{"id":25843,"date":"2024-01-10T10:36:53","date_gmt":"2024-01-10T07:36:53","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/bitcoin-falschmeldung-nach-hack-von-x-konto-der-us-borsenaufsicht-sec\/"},"modified":"2024-01-10T10:36:53","modified_gmt":"2024-01-10T07:36:53","slug":"bitcoin-falschmeldung-nach-hack-von-x-konto-der-us-borsenaufsicht-sec","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/bitcoin-falschmeldung-nach-hack-von-x-konto-der-us-borsenaufsicht-sec\/","title":{"rendered":"Bitcoin-Falschmeldung nach Hack von X-Konto der US-B\u00f6rsenaufsicht SEC"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Widerspr\u00fcchliche Mitteilungen zur Zulassung von b\u00f6rsengehandelten Bitcoin-Fonds (ETF) in den USA haben die Kryptobranche in Aufruhr versetzt. Am Dienstagabend hie\u00df es zun\u00e4chst in einer angeblichen Mitteilung auf der Kurznachrichtenplattform X, die US-B\u00f6rsenaufsicht <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/united_states_securities_and_exchange_commission\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">SEC<\/a> habe die Notierung solcher Fonds genehmigt.<\/p>\n<p>Eine solche Zulassung gilt als Meilenstein f\u00fcr das Kryptogeld. Denn Verm\u00f6gensverwalter, Pensionskassen oder Privatanleger in den USA k\u00f6nnten dann einfach \u00fcber ihr regul\u00e4res Aktiendepot in die W\u00e4hrung investieren \u2013 ohne sich erst selbst an einer Kryptob\u00f6rse zu registrieren oder ein sogenanntes Kryptowallet einzurichten.<\/p>\n<p>Etwa eine halbe Stunde war die Nachricht in der Welt \u2013 dann wurde der X-Beitrag wieder gel\u00f6scht. Und der Chef der Aufsichtsbeh\u00f6rde schrieb, die Meldung sei falsch. <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/hacker\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Hacker<\/a> h\u00e4tten das offizielle SEC-Nutzerkonto gekapert und die Nachricht abgesetzt, hie\u00df es nun.<\/p>\n<p>Der Kurs der \u00e4ltesten und bekanntesten Digitalw\u00e4hrung sprang durch die Falschmeldung zun\u00e4chst nach oben. Auf der Handelsplattform Coinbase stieg er zun\u00e4chst bis auf etwa 47.900 Dollar \u2013 und fiel dann rasch wieder. Zuletzt bewegte sich der Kurs bei etwa 46.000 Dollar. Ein m\u00f6gliches Motiv hinter dem Hack ist eine gezielte Kursmanipulation, um abzukassieren.<\/p>\n<p>Die Kurznachrichtenplattform X best\u00e4tigte den Hack sp\u00e4ter. X zufolge konnte das SEC-Profil gekapert werden, weil jemand sich Zugriff auf die damit verkn\u00fcpfte Telefonnummer verschafft habe. Der SEC-Account sei zudem zum Zeitpunkt des Hacks nicht mit der sogenannten Zwei-Faktor-Authentifizierung gesch\u00fctzt gewesen, die es viel schwieriger gemacht h\u00e4tte, ihn zu kapern.<\/p>\n<p>Bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung m\u00fcssen sich Nutzer bei der Anmeldung doppelt identifizieren. Sie melden sich zum Beispiel am station\u00e4ren Computer mit ihrem Passwort an und erhalten zus\u00e4tzlich eine SMS mit einem zuf\u00e4llig generierten Code aufs Handy \u2013 den sie dann ebenfalls auf dem Computer eingeben m\u00fcssen. <\/p>\n<h3>\u00bbMassive M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Desinformation\u00ab<\/h3>\n<p>Der Hack wirft zum wiederholten Mal Fragen \u00fcber die Datensicherheit der Plattform X auf. Wenn man einfach das SEC-Konto \u00fcbernehmen und m\u00f6glicherweise den Bitcoin-Wert beeinflussen k\u00f6nne, dann biete das \u00bbmassive M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Desinformation\u00ab, sagte Austin Berglas, ein ehemaliger Cybersicherheitsexperte des FBI, der inzwischen f\u00fcr die Sicherheitsfirma BlueVoyant arbeitet.