{"id":24451,"date":"2023-11-10T20:16:03","date_gmt":"2023-11-10T17:16:03","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-des-tages-afd-verbot-hessen-boris-rhein-vermogen-in-deutschland\/"},"modified":"2023-11-10T20:16:03","modified_gmt":"2023-11-10T17:16:03","slug":"news-des-tages-afd-verbot-hessen-boris-rhein-vermogen-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/news-des-tages-afd-verbot-hessen-boris-rhein-vermogen-in-deutschland\/","title":{"rendered":"News des Tages: AfD-Verbot, Hessen, Boris Rhein, Verm\u00f6gen in Deutschland"},"content":{"rendered":"<h3>1. Verbot, dann tot?<\/h3>\n<p class=\"caps\">Marco Wanderwitz sitzt seit 20 Jahren im Bundestag. Der CDU-Politiker aus Sachsen gewann bei jeder Wahl sein Direktmandat \u2013 au\u00dfer bei der vergangenen im Jahr 2021. Da wurde er von einem AfD-Kandidaten geschlagen und gelangte nur \u00fcber die Landesliste ins Parlament. Wenn Wanderwitz, der auch mal Ostbeauftragter der Bundesregierung war, nun also eine Initiative anf\u00fchrt, die ein Verbot der AfD beim Bundesverfassungsgericht ansto\u00dfen will, k\u00f6nnte man ihm pers\u00f6nliche Rache unterstellen. Wenn man es b\u00f6se mit ihm meint.<\/p>\n<p>B\u00f6sartigkeit ist aber die letzte Charaktereigenschaft, die man Wanderwitz nachsagen kann, eher Realit\u00e4tssinn. Denn aus seiner Sicht sind alle Kriterien erf\u00fcllt, die ein Verbot der extrem rechten Partei rechtfertigen. In einem Papier, mit dem die Gruppe um Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Bundestag wirbt, hei\u00dft es: \u00bbDie AfD ist eine rassistische, antisemitische und rechtsextreme Partei.\u00ab Und: \u00bbDie W\u00fcrde des Menschen sowie das Diskriminierungsverbot werden durch die AfD, ihre f\u00fchrenden Funktion\u00e4re sowie zahlreiche Mandatstr\u00e4ger und Mitglieder mittlerweile unverhohlen infrage gestellt.\u00ab Es sei f\u00fcr ihn evident, dass die AfD die Demokratie \u00bbin ein anderes System \u00fcberf\u00fchren wolle\u00ab, sagt Wanderwitz.<\/p>\n<p>Auch der Verfassungsschutz kommt immer wieder zu \u00e4hnlichen Einsch\u00e4tzungen. Seit 2021 ist die Partei auf Bundesebene als \u00bbVerdachtsfall\u00ab eingestuft. Der Europaparteitag in Magdeburg im Sommer habe gezeigt, \u00bbdass innerhalb der Partei starke verfassungsfeindliche Str\u00f6mungen bestehen, deren Einfluss weiter zunimmt\u00ab, sagt Verfassungsschutzpr\u00e4sident Thomas Haldenwang. Nach Th\u00fcringen erkl\u00e4rten die Beh\u00f6rden auf Landesebene die AfD auch in Sachsen-Anhalt als \u00bbgesichert rechtsextremistisch\u00ab.<\/p>\n<p>In der aktuellen Titelgeschichte des SPIEGEL gehen wir der Frage nach, wie realistisch ein Verbot der Partei w\u00e4re. Mein Kollege Dietmar Hipp hat darin die juristischen Fallstricke beschrieben: Um verboten werden zu k\u00f6nnen, muss eine Partei nicht nur erwiesenerma\u00dfen verfassungsfeindlich sein, sie muss auch aktiv und planvoll auf \u00bbdie Beeintr\u00e4chtigung oder Beseitigung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung\u00ab hinwirken. In seiner fr\u00fcheren Rechtsprechung hielt das Bundesverfassungsgericht dabei eine \u00bbaktiv k\u00e4mpferische, aggressive Haltung\u00ab f\u00fcr erforderlich. Straftaten w\u00fcrden dazugeh\u00f6ren, Gewalt, eine Atmosph\u00e4re der Angst, um die Meinungsfreiheit anderer zu beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Ist das schon gegeben? In Th\u00fcringen eventuell schon, wenngleich sich auch dort die Juristen streiten. In dem Bundesland k\u00f6nnte