{"id":23839,"date":"2023-10-15T01:39:07","date_gmt":"2023-10-14T22:39:07","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/gaza-berichte-von-vor-ort-die-strasen-sind-voll-von-verzweifelten-leuten-die-nicht-wissen-wohin\/"},"modified":"2023-10-15T01:39:07","modified_gmt":"2023-10-14T22:39:07","slug":"gaza-berichte-von-vor-ort-die-strasen-sind-voll-von-verzweifelten-leuten-die-nicht-wissen-wohin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/gaza-berichte-von-vor-ort-die-strasen-sind-voll-von-verzweifelten-leuten-die-nicht-wissen-wohin\/","title":{"rendered":"Gaza \u2013 Berichte von vor Ort: \u00bbDie Stra\u00dfen sind voll von verzweifelten Leuten, die nicht wissen, wohin\u00ab"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Die Menschen im Gazastreifen sind nur noch schwer zu erreichen, da das Internet seit der Bombardierung der Telekommunikationsinfrastruktur durch Israel kaum mehr funktioniert, und es fast keinen Strom mehr gibt, so dass die Leute ihre Handys oft nicht aufladen k\u00f6nnen. Am Samstagabend erreichten den SPIEGEL einige Nachrichten aus dem K\u00fcstenstreifen, und sie klangen dramatisch.<\/p>\n<p>\u00bbDie Stra\u00dfen sind voll von verzweifelten Leuten, die nicht wissen, wohin. Die zu Notunterk\u00fcnften umfunktionierten Schulen sind komplett \u00fcberf\u00fcllt\u00ab, berichtete eine lokale Mitarbeiterin des SPIEGEL, deren Namen wir zu ihrem Schutz nicht ver\u00f6ffentlichen. Es sei schwierig, Essen und zu Trinken zu finden. Sie habe das Shifa-Spital in Gaza-Stadt besucht, das mit seinen Kapazit\u00e4ten am Anschlag sei \u2013 und Vertriebene h\u00e4tten sich dort auf dem Boden auf der Suche nach einer sicheren Zuflucht einquartiert. \u00bbSie sitzen dicht aneinandergedr\u00e4ngt und teilen das wenige Essen, das sie haben.\u00ab<\/p>\n<p>Israel hatte die Menschen im Norden des Gazastreifens zur Evakuierung ihrer H\u00e4user aufgefordert, doch das betrifft \u00fcber eine Million Menschen, etwa die H\u00e4lfte der Bewohner des kleinen K\u00fcstenstreifens, in dem es keinen sicheren Ort mehr gibt. Auch Krankenh\u00e4user sollen evakuiert werden. Die Weltgesundheitsorganisation sagte, das sei unm\u00f6glich und komme einem Todesurteil             f\u00fcr schwer kranke Menschen gleich, die nicht evakuiert werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<h3>Konvoi offenbar getroffen<\/h3>\n<p>Ein Konvoi von Fliehenden wurde laut einem Bericht der BBC  und der Washington Post von einer Explosion getroffen, was auch lokale Quellen best\u00e4tigen. Bei dem Angriff sollen Dutzende Menschen gestorben sein. Der Urheber ist bisher nicht gekl\u00e4rt; die israelische Armee k\u00fcndigte laut BBC eine Untersuchung an . Sie wirft umgekehrt der Hamas vor, Stra\u00dfensperren zu errichten , um die Menschen an der Flucht zu hindern. \u00bbIch traf Leute, die ihre H\u00e4user evakuiert haben und in den S\u00fcden fliehen wollten, und dann wieder umgekehrt sind, weil es zu gef\u00e4hrlich war\u00ab, berichtet die SPIEGEL-Mitarbeiterin. \u00bbSie sagten, wenn wir sterben, dann wenigstens in unseren H\u00e4usern.\u00ab<\/p>\n<p>Ein lokaler Kontakt, der mit seiner Familie in den s\u00fcdlichen Ort Khan Yunis geflohen war und ebenfalls nicht zitiert werden m\u00f6chte, beschrieb Szenen von Fliehenden, die ihn nach eigener Aussage an die Schilderungen der \u00bbNakba\u00ab erinnerten, wie die Pal\u00e4stinenser ihr Trauma von der Flucht nach dem arabisch-israelischen Krieg von 1948 nennen: \u00bbWir sahen lange Konvois von Autos und Transportfahrzeugen, die Frauen und Kinder, etwas Gep\u00e4ck und Matratzen transportierten. Es war traurig und furchtbar.\u00ab<\/p>\n<h3>\u00bbDie Situation ist wahnsinnig\u00ab<\/h3>\n<p>Der Journalist Shams Odeh berichtete dem SPIEGEL: \u00bbIn Gaza Stadt leben die Menschen im Dunkeln und in Angst. Und warten darauf, dass es endlich aufh\u00f6rt. Die Situation ist wahnsinnig. Die Menschen hoffen auf eine Waffenruhe. Gaza ist ein Geisterort. In Gaza-Stadt sind viele in den S\u00fcden geflohen. Keine Menschen sind auf den Stra\u00dfen, keine Autos, keine Lichter, nichts. Wenn nicht sp\u00e4testens Morgen Benzin aus \u00c4gypten kommt, werden die Krankenh\u00e4user keinen Strom haben.\u00ab<\/p>\n<p>Der Analyst Omar Shaban vom unabh\u00e4ngigen Thinktank Palthink  in Gaza, der regelm\u00e4\u00dfig als Autor f\u00fcr Stifungen und internationale Medien t\u00e4tig ist, setzte einen dringenden Hilferuf ab. Der Gazastreifen erlebe eine humanit\u00e4re Katastrophe, die seit 1967 beispiellos sei. Es seien 2300 Tote gez\u00e4hlt worden, doch Hunderte l\u00e4gen noch unter den Tr\u00fcmmern begraben. Die Krankenh\u00e4user h\u00e4tten in einer einzigen Woche etwa 8000 Verletzte aufgenommen, etwa gleich viele wie w\u00e4hren der 51 Tage Krieg im Jahr 2014. Medizinische Teams seien nicht mehr arbeitsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Es sei unm\u00f6glich, schreibt Shaban, dass zwei Millionen Menschen auf weniger als einem Drittel der Fl\u00e4che des Gazastreifens lebten. \u00bbDie Entscheidung, eine vollst\u00e4ndige Belagerung des Gazastreifens zu verh\u00e4ngen, den Strom abzuschalten, den Treibstoff zu stoppen und S\u00e4uglingsnahrung und Medikamente zu verbieten, droht den gesamten Gazastreifen in ein echtes Grab zu verwandeln\u00ab, warnte Shaban. \u00bbWer bei den Bombardierungen nicht stirbt, wird verhungern und verdursten.\u00ab Shaaban forderte in einer Erkl\u00e4rung an Journalisten einen sofortigen 48-st\u00fcndigen humanit\u00e4ren Waffenstillstand, um weitere Verluste an Menschenleben zu verhindern, \u00bbnoch heute\u00ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschen im Gazastreifen sind nur noch schwer zu erreichen, da das Internet seit der Bombardierung der Telekommunikationsinfrastruktur durch Israel kaum mehr funktioniert, und es fast keinen Strom mehr gibt,<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":23840,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-23839","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23839","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=23839"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/23839\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media\/23840"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=23839"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=23839"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=23839"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}