{"id":24888,"date":"2023-11-29T19:37:22","date_gmt":"2023-11-29T16:37:22","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/weihnachtsmarkt-und-synagoge-teenager-sollen-anschlage-geplant-haben\/"},"modified":"2023-11-29T19:37:22","modified_gmt":"2023-11-29T16:37:22","slug":"weihnachtsmarkt-und-synagoge-teenager-sollen-anschlage-geplant-haben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/weihnachtsmarkt-und-synagoge-teenager-sollen-anschlage-geplant-haben\/","title":{"rendered":"Weihnachtsmarkt und Synagoge: Teenager sollen Anschl\u00e4ge geplant haben"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Zwei Teenager sollen Terroranschl\u00e4ge auf einen Weihnachtsmarkt und eine Synagoge geplant haben. Nach Informationen des SPIEGEL ermitteln die Staatsanwaltschaft Neuruppin und die Generalstaatsanwaltschaft D\u00fcsseldorf gegen die beiden wegen des Verdachts auf die Vorbereitung einer schweren staatsgef\u00e4hrdenden Gewalttat.<\/p>\n<p>Demnach wurde der 16-j\u00e4hrige Rasul M. im brandenburgischen Wittstock festgenommen. Seinen mutma\u00dflichen Komplizen, den erst 15-j\u00e4hrigen Deutsch-Afghanen Edris D., ergriff die Polizei im Raum Leverkusen in Nordrhein-Westfalen. Gegen ihn wurde am Mittwochnachmittag Haftbefehl erlassen.<\/p>\n<h3>Chats \u00fcber Molotowcocktails und Lastwagen<\/h3>\n<p>Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass die beiden gemeinsam einen islamistisch motivierten Terroranschlag ver\u00fcben wollten. In Telegram-Chats sollen sich die Teenager unter anderem \u00fcber \u00bbmehrere m\u00f6gliche Ziele\u00ab ausgetauscht haben, wie aus Ermittlerkreisen verlautete. Dazu geh\u00f6rten offenbar ein Weihnachtsmarkt und eine Synagoge.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich h\u00e4tten sich die beiden wohl auf den Weihnachtsmarkt in Leverkusen festgelegt, hie\u00df es. Auch seien unterschiedliche Vorgehensweisen diskutiert worden, darunter ein Angriff mit einem Laster und ein Brandanschlag mittels Molotowcocktails. In den Chats sei auch erw\u00e4hnt worden, dass bereits Benzin gekauft worden sei.<\/p>\n<p>Die Pl\u00e4ne erinnern an den bisher schlimmsten islamistischen Terroranschlag in Deutschland. Dabei hatte der Tunesier Anis Amri am 19. Dezember 2016 einen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz gelenkt. 13 Menschen starben.<\/p>\n<h3>Pl\u00e4ne offenbar noch in fr\u00fchem Stadium<\/h3>\n<p>Unter erfahrenen Terrorermittlern hie\u00df es, die Pl\u00e4ne der beiden Teenager seien offenbar noch in einem sehr fr\u00fchen Stadium gewesen. Auch deswegen habe der Generalbundesanwalt in Karlsruhe die Ermittlungen bislang nicht \u00fcbernommen.<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr den eher fr\u00fchen Zugriff der Ermittler soll nach SPIEGEL-Informationen gewesen sein, dass Rasul M. sich aus Brandenburg auf den Weg nach Nordrhein-Westfalen machen wollte. Damit sei die Situation als \u00bbhinreichend konkret\u00ab zu betrachten gewesen, so Ermittler.<\/p>\n<h3>In der Islamisten-Szene brodelt es<\/h3>\n<p>Die Festnahmen fallen in eine Zeit, in der die Sicherheitsbeh\u00f6rden die Sorge vor islamistischen Anschl\u00e4gen umtreibt wie seit Langem nicht mehr. Seit dem Hamas-\u00dcberfall auf Israel am 7. Oktober sind Polizei und Verfassungsschutz\u00e4mter in Habachtstellung. Sie f\u00fcrchten, das Massaker in Israel k\u00f6nnte radikalisierte Einzelt\u00e4ter oder kleinere Gruppen zu Anschl\u00e4gen auch in Deutschland verleiten.<\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen haben die Beh\u00f6rden demnach vermehrt Hinweise auf m\u00f6gliche Anschlagsplanungen in Deutschland registriert. Die Situation in Nahost und die \u00f6ffentlichen Koranverbrennungen in Schweden h\u00e4tten die Stimmung in der Dschihadisten-Szene aufgeheizt, hie\u00df es aus Sicherheitskreisen.<\/p>\n<p>Sorgen bereitet den Geheimdiensten zudem eine zweistellige Zahl mutma\u00dflicher islamistischer K\u00e4mpfer aus Zentralasien, die sich inzwischen in der Bundesrepublik aufhalten sollen. Diese seien \u00fcber die Ukraine eingereist, kommunizierten \u00fcberwiegend auf Russisch und seien schwer zu \u00fcberwachen, hie\u00df es.