{"id":24651,"date":"2023-11-19T13:56:26","date_gmt":"2023-11-19T10:56:26","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/israel-gaza-krieg-who-bezeichnet-schifa-krankenhaus-als-todeszone\/"},"modified":"2023-11-19T13:56:26","modified_gmt":"2023-11-19T10:56:26","slug":"israel-gaza-krieg-who-bezeichnet-schifa-krankenhaus-als-todeszone","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/israel-gaza-krieg-who-bezeichnet-schifa-krankenhaus-als-todeszone\/","title":{"rendered":"Israel-Gaza-Krieg: WHO bezeichnet Schifa-Krankenhaus als \u00bbTodeszone\u00ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die humanit\u00e4re Lage im Gazastreifen ist nach Einsch\u00e4tzung internationaler Hilfsorganisationen katastrophal. Ein Team der Vereinten Nationen unter Leitung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besuchte am Samstag das Al-Schifa-Krankenhaus, um die Lage vor Ort zu beurteilen und einen m\u00f6glichen Evakuierungseinsatz zu planen. Der Bericht, den die WHO anschlie\u00dfend ver\u00f6ffentlichte            , zeichnet ein dramatisches Bild. Das Krankenhaus sei mittlerweile eine \u00bbTodeszone\u00ab, hei\u00dft es darin, die verbliebenen Patienten und das medizinische Personal seien \u00bbverzweifelt\u00ab.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Klinik im Gazastreifen steht derzeit im Fokus der israelischen Milit\u00e4roperation. Die israelische Armee sucht auf dem Gel\u00e4nde des Schifa-Krankenhauses seit Tagen nach der Hamas-Einsatzzentrale, die sie unter dem weitl\u00e4ufigen Komplex vermutet. Israelische Soldaten sind seit Tagen in und um die Klinik im Einsatz \u2013 ungeachtet internationaler Kritik an dem milit\u00e4rischen Vorgehen in einem Krankenhaus.<\/p>\n<p>Die Lage ist un\u00fcbersichtlich, Angaben lassen sich nur schwer \u00fcberpr\u00fcfen. Die pal\u00e4stinensische Gesundheitsministerin Mai al-Kaila hatte am Samstag im Westjordanland berichtet, Patienten und medizinisches Personal seien gezwungen worden, die Klinik innerhalb einer Stunde zu verlassen. Nach der Evakuierung seien nur noch f\u00fcnf \u00c4rzte in dem Krankenhaus verblieben. Die israelische Armee entgegnete, zu keinem Zeitpunkt die Evakuierung von Patienten oder medizinischem Personal angeordnet zu haben. Die Ausweitung der Evakuierung geschehe auf Wunsch des Klinik-Direktors, erkl\u00e4rte das Milit\u00e4r. Augenzeugen im Gazastreifen best\u00e4tigten der Deutschen Presse-Agentur, dass hunderte Menschen am Samstag den Krankenhauskomplex zu Fu\u00df in Richtung S\u00fcden verlassen h\u00e4tten.<\/p>\n<h3>Massengrab vor dem Klinikgeb\u00e4ude<\/h3>\n<p>Die Angaben des Uno-Teams d\u00fcrften als vertrauensw\u00fcrdig gelten. Von seinem Besuch im Schifa-Krankenhaus berichtet es, dass noch immer 291 Patienten und 25 medizinische Mitarbeitende in der Klinik seien. Darunter seien 32 Babys in \u00bbextrem kritischem\u00ab Zustand, 22 Dialyse-Patienten sowie zwei Menschen in Intensivbehandlung. Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Patienten seien Kriegsverletzte mit teils komplexen Frakturen, Amputationen, Verbrennung, Kopfverletzungen und schweren Wirbels\u00e4ulenverletzungen, die sich ohne medizinische Hilfe nicht bewegen k\u00f6nnen. Viele der Patienten h\u00e4tten schwer infizierte Wunden, weil es im Krankenhaus keine Ma\u00dfnahmen zur Infektionskontrolle mehr gebe und keine Antibiotika zur Verf\u00fcgung st\u00fcnden.<\/p>\n<p>Israels Armee habe eigenen Angaben zufolge gut 6000 Liter Wasser und gut 2300 Kilogramm Lebensmittel in das Schifa-Krankenhaus gebracht. Doch die WHO berichtet: Es fehlen Wasser, elektrischer Strom, Medikamente und medizinische Ausr\u00fcstung sowie Lebensmittel in dem Krankenhaus.