<\/p>\n<p>Der SEC-Hack ist schon die zweite Manipulation in kurzer Zeit. Erst vor wenigen Tagen war auch der X-Account der IT-Sicherheitsfirma Mandiant gekapert worden, um Werbung f\u00fcr betr\u00fcgerische Krypto-Angebote zu machen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hat es solche Hacks auf der Plattform immer wieder gegeben. Schon vor ihrer \u00dcbernahme durch Elon Musk und der Umbenennung in X k\u00e4mpfte Twitter mit Sicherheitsproblemen.<\/p>\n<p>2020 etwa brach ein Teenager in das interne Computernetzwerk von Twitter ein und erlangte die Kontrolle \u00fcber Dutzende hochkar\u00e4tiger Konten, darunter die des ehemaligen Pr\u00e4sidenten Barack Obama. Und auch von Elon Musk.<\/p>\n<p>2022 wandte sich der ehemalige Sicherheitschef von Twitter, Peiter Zatko, \u00f6ffentlich gegen das Unternehmen, und sprach von ernsten Sicherheitsm\u00e4ngeln. Er sah in diesen eine Gef\u00e4hrdung der nationalen Sicherheit.<\/p>\n<p>Musk dagegen preist die Sicherheitsarchitektur des Unternehmens an, seit er es im Oktober 2022 \u00fcbernommen hat. Aber ehemalige Mitarbeiter sagen, dass sie sich zuletzt verschlechtert habe. Der Manager habe das Budget f\u00fcr Sicherheit um 50 Prozent gek\u00fcrzt und wolle Programme zur Aufdeckung von digitalen Schwachstellen abschaffen, sagte Alan Rosa, ehemaliger IT-Sicherheitschef bei X im Dezember. Rosa hatte seinerzeit gegen seine Entlassung geklagt. Musk hatte ihn nach eigenen Angaben gefeuert, weil er sich gegen solche Budgetk\u00fcrzungen ausgesprochen hatte.<\/p>\n<h3>Umstrittene SEC-Entscheidung<\/h3>\n<p>Die SEC-Entscheidung zu den Bitcoin-ETF k\u00f6nnte nun vertagt werden, mutma\u00dfen B\u00f6rsenexperten. Eigentlich war in dieser Woche mit einem Beschluss gerechnet worden. So hatten mehrere Anbieter die Zulassung solcher Fonds beantragt. Die Frist zur Entscheidung \u00fcber zumindest einen davon l\u00e4uft diese Woche ab. Es wurde spekuliert, dass die SEC das als Anlass f\u00fcr eine grunds\u00e4tzliche Entscheidung nehmen wollte.<\/p>\n<p>Die US-B\u00f6rsenaufsicht hat einen finalen Beschluss allerdings schon mehrfach vertagt. Sie warnt regelm\u00e4\u00dfig vor Risiken von Krypto-Angeboten und setzt sich f\u00fcr eine strikte Regulierung des Marktes ein. Anbieter von US-Finanzprodukten versuchen schon seit Jahren eine Genehmigung f\u00fcr Bitcoin-ETF in den USA zu erhalten.<\/p>\n<p>Der Kurs der Digitalw\u00e4hrung war wegen der erwarteten SEC-Entscheidung zuletzt dennoch gestiegen. Seit Mitte Oktober hat er in der Spitze um <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/bitcoin-kurs-ueberspringt-marke-von-45-000-dollar-angesichts-von-etf-spekulationen-a-79310c3a-2362-4868-8494-1160b37cb7bb\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">rund 76 Prozent<\/a> zugelegt.<\/p>\n<p>In Europa w\u00e4ren solche ETF <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/wirtschaft\/service\/bitcoin-etf-worum-es-bei-dem-hype-wirklich-geht-a-f4999240-1a6d-46b8-b6cd-6fec597eb29b\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">gar nicht m\u00f6glich<\/a>. Denn Indexfonds m\u00fcssen ihr Verm\u00f6gen hierzulande streuen. Dass ein ETF nur in einen einzigen Basiswert \u2013 also etwa in den Bitcoin \u2013 investiert, ist nach europ\u00e4ischen Regeln nicht vorgesehen.<\/p>\n<p>Wer \u00fcber die regul\u00e4re B\u00f6rse in den Bitcoin investieren m\u00f6chte, kann das in Deutschland mit sogenannten Exchange Traded Notes (ETN) machen. Allerdings sind die Geb\u00fchren hier in der Regel h\u00f6her \u2013 und obendrein z\u00e4hlt die Anlage, anders als beim Bitcoin, nicht als Sonderverm\u00f6gen. Das bedeutet, dass Anleger bei einer Pleite des Anbieters bef\u00fcrchten m\u00fcssen, ihr Kapital zu verlieren, w\u00e4hrend es bei einer ETF-Anlage als Sonderverm\u00f6gen gesch\u00fctzt ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Widerspr\u00fcchliche Mitteilungen zur Zulassung von b\u00f6rsengehandelten Bitcoin-Fonds (ETF) in den USA haben die Kryptobranche in Aufruhr versetzt. 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