{"id":23985,"date":"2023-10-21T10:36:49","date_gmt":"2023-10-21T07:36:49","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ostsee-sturmflut-rund-2000-menschen-werden-evakuiert\/"},"modified":"2023-10-21T10:36:49","modified_gmt":"2023-10-21T07:36:49","slug":"ostsee-sturmflut-rund-2000-menschen-werden-evakuiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ostsee-sturmflut-rund-2000-menschen-werden-evakuiert\/","title":{"rendered":"Ostsee-Sturmflut: Rund 2000 Menschen werden evakuiert"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Wegen der schweren Sturmflut an der Ostseek\u00fcste sind in Schleswig-Holstein rund 2000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Das sagte der Leiter des Stabs Katastrophenschutz im schleswig-holsteinischen Innenministerium, Ralf Kirchhoff, in der Nacht zum Samstag. Von den Evakuierungen betroffen waren Orte wie Eckernf\u00f6rde, Schleswig und Brodersby.<\/p>\n<p>Nach bisherigen Erkenntnissen gab es bei dem Unwetter ein Todesopfer. Auf der schleswig-holsteinischen Ostseeinsel Fehmarn kam eine 33-j\u00e4hrige Frau in ihrem Auto ums Leben, das am Freitagnachmittag von einem im Sturm umgest\u00fcrzten Baum getroffen wurde. \u00bbWir haben nach dem jetzigen Kenntnisstand keine Ertrinkenden\u00ab, sagte Kirchhoff. Es bef\u00e4nden sich aber noch immer einige Leute auf ihren Sportbooten.<\/p>\n<p>Kirchhoff rechnet mit einem Hochwasserschaden in dreistelliger Millionenh\u00f6he. \u00bbMit dem ersten Tageslicht wird man auch die Sch\u00e4den erst mal konkreter erkennen\u00ab, sagt er, die Hauptaufr\u00e4umarbeiten liefen am Morgen an. Die Sch\u00e4den an Hochwasserschutzanlagen oder Geb\u00e4uden d\u00fcrften zum Teil erheblich sein.<\/p>\n<p>In Flensburg wurde ein Jahrhundertwasserstand erreicht. Gegen Mitternacht kletterte der Pegel auf 2,27 Meter \u00fcber dem mittleren Wasserstand, wie eine Sprecherin des Bundesamts f\u00fcr Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) in Rostock sagte. Erwartet worden waren lediglich 2 Meter. Zwar wehte der Wind noch heftig, doch gebe es Anzeichen f\u00fcr ein Stabilisieren der Lage.<\/p>\n<p>Die Stra\u00dfen am Flensburger Hafen standen unter Wasser. Die Stadtwerke hatten am Abend in Teilen des Hafens den Strom abgestellt. Wegen des Hochwassers komme es zu Kurzschl\u00fcssen und kleineren Br\u00e4nden in den Verteileranlagen. F\u00fcr die Einsatzkr\u00e4fte blieb die Lage in Flensburg dennoch relativ entspannt. Es seien keine Personen verletzt worden, sagte ein Sprecher des F\u00fchrungsstabs der Stadt.<\/p>\n<p>In Eckernf\u00f6rde \u00fcberschritt der Pegelstand laut Tabelle des Umweltministeriums und Angaben des BSH gegen 22 Uhr mit 2,15 die Zwei-Meter-Marke deutlich. Vor Mitternacht fiel hier der Pegel aber deutlich.<\/p>\n<h3>Bewohner von Maasholm geben Deich auf<\/h3>\n<p>Im 600-Einwohner-Ort Maasholm (Kreis Schleswig-Flensburg) gaben die Einsatzkr\u00e4fte den Deich auf. Die Bewohner in drei Ortsteilen wurden aufgefordert, Notgep\u00e4ck zu packen und sich auf eine m\u00f6gliche Evakuierung vorzubereiten, wie ein Sprecher des Kreises am sp\u00e4ten Abend sagte. Eine Mehrzweckhalle sei vorbereitet worden.