nach einem Szenario des Informatikers Matthias Moehl im kommenden Jahr Bj\u00f6rn H\u00f6cke wom\u00f6glich sogar Ministerpr\u00e4sident mit einer absoluten Mehrheit werden. Deshalb wird bereits \u00fcber Verbote einzelner Landesverb\u00e4nde nachgedacht. Mein Kollege Steffen Winter, Korrespondent f\u00fcr Sachsen und Th\u00fcringen hat Ministerpr\u00e4sident Bodo Ramelow (Die Linke) gefragt, der in dieser Frage aber \u00bbambivalent\u00ab ist. \u00bbEs gibt die Bef\u00fcrchtung, dass ein Verbotsantrag vor allem auf die AfD einzahlt\u00ab, so Ramelow.<\/p>\n<p>Auch Bundeskanzler Scholz sieht erstmal keinen Handlungsbedarf. \u00bbIch bin \u00fcberzeugt, die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger werden daf\u00fcr Sorge tragen, dass die Bedeutung dieser Partei wieder abnimmt.\u00ab Wenn er sich da mal nicht t\u00e4uscht. Denn bislang haben die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger das Gegenteil getan.<\/p>\n<p>CDU-Mann Wanderwitz macht sich keine Illusionen, dass ein Verbot allzu schnell kommt. \u00bbAber die Gelegenheit, den Strom von Propaganda und massenhafter Fake News durch Hunderte von hauptamtlichen AfD-Mitarbeitern zu unterbrechen, m\u00fcssten wir dann nutzen, um das nachzuholen, was wir jahrelang offenbar nicht gelingend geschafft haben \u2013 in praktischer Politik, in der richtigen Ansprache, in der Bildung.\u00ab<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Lesen Sie hier die aktuelle SPIEGEL-Titelgeschichte: M\u00f6gliches AfD-Verbot &#8211; Das sch\u00e4rfste Schwert                                       <\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>2. Scheidung in Wiesbaden<\/h3>\n<p>Es hat sich angedeutet, heute meldete die hessische CDU Vollzug: Nachdem die Christdemokraten aus der Landtagswahl am 8. Oktober als Gewinnerin hervorgegangen sind, wenden sie sich von ihrem gr\u00fcnen Koalitionspartner ab und streben ein B\u00fcndnis mit der SPD an. Das fast ein Jahrzehnt andauernde Projekt Schwarz-Gr\u00fcn d\u00fcrfte damit zu Ende gehen. Mit den Sozialdemokraten gebe es eine gr\u00f6\u00dfere inhaltliche \u00dcbereinstimmung.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Boris Rhein sagte: \u00bbWir wollen als CDU den Versuch unternehmen, in Hessen eine Regierung mit der SPD, mit den Sozialdemokraten, zu bilden und zum ersten Mal seit 70 Jahren in einer christlich-sozialen Koalition zusammenarbeiten.\u00ab Die SPD war bislang seit etwa einem Vierteljahrhundert in der Opposition und verlor mit ihrer Spitzenkandidatin und Bundesinnenministerin Nancy Faeser deutlich.<\/p>\n<p>Trotz der Entscheidung f\u00fcr die SPD will deren Spitzenkandidatin Faeser nicht aus dem Bundesinnenministerium in die Landespolitik wechseln. Einen solchen Schritt schlie\u00dfe sie aus, sagte sie. \u00bbIch bleibe Bundesinnenministerin.\u00ab Sie habe in der Bundesregierung eine wichtige Aufgabe, zudem gelte f\u00fcr sie: \u00bbImmer erst das Land, dann die Partei.\u00ab Sie werde den SPD-Gremien empfehlen, Koalitionsgespr\u00e4che aufzunehmen.<\/p>\n<p>F\u00fcr meinen Kollegen Matthias Bartsch, Korrespondent in Hessen, ist das keine gro\u00dfe \u00dcberraschung. \u00bbSchwarz-Gr\u00fcn war nie ein Herzensprojekt von Boris Rhein.\u00ab Der CDU-Regierungschef strebt ein neues Projekt an, Schwarz-Gr\u00fcn hatte er von seinem Vorg\u00e4nger Volker Bouffier geerbt, von ihm will er sich emanzipieren. Die Gr\u00fcnen sehen sich als Ex und l\u00e4stern bereits \u00fcber Rheins \u00bbNeue\u00ab. Rhein hat hoch gepokert, er verlangte viel von der SPD und hat zumindest in den Sondierungen schon mal viel versprochen bekommen. \u00bbDas ist kein Wunder, die SPD war so gerupft, dass sie fast auf alles eingegangen ist und deshalb aus Rheins Sicht der pflegeleichtere Partner sein wird.