{"id":24455,"date":"2023-11-11T00:20:41","date_gmt":"2023-11-10T21:20:41","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/mrbeasts-100-brunnen-ein-beruhmter-youtuber-will-afrika-retten\/"},"modified":"2023-11-11T00:20:41","modified_gmt":"2023-11-10T21:20:41","slug":"mrbeasts-100-brunnen-ein-beruhmter-youtuber-will-afrika-retten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/mrbeasts-100-brunnen-ein-beruhmter-youtuber-will-afrika-retten\/","title":{"rendered":"MrBeasts 100 Brunnen: Ein ber\u00fchmter YouTuber will Afrika retten"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\"><em>Die gef\u00e4hrlichste Falle der Welt!<\/em><\/p>\n<p><em>Das t\u00f6dlichste Laserlabyrinth der Welt!<\/em><\/p>\n<p><em>Ich habe einen echten Killer beauftragt, um mich umzubringen.<\/em><\/p>\n<p>Mit solchen Videos verdient YouTuber James Stephen Donaldson, besser bekannt als MrBeast, sein Geld. Viel Geld. 50 Millionen US-Dollar pro Jahr bringen ihm die Videos laut Forbes ein, durch Werbung und Sponsoringdeals. Er ist damit der bestbezahlte YouTuber der Welt. Der 25-J\u00e4hrige ist auch im analogen Leben ziemlich umtriebig: Er besitzt unter anderem eine Kette von Burgerrestaurants (MrBeast Burger) und eine Snackfirma (MrBeast Feastables).<\/p>\n<p>Wer so viel Geld hat, der teilt nat\u00fcrlich gern \u2013 vor allem, wenn diese Gemeinn\u00fctzigkeit auch noch eine Menge Klicks f\u00fcr den eigenen YouTube-Kanal bringt. Gerade ist dem US-Amerikaner wieder eine solche Aktion gelungen. <em>\u00bbIch habe 100 Brunnen in Afrika gebaut\u00ab<\/em>, hei\u00dft das Video, ver\u00f6ffentlicht am vergangenen Wochenende. Die Nummer ist ein echter Hit, etwa 80 Millionen Abrufe, Stand Freitagvormittag. In dem Clip geht es um \u2026 genau: MrBeast, der in Afrika 100 Brunnen baut.<\/p>\n<p>Wer das zehnmin\u00fctige Video             nicht in voller L\u00e4nge anschauen m\u00f6chte, der findet hier ein paar typische S\u00e4tze (bildlich unterlegt mit MrBeast im Overall, sprudelndem Wasser und wahlweise traurig dreinblickenden oder jubelnden schwarzen Kindern):<\/p>\n<p>\u00bb<em>Die waren wirklich froh, uns zu sehen.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p>\u00bb<em>Wir haben Rohre verlegt, damit Leute \u00fcberall in Afrika Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p>\u00bb<em>Wir wussten, wir m\u00fcssen helfen.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p>\u00bb<em>Sonst macht es ja niemand.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p>\u00bb<em>Alle Sorgen sind bald verschwunden.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p>In Kenia hat MrBeast mit seiner Aktion jedenfalls eine Debatte ausgel\u00f6st. In allen Kan\u00e4len des digitalen Lebens (und an der Supermarktkasse) werden nun die drei gro\u00dfen Fragen diskutiert: Stimmt das alles? Warum macht das nicht unsere Regierung, wir zahlen schlie\u00dflich Steuern? Brauchen wir einen wei\u00dfen Retter?<\/p>\n<p>Frage eins l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich mit ein paar Clicks schnell beantworten, danach wird es schon schwieriger. DER SPIEGEL hat sich vor Ort auf die Suche nach Antworten begeben.