<\/p>\n<p>In der Schleistadt Arnis, die mit gerade einmal 300 Einwohnern als die kleinste Stadt Deutschlands gilt, seien zwei Deiche gebrochen, sagte der Sprecher. Dies habe aber keine Auswirkungen auf die Menschen. Im Kreis Schleswig-Flensburg waren Zehntausende Sands\u00e4cke an die betroffenen \u00c4mter und Gemeinden ausgeteilt worden.<\/p>\n<p>Bei Heringsdorf im Kreis Ostholstein wurden mehrere Campingpl\u00e4tze und eine Ferienhausanlage evakuiert, da das Hochwasser fast die Krone des Deichs erreicht hatte. Das sagte ein Campingplatzbesitzer der Deutschen Presse-Agentur am Freitagabend. Noch halte der Deich aber. Nach Angaben des Innenministeriums gab es Besch\u00e4digungen an Deichen auch im Kreis Rendsburg-Eckernf\u00f6rde und im Kreis Schleswig. An den gef\u00e4hrdeten Abschnitten seien Einsatzkr\u00e4fte bei Sicherungsarbeiten.<\/p>\n<p>Auf der Ostsee stellten F\u00e4hren zeitweise den Dienst ein. So fuhr in Travem\u00fcnde die F\u00e4hre zum Priwall teilweise nicht mehr, in Kiel wurde die F\u00f6rdef\u00e4hrlinie eingestellt. Der Sturm \u00fcber der Ostsee stoppte auch den deutsch-d\u00e4nischen F\u00e4hrverkehr auf den Strecken Puttgarden-R\u00f8dby und Rostock-Gedser vor\u00fcbergehend.<\/p>\n<p>Nach einer Sperrung der Bahnstrecke zwischen Neum\u00fcnster und Brokstedt wurde der Regionalverkehr auf der Strecke am Nachmittag wieder aufgenommen. Viele Z\u00fcge in Schleswig-Holstein verkehrten mit verringerter Geschwindigkeit, es kam zu Versp\u00e4tungen. Ab 20.00 Uhr sollte der Bahnverkehr zwischen Eckernf\u00f6rde und Kiel, Rendsburg und Kiel sowie Husum und Kiel eingestellt werden.<\/p>\n<p>In Wismar \u00fcberschwemmte das Hochwasser Stra\u00dfenz\u00fcge und Parkpl\u00e4tze. Der Schiffbauerdamm auf der H\u00f6he \u00bbAm Hafen\u00ab und angrenzende Parkpl\u00e4tze waren laut Polizei nicht befahrbar. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei lag der Wasserstand schon gegen Mitternacht bei 1,6 Meter \u00fcber Normal. Auch in Warnem\u00fcnde stieg das Wasser deutlich an. In Rostock war die Lage am Abend ruhig.<\/p>\n<p>In Binz auf R\u00fcgen kippte eine vom Sturm entwurzelte Birke auf ein Auto. Wegen des Sturms blieb die Aussichtsplattform Skywalk am Kreidefelsen am Freitag geschlossen. In Ahrenshoop schwemmte die Sturmflut gro\u00dfe Teile des Sandstrands weg.<\/p>\n<h3>Backhaus mahnt zur Vorsicht<\/h3>\n<p>Der in Mecklenburg-Vorpommern f\u00fcr K\u00fcstenschutz zust\u00e4ndige Minister Till Backhaus (SPD) mahnte die Menschen zur Vorsicht, auch wenn die Sturmflut zumindest f\u00fcr den \u00fcberwiegenden Teil der K\u00fcste voraussichtlich nicht als schwere Sturmflut einzuordnen sei.<\/p>\n<p>Die Ostseek\u00fcste wird immer wieder von verheerenden Sturmfluten heimgesucht. Bei der schwersten Sturmflut an der s\u00fcdwestlichen Ostseek\u00fcste starben 1872 etwa 275 Menschen. Betroffen waren zahlreiche Orte an der d\u00e4nischen und deutschen K\u00fcste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wegen der schweren Sturmflut an der Ostseek\u00fcste sind in Schleswig-Holstein rund 2000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. 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