{"id":2588,"date":"2020-09-16T19:59:16","date_gmt":"2020-09-16T16:59:16","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/waldbrande-in-den-usa-und-klimakrise-die-katastrophe-ist-da\/"},"modified":"2020-09-16T19:59:16","modified_gmt":"2020-09-16T16:59:16","slug":"waldbrande-in-den-usa-und-klimakrise-die-katastrophe-ist-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/waldbrande-in-den-usa-und-klimakrise-die-katastrophe-ist-da\/","title":{"rendered":"Waldbr\u00e4nde in den USA und Klimakrise: Die Katastrophe ist da"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/6eee9e26-e2fa-4ec1-9f3d-5f7af1994602_w948_r1.77_fpx50_fpy62_fd90.91.jpg\" title=\"Br\u00e4nde in Kalifornien am 9. September: Schon im Jahr 2070 k\u00f6nnten weltweit 3,5 Milliarden Menschen in Gebieten wohnen, in denen so hohe Temperaturen herrschen, dass ein \u00dcberleben kaum m\u00f6glich ist\" alt=\"Br\u00e4nde in Kalifornien am 9. September: Schon im Jahr 2070 k\u00f6nnten weltweit 3,5 Milliarden Menschen in Gebieten wohnen, in denen so hohe Temperaturen herrschen, dass ein \u00dcberleben kaum m\u00f6glich ist\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p>Br\u00e4nde in Kalifornien am 9. September: Schon im Jahr 2070 k\u00f6nnten weltweit 3,5 Milliarden Menschen in Gebieten wohnen, in denen so hohe Temperaturen herrschen, dass ein \u00dcberleben kaum m\u00f6glich ist<\/p>\n<p>  Foto:\u2002<\/p>\n<p>Philip Pacheco \/ Getty Images<\/p>\n<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Inferno an der US-Westk\u00fcste schafft, was Greta Thunberg nicht konnte: Die damals 16-J\u00e4hrige wollte die Welt mit Angst und Schrecken \u00fcberziehen, knapp 20 Monate ist das jetzt her: Die Konzernbosse auf dem Weltwirtschaftsgipfel, die Regierenden, wir alle sollten wegen des Klimawandels &quot;in Panik geraten&quot;, forderte sie in Davos. Doch die Furcht, die sich Thunberg w\u00fcnschte, lassen sich die Verantwortlichen auch ein Jahr sp\u00e4ter nicht anmerken. Nicht einmal Sorge um die Zukunft kann man aus dem Umgang der gro\u00dfen Mehrheit der Staatschefs mit der Krise herauslesen &#8211; billigende Inkaufnahme des Weltuntergangs.<\/p>\n<p>Die Folgenlosigkeit emotionaler wie sachlicher Appelle zur L\u00f6sung der Menschheitsherausforderung besch\u00e4ftigt Aktivisten und Wissenschaftler seit Jahrzehnten. Mindestens seit den Achtzigerjahren versuchen sie Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken, das man nicht sehen, f\u00fchlen oder schmecken kann. Das nicht unmittelbar krank macht, weder gut noch schlecht ist. Als Klima im engeren Sinne definiert der Weltklimarat IPCC &quot;das durchschnittliche Wetter, oder genauer die statistische Beschreibung in Form von Durchschnitt und Variabilit\u00e4t relevanter Gr\u00f6\u00dfen \u00fcber eine Zeitspanne&quot;. Doch vor der langfristigen Ver\u00e4nderung statistischer Mittelwerte hat niemand Angst.<\/p>\n<p>Die Br\u00e4nde von Kalifornien, Oregon, Washington haben das Potenzial, das gr\u00f6\u00dfte Hemmnis bei der Bek\u00e4mpfung der Klimakrise aus dem Weg zu r\u00e4umen: ihre Unsichtbarkeit. Die Erderw\u00e4rmung zeigt ihr Gesicht &#8211; es ist eine Fratze. Sie lugte schon hervor bei der europ\u00e4ischen Hitzewelle im vergangenen Jahr und war zu sehen bei den verheerenden Feuern in Australien.<\/p>\n<h3>Der m\u00e4chtigste Mann der Welt und die gr\u00f6\u00dfte Krise der Menschheit treffen aufeinander<\/h3>\n<p>Warum entfachen die Bilder von der US-Westk\u00fcste eine gr\u00f6\u00dfere Wirkung als die vielen klimabezogenen Extremwettereignisse etwa in Afrika? Vielleicht weil viel zu wenig dar\u00fcber berichtet wird. Vielleicht aber auch, weil eine Katastrophe dieses Ausma\u00dfes in einer westlichen, demokratischen Industrienation mit freier Presse &#8211; erst recht in Wahlkampfzeiten &#8211; eine breite Debatte \u00fcber ihre Ursachen provoziert? Vielleicht weil der m\u00e4chtigste Mann der Welt und die gr\u00f6\u00dfte Krise aufeinandertreffen und weltweit Schlagzeilen machen?<\/p>\n<p>&quot;Das ist ein klarer Indikator f\u00fcr den Klimawandel&quot;, sagte etwa Kate Brown, Gouverneurin des besonders betroffenen Bundesstaates Oregon. &quot;Es ist ein Weckruf f\u00fcr uns alle, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun m\u00fcssen, um den Klimawandel zu bek\u00e4mpfen.&quot; 500.000 Hektar Land seien in Oregon in den vergangenen zehn Jahren verbrannt &#8211; doch eine Million Hektar nur in der vergangenen Woche, so Brown. Wie ein riesiger L\u00f6tkolben brenne sich der Klimawandel gerade \u00fcber den Westen der USA, kommentiert der Gouverneur von Washington State, Jay Inslee. Dabei geht die Brandsaison noch bis November, der H\u00f6hepunkt d\u00fcrfte also noch nicht erreicht sein.