{"id":24988,"date":"2023-12-04T04:16:10","date_gmt":"2023-12-04T01:16:10","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/rustung-so-viel-umsatz-machen-die-grosten-waffenkonzerne-der-welt\/"},"modified":"2023-12-04T04:16:10","modified_gmt":"2023-12-04T01:16:10","slug":"rustung-so-viel-umsatz-machen-die-grosten-waffenkonzerne-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/rustung-so-viel-umsatz-machen-die-grosten-waffenkonzerne-der-welt\/","title":{"rendered":"R\u00fcstung: So viel Umsatz machen die gr\u00f6\u00dften Waffenkonzerne der Welt"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die hundert gr\u00f6\u00dften Waffenkonzerne der Welt setzten im vergangenen Jahr 597 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von Waffen und milit\u00e4rischen Dienstleistungen um. Das geht aus Daten hervor, die das Stockholmer Institut f\u00fcr Friedensforschung Sipri nun ver\u00f6ffentlicht hat. Damit ist dem Report inflationsbereinigt ein R\u00fcckgang von 3,5 Prozent im Vergleich zu 2021 zu verzeichnen. Dennoch war der Gesamtumsatz der Branchenriesen im Jahr 2022 immer noch um 14 Prozent h\u00f6her als 2015 \u2013 jenem Jahr, in dem Sipri erstmals chinesische Konzerne in seinen Bericht einbezog.<\/p>\n<p>Der R\u00fcckgang ist demnach vor allem auf die sinkenden R\u00fcstungsums\u00e4tze der gro\u00dfen Unternehmen in den USA zur\u00fcckzuf\u00fchren. In Asien und Ozeanien sowie im Nahen Ostenstiegen die Ums\u00e4tze dagegen erheblich. Ausstehende Auftr\u00e4ge und ein sprunghafter Anstieg neuer Vertr\u00e4ge deuten laut dem Institut darauf hin, dass die weltweiten R\u00fcstungsums\u00e4tze in den n\u00e4chsten Jahren deutlich steigen k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3>Steigende Nachfrage, hinkende Produktion<\/h3>\n<p>Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine und weltweite geopolitische Spannungen haben die Nachfrage nach Waffen und milit\u00e4rischer Ausr\u00fcstung im Jahr 2022 steigen lassen. Dennoch konnten US- und europ\u00e4ische R\u00fcstungsfirmen trotz neuer Auftr\u00e4ge ihre Produktionen nicht wesentlich ankurbeln \u2013 das lag den Fachleuten zufolge an Arbeitskr\u00e4ftemangel, steigenden Kosten und Lieferkettenproblemen auch infolge der Coronapandemie.<\/p>\n<p>\u00bbViele R\u00fcstungsunternehmen hatten Schwierigkeiten, sich auf die Produktion f\u00fcr die hochintensive Kriegsf\u00fchrung einzustellen\u00ab, sagte Lucie B\u00e9raud-Sudreau, Chefin des Sipri-Programms f\u00fcr Milit\u00e4rausgaben und R\u00fcstungsproduktion. Es seien jedoch neue Vertr\u00e4ge \u2013 vor allem f\u00fcr Munition \u2013 unterzeichnet worden, was zu h\u00f6heren Einnahmen im Jahr 2023 und dar\u00fcber hinaus f\u00fchren k\u00f6nnte. So konnten etwa Unternehmen aus Deutschland, Norwegen und Polen ihre Einnahmen wegen der Nachfrage durch den Ukrainekrieg steigern.<\/p>\n<p>Die Ums\u00e4tze der 42 US-Unternehmen unter den hundert gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungskonzernen der Erde gingen 2022 um fast acht Prozent auf 302 Milliarden Dollar zur\u00fcck. Auf sie entfielen den Angaben zufolge 51 Prozent der gesamten R\u00fcstungseinnahmen \u2013 die USA dominieren daher trotz Einbu\u00dfen weiterhin die Branche. Dahinter rangiert China mit 18 Prozent Anteil am Gesamtumsatz. Deutsche Unternehmen reklamieren 1,5 Prozent des weltweiten Umsatzes f\u00fcr sich.<\/p>\n<p>Die f\u00fcnf umsatzst\u00e4rksten Waffenkonzerne sind \u2013 wie im Vorjahr auch \u2013 die US-Unternehmen Lockheed Martin, Raytheon, Northrop Grumman, Boeing \u2013 nun auf Platz vier, im Vorjahr noch auf der drei \u2013, und General Dynamics. Es folgt, wie im Jahr 2021 und 2020 bereits, die britische Firma BAE Systems, sowie drei chinesische Konzerne. Rheinmetall liegt als gr\u00f6\u00dftes deutsches Waffenunternehmen global auf dem 28. Platz und klettert damit im Vergleich zum Vorjahr um drei R\u00e4nge nach oben.