{"id":2552,"date":"2020-09-15T05:26:10","date_gmt":"2020-09-15T02:26:10","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/garmisch-partenkirchen-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-frau-nach-corona-ausbruch\/"},"modified":"2020-09-15T05:26:10","modified_gmt":"2020-09-15T02:26:10","slug":"garmisch-partenkirchen-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-frau-nach-corona-ausbruch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/garmisch-partenkirchen-staatsanwaltschaft-ermittelt-gegen-frau-nach-corona-ausbruch\/","title":{"rendered":"Garmisch-Partenkirchen: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Frau nach Corona-Ausbruch"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/63c14d6c-b3f9-4054-a62d-1e01e58b40e4_w948_r1.77_fpx50_fpy70.jpg\" title=\"Schlange vor dem Corona-Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen\" alt=\"Schlange vor dem Corona-Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Schlange vor dem Corona-Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen<\/p>\n<p>  Foto:\u2002Lino Mirgeler \/ dpa  <\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Kneipenbesuch, zahlreiche Ansteckungen. Eine infizierte Person, die das Virus an Dutzende Menschen weitergibt &#8211; sogenannte Superspreader sind in der Corona-Pandemie besonders gef\u00fcrchtet. Sie k\u00f6nnen das Infektionsgeschehen dramatisch beschleunigen und stellen die Gesundheitsbeh\u00f6rden vor gro\u00dfe Herausforderungen. Nun ist es in Garmisch-Partenkirchen zu einem Anstieg der Fallzahlen gekommen, der laut dem zust\u00e4ndigen Landratsamt vermutlich auf eine solche Konstellation zur\u00fcckzuf\u00fchren ist.<\/p>\n<p>Eine 26-j\u00e4hrige US-Amerikanerin hatte sich vergangenen Montag mit Covid-19-Symptomen testen lassen und war laut Landratsamt trotz Quarant\u00e4neaufforderung am Dienstag durch das \u00f6rtliche Nachtleben gezogen &#8211; das Ergebnis ihres Tests stand zu dem Zeitpunkt noch nicht fest. Einen Tag sp\u00e4ter wurde es der Frau mitgeteilt: positiv. Mehrere Menschen soll sie in der Zwischenzeit angesteckt haben.<\/p>\n<p>Das hat Konsequenzen f\u00fcr den ganzen Ort &#8211; und wom\u00f6glich auch f\u00fcr die Frau pers\u00f6nlich. In Bayern k\u00f6nnen bei Verst\u00f6\u00dfen gegen Quarant\u00e4neauflagen Bu\u00dfgelder von bis zu 2000 Euro verh\u00e4ngt werden. Au\u00dferdem hat die Staatsanwaltschaft M\u00fcnchen II ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau eingeleitet, wie der Sprecher der zust\u00e4ndigen Polizeidirektion Oberbayern S\u00fcd in Rosenheim best\u00e4tigt. Es gehe um den Vorwurf der fahrl\u00e4ssigen K\u00f6rperverletzung. Die Ermittlungen f\u00fchre die Kriminalpolizei in Garmisch-Partenkirchen. Zudem seien mehrere Strafanzeigen eingegangen.<\/p>\n<p>Das Landratsamt Garmisch rief vor allem Menschen zwischen 18 und 35 Jahren auf, sich testen zu lassen, da diese besonders von den Neuinfektionen betroffen seien. Auch Menschen, die am vergangenen Dienstag oder an den Tagen zuvor in Bars der Stadt waren, sollten sich mit dem Gesundheitsamt in Verbindung setzen. Mehr als 700 Menschen lie\u00dfen sich dem Landratsamt zufolge bereits am Wochenende testen.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse dieser Tests stehen noch aus, sie werden am Montag und Dienstag erwartet. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 55 F\u00e4llen pro 100.000 Einwohnern und damit \u00fcber dem Grenzwert von 50. Wird diese Marke \u00fcberschritten, k\u00f6nnen Landkreise in Deutschland das \u00f6ffentliche Leben st\u00e4rker einschr\u00e4nken.