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident des Bundesamts f\u00fcr Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sprach am Mittwoch von einer insgesamt gef\u00e4hrlichen Situation. \u00bbWir sind aktuell durch parallele Krisen mit einer komplexen und angespannten Bedrohungslage konfrontiert, die durch die barbarischen Verbrechen der Hamas noch verst\u00e4rkt wird\u00ab, sagte Haldenwang.<\/p>\n<h3>Verfassungsschutz: Hamas-\u00dcberfall m\u00f6glicher Trigger<\/h3>\n<p>Seit L\u00e4ngerem beobachte seine Beh\u00f6rde \u00bbden erkl\u00e4rten Willen von Islamisten, Anschl\u00e4ge im Westen zu ver\u00fcben\u00ab. Er habe \u00bbimmer wieder betont, dass jeden Tag auch in Deutschland ein islamistischer Anschlag ver\u00fcbt werden kann\u00ab \u2013 doch nun zeichne sich \u00bbeine neue Qualit\u00e4t ab\u00ab.<\/p>\n<p>Haldenwang zufolge versuchten die Terrororganisationen Al-Qaida und IS derzeit, an den Nahostkonflikt \u00bbanzudocken\u00ab und riefen zu Attentaten auf. Die Propaganda treffe \u00bbhoch emotionalisierte, durch Trigger-Ereignisse inspirierte Personen\u00ab \u2013 etwa allein handelnde T\u00e4ter, die \u00bbweiche Ziele\u00ab mit einfachen Tatmitteln angreifen k\u00f6nnten. \u00bbDie Gefahr ist real und so hoch wie seit Langem nicht mehr\u00ab, sagte Haldenwang. Man arbeite mit Hochdruck daran, potenzielle Planungen f\u00fcr Anschl\u00e4ge auf Gro\u00dfveranstaltungen zu durchkreuzen.<\/p>\n<h3>Terrorwarnungen in ganz Europa<\/h3>\n<p>Wie das Bundesamt f\u00fcr Verfassungsschutz mitteilte, sei auch \u00bbdas Gefahrenpotenzial f\u00fcr m\u00f6gliche Terroranschl\u00e4ge gegen j\u00fcdische und israelische Personen und Einrichtungen sowie gegen den Westen insgesamt\u00ab deutlich angestiegen. In Nachbarl\u00e4ndern seien \u00bbin den vergangenen Wochen Terroranschl\u00e4ge erfolgt, deren T\u00e4ter teils ausdr\u00fccklichen Bezug auf den Nahostkonflikt nahmen\u00ab. Und weiter: \u00bbMehrere EU-Partnerstaaten haben vor diesem Hintergrund bereits ihre nationale Terrorwarnstufe erh\u00f6ht.\u00ab<\/p>\n<p>Zuletzt besch\u00e4ftigte sich das Gemeinsame Terrorabwehrzentrum von Bund und L\u00e4ndern in Berlin wieder vermehrt mit solchen F\u00e4llen. Dazu geh\u00f6rt der Duisburger IS-R\u00fcckkehrer Tarik S., der Ende Oktober festgenommen wurde. Er soll einen Anschlag auf eine proisraelische Demo geplant haben, wom\u00f6glich wollte er mit einem Lastwagen in eine Kundgebung rasen. Den ersten Hinweis auf S. bekamen die Beh\u00f6rden durch einen marokkanischen Geheimdienst.<\/p>\n<h3>Sorge vor IS-Ableger aus Afghanistan<\/h3>\n<p>Zuletzt z\u00e4hlte das Bundeskriminalamt 487 islamistische Gef\u00e4hrder, ihnen trauen die Staatssch\u00fctzer schwerste Straftaten bis hin zu Terroranschl\u00e4gen zu. Knapp die H\u00e4lfte von ihnen befindet sich aktuell auf freiem Fu\u00df in Deutschland, die anderen sitzen im Gef\u00e4ngnis oder halten sich im Ausland auf. Ihren H\u00f6chstwert hatte die Zahl der islamistischen Gef\u00e4hrder Anfang 2018 mit rund 760 erreicht. Mit dem Niedergang des \u00bbIslamischen Staats\u00ab (IS) in Syrien und im Irak verlor das Thema in der \u00d6ffentlichkeit an Brisanz.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Beh\u00f6rden war die Gefahr allerdings nie gebannt. Als besonders gef\u00e4hrlich gilt den Sicherheitsbeh\u00f6rden heute der IS-Ableger in Afghanistan und Pakistan, der sich \u00bbIslamischer Staat Provinz Khorasan\u00ab nennt, kurz ISPK. Die Terrorgruppe hat bereits in mehreren F\u00e4llen versucht, \u00fcber das Internet Jugendliche in Deutschland zu Anschl\u00e4gen auf \u00bbUngl\u00e4ubige\u00ab oder Polizisten anzustacheln.<\/p>\n<p>Auch eine im Juli in Deutschland festgenommene Zelle von Islamisten aus Tadschikistan, Kirgisistan und Turkmenistan soll in Kontakt mit Kadern des ISPK gestanden haben. Laut Justizakten planten sie wom\u00f6glich Anschl\u00e4ge auf Juden in Deutschland. Auch die liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin k\u00f6nnte ein Terrorziel gewesen sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Teenager sollen Terroranschl\u00e4ge auf einen Weihnachtsmarkt und eine Synagoge geplant haben. 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