<\/p>\n<h3><strong>Stimmt das alles?<\/strong><\/h3>\n<p>Klares Jein. Zun\u00e4chst der Titel: MrBeast ist zwar in so ziemlich jeder Sequenz des Videos zu sehen, er dr\u00fcckt Kn\u00f6pfe, tr\u00e4gt Kanister, pumpt und f\u00e4hrt sogar Fahrrad (was er angeblich nicht kann). Die Brunnen hat er aber nat\u00fcrlich nicht selbst gebaut, sondern lokale Hilfsorganisationen wie Hope Water Africa oder United Mission for Relief, die das schon sehr lange und sehr professionell machen. Ihnen hat MrBeast, oder vielmehr dessen gemeinn\u00fctzige Stiftung, Geld gegeben. Am Ende sind der Promi und sein (wei\u00dfes) Team f\u00fcr ein paar Tage nach Afrika eingeflogen, um ein paar knackige Szenen zu drehen.<\/p>\n<p>Auch einige Zahlen und Aussagen im Video sind zumindest reichlich \u00fcbertrieben. MrBeast behauptet, dass die 100 Brunnen 500.000 Menschen versorgen k\u00f6nnen. Das w\u00fcrde an ein hydrologisches Wunder grenzen, die tats\u00e4chliche Zahl d\u00fcrfte deutlich niedriger ausfallen. Und durch die verlegten Rohre wird es bestimmt nicht \u00fcberall in Afrika Zugang zu Wasser geben, der Kontinent besteht immerhin aus 54 L\u00e4ndern und ist fast dreimal so gro\u00df wie Europa.<\/p>\n<p>In Gespr\u00e4chen mit dem SPIEGEL best\u00e4tigen sowohl die beteiligten Organisationen als auch die Gemeinden vor Ort immerhin, dass tats\u00e4chlich Brunnen gebohrt wurden. Allerdings ist, anders als im Video suggeriert, nur ein Teil davon wirklich betriebsbereit. Bei vielen Brunnen stehen noch Arbeiten aus, fehlen T\u00fcrme f\u00fcr Wassertanks oder m\u00fcssen Leitungen fertig verlegt werden. Eine Schulleiterin im kenianischen Eldoret sagt dem SPIEGEL: \u00bbWir sind sehr dankbar. Aber noch ist nicht alles fertig.\u00ab<\/p>\n<p>James Origa, kenianischer Wasserexperte, meint: \u00bbIch begl\u00fcckw\u00fcnsche MrBeast zu diesem Projekt! Aber das Bohren ist nur der Anfang. Bis zu 40 Prozent dieser Brunnen sind nach drei Jahren kaputt. Die wirkliche Herausforderung ist die professionelle Wartung, und die kommt erst noch.\u00ab Doch laut Hope Water Africa sollen sich die Bewohnerinnen und Bewohner nach sechs Monaten selbst um MrBeasts Brunnen k\u00fcmmern. Die Rettung Afrikas ist ein m\u00fchsames Gesch\u00e4ft \u2013 die harte Arbeit kommt erst nach den sch\u00f6nen Bildern.<\/p>\n<h3><strong>Warum macht das unsere Regierung nicht, wir zahlen schlie\u00dflich Steuern?<\/strong><\/h3>\n<p>Berechtigte Frage. Seitdem Pr\u00e4sident William Ruto im vergangenen Jahr in Kenia \u00fcbernommen hat, wurden so ziemlich alle Steuern und Geb\u00fchren deutlich erh\u00f6ht. Doch vor Ort, vor allem im l\u00e4ndlichen Raum, kommt von den Staatseinnahmen kaum etwas an. In den sozialen Medien kursieren geh\u00e4ssige Memes, die nie fertiggestellte Br\u00fccken oder Politiker bei der feierlichen Einweihung von eilig zusammengezimmerten Holzstegen zeigen.