<\/p>\n<p>Zehntausende in Kalifornien erleben nun auf tragische Weise hautnah, wie der Brandbeschleuniger Klimawandel ihre Heimat unbewohnbar macht. Die Wissenschaft ist in der Erforschung dieses weltweiten Ph\u00e4nomens l\u00e4ngst weiter, doch weil \u00fcber viele Jahre der Bezugspunkt zur Realit\u00e4t, die Bilder und die wahren Begebenheiten fehlten, setzen sich Forscher mit Prognosen zu Nachrichten wie diesen immer wieder dem Vorwurf von Alarmismus aus.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr jedes Einzelereignis gilt, greift auch hier: Kein Feuer wurde unmittelbar durch die h\u00f6here CO\u2082-Konzentration in der Atmosph\u00e4re entfacht, doch der Klimawandel schafft oder versch\u00e4rft immer sichtbarer Bedingungen f\u00fcr ihr Entstehen. Dass Waldbrandrisiken durch den Klimawandel generell steigen, zeigt etwa der Bericht des Weltklimarats zu den Landgebieten der Erde. Schon unterhalb von einem Grad Erw\u00e4rmung dehnt sich demnach &quot;mit hoher Konfidenz&quot; die Waldbrandsaison aus.<\/p>\n<h3>Aus Modellen, Statistiken und Prognosen werden nun Br\u00e4nde, Fluten und St\u00fcrme<\/h3>\n<p>Der IPCC hat au\u00dferdem dokumentiert, dass schon heute D\u00fcrrephasen gerade in ohnehin niederschlagsarmen Gebieten wie dem Mittelmeerraum oder Kalifornien zunehmen. Weite Teile der westlichen USA erlebten in diesem Jahr Rekordhitze, in Kalifornien wurde der hei\u00dfeste August seit Beginn der Aufzeichnungen gemessen. Hinzu kam extreme Trockenheit in den von den Br\u00e4nden betroffenen Bundesstaaten. &quot;Die Brandsaison in Kalifornien hat sich um 75 Tage verl\u00e4ngert&quot;, sagt Lynnette Round, Sprecherin des Kalifornischen Ministeriums f\u00fcr Forstwirtschaft und Brandschutz. &quot;Unsere Sommer sind l\u00e4nger, was mehr Trockenheit bedeutet und uns anf\u00e4lliger f\u00fcr Br\u00e4nde macht.&quot;<\/p>\n<p>In den letzten Jahren sind wir in eine neue Phase der Klimakrise eingetreten. Schon heute hat sich die Erde weltweit um mehr als ein Grad Celsius gegen\u00fcber vorindustrieller Zeit erw\u00e4rmt, aus Modellen, Statistiken und Prognosen werden nun Br\u00e4nde, Fluten und St\u00fcrme. Stoppen wir die CO\u2082-Verklappung in der Atmosph\u00e4re nicht schnell, k\u00f6nnten schon im Jahr 2070 rund 3,5 Milliarden Menschen in Gebieten wohnen, in denen so hohe Durchschnittstemperaturen herrschen, dass ein \u00dcberleben kaum m\u00f6glich ist &#8211; bei einer erwarteten Weltbev\u00f6lkerung von 10 Milliarden Menschen w\u00fcrde das rund ein Drittel der Weltbev\u00f6lkerung betreffen.<\/p>\n<p>Es ist eine gewaltige Aufgabe, zu verhindern, dass die Dystopie in die Realit\u00e4t schwappt. Wirtschaft, Politik, ganze Gesellschaften und jeder Einzelne m\u00fcssen sich \u00e4ndern. Doch beginnen k\u00f6nnten wir mit dem Naheliegenden. Der Internationale W\u00e4hrungsfonds sch\u00e4tzt, dass Regierungen die Nutzung fossiler Brennstoffe allein 2015 direkt und indirekt mit sagenhaften 4700 Milliarden Euro subventioniert haben. Die Stromversorgung des Planeten bis 2050 weitgehend auf erneuerbare Energien umzustellen, w\u00fcrde laut der Internationalen Agentur f\u00fcr Erneuerbare Energien allerdings nur mit rund 405 Milliarden Euro j\u00e4hrlich zu Buche schlagen. Die M\u00e4chtigen der Welt m\u00fcssen nicht in Panik verfallen, nur mit k\u00fchlem Kopf das Richtige tun. So zynisch das klingt, vielleicht kann diese Katastrophe dabei helfen.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Br\u00e4nde in Kalifornien am 9. September: Schon im Jahr 2070 k\u00f6nnten weltweit 3,5 Milliarden Menschen in Gebieten wohnen, in denen so hohe Temperaturen herrschen, dass ein \u00dcberleben kaum m\u00f6glich ist Foto:\u2002 Philip Pacheco \/ Getty Images Das Inferno an der US-Westk\u00fcste schafft, was Greta Thunberg nicht konnte: Die damals 16-J\u00e4hrige wollte die Welt [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2589,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2588","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2588","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2588"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2588\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2589"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2588"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2588"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2588"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}