{"id":24063,"date":"2023-10-24T22:36:07","date_gmt":"2023-10-24T19:36:07","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/schiffskollision-in-der-nordsee-kollision-in-der-dunkelheit\/"},"modified":"2023-10-24T22:36:07","modified_gmt":"2023-10-24T19:36:07","slug":"schiffskollision-in-der-nordsee-kollision-in-der-dunkelheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/schiffskollision-in-der-nordsee-kollision-in-der-dunkelheit\/","title":{"rendered":"Schiffskollision in der Nordsee: Kollision in der Dunkelheit"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Als das Ungl\u00fcck geschah, lag die Nordsee noch in v\u00f6lliger Dunkelheit: Am fr\u00fchen Dienstagmorgen sind zwei Frachter in der Deutschen Bucht kollidiert, rund 22 Kilometer s\u00fcdwestlich der Insel Helgoland.<\/p>\n<p>Die 190 Meter lange \u00bbPolesie\u00ab war von Hamburg auf dem Weg nach La Coru\u00f1a in Spanien, die 91 Meter lange \u00bbVerity\u00ab fuhr von Bremen Richtung Immingham in Gro\u00dfbritannien, so geht es aus Daten des Portals \u00bbVesselfinder\u00ab hervor.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfere der beiden Schiffe blieb schwimmf\u00e4hig, die Besatzung unverletzt. Der kleinere Frachter jedoch ging nach der Kollision unter. Das Signal sei gegen 5:20 Uhr verloren gegangen, sagt Michael Ippich von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbr\u00fcchiger (DGzRS). Die \u00bbVerity\u00ab war zu diesem Zeitpunkt wohl bereits verloren.<\/p>\n<p>Mindestens ein Seemann ist bei dem Unfall ums Leben gekommen, seine Leiche wurde aus der zw\u00f6lf Grad kalten Nordsee geborgen. Zwei Menschen wurden gerettet, vier werden noch vermisst.<\/p>\n<p>Den ganzen Tag suchten Einsatzkr\u00e4fte nach ihnen. Auch die Besatzung des Kreuzfahrtschiffes \u00bbIona\u00ab, das zuf\u00e4llig in der N\u00e4he unterwegs war, eilte fr\u00fch zu Hilfe. Fotos vom Ungl\u00fccksort zeigen, wie Lichtkegel die dunkle Wasseroberfl\u00e4che erhellten.<\/p>\n<p>Windst\u00e4rke 6 und eineinhalb bis drei Meter hohe Wellen \u2013 auch bei Tageslicht blieben die Bedingungen f\u00fcr die Retter schwierig. Im Laufe des Tages seien etwa 20 Schiffe, drei Helikopter der Marine und ein Sensorflugzeug involviert gewesen, sagte Benedikt Spangardt, Sprecher des Havariekommandos, dem SPIEGEL.<\/p>\n<p>Das Havariekommando             ist eine gemeinsame Einrichtung des Bundes und der K\u00fcstenl\u00e4nder, die bei komplexen Ungl\u00fccken auf dem Meer den Einsatz koordiniert.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Nachmittag informierte das Havariekommando \u00fcber die M\u00f6glichkeit, dass die vermissten Seeleute in der gesunkenen \u00bbVerity\u00ab eingeschlossen sein k\u00f6nnten. Solange man die Vermissten nicht an der Oberfl\u00e4che gefunden hat, m\u00fcsse man davon ausgehen, sagte Spangardt.<\/p>\n<p>Einsatzkr\u00e4fte tauchten zum Wrack hinunter, um nach Lebenszeichen an Bord zu suchen. \u00bbWir wissen, wo das Schiff ist und wie es liegt\u00ab, so Spangardt, ein Erkundungsschiff habe Bilder machen k\u00f6nnen. \u00bbWenn es die Chance gibt, m\u00fcssen wir sie nutzen.