\u00ab<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Lesen Sie hier die mehr: Bruch mit Gr\u00fcnen \u2013 Rhein strebt in Hessen Koalition mit SPD an<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>3. Reichtum \u2013 Verm\u00f6gen wir, da was zu \u00e4ndern?<\/h3>\n<p>Stellen Sie sich vor, jeder B\u00fcrger und jede B\u00fcrgerin in Deutschland bek\u00e4me mit dem 20. Lebensjahr 10.000 oder 100.000 Euro. Einfach so. Illusorisch? Sozialistisch? Naiv? F\u00fcr das Institut der Deutschen Wirtschaft offenbar gar nicht. Laut den \u00d6konomen Timm B\u00f6nke und Charlotte Bartels vom DIW w\u00e4re das ein Mittel, die krasse Verm\u00f6gensungleichheit in Deutschland abzumildern. Und zwar schnell und sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Ihren Berechnungen liegt zugrunde, dass die reichsten zehn Prozent der deutschen Bev\u00f6lkerung zuletzt 61 Prozent der Verm\u00f6gen besa\u00dfen. Auf die obere Mittelschicht wiederum entfallen 38 Prozent. Die \u2013 in der Verm\u00f6gensverteilung \u2013 unteren 50 Prozent der Bev\u00f6lkerung verf\u00fcgen hingegen gerade einmal \u00fcber ein Prozent der Verm\u00f6gen. Die Lage d\u00fcrfte sich nach B\u00f6nke und Bartels in den kommenden Jahren weiter versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Die beiden haben Auswirkungen der Zahlung eines Grunderbes in H\u00f6he von 100.000 Euro berechnet. Bis 2027 w\u00fcrde der Verm\u00f6gensanteil der reichsten zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung auf 57 Prozent sinken. Zur Einordnung: Das w\u00e4re nicht etwa Enteignung und die Einf\u00fchrung des Kommunismus, das ist in etwa der Wert des Jahres 1980 in der alten Wohlstands-Bundesrepublik, damals lag ihr Anteil bei 53 Prozent. Seither geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander.<\/p>\n<p>Binnen kurzer Frist k\u00f6nnte also wom\u00f6glich ein seit Jahrzehnten andauernder Trend umgekehrt werden. Auf den Staat w\u00fcrde damit allerdings eine hohe Belastung zukommen: Die Auszahlung an bestimmte Zwecke \u2013 etwa Ausbildung \u2013 gekoppelten Startkapitals oder eines Grunderbes von 10.000 Euro w\u00fcrde j\u00e4hrlich gut 8,5 Milliarden Euro kosten, im Falle einer Summe von 100.000 Euro w\u00e4ren es gut 85 Milliarden Euro. Zur Einordnung: Die gesamten Ausgaben des Bundeshaushaltes lagen 2022 bei 495 Milliarden Euro. Allerdings machte davon allein der Bundeszuschuss zur Gesetzlichen Rentenversicherung 87 Milliarden Euro aus.<\/p>\n<p>Nun k\u00f6nnte man fragen: Wenn das Geld f\u00fcr die \u00c4lteren da ist, sollte man es dann nicht auch f\u00fcr die J\u00fcngeren aufbringen? In politischen Debatten fehlt es ja oft an Transparenz, was bestimmte Ma\u00dfnahmen wirklich ver\u00e4ndern w\u00fcrden. Wissenschaftler wie B\u00f6nke und Bartels wissen das und schreiben das auch immer wieder. In der breiten Masse aber kommen manche Fakten nur schleppend an, und auch viele Politiker richten sich ja nicht zwangsl\u00e4ufig nach dem Konsens in der Wissenschaft. Deshalb ist der Verm\u00f6genssimulator des DIW interessant, weil er interessierten B\u00fcrgern die M\u00f6glichkeit gibt, selbst mal durchzuspielen, was die Ungleichheit verringern w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Knackpunkt