{"id":238,"date":"2020-06-03T01:17:17","date_gmt":"2020-06-02T22:17:17","guid":{"rendered":"http:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/elektrische-motorroller-das-verkehrsmittel-der-stunde\/"},"modified":"2020-06-03T01:17:17","modified_gmt":"2020-06-02T22:17:17","slug":"elektrische-motorroller-das-verkehrsmittel-der-stunde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/elektrische-motorroller-das-verkehrsmittel-der-stunde\/","title":{"rendered":"Elektrische Motorroller: Das Verkehrsmittel der Stunde"},"content":{"rendered":"<figure>     <img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cdn.prod.www.spiegel.de\/images\/a25528f1-5d03-404a-ad5b-5d58d0e31361_w948_r1.77_fpx55.34_fpy55.01.jpg\" title=\"Leise, sauber, platzsparend: Elektrische Motorroller w\u00e4ren das Verkehrsmittel der Stunde, fristen bisher jedoch ein Nischendasein\" alt=\"Leise, sauber, platzsparend: Elektrische Motorroller w\u00e4ren das Verkehrsmittel der Stunde, fristen bisher jedoch ein Nischendasein\"\/>      Icon: vergr\u00f6\u00dfern<figcaption>\n<p class=\"caps\">Leise, sauber, platzsparend: Elektrische Motorroller w\u00e4ren das Verkehrsmittel der Stunde, fristen bisher jedoch ein Nischendasein<\/p>\n<p> KSR-Group <\/figcaption><\/figure>\n<p>In der Coronakrise erlebt der Individualverkehr ein unerwartetes Comeback. Weil der \u00d6PNV als Ansteckungsherd gilt, benutzen die Menschen vor allem in Ballungsgebieten nun wieder verst\u00e4rkt andere Verkehrsmittel. Das Fahrrad erlebt eine neue Bl\u00fcte &#8211; und das Auto.<\/p>\n<p>Sechs Prozent der Haushalte ohne Pkw denken laut einer DLR-Umfrage \u00fcber die Anschaffung eines Autos nach &#8211; besonders junge St\u00e4dter k\u00f6nnen sich inzwischen wieder f\u00fcr diese Form der Fortbewegung erw\u00e4rmen. F\u00fcr die staugeplagten St\u00e4dte ist das ein Problem. Verkehrsraum ist bereits heute knapp, gleichzeitig fallen vielerorts immer mehr Parkpl\u00e4tze weg. Die Verkehrswende k\u00f6nnte durch diesen Trend einen massiven R\u00fcckschlag erleiden.<\/p>\n<h3>Elektrische Motorroller als idealer Autoersatz<\/h3>\n<p>Die seit Wochen von der Politik diskutierte, m\u00f6gliche Kaufpr\u00e4mie f\u00fcr Neuwagen w\u00e4re deshalb ein verkehrspolitischer Rohrkrepierer. Dabei gibt es ein Transportmittel, das einerseits Individualverkehr erm\u00f6glicht und gleichzeitig die Verkehrswende nicht gef\u00e4hrdet: elektrische Motorroller.<\/p>\n<p>Mindestabst\u00e4nde einzuhalten ist auf ihnen kein Problem, sie brauchen beim Fahren und Parken aber nur einen Bruchteil des Platzes und der Energie eines Autos. Im urbanen Raum sind sie deshalb ein ideales Pendlerfahrzeug. &quot;Gemessen an Transportleistung und Gr\u00f6\u00dfe, ist der Motorroller das absolute Optimum&quot;, sagt Mobilit\u00e4tsforscher Andreas Knie. Auch der ADAC sieht die Roller deshalb als ideales Fahrzeug f\u00fcr Strecken in Gro\u00dfst\u00e4dten und deren Umland, die f\u00fcr das Rad oder den E-Scooter zu weit w\u00e4ren.<\/p>\n<h3>Trotz steigender Nachfrage ein Nischenprodukt<\/h3>\n<p>So verwundert es nicht, dass die Nachfrage nach den Elektrofahrzeugen steigt. Bei Evectro, einem H\u00e4ndler f\u00fcr E-Roller verschiedener Marken, ist ein klarer Aufschwung erkennbar, erkl\u00e4rt Vertriebsleiter Swen Schilling. &quot;Wir verkaufen seit Beginn der Coronakrise deutlich mehr E-Motorroller und haben zus\u00e4tzlich spezielle Mietmodelle f\u00fcr Gastronomen und Hotels im Angebot, die extrem gut angenommen wurden.