{"id":23288,"date":"2023-09-21T01:47:05","date_gmt":"2023-09-20T22:47:05","guid":{"rendered":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ukraine-krieg-markttragodie-in-kostjantyniwka-wurde-offenbar-durch-ukrainische-rakete-verursacht\/"},"modified":"2023-09-21T01:47:05","modified_gmt":"2023-09-20T22:47:05","slug":"ukraine-krieg-markttragodie-in-kostjantyniwka-wurde-offenbar-durch-ukrainische-rakete-verursacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/onlinetranslators.de\/news\/nachrichten\/ukraine-krieg-markttragodie-in-kostjantyniwka-wurde-offenbar-durch-ukrainische-rakete-verursacht\/","title":{"rendered":"Ukraine-Krieg: Markttrag\u00f6die in Kostjantyniwka wurde offenbar durch ukrainische Rakete verursacht"},"content":{"rendered":"<p class=\"caps\">Der Raketeneinschlag auf dem Markt von Kostjantyniwka war eines der t\u00f6dlichsten Ereignisse der vergangenen Wochen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Umgehend nach dem Vorfall machte der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskyj Russland f\u00fcr den Tod von mindestens 16 Zivilisten verantwortlich \u2013 so lautet die ukrainische Position bis heute. Auch der SPIEGEL hatte von einem russischen Angriff berichtet.<\/p>\n<p>Einer Recherche der \u00bbNew York Times\u00ab             (\u00bbNYT\u00ab) zufolge gibt es jedoch konkrete Hinweise, dass in Kostjantyniwka eine ukrainische Rakete eingeschlagen ist.<\/p>\n<p>Ein Team der US-Zeitung wertete unter anderem Raketenfragmente, Satellitenbilder, Zeugenaussagen und Beitr\u00e4ge aus sozialen Medien aus. Das Material deute stark darauf hin, dass der katastrophale Einschlag das Ergebnis einer fehlgeleiteten ukrainischen Flugabwehrrakete gewesen sei.<\/p>\n<p>Dem Bericht zufolge deuten Aufnahmen aus \u00dcberwachungskameras darauf hin, dass die Rakete aus Richtung des von den ukrainischen Truppen kontrollierten Territoriums kam. Auch habe das ukrainische Milit\u00e4r wenige Minuten vor dem Einschlag zwei Boden-Luft-Raketen von der Stadt Druschkiwka, zehn Meilen (etwa sechzehn Kilometer) nordwestlich von Kostjantyniwka, in Richtung der russischen Frontlinie abgefeuert. Dies k\u00f6nne unter anderem durch Audioaufnahmen von NYT-Reportern und Telegram-Posts von Bewohnern Druschkiwkas best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p>Zudem zeige die Analyse von Satellitenbildern Brandspuren am Tag des Angriffs rund um Gr\u00e4ben nahe Druschkiwka. Dies deute m\u00f6glicherweise darauf hin, dass der Ort f\u00fcr den Abschuss von Raketen genutzt worden sei.<\/p>\n<p>Dem Bericht zufolge seien auch die Angaben der ukrainischen Beh\u00f6rden zu den mutma\u00dflich eingesetzten russischen Raketen streitbar. Kiew geht von einer Rakete aus, die von einem S-300-Luftabwehrsystem abgefeuert wurde. Eine Rakete aus diesem System trage jedoch einen anderen Sprengkopf als die, die in Kostjantyniwka niedergegangen sei.<\/p>\n<p>Durchl\u00f6cherungen und Raketenfragmente aus dem Ort des Einschlags deuten vielmehr auf eine 9M38-Rakete, die von einem mobilen Buk-Boden-Luft-Lenkwaffensystem abgefeuert wird. Dieses werde sowohl von Russland als auch von der Ukraine eingesetzt. Zwei unabh\u00e4ngige Milit\u00e4rexperten seien laut \u00bbNYT\u00ab zu demselben Schluss gekommen.<\/p>\n<p>Unklar ist der US-Zeitung zufolge, warum die Rakete Kostjantyniwka getroffen habe. Es sei jedoch m\u00f6glich, dass der Flugk\u00f6rper eine Fehlfunktion gehabt habe und deswegen abst\u00fcrzt sei, bevor er sein beabsichtigtes Ziel getroffen habe. Es sei zudem sehr wahrscheinlich, dass die Rakete mit nicht verbrauchtem Treibstoff in ihrem Raketenmotor eingeschlagen sei, was eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr die weitverbreiteten Brandspuren auf dem Markt darstellt.<\/p>\n<p>Russland habe in der Ukraine zwar wiederholt und systematisch Zivilisten angegriffen und Schulen, M\u00e4rkte sowie Wohnh\u00e4user beschossen, um der Bev\u00f6lkerung Angst einzujagen, hei\u00dft es weiter in dem Bericht. Im April habe Russland bereits in Kostjantyniwka selbst Wohnh\u00e4user und eine Vorschule beschossen \u2013 dabei seien sechs Menschen get\u00f6tet worden. Die Recherche deute dennoch in diesem Fall auf ein tragisches Missgeschick der ukrainischen Seite hin.<\/p>\n<h3>Emp\u00f6rte Reaktion aus Kiew<\/h3>\n<p>Der ukrainische Geheimdienst SBU hat mit gro\u00dfer Emp\u00f6rung auf die \u00bbNew York Times\u00ab-Recherche reagiert. Der Sicherheitsdienst gehe weiterhin davon aus, dass die eingeschlagene Rakete aus einem S-300-System stamme, hei\u00dft es in einem Bericht der ukrainischen Nachrichtenseite \u00bbGlavcom\u00ab . Belege zur Unterst\u00fctzung dieser These ver\u00f6ffentlichten die Geheimdienstler jedoch nicht \u2013 sie verwiesen lediglich auf Raketenfragmente, die als Beleg f\u00fcr den Einsatz eines S-300-Systems dienen sollen.<\/p>\n<p>Der SBU stempelte den Bericht der US-Zeitung als \u00bbmanipulativ\u00ab ab und warf einem der \u00bbNYT\u00ab-Autoren, Thomas Gibbons-Neff , vor, Russlands Agenda voranzutreiben und die ukrainische Armee zu diskreditieren. Ihm sei in der Ukraine bereits zweimal die Presseakkreditierung entzogen worden, hei\u00dft es weiter.<\/p>\n<p>Auch der ukrainische Pr\u00e4sidentenberater Mychajlo Podoljak \u00e4u\u00dferte indirekt Kritik an den Artikel der \u00bbNew York Times\u00ab. Ver\u00f6ffentlichungen in ausl\u00e4ndischen Medien mit Zweifeln an der Beteiligung Russlands an dem Angriff auf Kostjantyniwka f\u00fchrten zu einer Zunahme von Verschw\u00f6rungstheorien, schrieb Podoljak auf der Plattform X , ehemals Twitter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Raketeneinschlag auf dem Markt von Kostjantyniwka war eines der t\u00f6dlichsten Ereignisse der vergangenen Wochen im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. 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