bei allen Ideen gegen die Ungleichheit, so mein Kollege Benjamin Bidder, ist immer die Finanzierung. Leider haben die DIW-Autoren das weitgehend ausgespart. Interessant ist aber, wie wenig die Einf\u00fchrung der oft diskutierten Ma\u00dfnahmen wie Erbschafts- oder Verm\u00f6genssteuer f\u00fcr sich genommen bewirken w\u00fcrden, wie viel aber Startkapital oder Grunderbe. \u00bbWer die Ungleichheit also schnell bek\u00e4mpfen will, muss nicht nur sehr viel Geld in die Hand nehmen. Er muss den Reichen etwas wegnehmen, aber den Armen auch viel geben.\u00ab<\/p>\n<p>Ein Umverteilungsunterfangen, das wohl selbst Sahra Wagenknechts neuer Partei als zu utopisch erscheinen w\u00fcrde.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Lesen Sie hier die ganze Geschichte: So w\u00fcrden 100.000 Euro Grunderbe Deutschland ver\u00e4ndern <\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Nachrichten und Hintergr\u00fcnde zum Krieg in Nahost finden Sie hier:<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Israel meldet Flucht von weiteren Zehntausenden Pal\u00e4stinensern in den S\u00fcden des Gazastreifens: <\/strong>\u00dcber Korridore und zu bestimmten Zeiten will Israel Menschen aus dem umk\u00e4mpften Nordgaza eine sichere Flucht Richtung S\u00fcden gew\u00e4hren. Armeeangaben zufolge sollten sich auch am Freitag etliche Menschen auf den Weg gemacht haben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Waffen f\u00fcr den H\u00e4userkampf: <\/strong>Israels Armee gilt als eine der modernsten der Welt. Bei den K\u00e4mpfen mit der Hamas in Gaza-Stadt n\u00fctzt ihr ein Hightecharsenal aber wenig .<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Proisraelische NGO schw\u00e4cht Vorw\u00fcrfe gegen Agenturfotografen ab: <\/strong>Hatten freiberufliche Fotografen aus Gaza vorab Kenntnis von den Angriffen gegen Israel? Eine NGO hatte diesen Schluss nahegelegt \u2013 und will nun nur \u00bbFragen aufgeworfen\u00ab haben.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Was heute sonst noch wichtig ist<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>\u00dcbergriffiger BND-Mann darf trotz Entgleisungen im Dienst bleiben: <\/strong>Auschwitz-Spr\u00fcche und Sexismus: Ein Gericht hat einen langj\u00e4hrigen BND-Mann wegen groben Fehlverhaltens am Arbeitsplatz verurteilt. Bei dem Geheimdienst darf er nach SPIEGEL-Informationen trotzdem weiterhin arbeiten.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Prorussische Hacker greifen Website der Deutschen Bahn an: <\/strong>In einem vertraulichen Bericht warnt die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen vor einer prorussischen Hackergruppe. Deren Attacken richten sich demnach gegen Beh\u00f6rden und Firmen in L\u00e4ndern, die die Ukraine unterst\u00fctzen.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Vater eines Schulkindes hielt mutma\u00dflichen Todessch\u00fctzen auf: <\/strong>Der Mann sprach den Jugendlichen an und \u00fcberredete ihn, seine Waffe abzugeben \u2013 dann hielt er ihn bis zum Eintreffen der Polizei fest. Ein zuf\u00e4llig anwesender Vater hat an einer Schule in Offenburg wohl gr\u00f6\u00dferes Leid verhindert.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Lange verschollenes S\u00e4ugetier in Indonesien wiederentdeckt: <\/strong>Es hat die Stacheln eines Igels, die Schnauze eines Ameisenb\u00e4ren und die F\u00fc\u00dfe eines Maulwurfs: Erstmals seit 60 Jahren haben britische Forscher in Indonesien ein seltenes Eier legendes S\u00e4ugetier beobachtet. Lange galt es als ausgestorben.