<\/p>\n<p>Zusammengenommen bel\u00e4uft sich der Waffenumsatz der in Deutschland ans\u00e4ssigen vier gro\u00dfen R\u00fcstungskonzerne im Jahr 2022 auf 9,1 Milliarden Dollar \u2013 ein Anstieg von 1,1 Prozent gegen\u00fcber 2021. Das einzige deutsche Unternehmen, das hier Verluste verzeichnete, war den Stockholmer Experten zufolge Thyssenkrupp. Dessen R\u00fcstungseinnahmen fielen um 16 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar, da das Unternehmen weniger Schiffe auslieferte als noch im Vorjahr.<\/p>\n<h3>Asien \u00fcbertrumpft Europa<\/h3>\n<p>Die Verkaufserl\u00f6se der 22 in der Rangliste aufgef\u00fchrten Unternehmen aus Asien und Ozeanien stiegen um mehr als drei Prozent und erreichten im Jahr 2022 134 Milliarden Dollar. Damit war dies das zweite Jahr in Folge, in dem die Einnahmen der Top-100-R\u00fcstungsunternehmen in der Region h\u00f6her waren als die in Europa. Insgesamt finden sich unter den hundert gr\u00f6\u00dften R\u00fcstungskonzernen 26 europ\u00e4ische Unternehmen. Ihr Anteil an den Gesamtverk\u00e4ufen liegt bei gut einem F\u00fcnftel, die Ums\u00e4tze stiegen um knapp ein Prozent auf 121 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>\u00bbDie Inlandsnachfrage und das Vertrauen in lokale Lieferanten sch\u00fctzten asiatische R\u00fcstungsunternehmen vor Unterbrechungen der Lieferkette im Jahr 2022\u00ab, sagte Sipri-Forscher Xiao Liang. \u00bbUnternehmen in China, Indien, Japan und Taiwan profitierten alle von den anhaltenden staatlichen Investitionen in die milit\u00e4rische Modernisierung\u00ab.<\/p>\n<p>Weiter hie\u00df es, dass s\u00fcdkoreanische Unternehmen in den kommenden Jahren wahrscheinlich einen Umsatzanstieg verzeichnen werden, da sie nach der Unterzeichnung gro\u00dfer R\u00fcstungsgesch\u00e4fte mit Polen und den Vereinigten Arabischen Emiraten einen Anstieg der gebuchten Auftr\u00e4ge verzeichnen. Nach dem russischen \u00dcberfall auf die Ukraine hatte etwa der s\u00fcdkoreanische Konzern Hanwha Aerospace einen bedeutenden Waffendeal mit Polen abgeschlossen.<\/p>\n<p>Die transeurop\u00e4ischen Unternehmen Airbus und KNDS geh\u00f6rten indes zu den Hauptquellen des Umsatzwachstums im R\u00fcstungsbereich in Europa, was vor allem auf Lieferungen als Teil langj\u00e4hriger Auftr\u00e4ge zur\u00fcckzuf\u00fchren sei.<\/p>\n<p>Unterdessen verbuchte der Nahe Osten im Jahr 2022 den gr\u00f6\u00dften prozentualen Anstieg der R\u00fcstungseinnahmen aller Regionen, da alle sieben dort ans\u00e4ssigen Unternehmen in den Top 100 ein erhebliches Wachstum verzeichneten. Ihre kombinierten R\u00fcstungseinnahmen in H\u00f6he von 17,9 Milliarden Dollar bedeuten einen Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.<\/p>\n<p>Die Gesamtwaffeneinnahmen der vier t\u00fcrkischen Unternehmen im Ranking beliefen sich demnach auf 5,5 Milliarden Dollar \u2013 22 Prozent mehr als noch 2021. Die Einnahmen der drei israelischen Unternehmen in der Rangliste erreichten im vergangenen Jahr 12,4 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 6,5 Prozent gegen\u00fcber 2021 entspricht. Die Eskalation in der Region nach dem Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel und dessen Gegenschl\u00e4ge d\u00fcrften die Nachfrage nach R\u00fcstungsg\u00fctern weiter befeuern.<\/p>\n<p>Aufgrund fehlender Daten nahm Sipri nur zwei russische Unternehmen in die Rangliste f\u00fcr 2022 auf. Ihr gemeinsamer Waffenumsatz sank demnach um zw\u00f6lf Prozent auf 20,8 Milliarden Dollar. Zuletzt trafen Finanzsanktionen, die der Westen im Zuge des russischen Einmarschs verh\u00e4ngte, die Unternehmen im Land hart.<\/p>\n<p>Das einzige ukrainische Unternehmen in den Top 100 \u2013 UkrOboronProm \u2013 verzeichnete indes einen realen R\u00fcckgang seiner R\u00fcstungseinnahmen um zehn Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Obwohl die R\u00fcstungseinnahmen nominal gestiegen sind, wurde das durch die hohe Inflation in der Ukraine mehr als ausgeglichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die hundert gr\u00f6\u00dften Waffenkonzerne der Welt setzten im vergangenen Jahr 597 Milliarden US-Dollar mit dem Verkauf von Waffen und milit\u00e4rischen Dienstleistungen um. 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