will es versucht haben.\u00ab<\/p>\n<p>Finja: \u00bbVor allem, weil wir noch nicht w\u00e4hlen d\u00fcrfen.\u00ab<\/p>\n<h3>\u00bbMan kann nicht immer nur etwas auf Instagram teilen\u00ab<\/h3>\n<p>\u00dcberrascht habe sie die Correctiv-Recherche nicht, sagen die Sch\u00fclerinnen. \u00bbIch habe erwartet, dass so etwas passiert\u00ab, so Finja. Fanny erg\u00e4nzt: \u00bbIch bin \u00fcberrascht, dass es jetzt erst rauskam.\u00ab<\/p>\n<p>Die Hamburger AfD distanziert sich mittlerweile von dem Treffen in Potsdam, bei dem AfD-Politiker gemeinsam mit Rechtsextremen beraten haben sollen, wie sie sie Menschen mit Migrationshintergrund massenhaft aus Deutschland abschieben oder verdr\u00e4ngen k\u00f6nnen \u2013 auch deutsche Staatsb\u00fcrger. Im NDR Hamburg Journal verk\u00fcndete Landes- und Fraktionschef Dirk Nockemann am Donnerstagabend: \u00bbF\u00fcr mich ist es komplett irrsinnig, zu einer Veranstaltung zu gehen, auf der jemand spricht, der wie Herr Sellner eben \u2013 ich sag\u2019 mal \u2013 bestimmte Volksbegriffe vertritt, das ist f\u00fcr mich indiskutabel.\u00ab<\/p>\n<p>F\u00fcr die Demonstranten vor der Parteizentrale macht das jedoch keinen Unterschied. \u00bbGanz Hamburg hasst die AfD\u00ab, skandiert die Menge immer wieder, und: \u00bbNazis raus\u00ab. Am Rand der Veranstaltung, direkt vor der abgesperrten und polizeilich gesicherten AfD-Parteizentrale, stehen Johanna Pinkepank, 38, und Andr\u00e9 Hofmeister, 47. \u00bbEs braucht schon eine gewisse Brisanz, um mich auf die Stra\u00dfe zu bringen\u00ab, sagt Hofmeister, der seine f\u00fcnfj\u00e4hrige Tochter auf den Schultern tr\u00e4gt. \u00bbAber wenn wir das jetzt unkommentiert lassen, erweckt das den Eindruck, als interessiere es niemanden. Wir m\u00fcssen das Signal setzen: Das geht mit uns nicht. Und zeigen, dass weite Teile der Bev\u00f6lkerung nicht mitmachen.\u00ab<\/p>\n<p>Dass es drau\u00dfen nur vier Grad hat und der Boden voller Schnee und Eis ist, spielt f\u00fcr die beiden keine Rolle. \u00bbMan kann nicht immer nur etwas auf Instagram teilen, auch wenn das bequem und schnell geht. Man muss wirklich etwas tun\u00ab, sagt Pinkepank. Hofmeister erg\u00e4nzt: \u00bbJetzt hat man vielleicht noch die M\u00f6glichkeit, mit ein bisschen Unbequemlichkeit etwas zu \u00e4ndern. In zehn Jahren aber kommt man vielleicht in den Knast oder wird ausgewiesen.\u00ab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fr\u00fcher, vor vielen Jahren, hat Dieter Uhlig gegen Atomkraftwerke demonstriert. Danach sei er lange Zeit nicht mehr auf die Stra\u00dfe gegangen. 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