<\/p>\n<p>Das Team habe am Eingang des Krankenhauses ein Massengrab vorgefunden und sei informiert worden, dass dort mehr als 80 Menschen begraben seien, schreibt die WHO weiter. Viele Menschen seien in den vergangenen zwei bis drei Tagen aufgrund der prek\u00e4ren Versorgungssituation gestorben. \u00dcberall seien Spuren von Granatenbeschuss und Gewehrfeuer sichtbar. Aufgrund der Sicherheitslage sei eine effektive M\u00fcllentsorgung nicht mehr m\u00f6glich, auf dem Gel\u00e4nde sei medizinischer und fester Abfall verteilt, was zu einem hohen Infektionsrisiko f\u00fchre.<\/p>\n<p>\u00bbDas einst gr\u00f6\u00dfte, modernste und am besten ausgestattete Krankenhaus in Gaza funktioniert als medizinische Einrichtung praktisch nicht mehr\u00ab, schreibt die WHO. Es k\u00f6nne keine Patienten mehr aufnehmen. Verletzte w\u00fcrden an das v\u00f6llig \u00fcberlastete und kaum noch funktionierende indonesische Krankenhaus verwiesen.<\/p>\n<p>\u00bbAngesichts dieser erb\u00e4rmlichen Situation und des Zustands vieler Patienten, darunter Babys, bat das Personal um Unterst\u00fctzung bei der Evakuierung von todkranken Patienten, die dort nicht mehr versorgt werden k\u00f6nnen\u00ab, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X, ehemals Twitter. Man arbeite mit Partnern daran und verlange Unterst\u00fctzung f\u00fcr diesen Plan. Tedros nannte weder Israel, noch die Hamas beim Namen. \u00bbDie derzeitige Situation ist unertr\u00e4glich und nicht zu rechtfertigen\u00ab, schrieb er. \u00bbFeuerpause. JETZT\u00ab, f\u00fcgte er hinzu.<\/p>\n<p>Die WHO will nun schnellstm\u00f6glich einen Evakuierungsplan f\u00fcr die verbliebenen Patienten, Mitarbeitenden und ihre Familien erarbeiten. In den kommenden 24 bis 72 Stunden sollen demnach Menschen aus dem Al-Schifa-Krankenhaus ins Nasser-Krankenhaus und das Europ\u00e4ische Krankenhaus im Gazastreifen gebracht werden, obwohl diese bereits \u00fcberf\u00fcllt sind. Daf\u00fcr m\u00fcssten von beiden Konfliktparteien sichere Transportrouten zugesichert werden.<\/p>\n<h3>Feuerpause m\u00f6glicherweise in Aussicht<\/h3>\n<p>Seit Tagen dr\u00e4ngen Hilfsorganisationen auf eine humanit\u00e4re Feuerpause zwischen Israel und der islamistischen Hamas, um Hilfsg\u00fcter liefern und Kranke verlegen zu k\u00f6nnen. Eine solche k\u00f6nnte unmittelbar bevorstehen. In einem unter Vermittlung der USA verhandelten Abkommen erw\u00e4gen die beiden Kriegsparteien demnach eine f\u00fcnft\u00e4gige Feuerpause, in der Dutzende von der islamistischen Terrororganisation im Gazastreifen festgehaltene israelische Geiseln freigelassen werden k\u00f6nnten. Am Morgen hie\u00df es zun\u00e4chst, eine Einigung sei bereits erzielt worden. Doch wenig sp\u00e4ter dementierte die US-Regierung diese Behauptung wieder.<\/p>\n<p>\u00bbDie anhaltenden heftigen K\u00e4mpfe und der Granatenbeschuss in Gaza-Stadt hindern Tausende von Menschen daran, das Gebiet sicher zu verlassen\u00ab, berichtet auch die Nothilfe-Organisation \u00bb\u00c4rzte ohne Grenzen\u00ab (MSF), deren pal\u00e4stinensische Mitarbeitende in Nord-Gaza festsitzen. In den vergangenen Tagen habe MSF versucht, Mitarbeitende und deren Familien aus den R\u00e4umlichkeiten der Organisation nahe des Schifa-Krankenhauses zu evakuieren. Doch die 137 Menschen, darunter 65 Kinder, seien seit mehr als einer Woche eingeschlossen. Vergangenen Dienstag sei das G\u00e4stehaus von \u00bb\u00c4rzte ohne Grenzen\u00ab beschossen worden, hei\u00dft es einer Pressemitteilung zufolge. Es habe gl\u00fccklicherweise keine Verletzten gegeben. Am Donnerstag sei dann das B\u00fcrogeb\u00e4ude von Granatsplittern getroffen und der Wassertank des G\u00e4stehauses beschossen worden.