&quot; Auch die Hersteller Kumpan und Unu erkl\u00e4rten auf Nachfrage, derzeit eine verst\u00e4rkte Nachfrage zu verzeichnen.<\/p>\n<p>Trotz der vielen Vorteile steht der echte Durchbruch allerdings noch aus. &quot;Die Verkaufszahlen elektrischer Motorroller steigen langsam, aber stetig um rund 20 Prozent pro Jahr &#8211; allerdings mit einem niedrigen Ausgangsniveau&quot;, sagt Mobilit\u00e4tsforscher Knie.<\/p>\n<h3>Problem Nummer eins: Fehlende Ganzjahresfahrer und schlechtes Wetter<\/h3>\n<p>Das liegt auch am Wetter in Deutschland. Zwar lassen sich auch Motorroller mit Windschildern, speziellen Beindecken und wetterfester Kleidung theoretisch zum Ganzjahresmobil machen. In der Praxis sind Roller aber vor allem in L\u00e4ndern mit milderen Wintern verbreitet, wie beispielsweise in Italien.<\/p>\n<p>Dabei ist eine Nutzung im Winter auch hierzulande erreichbar &#8211; das zeigt ein Blick aufs Fahrrad: Dort hat sich die Anzahl der Ganzjahresnutzer im Winter 2018\/19 Knie zufolge verdoppelt, dies m\u00fcsse auch beim Roller gelingen. &quot;Erst wenn der Roller auch diesen Schritt schafft, ist er ein etabliertes Verkehrsmittel&quot;, glaubt Knie.<\/p>\n<h3>Problem Nummer zwei: 45 km\/h reichen nicht mal im Stadtverkehr aus<\/h3>\n<p>Abgesehen vom Wetter gibt es politische H\u00fcrden auf dem Weg zum Massenmobil. &quot;Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist die Beschr\u00e4nkung der kleinsten Rollerklasse auf eine H\u00f6chstgeschwindigkeit von 45 km\/h&quot;, sagt Kurt Sigl, Pr\u00e4sident des Bundesverbands Elektromobilit\u00e4t (BEM).<\/p>\n<p>Dadurch werden die kleinen, besonders g\u00fcnstigen Roller, die man auch mit dem Autof\u00fchrerschein fahren darf, sogar in der Stadt zum Verkehrshindernis. &quot;Damit die Roller massentauglich werden, m\u00fcsse man diesen Wert auf 60 km\/h erh\u00f6hen&quot;, so Sigl. &quot;Diese \u00c4nderung wird vom Verkehrsministerium und der Autoindustrie aber mit allen Mitteln blockiert.&quot;<\/p>\n<p>Sigl sagt, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer habe ihm bereits 2018 in einem Gespr\u00e4ch versichert, das Thema anzugehen. Passiert sei seitdem jedoch nichts. &quot;Das Ministerium ist zu stark aufs Auto fokussiert. Erlaubt ist nur, was das Auto als Verkehrsmittel nicht gef\u00e4hrdet.&quot; Schnellere Motorroller, die keinen eigenen F\u00fchrerschein erfordern, k\u00f6nnten bei vielen Menschen den Wunsch nach einem Pkw abl\u00f6sen, glaubt Sigl.<\/p>\n<p>Aus dem Bundesverkehrsministerium hei\u00dft es dagegen auf Anfrage, dass Vorgaben der EU umgesetzt werden m\u00fcssten, Abweichungen von europarechtlichen Vorschriften seien nicht m\u00f6glich. Man habe jedoch auch Bedenken hinsichtlich der Verkehrssicherheit, da der f\u00fcr die Roller n\u00f6tige F\u00fchrerschein der Klasse AM bereits ab 15 Jahren erworben werden k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Dass die Roller aber auch mit 45 km\/h H\u00f6chstgeschwindigkeit gefragt sind, zeigen die Sharing-Dienste, die es f\u00fcr diese Fahrzeuge inzwischen gibt. &quot;In Hamburg oder Berlin kriegt man derzeit kaum einen freien Sharingroller&quot;, sagt Mobilit\u00e4tsforscher Knie. &quot;Das zeigt, dass das Modell funktioniert.