\u00ab<\/p>\n<p>Doch der Tauchgang blieb erfolglos. Und starke Str\u00f6mungen machten laut Havariekommando weitere Versuche zun\u00e4chst unm\u00f6glich. \u00bbWir lassen nichts unversucht, um eventuell noch Leben zu retten\u00ab, hatte Havariekommando-Leiter Robby Renner schon zuvor betont. Auch in der Dunkelheit k\u00f6nne die Suchaktion etwa aus der Luft mit W\u00e4rmebildkameras weitergehen.<\/p>\n<p>Bis Mitternacht, so die letzte Mitteilung , solle die Suche fortgesetzt werden. So lange gebe es noch die Chance, im Wasser \u00dcberlebende zu finden. Das deckt sich mit Angaben der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbr\u00fcchiger. Bei Wassertemperaturen um zw\u00f6lf Grad k\u00f6nnten Menschen bis zu 20 Stunden \u00fcberleben.<\/p>\n<p>Das h\u00e4nge aber auch von der Kondition und der Bekleidung der Verungl\u00fcckten ab. Niemand wisse, wie die vermissten Seeleute ausger\u00fcstet seien, sagte Christian Stipeldey, Sprecher der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbr\u00fcchiger. Immer wieder w\u00fcrden Menschen auch nach l\u00e4ngerer Zeit lebend in kaltem Wasser gefunden.<\/p>\n<p>Nach Angaben des Havariekommandos hatte die \u00bbVerity\u00ab Rollen aus gro\u00dfen Blechen geladen und liegt nun mit rund 1300 Kubikmeter Dieseltreibstoff auf dem Grund der Nordsee. \u00bbWir haben das auf dem Schirm\u00ab, sagt Spangardt. Es sei ein Mehrzweckschiff vor Ort, das \u00d6l oder Treibstoff aufnehmen k\u00f6nne. \u00bbAber ich muss sagen: Unser Fokus liegt im Moment auf der Menschenrettung.\u00ab<\/p>\n<p>Die britisch-niederl\u00e4ndische Reederei Faversham Ships, zu der die \u00bbVerity\u00ab geh\u00f6rt, lie\u00df eine Anfrage des SPIEGEL bislang unbeantwortet.<\/p>\n<p>Die polnische Reederei Polsteam teilte auf Anfrage mit, ihre \u00bbPolesie\u00ab sei in recht gutem Zustand, \u00bbkeine Lecks und fahrt\u00fcchtig.\u00ab Der Frachter sei auf dem Weg nach Cuxhaven.<\/p>\n<h3>Eines der meistbefahrenen Seegebiete weltweit<\/h3>\n<p>Der Zusammensto\u00df der Frachter ereignete sich in einem der meistbefahrenen Seegebiete weltweit. In der Deutschen Bucht verlaufen zwei international eingerichtete Schifffahrtsstra\u00dfen in Ost-West-Richtung, wie eine Sprecherin des Bundesamtes f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) erkl\u00e4rte. Der Gro\u00dfteil aller Schiffe, die aus dem Englischen Kanal kommen oder dort hinwollen, folge diesen beiden Wasserstra\u00dfen.<\/p>\n<p>Auf der s\u00fcdlicheren Route herrsche nach Angaben der Wasserstra\u00dfen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes die gr\u00f6\u00dfte Verkehrsdichte. Die n\u00f6rdlichere Route werde von besonders gro\u00dfen Schiffen, Tankern und Frachtern mit gef\u00e4hrlicher Ladung genutzt.<\/p>\n<p>Querend verl\u00e4uft der Schiffsverkehr zu den deutschen Flussrevieren Ems, Jade\/Weser und Elbe sowie auch zu den Offshore-Windparks in der deutschen Nordsee.<\/p>\n<p>Wie es in diesem hoch frequentierten Gebiet zu der Kollision kommen konnte, m\u00fcssen Ermittlungen zeigen. Havariekommando-Sprecher Spangardt sagte am Nachmittag, die Ursache sei noch unbekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als das Ungl\u00fcck geschah, lag die Nordsee noch in v\u00f6lliger Dunkelheit: Am fr\u00fchen Dienstagmorgen sind zwei Frachter in der Deutschen Bucht kollidiert, rund 22 Kilometer s\u00fcdwestlich der Insel Helgoland. 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