<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Wer nach diesen acht Regeln lebt, bleibt l\u00e4nger jung: <\/strong>Forscher haben eine Hitliste der wichtigsten Ma\u00dfnahmen entwickelt, um den Alterungsprozess des K\u00f6rpers bis zu sechs Jahre zu verlangsamen. Die Verj\u00fcngungskur beugt auch schweren Krankheiten vor.<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Meine Lieblingsgeschichte heute<\/h3>\n<p>\u00bbIch dachte bislang: Wir gehen in den Dialog und dann verstehen die anderen, dass wir auch Menschen sind\u00ab, sagt die 56-j\u00e4hrige <strong>Stefanie Szczupak<\/strong>. Sie hat sich geirrt. An Austausch scheint die Gesellschaft derzeit nicht interessiert.<\/p>\n<p>In Dresden musste <strong>Valentina Marcenaro<\/strong> das \u00bbGefilte Fest\u00ab absagen, ein j\u00fcdisches Kulinarik-Festival. Die Vorstandsvorsitzende der Veranstaltungsreihe J\u00fcdische Woche Dresden schildert, es habe einfach bei manchen Beteiligten zu viel Angst gegeben, \u00bbsich als Juden zu erkennen zu geben\u00ab.<\/p>\n<p><strong>Assaf Landschaft<\/strong> macht sich Sorgen um seine S\u00f6hne, 11 und 13 Jahre alt, ge\u00fcbte Handynutzer, wie die meisten Jugendlichen. F\u00fcr seine Kinder sei das Internet normalerweise eine Art Abenteuerspielplatz, sagt er, voller neuer Ideen. \u00bbIn Wahrheit aber ist es gerade ein Schlachtfeld.\u00ab<\/p>\n<p>Drei j\u00fcdische Stimmen, drei Realit\u00e4ten in Deutschland. Der Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober war der schlimmste Angriff auf j\u00fcdische Menschen seit der Schoah. 85 Jahre nach den Novemberpogromen von 1938 f\u00fchlen sich viele J\u00fcdinnen und Juden heute wieder unsicher in Deutschland, sehen sich antisemitischer Hetze auf den Stra\u00dfen ausgesetzt.<\/p>\n<p>Mein Kollege Guido Mingels hat sich gemeinsam mit einem gro\u00dfen Team im Land umgeh\u00f6rt und beschreibt, wie ohnm\u00e4chtig sich viele J\u00fcdinnen und Juden in Deutschland gerade f\u00fchlen. Es ist ein langer Text, eindringlich, erschreckend und wichtig zugleich.<\/p>\n<ul>\n<li>\n<p>Lesen Sie hier die ganze Geschichte: Nichts ist in Ordnung <\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Was wir heute bei SPIEGEL+ empfehlen<\/h3>\n<ul>\n<li>\n<p><strong>Wer soll k\u00fcnftig h\u00f6here Steuern zahlen, Herr K\u00fchnert? <\/strong>\u00bbChristian Lindner hat kein Stimmrecht bei unserem Parteitag\u00ab: SPD-Generalsekret\u00e4r Kevin K\u00fchnert spricht \u00fcber die Steuerpl\u00e4ne seiner Partei \u2013 und erkl\u00e4rt, warum er nicht offen um Abgeordnete der Linkspartei wirbt .<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Pistorius im Modus Selbstverteidigung: <\/strong>Deutschland m\u00fcsse kriegst\u00fcchtig werden, fordert der Verteidigungsminister. In der SPD finden sie das nicht gut. Was macht Pistorius? Er wiederholt das Reizwort immer und immer wieder .<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Wie gef\u00e4hrlich sind die Anti-Ampel-Rebellen f\u00fcr Christian Lindner? <\/strong>An der FDP-Basis wollen gleich zwei Initiativen ein Ende der Ampel erreichen. Eine Mitgliederbefragung soll die Parteispitze unter Druck setzen. So mancher Liberaler f\u00fcrchtet einen R\u00fcckfall in alte Zeiten .<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>\u00bbHilfe, er hat meine Tochter\u00ab: <\/strong>18 Stunden lang hielt Salman E. sein eigenes Kind im Auto fest, legte den Hamburger Flughafen lahm. Jetzt zeigt sich: Die Tat war offenbar geplant. Rekonstruktion eines erbitterten Sorgerechtsstreits .