&quot;<\/p>\n<h3>Problem Nummer drei: Hohe Einstiegspreise in die Elektro-Welt<\/h3>\n<p>Das wohl gr\u00f6\u00dfte Problem der Fahrzeuge ist ihr Preis. Die E-Roller sind in der Anschaffung vergleichsweise teuer, solide Modelle mit Motoren von Bosch kosten ab 2500 Euro aufw\u00e4rts, Premiummodelle wie die Vespa Elettrica oder die E-Schwalbe knapp dreimal so viel. Gerade f\u00fcr junge Menschen ist das viel Geld.<\/p>\n<p>Dabei ist ein elektrischer Roller im Betrieb unschlagbar g\u00fcnstig, da die mechanische Komplexit\u00e4t im Vergleich zu einem Roller mit Verbrennungsmotor viel niedriger ist. Laut ADAC liegen die Wartungskosten entsprechend um bis zu zwei Drittel unter denen eines Benzin-Rollers.<\/p>\n<p>Auch die laufenden Kosten sind gering. In einem ADAC-Test verschiedener Roller lag der Stromverbrauch zwischen 3,4 und 5,8 Kilowattstunden auf 100 Kilometer. Geht man von einem mittleren Verbrauch von 4,5 Kilowattstunden und dem durchschnittlichen Strompreis von 30,85 Cent pro Kilowattstunde f\u00fcr Haushalte aus, kosten 100 Kilometer Fahrt gerade einmal 1,40 Euro.<\/p>\n<p>Ein gleichwertiger Verbrenner wie die Vespa Primavera 50 verbraucht auf 100 Kilometer dagegen 2,9 Liter Benzin, bei einem Spritpreis von 1,20 Euro pro Liter kosten 100 Kilometer somit 3,48 Euro &#8211; und damit mehr als das Doppelte.<\/p>\n<p>Das gr\u00f6\u00dfte Problem ist also der Anschaffungspreis. &quot;Eine F\u00f6rderung w\u00e4re deshalb absolut richtig&quot;, sagt BEM-Pr\u00e4sident Sigl und verweist auf einen Vorreiter: &quot;In M\u00fcnchen unterst\u00fctzt die Stadt den Kauf eines E-Motorrollers mit bis zu 1000 Euro. So eine Kaufpr\u00e4mie muss in allen deutschen Gro\u00dfst\u00e4dten verpflichtend eingef\u00fchrt werden.&quot;<\/p>\n<h3>M\u00fcnchen f\u00f6rdert den Rollerkauf<\/h3>\n<p>Die F\u00f6rderung ist bisher jedoch offenbar ein Einzelfall. Der Deutsche St\u00e4dtetag, die wichtigste kommunale Interessenvertretung, erkl\u00e4rte auf Anfrage, ihm seien derzeit keine \u00e4hnlichen F\u00f6rderprogramme bekannt.<\/p>\n<p>Dabei hat das Modell M\u00fcnchens beinahe Vorbildcharakter. Denn wer dort sein Altfahrzeug verschrotten l\u00e4sst oder das neue mit \u00d6kostrom l\u00e4dt, bekommt sogar noch weitere Zusch\u00fcsse.<\/p>\n<p>Ein Beispiel: Wer einen E-Roller f\u00fcr 2500 Euro kauft, hat nach diesem Modell Anspruch auf bis zu 1000 Euro Pr\u00e4mie. Die F\u00f6rderung darf jedoch 25 Prozent des Nettopreises &#8211; das w\u00e4ren hier 2100,84 Euro &#8211; nicht \u00fcberschreiten. Man bekommt also 525,21 Euro Zuschuss. Wer den neuen Roller nun nachweislich mit \u00d6kostrom l\u00e4dt, bekommt einen weiteren Bonus von 200 Euro. Wird zus\u00e4tzlich ein Verbrenner-Pkw abgewrackt, erh\u00e4lt man weitere 1000 Euro Bonus, bei einem Verbrenner-Roller 500 Euro. Aus einem Preis von 2500 Euro werden so im Optimalfall 774,79 Euro.<\/p>\n<p>Von einer fl\u00e4chendeckenden Pr\u00e4mie zur F\u00f6rderung des sinnvollsten Individualverkehrsmittels in der Coronakrise muss man vermutlich noch lange tr\u00e4umen. Das Bundeswirtschaftsministerium wollte zur M\u00f6glichkeit bundesweiter Rollerkaufpr\u00e4mien keine Auskunft geben und verwies auf die laufenden Verhandlungen f\u00fcr ein Konjunkturprogramm.<\/p>\n<p> Icon: Der Spiegel<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Icon: vergr\u00f6\u00dfern Leise, sauber, platzsparend: Elektrische Motorroller w\u00e4ren das Verkehrsmittel der Stunde, fristen bisher jedoch ein Nischendasein KSR-Group In der Coronakrise erlebt der Individualverkehr ein unerwartetes Comeback. 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