<\/p>\n<p>In einem Dorf im Westen Kenias hat MrBeast eine Betonbr\u00fccke \u00fcber einen Fluss bauen lassen, den die Bewohnerinnen und Bewohner vorher notd\u00fcrftig \u00fcberqueren mussten. Eine solche Br\u00fccke hatte die Lokalregierung schon lange angek\u00fcndigt. \u00bbDie versprechen immer nur und nie wird geliefert. Am Ende hei\u00dft es dann: Sorry, war kein Geld da\u00ab, schimpft der Dorf\u00e4lteste Christopher Kipsang. Der reiche Amerikaner hat deutlich schneller geliefert.<\/p>\n<p>Im YouTube-Video sagt MrBeast: \u00bbMan m\u00f6chte meinen, solche Projekte erfordern die Ressourcen einer Regierung. Aber das stimmt nicht.\u00ab Viele Kenianerinnen und Kenianer stellen nun unangenehme Fragen an ihren Pr\u00e4sidenten und sein Kabinett. \u00bbMeine Regierung ist blo\u00dfgestellt. Sie sind besch\u00e4mt, dass ein Fremder so etwas machen kann. Sie selbst geben ihr Geld lieber f\u00fcr Reisen, schicke Autos und H\u00e4user aus\u00ab, sagt der bekannte Aktivist und Regierungskritiker Boniface Mwangi.<\/p>\n<h3><strong>Brauchen wir einen wei\u00dfen Retter?<\/strong><\/h3>\n<p>Eine alte und hitzige Debatte auf dem Kontinent, auch DER SPIEGEL hat dazu schon geschrieben. Das Video von MrBeast hat so ziemlich alle Zutaten des klassischen wei\u00dfen Rettertums, die man sich vorstellen kann: arme Kinder, dreckige Fl\u00fcsse, traurige Musik. Die Landschaft im Westen Kenias mit akkurat kurzem Gras und gepflanzten B\u00e4umen nennt er nur \u00bbden Dschungel.\u00ab Dann kommen die wei\u00dfen Retter, die Kinder h\u00e4ngen ihnen glitzernde Goldketten um die H\u00e4lse und rufen: \u00bbWe love you MrBeast team!\u00ab<\/p>\n<p>Die ugandische Organisation No White Saviors besch\u00e4ftigt sich genau mit diesem Ph\u00e4nomen \u2013 und versucht dagegen anzugehen. Die Betrachtung des Videos l\u00f6ste bei den Aktivistinnen Entsetzen aus: \u00bbDie Kenianer selbst sollten die Helden dieser Geschichte sein. Aber st\u00e4ndig tauchen nur die Wei\u00dfen im Video auf. Konnten die Leute vor Ort \u00fcberhaupt mitreden?\u00ab, fragt Olivia Alaso, Mitgr\u00fcnderin von No White Saviors. Tats\u00e4chlich sind die Einheimischen nur Beiwerk im Clip. Sie durften wahlweise ihre tragischen Probleme schildern oder dankbar winken, aber nie ihre Probleme l\u00f6sen. Daf\u00fcr war schlie\u00dflich MrBeast zust\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Das Video endet \u00fcbrigens mit folgendem Satz von MrBeast:<\/p>\n<p>\u00bb<em>Ich wei\u00df, es ist komisch, dass ein YouTuber all das tun muss. Aber jemand muss es ja machen, und wenn es sonst keiner macht, dann machen wir es eben.<\/em>\u00ab<\/p>\n<p>Der kenianische Wasserexperte James Origa hat selbst bei d\u00f6rflichen Wasserprojekten mitgewirkt, Brunnen gebohrt. Das Video stimmt ihn hoffnungsfroh: \u00bbEs war immer sehr schwer, Geld f\u00fcr solche Projekte zu bekommen. Ich hoffe, das \u00e4ndert sich jetzt mal. Immerhin ist die Aufmerksamkeit f\u00fcr das Thema da.\u00ab<\/p>\n<p><em>Mitarbeit: Tom Juma, Eldoret (Kenia)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die gef\u00e4hrlichste Falle der Welt! Das t\u00f6dlichste Laserlabyrinth der Welt! Ich habe einen echten Killer beauftragt, um mich umzubringen. 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