<\/p>\n<h3>Konvoi von \u00bb\u00c4rzte ohne Grenzen\u00ab beschossen<\/h3>\n<p>Am Samstagmorgen versuchte MSF seine Mitarbeitenden mit einem Konvoi Richtung S\u00fcden zu evakuieren. Die Kolonne habe aus f\u00fcnf Autos bestanden, die deutlich mit der Bezeichnung \u00bb\u00c4rzte ohne Grenzen\u00ab gekennzeichnet waren. Dennoch wurde der Konvoi angegriffen, ein Angeh\u00f6riger eines MSF-Mitarbeitenden sei get\u00f6tet worden, ein weiterer wurde verletzt. Die Organisation habe beide Konfliktparteien zuvor \u00fcber die Evakuierungsaktion informiert, hei\u00dft es in einer Mitteilung von MSF .<\/p>\n<p>Der Konvoi sei \u00fcber die von der israelischen Armee angegebene Route gefahren. Als die Fahrzeuge am \u00fcberf\u00fcllten Checkpoint angekommen waren, lie\u00df die israelische Armee sie nicht passieren. Die MSF-Mitarbeitenden h\u00e4tten Sch\u00fcsse geh\u00f6rt und seien aus Angst Richtung MSF-Gel\u00e4nde umgekehrt, so hei\u00dft es in der Mitteilung. Kurz vor dem B\u00fcro sei der Konvoi dann \u2013 angeblich absichtlich \u2013 angegriffen worden.<\/p>\n<p>\u00bb\u00c4rzte ohne Grenzen\u00ab fordert einen sofortigen Waffenstillstand und die Errichtung sicherer Evakuierungskorridore. Sonst liefen Menschen, denen es an Essen und Trinkwasser fehle, Gefahr, \u00bbin den n\u00e4chsten Tagen, wenn nicht gar Stunden\u00ab, zu sterben, warnte die Organisation. \u00bbUnsere Kolleginnen und Kollegen h\u00f6ren die st\u00e4ndigen Ger\u00e4usche von Sch\u00fcssen, Granaten und Drohnen\u00ab, sagt Ann Taylor, Leiterin des MSF-Einsatzes in den pal\u00e4stinensischen Gebieten. \u00bbSie sind ver\u00e4ngstigt, die Lebensmittel sind ihnen schon vor einigen Tagen ausgegangen und die Kinder sind durch das Trinken von Salzwasser krank geworden. Sie m\u00fcssen jetzt evakuiert werden.\u00ab<\/p>\n<h3>Angriffe auf Fl\u00fcchtlingslager \u2013 mehr als 80 Tote<\/h3>\n<p>Am Samstag trafen zwei Angriffe Ziele in der Fl\u00fcchtlingssiedlung Dschabalia im Norden des Gazastreifens. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums wurden die von der Uno betriebene und als Fl\u00fcchtlingsunterkunft genutzte Al-Fachura-Schule und ein weiteres Geb\u00e4ude getroffen. Bei dem Angriff auf die Schule seien \u00bbmindestens 50 Menschen\u00ab get\u00f6tet worden, bei dem Angriff auf das andere Geb\u00e4ude 32 Mitglieder einer Familie.<\/p>\n<p>Online verbreitete Aufnahmen zeigten mit Staub und Blut befleckte Leichen in der Fachura-Schule, wo Matratzen unter Schulb\u00e4nken ausgebreitet waren. Die Echtheit der Videoaufnahmen konnte bei einer \u00dcberpr\u00fcfung durch die Nachrichtenagentur AFP best\u00e4tigt werden. Die israelische Armee erkl\u00e4rte gegen\u00fcber der AFP, sie habe \u00bbBerichte \u00fcber einen Vorfall in der Region Dschabalia\u00ab erhalten und untersuche diese derzeit. Zum Kampfgeschehen im Gazastreifen erkl\u00e4rte die Armee, israelische Soldaten seien in die Gegenden um Dschabalia und Seitun im Norden des Gazastreifens vorgedrungen.<\/p>\n<p>Der Krieg zwischen der islamistischen Hamas und Israel hatte am 7. Oktober begonnen. Damals drangen Hunderte K\u00e4mpfer der Terrororganisation Hamas nach Israel ein und ver\u00fcbten Gr\u00e4ueltaten \u00fcberwiegend an Zivilisten. Rund 1200 Menschen in Israel wurden nach israelischen Angaben get\u00f6tet, zudem wurden etwa 240 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.<\/p>\n<p>Als Reaktion auf den Angriff der Hamas begann Israel mit massiven Angriffen auf Ziele im Gazastreifen, inzwischen sind auch Bodentruppen in das Gebiet einger\u00fcckt. Nach Angaben der Hamas, die sich nicht unabh\u00e4ngig \u00fcberpr\u00fcfen lassen, wurden seit Beginn der Angriffe rund 12.300 Menschen in dem Pal\u00e4stinensergebiet get\u00f6tet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die humanit\u00e4re Lage im Gazastreifen ist nach Einsch\u00e4tzung internationaler Hilfsorganisationen katastrophal. 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