<\/p>\n<\/li>\n<li>\n<p><strong>Der Mann f\u00fcrs Verr\u00fcckte: <\/strong>Fu\u00dfball-Bundestrainer Julian Nagelsmann probiert den n\u00e4chsten Angreifer aus: diesmal Werder-St\u00fcrmer Marvin Ducksch. Mit 29 sp\u00e4t berufen, soll er eine besondere Note ins Nationalteam einbringen .<\/p>\n<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Was heute weniger wichtig ist<\/h3>\n<p><strong>Kick Apple:<\/strong> Deutsche S\u00e4nger gehen zu Markus Lanz, wenn sie eine neue Platte haben oder eine Tour bewerben wollen. Oscarpreistr\u00e4ger <strong>Jared Leto, 51, <\/strong>h\u00e4ngt sich ans Empire State Building, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Im signalroten Ganzk\u00f6rperanzug wollte der Musiker verk\u00fcnden, dass er demn\u00e4chst mit seiner Band Thirty Seconds to Mars wieder auf Welttournee geht. \u00bbDieses Geb\u00e4ude ist ein Zeugnis f\u00fcr all die Dinge, die wir schaffen k\u00f6nnen auf dieser Welt, wenn wir sie uns vornehmen\u00ab, so Leto.<\/p>\n<h3>Mini-Hohlspiegel<\/h3>\n<p>Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel.<\/p>\n<h3>Cartoon des Tages<\/h3>\n<h3>Und heute Abend?<\/h3>\n<p>K\u00f6nnten Sie sich akustisch in die Royal Albert Hall nach London begeben. Dort trat am 26. September die britische Songschreiberin Raye auf, eine der aufregendsten Rhythm-and-Blues-S\u00e4ngerinnen unserer Zeit. Begleitet vom gewaltigen symphonischen Heritage Orchestra, einer fulminanten Brass-Section und einem umwerfenden Chor brachte sie ihr gefeiertes Deb\u00fct-Album \u00bbMy 21st Century Blues\u00ab live zur Auff\u00fchrung.<\/p>\n<p>Am 16. Oktober erschien dieses Konzert als Mitschnitt (hier bei Spotify zu h\u00f6ren            ) \u2013 und dieses Album hat mich noch mehr umgehauen als schon die Studioversion. Raye haucht ihren Songs auf gro\u00dfer B\u00fchne noch mehr Seele und W\u00e4rme ein, dank des Bombasts des Orchesters entsteht eine Wucht und Emotionalit\u00e4t, der man sich kaum entziehen kann. Mein Kollege Jurek Skrobala schrieb anl\u00e4sslich ihres Deb\u00fcts : \u00bbDer Sound ist Pop, aber die Haltung ist anti. Liebliche Melodien mischt Raye mit Gift.\u00ab<\/p>\n<p>Im Song \u00bbIce Cream Man\u00ab verarbeitet sie ihre Erfahrungen mit einem Musikproduzenten, der sie umschmeichelte und sie f\u00fcr ihr k\u00fcnstlerisches Talent lobte, um sie dann im Studio anzutatschen:<\/p>\n<p><em>He told me, \u00bbCome to catch a vibe and make some music\u00ab<br \/>But when I got there, should&#039;ve heard what he was saying<br \/>Tryna touch me, tryna fuck me, I\u2019m not playing<br \/>I should&#039;ve left that place as soon as I walked in it<br \/>How God damn dare you do that to me, really?<\/em><\/p>\n<p>Bei einigen Auftritten zog sich Raye bei diesem Lied bis auf die Unterw\u00e4sche aus, um zu demonstrieren, wie f\u00f6rmlich nackt und schutzlos man als junge ambitionierte Frau diesen \u00dcbergriffen ausgeliefert ist. So glamour\u00f6s der Auftritt in der Royal Albert Hall auch war, so eindringlich sind Erz\u00e4hlbogen und Botschaft: Legt Euch nicht mehr mit mir an!<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen ein sch\u00f6nes Wochenende. Herzlich<br \/><em>Ihr Janko Tietz, Ressortleiter Deutschland\/Panorama<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Verbot, dann tot? Marco Wanderwitz sitzt seit 20 Jahren im Bundestag. 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