{"id":25781,"date":"2024-01-07T17:46:29","date_gmt":"2024-01-07T14:46:29","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/tarifstreit-gdl-beendet-weihnachtsfrieden-neue-streiks-drohen\/"},"modified":"2024-01-07T17:46:29","modified_gmt":"2024-01-07T14:46:29","slug":"tarifstreit-gdl-beendet-weihnachtsfrieden-neue-streiks-drohen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/tarifstreit-gdl-beendet-weihnachtsfrieden-neue-streiks-drohen\/","title":{"rendered":"Tarifstreit: GDL beendet \u00bbWeihnachtsfrieden\u00ab \u2013 neue Streiks drohen"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die Ungewissheit auf der Schiene geht f\u00fcr Fahrg\u00e4ste ab diesem Montag wieder los. Dann endet der selbst auferlegte \u00bbWeihnachtsfrieden\u00ab der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivf\u00fchrer (<a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/gdl\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">GDL<\/a>) im Tarifkonflikt mit der <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/deutsche_bahn\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Deutschen Bahn<\/a> und anderen Unternehmen. Streiks sind damit ab Wochenbeginn wieder m\u00f6glich. Nach der erfolgreichen Urabstimmung der GDL unter ihren Mitgliedern in der Vorweihnachtszeit k\u00f6nnten Ausst\u00e4nde zudem deutlich l\u00e4nger dauern als zuletzt. Rund 97 Prozent der Teilnehmer hatten sich f\u00fcr unbefristete Streiks ausgesprochen.<\/p>\n<h3>Wohl keine Streiks zumindest bis Mittwoch<\/h3>\n<p>Zumindest am Montag und Dienstag d\u00fcrfte der Zugverkehr in Deutschland aber wie gewohnt rollen. Eine wichtige Tagung des Deutschen Beamtenbunds (dbb), in dem die GDL Mitglied ist, soll laut dbb-Chef Ulrich Silberbach nicht von Arbeitsk\u00e4mpfen bei der Bahn gef\u00e4hrdet werden. \u00bbIch habe mit <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/thema\/claus_weselsky\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Claus Weselsky<\/a> schon vor Weihnachten verabredet, dass w\u00e4hrend der Tagung in K\u00f6ln keine Streiks stattfinden werden\u00ab, sagte Silberbach vor wenigen Tagen dem \u00bbK\u00f6lner Stadt-Anzeiger\u00ab. \u00bbDie An- und Abreise ist sichergestellt. Was danach passiert, liegt nicht mehr in meiner Hand.\u00ab<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens ab Mittwoch ist also jederzeit mit Streiks auf der Schiene zu rechnen. Zumal eine Ann\u00e4herung beider Seiten in der Tarifauseinandersetzung derzeit nicht absehbar ist. Zwar hatte die Bahn ihr bisheriges Angebot am Freitag noch einmal erweitert. Dabei griff sie erstmals eine von der GDL geforderte Arbeitszeitreduzierung auf. Von dem ebenfalls geforderten vollen Lohnausgleich will Konzern-Personalvorstand Martin Seiler aber weiterhin nichts wissen.<\/p>\n<h3>Streitpunkt k\u00fcrzere Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich<\/h3>\n<p>Kernforderung der GDL ist eine Absenkung der Arbeitszeit f\u00fcr Schichtarbeiter von 38 auf 35 Wochenstunden ohne Lohneinbu\u00dfen. Mit zwei kleineren Bahnunternehmen, Netinera und Go Ahead, hat die GDL eine solche Vereinbarung bereits getroffen. Sie will nach Worten von Gewerkschaftschef Claus Weselsky diese Ergebnisse als Muster in der gesamten Branche durchsetzen. \u00bbWir haben uns verpflichtet, vergleichbare Abschl\u00fcsse im Markt zu erzielen\u00ab, sagte er vor wenigen Wochen. \u00bbWir werden nicht lockerlassen.\u00ab<\/p>\n<p>Die Bahn hatte am vergangenen Freitag vorgeschlagen, bestehende Wahlmodelle bei der Arbeitszeit auszuweiten. Bisher k\u00f6nnen sich Besch\u00e4ftigte entscheiden, ob sie etwa mehr Geld, mehr Urlaub oder weniger Wochenarbeitstage haben wollen. Sie k\u00f6nnten etwa von 39 auf 37 Wochenstunden verringern, bek\u00e4men daf\u00fcr aber 5,7 Prozent weniger Lohn. Die Bahn bietet nun an, die Wochenarbeitszeit in diesem Modus auf bis zu 35 Stunden reduzieren zu k\u00f6nnen. Wer m\u00f6chte, k\u00f6nnte zudem f\u00fcr etwas mehr Geld auch bis zu 40 Stunden pro Woche arbeiten.<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr k\u00fcrzere Arbeitszeiten entscheide, m\u00fcsse daf\u00fcr aber Abstriche bei einer tariflich vereinbarten Lohnerh\u00f6hung machen, betonte Seiler. Den von der GDL geforderten vollen Lohnausgleich lehnt der Konzern damit weiterhin ab.<\/p>\n<h3>Juristische Auseinandersetzung um Fairtrain<\/h3>\n<p>Versch\u00e4rft wird der Konflikt zudem durch eine Klage der Bahn vor dem Landesarbeitsgericht Hessen. Die hatte das Unternehmen am vergangenen Dienstag eingereicht. Die Bahn geht mit der Feststellungsklage gegen die Genossenschaft Fairtrain vor, die die GDL im Sommer gegr\u00fcndet hatte. Ziel der Leihfirma ist es laut Weselsky, Lokf\u00fchrer von der Bahn abzuwerben und sie zu eigenen Tarifbedingungen an Eisenbahnunternehmen zu verleihen. Die Bahn sieht darin einen Interessenkonflikt und stellt die Tariff\u00e4higkeit der GDL infrage, die aus Sicht des Konzerns nun sowohl als Arbeitgeber als auch als Gewerkschaft auftritt.<\/p>\n<p>In dem Rechtsstreit geht es nur am Rande um konkrete Fragen aus dem Tarifstreit. Streiks verhindern kann die Bahn damit ohnehin nicht. Doch er k\u00f6nnte Auswirkungen haben auf einen k\u00fcnftigen Tarifabschluss, den die Bahn weiterhin mit der GDL anstrebt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ungewissheit auf der Schiene geht f\u00fcr Fahrg\u00e4ste ab diesem Montag wieder los. 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