<\/p>\n<h3>Bars und Restaurants m\u00fcssen um 22 Uhr schlie\u00dfen<\/h3>\n<p>Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen hatte bereits am Freitag verf\u00fcgt, dass alle Bars und Restaurants eine Woche lang um 22 Uhr schlie\u00dfen m\u00fcssen, f\u00fcr Privatveranstaltungen gilt nun eine Obergrenze von 50 Personen in geschlossenen R\u00e4umen und 100 Personen unter freiem Himmel. An \u00f6ffentlichen Orten und in Gastronomiebetrieben d\u00fcrfen sich nur noch Gruppen mit nicht mehr als f\u00fcnf Menschen aufhalten.<\/p>\n<p>&quot;Wir m\u00fcssen jetzt schauen, wie sich die Zahlen entwickeln und diese interpretieren&quot;, sagte Stephan Scharf, der Sprecher des Landratsamts, zur Frage nach m\u00f6glichen weiteren Ma\u00dfnahmen. Er warnte vor einer Vorverurteilung der 26-J\u00e4hrigen, eine genaue Pr\u00fcfung der Infektionsketten stehe noch aus und sei wom\u00f6glich nicht vollst\u00e4ndig m\u00f6glich. Der Fall erregt jedoch bereits die Gem\u00fcter auf der h\u00f6chsten Ebene der bayerischen Staatskanzlei.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Markus S\u00f6der sagte nach einer Kabinettssitzung in M\u00fcnchen am Montag: &quot;Garmisch-Partenkirchen ist ein Musterfall f\u00fcr Unvernunft.&quot; S\u00f6der weiter: &quot;Dieser Leichtsinn muss auch Konsequenzen haben.&quot; Nach genauer Pr\u00fcfung seien &quot;hohe Geldstrafen&quot; m\u00f6glich, so S\u00f6der, auch als &quot;Signal&quot;.<\/p>\n<p>Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte dem &quot;M\u00fcnchner Merkur&quot;, die Frau m\u00fcsse &quot;mit einem empfindlichen Bu\u00dfgeld rechnen&quot;, sollte sich best\u00e4tigen, dass sie &quot;bewusst&quot; und &quot;trotz eindeutiger Corona-Symptome&quot; die Quarant\u00e4ne ignoriert hat. Gegen die &quot;R\u00fccksichtslosigkeit&quot; sollte &quot;ein klares Signal und ein mahnendes Beispiel gesetzt werden&quot;.<\/p>\n<h3>&quot;Sie h\u00e4tte es wissen k\u00f6nnen, weil sie Symptome gehabt hat&quot;<\/h3>\n<p>Wenn sich die zeitlichen Abl\u00e4ufe in Garmisch so best\u00e4tigen, passt der Fall nicht in die Serie von Pannen an bayerischen Autobahnen und Flugh\u00e4fen, wo die Betreiber der Teststationen Getestete erst mit gro\u00dfer Versp\u00e4tung oder gar nicht informiert hatten. Wo genau die junge Frau sich angesteckt hat, ist unklar. Eventuell infizierte sie sich w\u00e4hrend eines Urlaubs in Griechenland, aus dem sie Ende August an ihren Arbeitsort Garmisch zur\u00fcckkehrte. Wom\u00f6glich steckte sie sich aber auch erst in Deutschland an. Fest stehe jedoch: &quot;Die war infiziert, sie h\u00e4tte es wissen k\u00f6nnen, weil sie Symptome gehabt hat&quot;, sagt Scharf.<\/p>\n<p>Nach den Massentests am Wochenende ziehen nun erste Betriebe des Ferienorts Konsequenzen &#8211; so auch die Arbeitsstelle der 26-J\u00e4hrigen. Die Frau ist im &quot;Edelweiss Lodge and Resort&quot; angestellt, einer Einrichtung der US-Streitkr\u00e4fte. Dort k\u00f6nnen Milit\u00e4rs und ihre Angeh\u00f6rigen urlauben, abgeschirmt durch eine Sicherheitsschleuse. Das Resort ist vom heutigen Montag an f\u00fcr zwei Wochen geschlossen.<\/p>\n<p>Mehrere Mitarbeiter seien positiv getestet worden, hei\u00dft es auf der Website. Mediziner der US-Armee testeten nun selbst, man halte die deutschen Beh\u00f6rden informiert. Wer das Resort ab dem 3. September besucht hat, solle auf m\u00f6gliche Symptome achten.<\/p>\n<p>&quot;Die Nationalit\u00e4t ist uns im Grund genommen wurscht, sie tut ja nichts zur Sache, infiziert ist infiziert&quot;, stellt der Sprecher des Landratsamts klar. Man habe die Nationalit\u00e4t kommuniziert, &quot;um den Kreis etwas eingrenzen zu k\u00f6nnen&quot;. Die Cocktailbar &quot;Peaches&quot;, die die junge Frau am Dienstag besucht hatte, musste alle Mitarbeiter testen lassen &#8211; deren Ergebnisse waren bislang alle negativ.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Schlange vor dem Corona-Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen Foto:\u2002Lino Mirgeler \/ dpa Ein Kneipenbesuch, zahlreiche Ansteckungen. 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